Gast
#700069
Ich kriege mal wieder einen zuviel! Die Firmen beklagen im Chor den angeblichen Mangel an Fachkräften, dabei haben sie den eigentlichen Mangel daheim im eigenen Hause: Eine schlampige Personalabteilung, die ihre Aufgaben nicht beherrscht und nicht in der Lage oder gewillt ist, Fachkräfte auf dem freien Markt zu suchen. Da registrieren sich Tausende auf Jobplattformen wie Monster, Stepstone, VDI oder sonstwo und denken, daß dort dann die PAs der Firmen einen guten Vergleich der angebotemen CVs haben, um sich gemütlich und in aller Ruhe die Profile ansehen und vergleichen zu können. Nichts da: Die faulen Firmen lagern diese wichtige Aufgabe wieder an Personalberater aus, die als Filter agieren sollen. Und das ist dann auch das, was man erreicht: einen Filter. Da sitzt dann eine Tante, deren schreiendes Kleinkind man im Hintergrund hört, während man mit ihr telefoniert, zuhause im Wohnzimmer, hat 3 Lebensläufe vor sich, die ihr "übersichtlich genug" erschienen und fragt telefonisch bei den Kandidaten zurück, was denn nun genau CMMI, SPICE und V-Modell wohl sind, da sie einen Lebenslauf für die Firmen erstellen will. Wohlgemerkt: Sie erstellt nochmal eine verkürzte Version, welche sie weiterleitet und dann vorort als Entscheidungsgrundlage dient. So kommt es, daß man dann Anfragen von Firmen erhält, die ihre Software nach SPICE entwickelt sehen wollen, während ich den Simulator meine. Mir wiederum wird dargestellt, Firma X suche einen Entwickler für ULM während Firma Y einen für LPT braucht. Die Nachfrage meinerseits, ob nicht gfs UML oder PLT gemeint sein könnten liefert nach Tagen (sie muss ja bei den Firmen erst rückfragen) das erstaunliche Ergebis, daß Firma Y einfach einen Druckerreiber haben will und die andere einen Entwickler für ihren Standort in Ulm. (???) Wie soll man Stellenanzeigen sichten, wenn man sie erst aufwändig dekodieren muss? Wofür um alles in der Welt beschäftigen die Firmen immer noch irgendwelche selbsternannten Personalberater? Die meisten verstehen nicht einmal die Hälfte von dem, was nötig wäre zu diskutieren und so fragt man sich, was denn überhaupt von der vorgefilterten Lebensläufen bei den eigentlich kompetenten Entwicklungsleitern ankommt?