Hi,
mal eine kurze Frage. Ich möchte mir ein kleines Entwicklerbad selbst
bauen. Nach dem Belichten soll dann die Platine in diesem Bad mit der
Natriumlauge entwickelt werden. Derzeit schwenke ich das ganze noch
manuell, was mich allerdings nervt. Nun zu meiner Frage:
Wäre es sinnvoller dieses Schwenken anhand eines Motors samt Getriebe zu
realisieren oder erhalte ich bessere Resultate, wenn ich wie beim Ätzen
eine Netzspannungspumpe dranhänge und somit die Platine durch die
Luftblässchen bewegt und entwickelt wird?
Vielen Dank im Voraus.
> Derzeit schwenke ich das ganze noch manuell, was mich allerdings nervt.
Wieviel Platten stellst Du pro Tag her?
schwache Nerven; bei 1 bis 2min pro Platte das NaOH-Bad zu schwenken,
nervt schon?
bei mir dauert das Entwicklen meistens nur bis ca. 10 Sekunden.
Kanns sein, dass du deine Lösung an der Luft lagerst, oder sie schon
sehr stark verbraucht ist?
>dauert das Entwicklen meistens nur bis ca. 10 Sekunden
das ist ja noch schneller.
Die Natronlauge wird nach Gebrauch in eine luftdichte Flasche gefüllt,
könnte aber auch schon teilweise verbraucht sein.
Es soll bei mir gar nicht sooo schnell gehen, da meine
Leitenplattenvorlagen nicht von bester Qualität sind und ich bei
langsamerer Entwicklung das Ende besser erkennen kann.
Ich habe festgestellt, dass aber das verwendete
Leiterplattenfotomaterial einen erheblichen Einfluss auf die
Entwicklungszeit hat. (Lagerzeit usw.)
Hallo,
ich selbst Entwickle die Platinen immer noch in einer großen Fotoschale
(gabs vor mehr wie 10 Jahren mal beim großen C). Mit den
Bungard-Platinen geht das Entwicklen wie bei Gast (Gast) beschrieben
ebenfalls etwa 10-15 sec. Der Entwickler kommt danach in eine große
Glasflasche mit Glasstopfen (hab ich mal günstig bekommen aus einer
Apotheke). Das Anwärmen des Entwicklers mache ich mit einer Heizfolie
welche ich mit Epoxydhard auf den Boden der Ätzschale geklebt habe.
Wichtig ist meiner Meinung nur folgendes: Wenn man eine gute sauber
lichtdichte Vorlage hat und das ganze durch Kontaktbelichtung gut auf
die Platine bringt ist eine "überentwicklung" eigentlich fast nicht
möglich.
Von dem "No-Name" Platinenmaterial bin ich weggekommen da die
Belichtungszeiten sowie die Entwicklungszeiten sehr stark schwanken.
Damit waren keine Zuverlässig guten Ergebnisse zu erzielen. Besonders
wenns schnell gehen soll ist das natürlich sehr nervig wenn Aufgrund
einer schlechten Platinenqualität das ganze in die Hose geht.
Was ich bei einer größeren Firma schon gesehen habe, die Entwickeln die
Platinen in einer art "Küvette", jedoch ohne Luft einzublasen sondern da
ist nur eine Heizung und eine Umwälzpumpe drin. Die Pumpe funktioniert
wie ein Magnetrührer.
MfG
Roland
>Was ich bei einer größeren Firma schon gesehen habe, die Entwickeln die>Platinen in einer art "Küvette", jedoch ohne Luft einzublasen sondern da>ist nur eine Heizung und eine Umwälzpumpe drin. Die Pumpe funktioniert>wie ein Magnetrührer.
Kannst du das genauer erklären ?
>Das Anwärmen des Entwicklers mache ich mit einer Heizfolie>welche ich mit Epoxydhard auf den Boden der Ätzschale geklebt habe.
OK ich erwärme gar nicht ich nehme einfach ca 6g auf 0,4 L und tue das
mit lauwarmen Wasser in eine offene Schale. Dachte das erwärmen der
Flüssigkeit wäre nur beim Npersulfat wichtig, sprich beim Ätzen ?
> Mit den Bungard-Platinen geht das Entwicklen wie bei> Gast (Gast) beschrieben ebenfalls etwa 10-15 sec.
Gut. Richtig erkannt ;-)
Ich bestelle mir nur die Bungard-Platinen bei Angelika.
Bis jetzt nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Übrigens: @roland:
ich wärme den Entwickler gar nicht an. Der ist bei mir in einem
Gurkenglas aufgehoben und entwickelt bei Zimmertemperatur in ca. 10 sek.
Das Ätzen dauert dafür allerdings sehr viel länger (~40min)
Ich habe allerdings erst jetzt einen Aquarienheizstab einzusetzen (mal
sehen, wie schnells da geht). Aber Warmwasserbad (bis jetzt eingesetzt),
kannst du mit 40min. vergessen, weil es auch immer sehr schnell
auskühlt.
@Matthias,
ich schau mal ob ich das noch irgendwie zusammenbekomme ist schon eine
weile her. Vielleicht kann ich ne einfache Zeichnung dazu machen oder
das im TExt detailliert erklären.
Wenn dann aber erst heute Abend :)
Roland
Hallo, ich hab meinen Kollegen (arbeitet in der Entwicklungsabteilung
dieser Firma) mal kurz angerufen der hat mir ein Pic geschickt. Leider
weiß ich nicht ob ich das Pic hier posten kann, ich möchte nicht das er
Probleme bekommt.
Also hier mal die Beschreibung:
Magnetrührer Vorteile:
Ziemlich einfach, keine komplizierte Mechanik
Keine Dichtigkeitsprobleme durch z.B. Kugelgelagerte durchführungen die
durch scharfe Sachen angefressen werden.
Nachteile:
Geht nur durch Kunststoffmaterialien
Der mechanischen Kraft des Rührers im Bad sind Grenzen gesetzt durch die
Stärke der Mitnehmermagnete.
Das Prinzip und der Bau sind recht einfach.
Die hatten da einen Entwicklertank, sieht aus wie eine riesige Ätzschale
mit Deckel. Inhalt ca. 5 Liter. Der Tank hat unten nen Hahn um die Brühe
wenn die mal hinüber ist ohne größere Sauerei da rauszuholen.
Am Boden des Tanks ist ein Zapfen angebracht auf einer Kunststofftafel
damit man die auch mal rausholen kann zum Putzen. :) Auf dem Zapfen
Steckt ein rundes Epoxyharzteil, sieht aus wie ein Hockeypuck. Das Ding
hat oben "Pumpenflügel" drauf die Aussehen wie von einer gewönlichen
Schleuderradpumpe (Wasserpumpe im Caravan usw.) Das ganze Teil ist aus
einem "Stück" gefertigt damit das Stabil ist, sollte aber nicht
unbedingt nötig sein so viel Drehzahl macht das Ding nicht. Drinnen
(sieht man wenn man das gegen das Licht hält) ist ein runder Magnet
eingegossen. Wichtig ist nur, da man die Dinger auch für Ätzbäder
verwenden kann, es darf kein Metall, auch kein V4A-Stahl oder Alu
verwendet werden. Sonst Ätzt das Zeug nicht die Platine sondern frißt
lieber das Rührerrad auf. :D
Unter der Wanne ist ein hundsgewöhnlicher kleiner Kondensatormotor,
Baugröße in etwa wie die die man in kleinen Tischventilatoren findet.
Auf der Welle des Motors sitzt eine Metallscheibe in die eine Aussparung
gefräst ist. In dem "Loch" sitzt ein gleicher Magnet wie im eigentlichen
Rührer der im Bad läuft.
Da sich die Magneten gegenseitig anziehen wird auch ein Drehimpuls der
auf den äußeren wirkt auf den anderen Übertragen. Sprich: Drehe ich den
Magnet "außen" dreht sich der innere mit.
Eine kleine Elektronische Drehzahlregelung war auch noch dran.
Das war schon alles.
Roland :)
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
Aber der Aufwand für 10-15s oder auch 1min steht m. E. im keinen
Verhältnis zum Nutzen.
Wichtiger ist da schon die Heizung für das Ätzbad. Mit einer
Aquariumheizung geht das sehr gut. Für das Ätzen mit Fe (III) Cl3 heizt
man auf ca. 50°C auf. Falls es noch Heizungen mit elektronischer
Regelung (meine ist von 1980?)gibt, muß man nur den Elektronikteil so
anpassen, dass die Heizung auf diese Temperatur einregelt (sollte für
Elektronikbastler nicht das Problem sein)
@Wolfgang-G,
die Heizungen mit mech. thermostat sind meiner meinung nach besser,
deckel ab, das innenleben vorsichtig nen stück rausziehen und die
anschlagnocke abkneifen dann alles wieder rein. Schon geht der
Thermostat bis auf ca.60 Grad hoch und das ganze ohne "reverse
Engineering" :) Geht bei mir Daheim seit mehr als 2 Jahren problemlos
der Heizstab.
Weiterhin wird das besagte Entwicklerbad bei meinem Kollegen in der
Firma in der Entwicklungsabteilung für Prototypen eingesetzt. Das Ding
ist von einem rennomierten Hersteller und wenn man recht viele Platinen
auf ein mal Entwickelt ist die Bewegung des Bades recht gut da dies den
gelösten Fotolack besser wegspült.
Roland
>das innenleben vorsichtig nen stück rausziehen und die>anschlagnocke abkneifen dann alles wieder rein.
Wenn das so geht, um so besser. Ich muß mir eine neue Heizung
beschaffen, weil das Glas gesprungen ist oder weiß jemand, wo man so
eine Glasröhre bekommen kann? Abmessung L:250mm D:17mm einseitig
geschlossen
Wolfgang
Ich hab meine im Dehner-Zoohandel gekauft, hat glaube ich 12€ gekostet.
Länge ist 230mm, Durchmesser ca.18-20mm. Leistung 200W
Das ganze hat sich ohne große Probleme zerlegen lassen da das Glasrohr
oben mit einer Art "Gummistopfen" verschlossen ist unter der
Plastikabdeckung mit dem Drehknopf.
Roland
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