Irgendwie habe ich noch nicht ganz verstanden, wie du den Mosfet nun
wirklich geschaltet hast:
> Dann habe ich eine elektrostatische Aufladung vermutet ...
Solange das Gate offen ist, hängt die Gate-Source-Spannung von allen
möglichen unvorhersehbaren Faktoren ab, es ist also Zufall, ob der
Mosfet leitet oder nicht.
> ... und mal das Gate mit Source kurzgeschlossen. Trotzdem war D-S
> niederohmig. Was mache ich falsch?
Dann sollte er eigendlich sperren.
> Ich schalte mit dem MOSFET zum Test eine LED. Sie leuchtet also
> immer.
Ich nehme an, die LED liegt zusammen mit einem Vorwiderstand zwischen
der positiven Versorgungsspannung und Drain des Mosfets, und Source
ist mit Masse verbunden. Wenn nicht, poste doch mal deine
Testschaltung.
> Jetzt habe ich gerade durch Zufall gemerkt, dass wenn ich mit dem
> Finger eine Verbindung zwischen Gate und Source herstelle, der
> MOSFET plötzlich sperrt.
Wenn du, wie oben geschrieben Gate mit Source kurzgeschlossen hast,
kann doch der Finger überhaupt nichts mehr bewirken. Oder ist das Gate
jetzt wieder offen? Dann wäre ja alles in Ordnung.
> Ist er gesperrt und ich schließe das Gate gegen Masse kurz, so wird
> er wieder niederohmig und die LED leuchtet.
Wenn, wie ich oben vermutet habe, Source auf Masse liegt, ist das doch
fast das Gleiche wie wenn du mit dem Finger Gate und Source
verbindest. Aber vielleicht reden wir aneinander vorbei und du
solltest doch mal die Schaltung posten.
> Wenn ich das Gate mit Source bzw. Masse kurschließen habe ich doch
> garantiert 0V am Gate. Da dürfte es doch keinen Unterschied machen,
> ob ich einen Ableitwiederstand nehme?
Wenn Source auf Masse liegt, sollte es (im Rahmen dieses Tests, wo die
Größe des Widerstands keine Rolle spielt) das Gleiche sein, ob du
- Gate mit Source kurzschließt
- einen Widerstand von Gate nach Masse legst
- mit dem Finger Gate und Source verbindest, wobei du hier darauf
achten solltes, dass der Übergangswiderstand nicht zu riesig ist,
also vorher vielleicht etwas Spucke auf den Finger ;-)