Der Klirrfaktor K berechnet sich zu:
K = Wurzel aus (U1^2/U0^2 + U2^2/U0^2 + U3^2/U0^2 ...)
U0 ist die Spannung deines Nutzsignals (üblicherweise 1kHz oder 333Hz)
U1 ist die Spannungs der ersten Oberwelle, U2 der zweiten Oberwelle
usw.
Aber wie misst man nun diese Oberwellen? Klar das geht nur, wenn du die
einzelnen Oberwellen sehr selektiv herausfilterst und dann die
Amplitude bestimmst (Spektrumanalysator).
Eine erste Orientierung bekommst du, wenn du auf den Verstärker einen
sehr sauberen Sinus z.B. mit 1 kHz schaltest und das Ausgangssignal
misst. Das ist dann deine U0. Als nächstes wird ein sehr steiler
Hochpass angeschlossen, der alle Frequenzen größer 1,5 kHz durchlässt
und alles darunter sperrt. Hinter dem Hochpass erhält man dann nur noch
die Summe der Oberwellen, also die Verzerrungen. Wenn du diese Signale
mit dem Oszi anschaust, dann bekommst du einen ersten Eindruck von
deinen Verzerrungen. Wenn du auch noch die Spannung hinter dem Hochpass
misst und sie U1 nennst, kannst du vereinfacht rechnen:
K = 100% * (U1/U0)
Das stimmt natürlich nicht genau, aber so für den ersten Überblick
sollte es passen.
Ohne mich über Röhrenverstärker auszulassen noch eine Bemerkung:
1% Klirrfaktor bei einem Transistorverstärker klingt viel schlechter
als 1% bei einem Röhrenverstärker da der Röhrenverstärker hauptsächlich
harmonische Oberwellen erzeugt, die für das Ohr recht angenehm klingen.
Ich bin mir deshalb nicht so sicher, ob dir die Klirrfaktormessung all
zuviel bringt. Wenn das Ding gut klingt, was willst du mehr?
Viel Spass
Simon