Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit längerem (mal mehr mal weniger) mit den
Bleiakkus, bzw. mit Ladeverfahren, Ladeparameter etc. Je mehr ich im
Netz schaue, desto verwirender bin ich. Hier mal ein Paar Seiten, die
ich gefunden habe und die sich gegenseitig widersprechen:
http://www.akkufit.de/index.php?id=31#bleihttp://www.akkufit.de/index.php?id=31#bleihttp://www.elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=laden_der_bleiakkus&DokuWiki=http://www.batteryuniversity.com/partone-13-german.htm
Was stimmt denn nun? Welche Aussage ist richtig? Ist die Ladeendspannung
14.1V , 14.4V oder doch 13.8V(ich habe schon eine Angabe von 14.7V
gesehen). Ist die Erhaltungsladungsspannung 13.8V oder doch 13.6V. Mir
ist klar, dass diese Parameter von der Akku-Technologie abhängen, aber
selbst da scheiden sich die Geister.
Ich gehe jetzt von einer 100Ah Auto-Batterie aus, die jeder von uns in
seinem Auto drin stecken hat (mit weniger Amps) und 25°C
Umgebungstemperatur. Wie lädt man so einen Akku-Typen am besten? Die
Literatur empfiehlt einen Ladestrom von 1/10 der Nennkapazität, was in
diesem Fall 10A heißen würde. Gefühlsmäßig oder weil ich es eben nicht
anders weiß, sind mir diese 10A zu hoch, also ich persönlich würde 5A
vorziehen. Sagen wir mal, ich lade die Batterie mit 5A bis die
Ladespannung 14.1V erreicht hat, dann wird die Spannung bei 14.1V
gehalten und irgendwann geht der Ladestrom langsam zurück. Bei welchem
Strom würde man denn von einer zu 100% gelanden Batterie sprechen?
1/50C, 1/100C?
Liege ich mit meiner Entschedung mit den 5A für den Ladestrom richtig
oder ist ein höherer Strom doch besser für die Batterie, wie es auf
dieser Seite steht?
http://www.elweb.info/dokuwiki/doku.php?id=laden_der_bleiakkus&DokuWiki=
Kann irgendjemand eine mehr oder weniger brauchbare Empfehlung dazu
abgeben?
Ich würde in das Datenblatt genau des Akkus gucken, den Du laden willst.
Je allgemeiner die Seiten sind, auf denen du suchst, um so größer ist
die Streuung der Werte die du dort findest. Eine genaue Angabe wirst du
nur finden, wenn Du dich auf einen bestimmten Akku beschränkst. Ich
meine mich zu erinnern, dass man bis 13,8V mit 1/10 C läd und kosntantem
Strom (also Strombegrenzung), danach mit konstanter Spannung bis 14,4V
und dann bei 1/100 C abschaltet. Aber wie gesagt, das sind meine
Errinnerungen.
Achso noch was:
Bei Universalladern ist oft in der Beschreibung die Lade U/I-Kennline
angegeben. Wenn Du sich an solch eine hälst, solltest du recht
universell sein.
Das ist ja das Problem, dass man an keine Dattenbläter ran kommt. Auf
meiner Batterie im Auto steht zwar Opel mit Spg.- und Strom-Angabe
drauf, mehr aber auch nicht. Will man das Ding laden, muss man davon
ausgehen, dass das eingesetzte Ladegerät das richtig macht und das finde
ich als Elektroniker unbefriedigend.
Kann mir zumindest jemand sagen, ob man die Batterie mit höheren oder
lieber mit dem niedrigeren Strom laden sollte? Was ist für die
Lebensdauer besser?
http://www.zdis.de
bestelle am besten hier. Dort findest du zu jedem Akku das passend und
sehr ausführlich Datenblatt. Klar man kann grob sagen bis abschalten ab
13,8 Volt, aber prinzipiell würde ich das Datenblatt vorziehen.
So einigermaßen als Grundregeln:
. Die Spannungen (Gasungssspannung, Ladeschlussspannung) sind
temperaturabhängig, bei niedrigen Temperaturen sind sie höher.
. Ein offener Bleiakku (also kein Gelakku) verträgt recht viel Strom,
solange er nicht gast; diese Gasungsspannung liegt so bei 2,35 ...
2,4 V pro Zelle. Solange die Spannung darunter liegt, werden
Fahrzeugakkus dank des Konstantspannungsverhaltens des Lima-Reglers
recht heftig nachgeladen. 10 A Ladestrom in eine 9-Ah-Motorrad-
batterie habe ich selbst schon beobachten können. Das ist auch
alles gar kein Problem, da die thermische Reaktion nicht anders als
beim Entladen ist, und da verkraften die Bleiakkus auch kurzzeitig
riesige Ströme. Daher ist ein Auto mit völlig leerer Batterie
(solange sie keinen Schaden genommen hat dabei) auch nach einem
Kilometer schon wieder in der Lage, den Anlasser erneut zu nutzen.
. Ab Erreichen der Gasungsspannung reduziert sich der Ladestrom. Man
kann jetzt bei dieser Spannung weiterladen. So passiert es im Auto,
damit wird die Ladung aber immer geringer, und die Batterie erreicht
nicht ganz Nennkapazität. Man kann auch mit 0,1 C weiterladen, dann
steigt die Spannung gegen Ladeende an (verbunden mit zunehmender
Gasung), und man kann die komplette Kapazität reinladen. Durch die
Gasung wird Wasser zersetzt, das muss man von Zeit zu Zeit
nachfüllen. Wenn man die Konstantspannungsladung bei 2,35 V pro
Zelle hält, hat man so wenig Gasung, dass man u. U. über die gesamte
Lebensdauer der Batterie noch kein Wasser nachfüllen muss (auf
Kosten eines etwas geringeren Ladeniveaus), bei 2,4 V pro Zelle
sollte man wohl eher regelmäßig mal nachfüllen. Die Spannungen
beziehen sich auf 20...25 °C.
. Da man bei Gelakkus kein Wasser nachfüllen kann, muss man dort unter
diesen Spannungen (und damit jenseits der Gasungsgrenze) bleiben.
Gleiches trifft auf Batterien zu, die nicht zyklisch belastet
werden, sondern standby benutzt werden. Das sind dann die 2,3 V pro
Zelle, die du auch schon genannt hast.
Es hängt also im Wesentlichen davon ab, was für einen Akkutyp du hast
und was du damit machen willst.
Da kann man schon ne Wissenschaft draus machen... Aber Der Akku weiss
das nicht und macht es dann doch anders. Der Ladestrom ist nur durch die
Belastbarkeit der Kontakte begrenzt wenn mann sich auf
Konstantspannungsladung beschränkt. So machen das die normalen Autos.
Neumodische Autos wollen eine leere Batterie entweder nicht laden oder
sind so intelligent den Strom etwas zu begrenzen. Früher gabs drauf was
die Lichtmaschine konnte. Voll ist der Akku eigentlich wenn kein Strom
mehr reingeht. Also wenn die Spannung so hoch sien müßte, dass er zu
gasen anfängt. Heutige Wartungsfreie Akkus können deshalb nie ganz voll
geladen werden. Es gibt ken Loch mehr um den Wassweverlust
auszugleichen...
Dein Auto wird je nach Lust und Wetterlage eine mehr oder weniger
richtige Ladeschlussspannung festlegen. Der Akku will nicht entladen
werden und Frost will er auch nicht. Kriegt er aber beides. Wenn nun Der
Akku einen kleinen Innenwiderstand und damit einen hohen
Kurzschlussstrom bringen kann und der Laderegler nicht zu weit daneben
liegt und die Strom und Massekabel nicht verrottet sind und, und ...
Dann lebt der Akku eben 5 oder 7 Jahre und nicht nur 2 Winter.
... zu jedem Akku ...
finde ich etwas übertrieben - ich würde sagen zu jdem zweiten vielleicht
(wenn überhaupt).
Aber die paar Datenblätter, die ich dort gefunden habe, verraten auch
keine Geheimnisse: bei zyklischem Laden Laden mit Konstantstrom bis an
die 14,4V etwa (kann etwas differieren), dann Konstantspannung.
Und bei Standby um die 13,5-13,8V.
Entspricht also eigentlich ungefähr dem, was ich so kenne.
Konstantstrom sollte generell nicht über 1/10C liegen bei PB-Akkus (im
Gegensatz zu NiCd/MH, die sich auf größe Ströme freuen).
@ Jörg Wunsch
> Ab Erreichen der Gasungsspannung reduziert sich der Ladestrom. Man> kann jetzt bei dieser Spannung weiterladen. So passiert es im Auto,> damit wird die Ladung aber immer geringer, und die Batterie erreicht> nicht ganz Nennkapazität. Man kann auch mit 0,1 C weiterladen, dann> steigt die Spannung gegen Ladeende an (verbunden mit zunehmender> Gasung), und man kann die komplette Kapazität reinladen.
"Komplette Kapazität reinladen" hört sich gut an, aber ist diese Methode
gesund für die Batterie? Ich meine, werden die Platten nicht schneller
verbraucht?
Wann ist eigentlich der Zeitpunkt erreicht, wo man sagt, jetzt ist die
Batterie "voll", d.h. die nimmt keine Energie mehr auf, wenn ich mich
für 2.35V Konstantspannung entscheiden würde? Der Strom wird ja
irgendwann mal nicht mehr abnehmen und sich auf einen Wert einpendeln.
Andi wrote:
> "Komplette Kapazität reinladen" hört sich gut an, aber ist diese Methode> gesund für die Batterie? Ich meine, werden die Platten nicht schneller> verbraucht?
Nö, wenn du bei der Entladeschlussspannung abschaltest, schadet es
der Batterie nicht. Wie geschrieben, das bezieht sich auf einen
offenen Akku, bei dem man von Zeit zu Zeit Wasser nachfüllen kann.
Ich weiß nicht, wie viele Prozent der Kapazität man bei der
Konstantspannungsmethode verliert, wahrscheinlich 10 bis 20.
> Wann ist eigentlich der Zeitpunkt erreicht, wo man sagt, jetzt ist die> Batterie "voll", d.h. die nimmt keine Energie mehr auf, wenn ich mich> für 2.35V Konstantspannung entscheiden würde?
Es wird einfach immer weniger, aber nach sowas wie 'ner e-Funktion.
Es dauert also beinahe unendlich lange. ;-)
Hallo Jörg,
diesen Satz von dir
> Man kann auch mit 0,1 C weiterladen, dann steigt die Spannung gegen> Ladeende an
verstehe ich nicht ganz. Ich verstehe das wie folgt: nach Erreichen der
Gasungsspannung reduziert sich der Ladestrom und du meinst, dass man den
Ladestrom auch weiterhin auf 0,1C regelt und damit die Ladespannung
weiter ansteigen lässt.
Andy wrote:
> Ich verstehe das wie folgt: nach Erreichen der> Gasungsspannung reduziert sich der Ladestrom und du meinst, dass man den> Ladestrom auch weiterhin auf 0,1C regelt und damit die Ladespannung> weiter ansteigen lässt.
Ungefähr so, ja. Bis Erreichen der Gasungsspannung kannst du mit
(beinahe) beliebigem Strom laden. Danach kannst du entweder mit
Konstantspannung weiterladen (dann reduziert sich der Strom immer
weiter), oder du lädst mit 0,1C weiter. In letzterem Falle bleibt
die Spannung ziemlich lange auf beinahe konstantem Niveau, um dann
kurz vor Ladeende noch mal ein wenig anzusteigen. Dann muss man
beim Erreichen der Ladeschlusspannung (ich glaube, 2,6 V pro Zelle)
ganz abschalten.
Die U-t-Kurve für Konstantstromladung sieht qualitativ ungefähr so
aus, wie im Bild dargestellt.
Ich habe mir jetzt die 3. Autobatterie in unterschiedlichen Geschäften
gekauft, da bisher keine nur annähernd die angegebene Kapazität
ereichte. Geprüft habe ich die Batterien, indem ich sie mit C/20
Konstantstrom entladen habe. (also eine 53Ah Batterie mit 2,6A entladen)
Nach jeweils ca. 14h war die Batterie leer (10,8V). Die Temperatur
betrug beim Laden bzw. Entladen 15°C, woraus sich nach der C/Temp. Kurve
eine Kapazität von 93% bei 25°C errechnet.
1. Batterie GIGAWATT 53Ah von real ca. 75% der Nennkapazität
2. Batterie APS 53Ah von Praktiker ca. 75% der Nennkapazität
3. Batterie car technic 56Ah von Globus in Arbeit 1. Entladung der
Originalladung --14h
alles wartungsfreie Ca/Ca Batterien
nun meine eigentlichen Fragen:
-Habe ich mir immer nur die billigste Schrottbatterie ausgesucht? (nach
Testberichten soll ja nicht unbedingt ein Zusammenhang zwischen Preis
und Qualität bestehen)
-gibt es Batterien, bei denen die Anfangskapazität auch mal über der
Nennkapazität liegt?
-habe ich evtl. Fehler in meiner Messmethode?
MfG
Wolfgang
@Andy:
"Wann ist eigentlich der Zeitpunkt erreicht, wo man sagt, jetzt ist die
Batterie "voll", d.h. die nimmt keine Energie mehr auf, wenn ich mich
für 2.35V Konstantspannung entscheiden würde?"
Die Kapazität einer Autobatterie misst man soweit ich weiß über die
Dichte der enthaltenen Schwefelsäure, die ja je nach Ladestand mehr oder
weniger Bleisalze enthällt. Irgendwann ist die Säure gesättigt und es
können keine weiteren Ladungen mehr aufgenommen werden. Von diesem Punkt
an wird nur noch Wasser elektrolysiert. Auf diese Weise wird soweit ich
weis in Autofachbetrieben die "Güte" einer Batterie bestimmt. Zumindest
war das früher so. Heute gibt es sicher Ladegeräte, die über die
gemessenen Ladeparameter den Zustand der Batterie errechnen können...
>Die Kapazität einer Autobatterie misst man soweit ich weiß über die>Dichte der enthaltenen Schwefelsäure, die ja je nach Ladestand mehr oder>weniger Bleisalze enthällt. Irgendwann ist die Säure gesättigt und es>können keine weiteren Ladungen mehr aufgenommen werden. Von diesem Punkt>an wird nur noch Wasser elektrolysiert. Auf diese Weise wird soweit ich>weis in Autofachbetrieben die "Güte" einer Batterie bestimmt. Zumindest>war das früher so.
Na, na, wo hast Du das denn her.
Ich würde Dir dringend empfehlen, dass Du dich mal mit den chemischen
Grundlagen vertraut machst. z. B. www.cdrnet.net/kb/data/CH_BattAkku.asp
oder Suchmaschine bemühen.
MfG
Wolfgang
Naja, nicht die Kapazität, sondern den Ladezustand misst man über
die Säuredichte. Fällt aber bei “wartungsfreien” Akkus aus, da man
an die Säure nicht rankommt.
Wolfgang, Bleiakkus brauchen normalerweise einige Zyklen, bevor sie
die volle Kapazität erreichen. Außerdem werden sie unterschiedlich
ausgeliefert, teilweise “trocken vorgeladen” genannt (d. h. man
füllt die Säure ein, und dann sind sie sofort benutzbar), teilweise
leer, d. h. nach dem Auffüllen der Säure muss sofort ein Ladezyklus
folgen. Da bei einem wartungsfreien Akku die Säure nicht erst bei der
Inbetriebnahme aufgefüllt wird und ein Bleiakku nicht leer gelagert
werden darf, muss er notgedrungen irgendwie geladen sein -- aber schon
dank der Selbstentladung während der Zeit im Laden wird er keinesfalls
auch nur annähernd voll sein. 75 % wäre dafür schon ein recht guter
Wert.
Sorry dass ich den alten Thread wieder hochhole, aber ich wollte nicht
den 1002. Bleiakkuladethread starten...
Was mich interessieren würde: Es wurde zwar ewig diskutiert bei welcher
Akkutechnologie und welcher Temperatur welche Ladeschlussspannung gilt,
aber für den zulässigen Ladestrom lese ich immer nur die Empfehlung 1/10
C.
Gestern sprang mein Diesel nach 2 Stunden Standheizung nicht mehr an,
der Akku sollte zuvor aber voll gewesen sein weil ich viele Stunden
Fahrt hinter mir hatte. Das Gleiche hatte ich zuvor schonmal nach etwa 3
Stunden Standheizungszeit. So viel Strom braucht die Standheizung und
die Lüftung eigentlich nicht, von daher geh ich mal davon aus dass der
100 Ah Akku kaum noch Kapazität hat, was bei knapp 5 Jahren Alter auch
plausibel ist.
Jetzt aber das was ich mich frage: Ich hab die Karre angeschoben, bin
vielleicht 5 km gefahren und seitdem springt sie wieder an als wär
nichts gewesen. Wenn ich jetzt von einem Ladestrom von 10 A ausgehe und
einer Fahrtzeit von 10 min dann dürften nur 1,6 Ah nachgeladen worden
sein, was ich nicht wirklich für plausibel halte weil er auch bei -12°
mit Vorglühen einwandfrei angesprungen ist obwohl er da echt hart
anspringt.
Die Lichtmaschine in meinem Auto hat meines Wissens etwa 2 kW Leistung,
hat von euch schonmal jemand gemessen mit wieviel Strom so eine Batterie
im Auto wirklich geladen wird? Da wären ja theoretisch locker 100 A
möglich wenns nach der LiMa ginge. Vermutlich hängt der Ladestrom auch
von der Akkuspannung ab.
die lima beim auto haut den strom raus der draufsteht. wenn das ding
120A macht und der akku die auch wegsüffelt fließen 120A ladestrom...
nicht lange, aber am anfang schon. okay, abzüglich des KFZ
eigenverbrauch.
beim diesel mußt aber auch dran denken, daß der den strom nicht nur für
den anlasser braucht. 4 zylinder vorglühen gehen nochmal 60A extra
drauf. plus motorelektronik.
also wenn ich heute mir die lima ansehe,
ist ab gleichrichterbrücke keine strommessung mehr,
oder übersehe ich etwas?
eigentlich wird nur noch mit konstantspannung geladen ?
Glüht der denn auch weiter wenn der Motor schon läuft?
Ich hab keine Ahnung wie das im Auto aufgebaut ist im Auto, aber es gibt
wohl schon sowas wie nen Laderegler. Fragt sich nur ob der wirklich
regelt oder ob der einfach nur bei ner gewissen Spannung abschaltet.
Andererseits denk ich dass da schon mehr sein muss, denn wenn man ne
leere Batterie hätte und die den ganzen Strom wegzieht, dann würde ja
die andere Elektronik nicht mehr funktioinieren weil die Spannung zu
gering ist.
Bei neuen Autos setzt sich ja eh mehr und mehr ein aufwendigeres
Batteriemanagement dazu und da gehört mit Sicherheit auch eine
Strommessung in der Leitung zu und von der Batterie. Da ist dann ne
enorme Dynamik in der Strommessung nötig, von 1mA bis 1000A, 20 Bit
Auflösung...
Das fiese bei den Akkuherstellern ist das man keine Chance hat an
diverse Kennlinien und Dergleichen heranzukommen.
Ich hab selber schon ein Projekt mit einem Elektrofahrzeug gemacht und
es war beinahe unmöglich etwas brauchbares zu ergattern. Letztendlich
hat sich dann die Firma erbarmt und mir ein Datenblatt zugeschickt...
Also meiner Meinung nach muss ein Bleiakku mit 2,3 Volt pro Zelle
geladen werden, das heißt im Falle einer 12Volt Batterie mit 13,8 Volt.
Voll geladen ist diese wenn der Ladestrom auf 1/50 C sinkt und geladen
kann die Batterie ohne Probleme mit 1/10 C werden.
Es gibt natürlich auch Ladevarianten bei denen der Akku so viel Strom
bekommt wie er aufnehmen kann, aber erstens ist das nicht gut für den
Akku und zweitens glaub ich kaum das du so viel Strom aufbringen
kannst^^
lg styx
Bei dem Verhalten, das Stepan S. beschreibt fällt mir
noch eine andere Ursache ein, der sogenannte Schlamm unten
im Akku. Es kann durchaus sein, daß der Akku voll geladen
war, aber der "Schlamm", eigentlich Ablagerungen aus den
Bleiplatten, eine Art Kurzschluß einer Zelle hervorgerufen hat.
Nach einer kurzen Fahrtstrecke war der Schluß wieder durch die
Erschütterungen weg, und der Akku erschien wieder gut.
Bei einem 5 jährigen Akku kann das schon passieren.
Ja das mit dem Schlamm wär auch ne plausible Erklärung. Ein Bekannter
von mir hat früher die Akkus immer ausgeleert, anständig geschüttelt
dass der Schlamm in der Säure gelöst war, hat die Pampe dann in nen
Eimer geleert und nachdem sich der Schlamm abgesetzt hat die Säure
wieder eingefüllt. Es ist zwar unten Raum für Schlamm zum Absetzen, aber
vielleicht reicht der irgendwann auch nicht mehr.
1/10 C Laden mag ein empfohlener Wert sein, aber ich bin sicher dass es
viel mehr ist was in der Praxis in ne leere Batterie fließt und das hätt
mich halt mal interessiert was dazu jemand sagt der sowas schonmal
gemessen hat.
Wieviel Ladestrom wäre denn zu erwarten wenn man ihm gibt was er nimmt?
Ich vermute mal auch nicht mehr als das was als Kurzschlussstrom bei
vollem Akku spezifiziert ist. Ich denke da könnte ich schon mithalten.
Ich hab hier nen Trafo mit 17 kVA und passendem Gleichrichter. Nur die
20V wären etwas zu viel. Da müsste man wohl noch ne Kupferstange als
Vorwiderstand reintun :-)
Falls jemand den Trafo brauchen kann dann wär der übrigens für nen
reellen Preis abzugeben. Allerdings nicht unter dem doppelten was die
Rohstoffe wert sind. Das Ding hat 3 Phasen, 380V Eingang, 20V Ausgang
und wiegt 142kg. Mir graut schon jetzt wenn das Ding mal wieder ausm
Keller hoch muss...
> Glüht der denn auch weiter wenn der Motor schon läuft?
Ja, schau mal hier:
http://www.beru.com/deutsch/produkte/gluehkerzen/dreiphasen.php>Bei neuen Autos setzt sich ja eh mehr und mehr ein aufwendigeres>Batteriemanagement dazu und da gehört mit Sicherheit auch eine>Strommessung in der Leitung zu und von der Batterie. Da ist dann ne>enorme Dynamik in der Strommessung nötig, von 1mA bis 1000A, 20 Bit>Auflösung...
So ein High-Tech Lademanagement habe ich bei Bleibatterien noch nicht
gesehen. (Braucht mann höchstens bei Elektrofahrzeugen mit LiIon).
Im Normalfall wird bei Bleibatterien die Ladespannung über die LIMA
temperaturabhängig geregelt. Den Strom kriegt man dann näherungsweise
über das PWM-Signal des Reglers. Oder bei moderneren Lichtmaschinen über
den LIN-Bus. (Dort aber meist auch nicht mehr als 8 Bit).
Stephan S. schrieb:
> Ich denke da könnte ich schon mithalten.> Ich hab hier nen Trafo mit 17 kVA und passendem Gleichrichter. Nur die> 20V wären etwas zu viel.
Hmm das könnt sich dann ausgehen, hab ja nicht gewusst das du über
derartige Waffen verfügst^^
Ich kann dir leider nicht sagen wie viel Strom der Bleiakku nimmt wenn
er leer ist. Hab bis jetzt nur Bleiakkus mit max. 3C geladen, weil meine
Netzteile nicht mehr können.
lg styx
Stephan S. schrieb:
> Jetzt aber das was ich mich frage: Ich hab die Karre angeschoben, bin> vielleicht 5 km gefahren und seitdem springt sie wieder an als wär> nichts gewesen. Wenn ich jetzt von einem Ladestrom von 10 A ausgehe und> einer Fahrtzeit von 10 min dann dürften nur 1,6 Ah nachgeladen worden> sein, was ich nicht wirklich für plausibel halte weil er auch bei -12°> mit Vorglühen einwandfrei angesprungen ist obwohl er da echt hart> anspringt.
Jaja, der gute alte Bleiakku macht's einem schon schwer... ;-)
Diese ganze Rechnerei mit Strömen und Amperestunden führt genau so lange
in die Irre, wie man ausschließlich lineare Zusammenhänge voraussetzt.
Aber Bleiakkus altern schnell und deutlich, reagieren stark
temperaturabhängig, 'erinnern' sich sehr an die vorausgegangenen
Behandlungen (Entladungen/Ladungen/Stromstärken usw.) und schließlich
sind die Streuungen in der Serie auch noch recht beachtlich. Das alles
führt zu der hier genannten Verwirrung, weil es für ein und denselben
Bleiakku durchaus zig verschiedene Empfehlungen der Aufladung bei den
vielen verschiedenen Szenarien des Gebrauchs gibt. Die widersprechen
sich nämlich gar nicht mal so stark, wie man gemeinhin annimmt, sondern
sind im jeweiligen Anwendungsfall durchaus zutreffend. Aber
zugegebenerweise ist leider auch reichlich batterietechnischer Bullshit
im Netz unterwegs.
Ich will mich möglichst kurzfassen:
1. Die empfohlene Ladespannung ist abhängig von der
Elektrolyttemperatur. Es wird eine Temperaturkompensation von -3mV/°K
(jeweils pro Zelle) bei Stand-By-Anwendungen empfohlen, bei zyklischer
Anwendung -4mV/°K.
2. Die Ladespannung hängt darüber hinaus stark vom Nutzungsschema ab.
Für Stand-By-Anwendungen werden 2,27 bis 2,3V/Zelle empfohlen, bei
zyklischen Anwendungen 2,4 bis 2,45V/Zelle.
3. Wenn Bleiakkus langsam entladen wurden, nehmen sie den Ladestrom auch
nur langsam wieder auf. Die beim Motorstart abgegebene Ladung wird
dagegen sehr schnell wieder eingeladen. Dies ist eine direkte Folge der
Sulfatkristallgröße: Große Kristalle sind wegen ihres ungünstigen
Verhältnisses von Oberfläche zu Volumen eher inaktiv. Bei Entladung mit
geringem Strom bilden sich bevorzugt große Sulfatkristalle, bei
schneller Entladung bevorzugt kleine. Entsprechend verhält sich die
Ladegeschwindigkeit.
4. Die Kapazität eines Bleiakkus ist "in der freien Wildbahn" kein
konstanter Wert. Sie ist abhängig von Temperatur, Nutzungsschema,
Entladestrom, Ladestrom und -Zeit, Akkualter, Zyklenzahl und
Akkutechnologie. Man rechne in der Praxis besser nicht mit dem
aufgedruckten Wert in Ah, sondern besser mit höchstens der Hälfte.
Ferner sollte man Entladetiefen über 50% meiden, sie kosten übermäßig
Kapazität und Lebensdauer.
5. Starterbatterien eignen sich ausschließlich zur Versorgung von Lasten
mit sehr hohem Strombedarf und sehr geringer Zyklentiefe (Anlasser,
Winden o.ä.). Zyklisierung verschleißt sie außerordentlich schnell.
Viele Grüße!
Tom
http://www.microcharge.de