Moin,
gegeben ist ein Mega8 zum Messen von 2 Spannungen.
Der Mega8 wird immer nur bei Bedarf mit Spannung versorgt, also
eingeschaltet. Die zu messenden Spannungen liegen jedoch ständig an
(<5V).
Sind deswegen irgendwelche Probleme zu erwarten? Z.B. Beschädigung der
ADC-Eingänge?
Danke, Udo
Wenn die Versorgungsspannung des µC ausgeschaltet ist, kann ein Strom
von den Analogeingängen über die internen Schutzdioden des Controllers
in die VCC-Leitung fließen. Wohin er von dort weiterfließt, hängt
davon ab, wie die Stromversorgung aufgebaut ist und wie die
Versorgungsspannung ein- und ausgeschaltet wird. In den meisten Fällen
wird es aber so sein, dass der Controller nun aus dem Messsignal mit
Strom versorgt wird, was folgende Kosequenzen hat:
- Das Messsignal wird belastet, der Analogeingang ist nicht mehr
hochohmig.
- Ist die Messspannung ausreichend hoch, wird der Controller loslaufen
und sein Programm abarbeiten, aber eben immer nur so lange, wie die
Spannung hoch genug ist.
- Sinkt die Messspannung langsam unter die Mindenstversorgungsspannung
des Controllers, wird dieser u.U. unvorhersehbare Dinge tun, wenn
die Brown-out-Detektion nicht aktiviert ist. Mit BOD sollte er in
den Resetzustand wechseln und damit kein weiteres Unheil anrichten.
Zusätzlich wird die "neue" Versorgungsspannung natürlich auch am
Ausgang des Spannungsreglers anliegen (sofern ein solcher existiert).
Wie dieser damit umgeht, hängt vom Typ ab. Auch andere Komponenten der
abgeschalteten Schaltung beginnen evtl. wieder aufzuleben.
Kurz und breit: Schön ist es nicht, wenn eine Schaltung bei
ausgeschalteter Versorgungsspannung undefiniert über Signalleitungen
versorgt wird. Man kann die negativen Effekte etwas dämpfen, indem man
bei niederohmigen Eingangssignalen Widerstände die Signalleitungen
einfügt, die den Stromfluss begrenzen, und die BOD des Controllers
aktiviert. Viel besser wäre es aber, wenn du die Komponenten, die die
zu messende Spannung erzeugen, zusammen mit dem Controller ausschalten
könntest.
Hallo,
prinzipiell ist es immer eine schlechte Idee, die Betriebsspannung eines
IC abzuschalten, wenn an irgendwelchen Pins von außen Spannung anliegen
kann. Irgendwelche Schutzdioden oder parasitäre Strukturen, die dann
leitend werden (können), gibt es eigentlich immer.
Ob es im konkreten Fall stört, hängt vermutlich davon ab, wie hoch die
Spannung werden kann und wie hoch der mögliche Strom in den AVR.
Die zu messende Spannung kann auch merklich mehr belastet werden, weil
der Eingang nicht mehr unbedingt hochohmig bleibt.
Kann auch sein, daß z.B. der AVR nach zuschalten der Betriebsspannung
nicht zuverlässig startet, weil die Spannung am ADC reicht, um
irgendwelche Teilschaltungen im AVR ungefragt zu versorgen.
Alles kann, muß nicht...
Der Zustand ist meines Wissens auch von Atmel nicht spezifiziert,
Grenzwerte bezeihen sich auf die aktuelle Ub, also z.B. +0,5V/-0,5V im
zulässigen Betriebsspannungsbereich.
Gruß aus Berlin
Michael
Ausserdem verkraften die Schutzdioden vom AVR (gemäss Datenblatt) max.
1mA, wie lange sich der darüber versorgen kann ist fraglich.
Noch einfacher als alles auszuschalten wäre die Verwendung des
Power-Down-Modes, da ist der benötigte Strom schon recht tief (Je nach
Typ, bei den neueren AVRs, z.B. ATmega88 unter 1uA) und meistens fast
vernachlässigbar.
Moin,
vielen Dank für die Antworten. Ich werde das dann doch ändern.
Potentielle Probeme sind nicht gut ;-)
Es ging im Übrigen weniger um's 'Stromsparen', sondern vielmehr um
Minimierung des Aufwandes:
Das Signal (ca. 12V) der ursprünglich geplanten Spannungsversorgung muss
überwacht werden, da ein Ausgang abhängig davon schaltet.
-> Eingangsbeschaltung gespart
-> ein Kabel weniger
Das Signal wäre schon entstört und stabil; wichtig, weil Einsatz im
Auto.
-> Schutzschaltung für die Spannungsversorgung gespart.
Udo
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