Ein (De-)Multiplexer ist quasi ein erweiterter Decoder.
Er besitzt i.d.R. die Möglichkeit, ein Signal (analog oder digital) an
den adressierten bzw. von einem adressierten Eingang oder in beide
Richtungen Ausgang weiter zu leiten.
(Adress-)Decoder liefern nur einen bestimmten Pegel am adressierten
Ausgang. Da gibt es dann häufig Komplementär-Typen, die für
unterschiedliche Select-Pegel geeignet sind. Manche Chip brauchen als
Chip-Enable ein H-Pegel, andere einen L-Pegel.
Man benutzt auch gerne den Begriff "Adressdemultiplexer"...
Bespiel für Adress-Decoder: 74HC4514 und 74HC4515
Beispiel für (Analog-)Multiplexer: 75HCT4051
RAM-Ansteuerung:
Mache Prozessoren haben einen Adressbereich, der grösser ist als der
Speicherbereich eines RAM-Bausteins (zB. 64KB-Adressraum des 8051 und
ein 32KB-RAM). Wenn man 64KB-RAM benutzen will, aber nur
32KB-RAM-Bausteine hat, muß man zwei Bausteine "in Reihe" schalten. Dazu
wird das höchstwertige Adressbit zur Baustein-Auswahl herangezogen.
Wenn es gelöscht ist, dann wird der Speicherbaustein für den unteren
Speicherbereich adressiert, ist es gesetzt, der für den oberen.
Beim 8051 benutzt man auch gerne Speicheradressen, um
Periferie-Bausteine einzubinden (wenn man z.B. mehr als eine SIO
brauchte oder Porterweiterungen).
Dann wurde der obere Speicherbereich mit Hilfe eines Adressdecoders so
aufgeteilt, dass man noch ein paar weitere Bausteine adressieren konnte.
Die Bausteine "teilten" sich den unteren Adressbus und den Datenbus.
Meist war es nämlich nötig, dass die Bausteine mehr als nur eine
Speicheradresse besassen (Konfigurations- und Statusregister).