Wenn die Versorgungsspannung des µC ausgeschaltet ist, kann ein Strom
von den Analogeingängen über die internen Schutzdioden des Controllers
in die VCC-Leitung fließen. Wohin er von dort weiterfließt, hängt
davon ab, wie die Stromversorgung aufgebaut ist und wie die
Versorgungsspannung ein- und ausgeschaltet wird. In den meisten Fällen
wird es aber so sein, dass der Controller nun aus dem Messsignal mit
Strom versorgt wird, was folgende Kosequenzen hat:
- Das Messsignal wird belastet, der Analogeingang ist nicht mehr
hochohmig.
- Ist die Messspannung ausreichend hoch, wird der Controller loslaufen
und sein Programm abarbeiten, aber eben immer nur so lange, wie die
Spannung hoch genug ist.
- Sinkt die Messspannung langsam unter die Mindenstversorgungsspannung
des Controllers, wird dieser u.U. unvorhersehbare Dinge tun, wenn
die Brown-out-Detektion nicht aktiviert ist. Mit BOD sollte er in
den Resetzustand wechseln und damit kein weiteres Unheil anrichten.
Zusätzlich wird die "neue" Versorgungsspannung natürlich auch am
Ausgang des Spannungsreglers anliegen (sofern ein solcher existiert).
Wie dieser damit umgeht, hängt vom Typ ab. Auch andere Komponenten der
abgeschalteten Schaltung beginnen evtl. wieder aufzuleben.
Kurz und breit: Schön ist es nicht, wenn eine Schaltung bei
ausgeschalteter Versorgungsspannung undefiniert über Signalleitungen
versorgt wird. Man kann die negativen Effekte etwas dämpfen, indem man
bei niederohmigen Eingangssignalen Widerstände die Signalleitungen
einfügt, die den Stromfluss begrenzen, und die BOD des Controllers
aktiviert. Viel besser wäre es aber, wenn du die Komponenten, die die
zu messende Spannung erzeugen, zusammen mit dem Controller ausschalten
könntest.