Hallo,
welches Programm verwendet ihr um wissentschaftliche Problemstellungen
zu bearbeiten?
Hatte mich im 5. Semester schon mal mit Matlab versucht, aber die
Nuterfreundlichkeit für einen Einsteiger geht gegen Null.
So hatte ich unter anderem eine Beispiel-Datei vom Prof, welche aufgrund
von Versionkonflikten den Dienst verweigerte.
Unser Mathe-Prof, war dagegen ein Maple-Fan, er lobte dieses Programm in
den siebten Himmel :-)
Mich würde nun interessieren wie eure Erfahrungswerte so sind und was in
der Industrie so zum Einsatz kommt?
Danke,
Grüße Ralf
Hallo,
in meinen zehn Jahren bei drei unterschiedlichen Arbeitgebern und im
Umgang mit vielen Kunden ist mir eigentlich nur Matlab/Simulink
untergekommen. Mit Maple hatte ich mal kurz im Studium zu tun, mit
Mathcad hatte ich noch nie Kontakt.
Gruss, Jochen
>welches Programm verwendet ihr um wissentschaftliche Problemstellungen>zu bearbeiten?
gcc
>Hatte mich im 5. Semester schon mal mit Matlab versucht, aber die>Nuterfreundlichkeit für einen Einsteiger geht gegen Null.
Da war wohl eher die Matlab-Freundlichkeit eines Nutzers gleich Null. Es
gibt kaum Programme, die einfacher zu bedienen sind als Matlab. Ok,
vielleicht der Windows-Mediaplayer. Allerdings muss man schon zwei
Seiten Tutorials lesen.
>So hatte ich unter anderem eine Beispiel-Datei vom Prof, welche aufgrund>von Versionkonflikten den Dienst verweigerte.
Das ist die eingebaute DAU-Kontrolle.
>Unser Mathe-Prof, war dagegen ein Maple-Fan, er lobte dieses Programm in>den siebten Himmel :-)
Vista-Fans werden auch Vista in den Himmel loben.
>Mich würde nun interessieren wie eure Erfahrungswerte so sind und was in>der Industrie so zum Einsatz kommt?
Immer das was gebraucht wird. Mal Äpfel, ein anderes Mal Birnen. Deshalb
bringt es auch nichts, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Bitte,
Grüße Mirko
Hallo,
Deine Frage läßt sich m.E. nicht eindeutig beantworten. Ich kenne Maple
und Matlab zwar besser als Mathcad, bearbeite aber gerade selber ein
Projekt aus meinem Studium parallel in Maple R9 und Matlab. Maple habe
ich mit R3 kennengelernt und muß sagen, seither hat sich eine Menge
getan, natürlich auch bei Matlab. Dennoch bin ich eher Maple-Fan,
einfach "Mathe pur".
Aber es hätten nicht beide Programme so lange überlebt, wenn nicht beide
ihre Berechtigung hätten, denn Matlab ist einfach unschlagbar bei allem
was durch Matrizen darstellbar ist. Daher der Name. Maple wiederum ist
einfach sagenhaft, was die Symbolik angeht und kann auch - bei Bedarf -
Numerik.
Der Vergleich im o.g. Projekt aus der Regelungstechnik hat erbracht,
dass Maple zwar mit der Problematik mathematisch spielend fertig wird,
aber so viele Möglichkeiten für die Lösungsfindung und Visualisierung
(konkret: nichtlineares DGL-System numerisch lösen) anbietet, dass man
schon eine Menge Erfahrung braucht, um in vernünftiger Zeit fertig zu
werden (logisch, beim nächsten Projekt geht's schneller...). Dasselbe
Problem mit Matlab war in Verbindung mit m-File-Editor etc. und kleinen
Routinen zum Reglertest erheblich einfacher, weil Matlab insbesondere
auf das numerische Lösen von DGLs stark spezialisiert ist. Das Interface
von Matlab ist - wie ich finde - grausam. Die vielen Fenster, der Editor
usw. usw. Nicht mein Fall. Außerdem ist Matlab nicht "unendlich genau",
wie Maple: Man ist in Maple nicht von Anfang an gezwungen, konkrete
Zahlenwerte zu verarbeiten, sondern kann so lange es geht, symbolisch
arbeiten und dann mit gewünschter Genauigkeit numerisch auswerten.
In Verbindung mit Simulink dürfte das o.g. Problem ein Kinderspiel sein,
aber dennoch ist mein Favorit Maple. Einfach deswegen, weil man m.E.
viel dichter an der mathematischen Materie ist, als in Matlab. Von dem
"DGL-Malprogramm" Simulink mal ganz zu schweigen, verstehe nie, was da
abgeht.
Für die Industrie (konkrete Probleme ohne Möglichkeit der Vereinfachung)
scheint mir dennoch die Kombi Matlab/Simulink geeignet zu sein, während
Programme wie Maple oder Mathematica eher wissenschaftlichen Analysen
zuzuordnen sind; der Anwendungsfall ist m.E. entscheidend, was "besser"
ist. Meiner Erfahrung nach ist man allerdings mit Matlab schlecht
beraten, wenn man Anwendungen hat, die sich nicht in Matrizen oder
Vektoren darstellen lassen. Für reines "Formelrechnen", z.B. Auslegung
von Maschinenteilen nach Schema usw. ist Maple garantiert besser
geeignet, evtl. auch Mathcad wegen Wysiwig.
Aber z.B. in der Automotive Elektronik wird man um Matlab nicht
herumkommen. Soll es doch mal Maple sein, kann es immerhin auch
Matlab-Code erzeugen.
Viele Grüße
Carsten
> Man ist in Maple nicht von Anfang an gezwungen, konkrete> Zahlenwerte zu verarbeiten, sondern kann so lange es geht, symbolisch> arbeiten und dann mit gewünschter Genauigkeit numerisch auswerten.
In MATLAB ist man dazu auch nicht gezwungen:
1
clear x;
2
syms x;
3
y = x + 2;
4
x = 2;
5
6
y = subs(x)
Aber man kann wirklich nicht behaupten, dass das symbolische Rechnen
eine Stärke von MATLAB ist, schon alleine deswegen nicht, weil man keine
schöne Darstellung hat wie z.B. bei Mathematica hat; und das kann z.B.
bei großen Brüchen wirklich nerven (daran ändert pretty() auch nichts).
Wenn es jedoch daran geht z.B. Filter oder dergleichen zu berechnen, zu
dimensionieren oder zu vermessen dann ist es ein unschlagbares Werkzeug
mit tollen Möglichkeiten in alle Richtungen.
Was die Bedienerfreundlichkeit angeht finde ich MATLAB ebenfalls
hervorragend, die Hilfe (ab und zu mal F1 drücken) ist der Knüller und
hilft wirklich. Allerdings ist das Konzept mit der Konsole nicht
jedermanns Geschmack.
Ich bekomme die Tage R2007b - ich bin gespannt.
pumpkin
pumpkin wrote:
>> Man ist in Maple nicht von Anfang an gezwungen, konkrete>> Zahlenwerte zu verarbeiten, sondern kann so lange es geht, symbolisch>> arbeiten und dann mit gewünschter Genauigkeit numerisch auswerten.>> In MATLAB ist man dazu auch nicht gezwungen:>>
1
> clear x;
2
> syms x;
3
> y = x + 2;
4
> x = 2;
5
>
6
> y = subs(x)
7
>
...aber nur dann, wenn man die Symbolic Math Toolbox hat(*), und rat
mal, was dahinter steckt... richtich, da ist ein Maple-Kern drin (in
MathCad afaik übrigens auch).
Die Vorteile von MATLAB was die Auswertung von DGLn und auch die
Matrix-Geschichten (manch einer wundert sich, was man alles mit Matrizen
lösen kann...) angeht, sind oben schon beschrieben worden. Daneben
eignet MATLAB sich hervorragend zur Auswertung von Datensätzen (und zur
grafischen Darstellung derselben). Simulink ist für manche Dinge (eben
Simulation von bestimmten Systemen) auch eine feine Sache, man muss aber
schon wissen, was man tut, v.a. wenn man die Simulationsparameter setzt.
Gibt manchmal echt lustige Effekte...
MathCad hat demgegenüber eine grafische Oberfläche, mit der man eben
Formeln so eingeben kann, wie man sie auf dem Papier niederschreiben
würde. Man hat dabei eben was fürs Auge und für manche Darstellungen ist
es OK.
Ich weiß allerdings nicht, ob es mittlerweile mehr Möglichkeiten gibt,
die MathCad-Grafiken auch vernünftig (in brauchbaren Dateiformaten) zu
exportieren. Die sehr beschränkten Möglichkeiten in der Hinsicht haben
mich ziemlich geärgert und dazu geführt, dass ich mich noch intensiver
mit MATLAB befasst habe, das eigentlich fast alles was man so braucht
exportieren kann (und bei den neueren Versionen ist der Plot Editor auch
eine echt feine Sache).
(*) OK, die ist in der Studi-Version mit dabei, sollte also kein Problem
sein.
Ich hate mal Maple beim Studium, und fand's noch halbwegs brauchbar. Die
Matematikfirmen, die diese Tools herstellen haben leider alle auf das
Haendlerkonzept gesetzt. Die Haendler sind alles lokale Krauterer, die's
nicht im Griff haben, dafuer aber voellig ueberzogene Margen kassieren
wollen. Ein Packet das in den USA 800$ kostet, soll hier 2400Fr, das
zweieinhalbfache kosten. So geht's natuerlich nicht. Heutzutage ist der
Flug und eine Woche Ferien plus das Mathepacket in den USA immer noch
guenstiger als hier kaufen.
>Ich bekomme die Tage R2007b - ich bin gespannt.
Darfst du. In meinen Augen hat sich die Benutzerfreundlichkeit durch den
"neuen" Editor um einiges weiter verbessert.
Die Startfrage kann man jedoch nicht konkret beantworten. Ich habe zwar
bisher noch kaum ein Problem nicht mit Matlab lösen können aber auch
Matlab hat Grenzen, wenige. :P
Alles Numerische würde ich immer mit Matlab berechnen da mir einfach
noch nichts universelleres untergekommen ist. Symbolisch macht man mit
Matlab besser nichts. Da läuft nicht viel und das bisschen was läuft,
ist superlangsam.
Müsste ich mich festlegen, würde ich sagen:
Matlab - Elektrotechnik (alle Bereiche)
Maple - Mathematik
und MathCad kenne ich so gut wie gar nicht. Da hatte ich nur nen
Schnupperkurs kann mich kaum erinnern.
teuer:
Maple
(kenne einige, die das nicht mögen, finds auch etwas "komisch")
Mathe. = Maple würde ich so nicht sagen.
Alte Version bei kleineren Rechnern nehmen:
das braucht doch ordentlich Power
Matlab:
viele Module, ...
für kleinere Dinge sind die M.s gut, wenn es dann aber komplizierter
wird oder schneller gehen soll, naja, ...
und der Preis
0 Euro:
octave
scilab
:-) =>
SPICE:
eine Dgl als "Schaltung"
Gruss
c.
Für "wissenschaftliche" Aufgabenstellungen verwende ich zum einen
Python
- zum Rechnen, also als besseren Taschenrechner
- um schnell mal einen Algorithums auszuprobieren
- für Berechnungen, die nur iterativ lösbar sind
Da ich Python teilweise auch in der Anwendungssoftwareentwicklung
einsetze, ist es auf jedem meiner Rechner/Betriebssysteme installiert
und erfordert keinen zusätzlichen Einarbeitungsaufwand. Es ist
sozusagen mein Schweizer Taschenmesser auf dem Computer.
Für numerische Mathematik gibt es Zusatzpakete wie NumPy, SciPy usw.,
die Features ähnlich denen von Matlab zur Verfügung stellen. Da sowohl
Python als auch Matlab einen interaktiven Interpreter bieten, ist auch
die Bedienung ähnlich.
Zum anderen verwende ich (seltener) Maxima, wenn es um symbolische
Mathematik geht, bin allerdings nicht sehr geübt darin. Aber alleine
das symbolische Integrieren rechtfertigt den Einsatz des Programms
schon, da dies ein Vielfaches schneller geht als das Nachschlagen in
der Formelsammlung. Im Vergleich zu Maple ist es für umme. Mathematika
ist sicher leistungsfähiger, aber für Normalbürger kaum bezahlbar.
Welche Programme du brauchst, hängt aber stark von der Art deiner
Wissenschaft ab.
Maple ist gut wenn es um Analysis geht. Es kann sehr gut symbolisch
rechnen. Wenn ich zB einen exponentiellen Sensor habe (zB NTC) und ich
eine Taylorreihe dazu will, und ich moechte den Fehler ueber die
Temperatur in Abhaengigkeit der Polynomordnung haben, so hab ich das mit
Maple in 5 Minuten. Wenn ich etwas numerisches berechnen will und mit
dem Parametern rumspielen will, so mach ich's selbst mit Delphi. Dort
kann ich beliebige Parameter auf einen Schieberegler nehmen und die
Kurven so parametrisiert anschauen.
ich benutze ...
-->Python mit Modulen numpy, matplotlib, pylab, ...
matplot lib benutzt matlablabähnliche befehle zum ploten
Vorteil von Python ist, man kann die Idee bis zur
einer eigenständigen Anwendung aufblähen.
regular expression, zig GUIS, xml, sockets
complexe Zahlen eingebaut, integrale Typen beliebiger Länge
es ist wirklich wie jemand schon schrieb .. eine Art
schweizer Taschenmesser(Windows oder Linux läuft unverändert)
(hab ich früher sehr viel benutzt)
-->Ruby auch sehr schöne Skriptsprache
hat meineswissens aber nicht so viele mathematisch
angehauchte Module.
-->Octave .. ist mein Liebling im Moment
hat stärkeren math. Hintergrund gegenüber Python
zb inf,nan usw sind schon eingebaut
-->C/C++ je nachdem was ich brauche
immer wieder back to the roots :)
meistens wenn ich ganz klare Vorstellung über die
Strukturen einer Simulation hab. Betonung liegt
auf schöne Modelierung eines Systems. Das es dann
für scheinbar in einer Zeile Octave zu erledigende
Aufgaben 20 Zeilen C++ braucht ist natürlich böse.
-->maxima hab ich einwenig benutzt. es ist brauchbar
aber wahrscheinlich wird man dort schneller auf die
Grenzen stossen. (gegenüber maple)
Um auf deine Frage wieder zu kommen ..
beschäftige dich so ca 2 Wochen mit jedem Program.
Am besten ohne Vorverurteilung. Wenn man halbherzig an
eine Sache rangeht (zb oh wie ich dieses Fach hasse :))
dann lernt man 10% davon was man hätte lernen können.
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es kein perfektes
Tool/Sprache gibt.
gruss, Daniel
Arrgh, bin grad etwas angenervt über den hundsmiserablen Texteditor von
MathCad!
Das kann doch wohl nicht wahr sein, daß ein heutiges Programm über so
ein grottenschlechtes GUI vefügt.
Wenn ich irgendeinen algebraischen Ausdruck eingeben möchte (meistens
mehrere geschachtelte Brüche), muß ich tausende Klammern setzen, damit
das dubbelige Programm kapiert, was ich will. Auch beim Plotten von
Funktionen haperts deutlich.
Fazit: teures Programm, mit rückständigen Editiermöglichkeiten
----> mangelhaft!
(Besser gleich Maple nehmen!)
Dennoch interessant :)
Gibts eigentlich für Maple ernsthafte Anwenderforen, außer der
Herstellerseite direkt? Für Matlab, LabVIEW etc. findet man ja einiges,
für Maple bin ich leider noch nicht fündig geworden.
>Gibts eigentlich für Maple ernsthafte Anwenderforen...
Ich wäre schon froh, wenn ich das Programm erstmal hätte!
An Anwendungen würde es mir da wohl eher nicht mangeln...
Uhm kauf dir die Studentenversion so wie ich (Sofern Du noch Student
bist).
Mir gings eher darum, dass ich die beiliegenden Informationen
durchgegangen bin und mir zunächst nicht so richtig erschloss wie ich
richtig damit umgehe. Ich meine ne Gleichung lösen kann ich auch auf dem
Papier :) und auf das "ClickableMath" war auch nicht mein Ziel. Ich
wollte einigermaßen professionelle Dokumente erstellen mit Formeln so
wie ich sie aufs Papier schreiben würde, bekam aber zunächst den Bogen
nicht raus. Vielleicht hab ich auch zu schnell aufgegeben mich darin
einzuarbeiten, wäre insofern auf der Suche nach besserer Dokumentation
als sie Maple von Hause aus mitbringt. Falls Du dazu tipps hättest immer
her damit.
Für physikalisch orientierte Mitleser empfiehlt sich vor allem
http://www.mikomma.de/fh/embuch.html, wo das Buch: Moderne Physik mit
Maple von Michael Komma als .pdf mit einer Einführung in Maple und
vielen Beispielen herunter geladen werden kann.
MfG
Lothar W.