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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Mindestlohn? Was bringt's ?


Autor: Rahmkater (Gast)
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Steigerung und Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit contra Ausbeutung und 
Lohnverfall - wie sieht es aus?

Autor: Wasser (Gast)
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Hallo,

ist irgendwie schwierig. Auf der einen Seiten bin ich gegen deN 
Mindestlohn weil ich denke der Markt sollte den Preis machen. Auf der 
anderen Seite gibt es immer arme Menschen die bereit sind für fast nix 
zu arbeiten und das stellt auch eine verzerrung es Marktes da.

Ich bin deshalb für Mindestlöhne. Es macht halt keinen Sinn wenn der 
Staat den Rest bezahlen muß oder Arbeitgeber gezielt damit kalkulieren 
das der Staat nun einspringt. Das evtl. einige dann Pleite gehen werden 
mag sein dadurch haben aber andere wieder einer Chance.

Am ende weiss keiner welche der richtige Weg. Es sind soviele Variablen 
enthalten das nur die Praxis zeigen wird ob es Sinnvoll ist oder eben 
nicht.

Autor: GLT (Gast)
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Wenn jemand trotz Arbeit nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt 
daraus zu bestreiten, wenn er in dem selben Land lebt, indem er auch 
arbeitet, wird wohl nichts anderes übrig bleiben.

Das Lohndumping basiert nunmal darauf, dass Arbeiter aus Nachbarländer 
mit geringerem Lohn in ihrem Heimatland mehr oder weniger gut leben 
können. Wäre das nicht der Fall, gäbe es auch keinen, der da mitmachen 
würde.

Z.B. sind die Lebenskosten Österreich/Deutschland ähnlich - beide 
könnten mit Dumpinglöhnen im Nachbarland ihren Lebensunterhalt nicht 
stemmen. Arbeiter aus Polen, Rumänien usw. können (momentan) mit 
verhältnismässig geringem Lohn, sofern sie weiterhin in ihrem Heimatort 
wohnhaft bleiben, leben.

Autor: Harald (Gast)
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Zwischen Lohn und Entwert derLeistung steckt aber noch ein Unbekannte 
mehr, nämlich der Gewinn. Der spielt eine genau so große Rolle, wie die 
Konkurrenz. Besonders im Bau ist es so, daß so deutsche umgangen werden, 
indem man Billiglöhner aus dem Ausland beschäftigt. Grund ist einzige 
der angestrebte Gewinn! Das wäre damit auch erledigt. Wer in Deutschland 
beschäftigt, muss auch Minimum zahlen. Das limitiert wenigstens die 
Ausbeutung nach unten.

Grosse Verluste an Arbeitsplätzen sehe ich da nicht, es sich hier 
meistens um Jobs handelt, die im dezentralen Dienstleistungsbereich 
liegen. Postbriefe sind doch da das BEste Beispiel: Das Briefetragen 
lässt sich kaum auslagern :-)

Auch Reinigungsfrauen und Klofrauen, sowie einfach Lagerarbeiter sind 
hier beschäftigte Menschen. Wir reden übrigens für nur eine handvoll 
Leute, die sowieso fast keine Sozialbeiträge zahlen. Die große Masse ist 
vom Mindestlohn nicht betroffen.

Der ganze Mist mit den Minijobs muss auch weg. Das höhlt nur das 
eigentliche System aus und schafft Ungerechtigkeiten.

Autor: mitgelesen (Gast)
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Es sind nicht nur die Nachbarländer, die uns Lohndumping bringen. Die 
PIN AG hatte es fast mal wieder geschafft die Politik zu erpressen, mit 
dem bekannten Argument, 'Hilfe, Arbeitsplätze sind bedroht'. 
Mittlerweile ist bekannt, dass der Ableger der Bildzeitung von vorne 
herein sein Geschäft darauf aufgebaut hat, seine Postdientleistungen NUR 
durch Billigentlohnung erbringen zu können.  Noch bevor die Politik den 
Mindestlohn für die Postler verkündet hatte, waren allerdings die Zahlen 
des neuen Konkurrenten in die Miesen abgerutscht. Das hat den Sprecher 
dieses Billigentlohners aber nicht davon abgehalten, ganz klar den 
gerade verkündeten Mindestlohn für die eigene Miesere verantwortlich zu 
machen.

(nebenbei bemerkt, so schnell haben politische Entscheidungen noch nie 
Wirkung gezeigt. Kaum verkündet und flutsch, schon sind die Bilanzen im 
Keller, angeblich wegen dem gerade verkündeten Mindestlohn. Die 
Öffentlichkeit wird hier von dieser Firma nach Strich und Faden 
verarscht)

Ein anderes Ärgernis: Mich macht es unglaublich wütend, wenn einmal pro 
Woche ein gewisser Professor Sinn vom IFO-Institut im Fernsehen 
behauptet, SEIN Modell des 'Mitmachens' wäre die Errettung der Republik 
und der Mindestlohn hingegen der Untergang selbiger. Sinn meint, den 
Lohn am besten ganz niedrig halten und wer davon nicht leben kann, soll 
sich den Rest gefälligst vom Staat holen. Das Ganze präsentiert er dann 
stets selbstherrlich grinsend in die Kamera hinein (manchmal sogar gar 
nicht unsympathisch). Was Herr Sinn dabei stets verschweigt, sind die 
Folgen eines solchen "Modells".

1. Mitnahme Effekte noch und nöcher. Immer mehr noch vollentlohnte 
Arbeitsplätze würden diesem Modell zum Opfer fallen und durch 
Zuschussbetriebe ersetzt werden (in der Zeitarbeit sehen wir das 
bereits)

2. Herr Sinn tut immer so, als ob es das Geld vom Staat quasi 
automatisch für jeden oben drauf gäbe. Dabei gibt es Geld vom Staat 
grundsätzlich nur nach strenger Bedarfsprüfung, d.h. jeder, der die 
Knete haben möchte, müsste erst mal (finanziell) die Hosen runterlassen

3. Niemand möchte auf Dauer das Gefühl haben seine Arbeit brächte nicht 
genug ein. Das macht den Arbeitnehmer zum Allmosenempfänger. Das 
Selbstwertgefühl leidet extrem darunter und die Arbeitsqualität ebenso 
(Leute werden sich sagen, für das bisschen Geld was ich hier verdiene, 
brauche ich mich auch nicht so sehr anzustrengen)

Übrigens berät Prof. Sinn die Christdemokraten. Deshalb sind nicht 
wenige dort auch Anhänger von Sinn's schrägen Thesen (Angela Merkel 
scheint mir da bislang zum Glück noch unentschlossen)

Früher war für mich das IFO Institut eine weitestgehend "neutrale" 
Organisation, wie andere auch, bei denen ich immer mal die Zahlen über 
das geschätzte Wirtschaftswachstum mit Interesse verfolgt habe. Seit dem 
der Leiter dieses Instituts, Prof. Sinn, aber auf einer Linie mit dem 
ganzen Arbeitgeberklüngel (sorry für den Ausdruck) wie Dieter Hundt, 
Randolf Rodenstock, der ISNM (die Gehirnwäsche-Organisation; nein, ich 
bin nicht Rufus ;)) usw. auf gemeinsamer Linie liegt, sehe ich das sog. 
IFO-Institut mit ganz anderen Augen.

Die Mehrzahl der Menschen hat jedenfalls kapiert (wer hätte das noch 
erwartet ;)), dass Lohndumping und Menschenwürde nicht zusammen passen 
und die Politik tut gut daran, das auch zu berücksichtigen (und nicht 
den Arbeitgebern hinterherzulaufen, wie das Schröder noch getan hat). 
Sozialer Friede ist ein hohes Gut! Immer mehr Suppenküchen und 
Hilfeempfänger auf der einen Seite und immer mehr Vermögen bei einer 
kleinen monetär-elitären Schicht auf der anderen Seite bringt den Laden 
D-Land sonst irgendwann zum bersten.

Minderentlohnte ueberwintern bei Dunkelheit und kaltem Hintern :)

Autor: Zardoz (Gast)
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Armer Mitleser,

in Deiner armseligen schwarzweißen Welt möchte ich auch nicht leben. 
Klingt ja schauderhaft ...

Nice week,
Zardoz

Autor: Der Dude (Gast)
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@Mitleser:

Dir kann ich nur zustimmen.

Was ich noch anfügen möchte: Die Diskussion um Entlohnung der Arbeit 
wird in der Öffentlichkeit nicht heftig genug geführt. Seit Jahren, 
Jahrzehnten kann man bald sagen, wird hierzulande diesbezüglich alles 
aufgeweicht. Alles wird immer teurer, bei ständiger Verschlechterung der 
öffentlichen Leistungen und immer höheren Anforderungen im Beruf, bei 
immer mehr  Wochenstunden und steigender Angst vor Verlust des 
Arbeitsplatzes.

Wenn die Bevölkerung wirklich mal solidärisch wäre (nicht nur dämliche 
Sprüche wie "wir sind ein Volk") und geschlossen diesen Luschen, den 
Lakaien der Industrie, die an der Regierung sind, mal die Arschkarte 
zeigen würde - z. B. einen Monat komplett streiken, nicht nur die 
Lokführer, dann würde sich endlich mal was bewegen.

So sehe ich eher kommen, dass sich der dumme Deutsche immer weiter 
verarschen lässt, bis der Leidensdruck so gross ist, dass wir wieder 
einen "starken Mann" brauchen, der die ganze Gaudi wieder repariert.

Autor: Florian *.* (haribohunter)
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Ich überlege gerade, in welcher Höhe der Mindestlohn für uns arme 
E-Techniker liegen sollte #-)

Autor: Betrachter (Gast)
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Ich bin auch für einen allgemeinen Mindestlohn. Wenn jemand 40h in der 
Woche arbeitet nicht davon leben kann, also zumindest die 
Grundbedürfnisse decken kann, dann passt irgendwas nicht.
Vor allem dann wenn andere die nicht arbeiten genasuso viel oder noch 
mehr zur Verfügung haben.

Autor: Emil (Gast)
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Ich kann der Allgemeinheit nur zustimmen. Herr Sinn ist nett gesagt ein 
A...
In einer Talkshow habe ich ihn gesehen, wo er unter anderem mit einem 
ehemaligen Pin-Mitarbeiter über den Mindestlohn diskutiert hat. 
Derjenige hat bei Pin wöchentlich mehr als 50 Stunden bei Wind und 
Wetter geschuftet (für 800,- netto ?). Herr Sinn meinte während dieser 
Veranstaltung, dass es doch besser sei, die Differenz anstatt alles zu 
bezahlen, manche Leute seien halt nicht so leistungsfähig...

Ich könnte mir vorstellen, dass man einen Mindestlohn einführt und für 
bestimmte Gruppen bezahlt der Staat einen Zuschuss, beispielsweise 
körperlich behinderte. Dies darf aber nicht zur Regel werden. Sinnvoll 
ist es doch nur für Personen, die ansonsten niemals einen Beruf 
ausführen könnten.

Ich persönlich kenne niemanden, der für solch einen Hungerlohn arbeitet 
und das wünsche ich auch niemanden!

Autor: Fleischhacker (Gast)
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Dieser Herr Dr. Unsinn und ein bezahlter Propagandist der 
Industrielobby.

Sinn machen seine Rechnungen schon mal deshalb nicht, weil die 
Gesamtzahlsumme an den Mitarbeiter ja gleich bliebe und im Zuge des 
Ersatzes per Steuer von anderen aufgebracht werden müsste. Damit bleibt 
es volkswirtschaftlich dasselbe. Das einzige, was sich ändert ist die 
Umverteilung von den leistungsfähigen Branchen in die 
leistungsschwachen. Nichts anderes als Subvention.

Das ist die falsche Richtung! Wir dürfen uns nicht hinbewegen zur 
Subvention unproduktiver Schwachlohnbereiche sondern müssen den Weg der 
Skandinavier gehen, uns durch Höherqualifikation so stark zu machen, daß 
wir Wachstumsbranchen besetzen und damit im weltweiten Vergleich 
schneller wachsen und mehr Exportieren können. Nur so lässt sich das 
Land weiterhin finanzieren.

Das ist aber nicht der Fall! In den Gertechnik und Nanotechnik liegen 
wir immer weiter hinten und selbst im einstmaligen Vorreiterbereich 
Solar rennen uns jetzt die Kalifornier davon.

Da die Politik es nicht hinbekommt (schlechte Schulbildung, 
mittelmaessiges Studium im Vergleich), muss eben jeder Einzelne sehen, 
daß er mit nach oben kommt.

Bildung, Bildung, Bildung ....

Autor: Zardoz (Gast)
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Soviel Mitgefühl mit den Geringverdienern finde ich einfach rührend.

Also sagen wir jemandem, der weniger als einen Mindestlohn erhält: Dafür 
musst Du nicht arbeiten, die gleiche Kohle geben wir dir auch ganz ohne 
Leistung.

Und anschließend trampeln wir auf ihm herum, weil er der Allgemeinheit 
auf der Tasche liegt. Als Ausweg bieten wir ihm dann noch einen 
Ein-Euro-Job ... besser kann man jemanden nicht erniedrigen.

Genial!

Nice week,
Zardoz

Autor: elo (Gast)
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>Als Ausweg bieten wir ihm dann noch einen
>Ein-Euro-Job ... besser kann man jemanden nicht erniedrigen.
Oh doch, es geht noch besser! EEJ werden mittlerweile nicht mehr 
angeboten,
sondern durch eine Wiedereingliederungsmaßnahme aufgedrängt! Bei 
Nichtannahme
droht eine Sanktion.

Autor: Fragender (Gast)
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>bis der Leidensdruck so gross ist, dass wir wieder
>einen "starken Mann" brauchen, der die ganze Gaudi wieder repariert.
wieder repariert? auf welchen starken Mann spielst du denn da an?
Habe in Geschichte nie sonderlich aufgepasst, daher meine Frage.

Grußle

Autor: Der Dude (Gast)
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Hättest halt besser aufpassen müssen.

Autor: Zardoz (Gast)
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Wer nicht funktioniert ...

> ... eine Wiedereingliederungsmaßnahme aufgedrängt!
> Bei Nichtannahme droht eine Sanktion.

... wird repariert ...

> ... einen "starken Mann" brauchen, der die ganze
>  Gaudi wieder repariert.

... bis sich das Problem in Rauch auflöst.

Genial, sag ich doch.

Nice week,
Zardoz

Autor: mitgelesen (Gast)
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>Also sagen wir jemandem, der weniger als einen Mindestlohn erhält: Dafür
>musst Du nicht arbeiten, die gleiche Kohle geben wir dir auch ganz ohne
>Leistung.

Nein, es muss etwas dafür getan werden, dass Niedriglohn in unserem Land 
nicht ZUR REGEL erklärt wird. Andernfalls können Unternehmen wie die PIN 
AG durch DAUERHAFTE Lohnsubvention anderen Unternehmen Konkurrenz 
machen, die ihre Mitarbeiter voll entlohnen. Ergebnis wäre dann,die 
Konkurrenzunternehmen müssten ebenfalls mit den Löhnen runter und am 
Ende gibt es für immer mehr Mitarbeiter nur noch ein Einkommen das aus 
Lohn + Staatsknete besteht.

Eine Abweichnung vom Mindestlohn kann man ja in bestimmten 
Ausnahmefällen machen, aber zur Regel darf das nicht werden, darum geht 
es!

Herr Sinn möchte die Niedrigentlohnung gerne zur Regel erklären 
(lassen), was ich für einen absoluten Skandal halte. In all seinen 
Vorträgen ist das sein Anliegen und auf Fachtagungen der Arbeitgeber 
erntet er dafür auch immer heftigen Beifall. (dort würde man aber auch 
Beifall bekommen, wenn man für die Halbierung des Hartz-4 Satzes 
eintreten würde)

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Am liebsten wäre den Arbeitgebern natürlich, wenn die Mitarbeiter die 
"Ehre" des Beschäftigtseins noch durch Zahlung eines kleinen Obulus zu 
würdigen wüssten.

Irgendwie verkehrte Welt.

Autor: Der Dude (Gast)
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@Zardoz:

kannst Du mal darlegen, aus welcher Ecke Du eigentlich kommst? Mach mal 
ne klare Ansage, Mann! Auf mich machst Du den Eindruck, als wärst Du ein 
Dieter-Hundt-Klone.

Autor: Zardoz (Gast)
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> ... kannst Du mal darlegen, aus welcher Ecke Du eigentlich kommst?

Aus welcher Ecke kommt ein Boxer? Natürlich immer aus seiner ...

> Herr Sinn möchte die Niedrigentlohnung gerne zur Regel erklären
> (lassen), was ich für einen absoluten Skandal halte.

Herr Sinn möchte es dem freien Markt überlassen, wer für welchen Lohn 
welche Arbeit ausführt oder eben auch nicht. Ist das neuerdings 
skandalös?

Wie wäre es denn mit einem Mindestpreis für die Produkte und 
Dienstleistungen von Kleinunternehmern jeder Art? Auf dem Gebiet spielt 
sich doch eher die Selbstausbeutung ab - was aber eigentlich jedem 
Mitleser dieses Forums bekannt sein sollte.

Gibt's ja in der Landwirtschaft auch: Interventionspreise. Da kauft dann 
die Bürokratie alles auf, exportiert es in die dritte Welt und zerstört 
die dortige Landwirtschaft durch Preise unter dem Einstandspreis.

Halleluja, sind wir genial.

Nice week,
Zardoz

Autor: Bewunderer (Gast)
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@Zardoz,

da Du Dich offenbar für so genial hältst, kannst Du uns ja mal erklären 
warum es Länder wie z.B. Großbritannien gibt, in denen der Mindestlohn 
NICHT zum Abbau von Arbeitsplätzen führt.

Wenn Du den Unterschied zwischen Interventionspreisen und Mindestlöhnen 
nicht verstanden hast, solltest Du Dich vielleicht einmal informieren.

Nice thinking

Bewunderer

Autor: Zardoz (Gast)
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> ... warum es Länder wie z.B. Großbritannien gibt, in denen
> der Mindestlohn NICHT zum Abbau von Arbeitsplätzen führt.

Warum es Länder wie Grossbritannien gibt? Kein Ahnung ...

Der Nachweis allerdings, was zum Abbau bzw. zur Nichtschaffung von 
Arbeitsplätzen führt und was nicht würde mich auch interessieren. 
Wohlgemerkt: Nachweis, nicht einfache Korrelationen irgendwelcher 
Zahlenreihen!

> Wenn Du den Unterschied zwischen Interventionspreisen und
> Mindestlöhnen nicht verstanden hast, ...

Na, das ist doch einfach: Der Interventionspreis in der Landwirtschaft 
sichert den Landwirten einen Mindestlohn.

Helfe doch immer gern.

Nice week,
Zardoz

Autor: David (Gast)
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Kompliziertes thema... wenn man bedenkt, dass es durchaus personen gibt, 
die den mindeslohn bei der arbeit nicht wert sind (LANGzeitarbietslose, 
(ex)drogenabhängie, alkoholiker) wenn man denen mit tieferem lohn ne 
stelle geben kann, sehe ich dies als sinnvoll an. Wenns die regel wird, 
wirds zum problem...

Autor: mitgelesen (Gast)
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Für "spezielle" Leute braucht man auf jeden Fall spezielle Lösungen. Die 
kann man nicht gleichbehandeln wie Arbeitnehmer mit abgeschlossener 
Ausbildung bzw. Berufserfahrung, das wissen auch Leute die für den 
Mindestlohn eintreten .

Autor: mitgelesen (Gast)
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>Der Nachweis allerdings, was zum Abbau bzw. zur Nichtschaffung von
>Arbeitsplätzen führt und was nicht würde mich auch interessieren.
>Wohlgemerkt: Nachweis, nicht einfache Korrelationen irgendwelcher
>Zahlenreihen!

Der Nachweis ist schon längst erbracht, dort wo der Mindestlohn 
eingeführt wurde gab es KEINE Massenentlassungen! Weiterer Nachweise in 
dieser Richtig braucht man nicht!

>Herr Sinn möchte es dem freien Markt überlassen, wer für welchen Lohn
>welche Arbeit ausführt oder eben auch nicht. Ist das neuerdings
>skandalös?

Ja! Das ist dann skandalös, wenn damit ein gigantischer Subventionsstaat 
einhergeht (der Vergleich mit der Landwirtschaft hilft da auch nicht 
weiter), der den (noch) gesunden Unternehmen schadet, in dem er 
unrentable Unternehmen indirekt am Leben hält oder sogar noch befördert. 
Sinn geht immer davon aus, dann würden neue Arbeitsplätze entstehen. In 
seiner Rechnung fehlen aber die Unternehmen, die dann gut bezahlte Jobs 
durch Billigjobs ersetzen werden.

Schau dir mal an was in der Zeitarbeit los ist. Dieses Interument sollte 
eigentlich mal der Flexibilisierung dienen (wenn kurzfristig Leute 
gebraucht werden, dann jemand AUF ZEIT einstellen und anschließend 
wieder entlassen). Mittlerweile fallen immer mehr reluläre Arbeitsplätze 
diesem Modell zu Opfer. Zeitarbeit boomt! Da findet sich auf einmal ein 
Teil der "Kollegen" vor der Alternative, entlassen zu werden oder in ein 
Subunternehmen übernommen zu werden, um anschließend wieder als 
Zeitarbeiter neben seinen alten Kollegen zu stehen - nur diesmal mit dem 
halben Lohn (für die gleiche Arbeit)!

Außerdem, dein sog. "freier Markt" ist gar kein freier Markt, weil zu 
einem freien Markt auch freie Arbeitnehmer gehören, die sich frei 
entscheiden können, ob sie eine Arbeitsstelle bei einem Billigentlohner 
annehmen oder nicht. Diese Freiheit haben die Leute aber nicht. Man 
zwingt sie in solche prekären Arbeitsplätze hinein, oder die Leistungen 
vom Amt werden gekürzt oder gestrichen.

>Wie wäre es denn mit einem Mindestpreis für die Produkte und
>Dienstleistungen von Kleinunternehmern jeder Art? Auf dem Gebiet spielt
>sich doch eher die Selbstausbeutung ab - was aber eigentlich jedem
>Mitleser dieses Forums bekannt sein sollte.

Westerwelle gequatsche!

Hilfe ... der Sozialismus kommt über uns ... Mindestpreise kommen ... 
die Republik kippt nach links ... wir werden alle Kommunisten.

Dummes Gebabbel von Neoliberalen Marktfetischisten, die glauben der 
Markt für sich würde alle Probleme lösen. Keiner möchte Mindestpreise 
und niemand will die rote Fahne hissen. Es geht um die Vernunft und das 
Thema soziale Gerechtigkeit (darüber machen sich Leute wie du doch immer 
gerne lustig, nicht wahr?).

Genauso dummes Zeug wie der Satz "Sozial ist was Arbeit schafft".

Richtig muss der Satz lauten, sozial ist was Arbeit schafft, von der man 
auch Leben kann.

Übrigens, wir haben längst einen Mindestlohn. Rate mal für welche 
Berufsgruppe? Ganz einfach, z.B. für Rechtsanwälte!

Bei Rechtsanwälten nennt sich der Mindestlohn nur Gebührenordnung!

Wie wäre es denn dort den Mindestlohn (=Gebührenordnung) abzuschaffen? 
Das wurde im Bundestag schon öfter mal gefordert (rate mal von wem :)). 
Was meinst du wie wohl die Reaktion der etablierten Parteien war? SPD 
schweigen im Wald. FDP, CDU/CSU brüskiert, die (hohen) Gebühren würden 
den Verbraucher vor falscher Rechtsauskunft bewahren. Pah! Lachhaft! 
Dann müsste ja jetzt jegliche Rechtsauskunft stets perfekt sein. Anders 
gesagt, wieso soll ein Rechtsanwalt der "nur" 15 Euro die Stunde 
verlangt automatisch schlechte Arbeit leisten?

ICH MÖCHTE MAL VON HERRN SINN SEHEN, DASS ER BEI RECHTSANWÄLTEN FÜR 
EINEN MINDESTLOHN VON 4,50 EURO EINTRITT!

(4 Euro 50 hat Bert Rührupp als flächendeckenden Mindestlohn 
vorgeschlagen + Unions-Lieblings-Zuschuss-Kombimodell. Eine 
Unverschämtheit!)

Daran sieht man in welchem Wolkenkuckucksheim die sog. Elite in unseren 
Land lebt. Für sich selber mit allen möglichen Ausreden das Honorar der 
eigenen Kaste hochhalten, aber noch unten hin Wasser predigen.

Autor: Zardoz (Gast)
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So viele Worte ... und das von einem selbsternannten Mitleser ...

Vielleicht sollte man das Rechnen nicht nur den Microcontrollern 
überlassen. Also mal zur Abwechslung ein paar Zahlen.

100 "Minderentlohnte" bekommen 7€/h, leisten angenommene 150h/Monat und 
das zwölf Monate im Jahr. Sonderzahlungen gibt es nicht und alle sind 
Singles.

Kosten für den/die Arbeitgeber: 1.530.000€/Jahr
Einnahmen der Sozialkassen: 540.000€/Jahr
Einnahmen Staat und Kirche: 30.000€/Jahr
Einnahmen der Arbeitnehmer: 960.000€/Jahr

Nun setzen wir den Mindestlohn auf 10€/h und nehmen an, daß die 
Unternehmen die Ausgabenhöhe beibehalten - die Zahl der nun 
"Mindestentlohnten" sinkt damit auf etwa 70.

Kosten für den/die Arbeitgeber: 1.530.000€/Jahr
Einnahmen der Sozialkassen: 520.800€/Jahr
Einnahmen Staat und Kirche: 117.600€/Jahr
Einnahmen der Arbeitnehmer: 882.000€/Jahr

Die 30 "Freigesetzten" werden nun mit Steuergeldern alimentiert. Als 
Single vielleicht mit ca. 750€/Monat - also weniger als vorher! Und da 
der Staat bei der ganzen Aktion nur etwa 88.000€ Mehreinnahmen erzielt, 
für die Alimentierung aber 270.000€ anfallen, wird der Steuerzahler mit 
182.000€ jährlich zusätzlich belastet.

Aber zum Glück werden ja alle 100 zum neuen Mindestlohn weiter 
beschäftigt.

Kosten für den/die Arbeitgeber: 2.172.000€/Jahr
Einnahmen der Sozialkassen: 744.000€/Jahr
Einnahmen Staat und Kirche: 168.000€/Jahr
Einnahmen der Arbeitnehmer: 1.260.000€/Jahr

Die Mehrausgaben von dann 642.000€ jährlich wird das Unternehmen 
selbstverständlich versuchen weiterzugeben. Der Kunde hat gegenüber dem 
Steuerzahler den Vorteil, die Übernahme der Kosten dankend ablehnen zu 
können. Was ihm letztlich dann allerdings auch wieder nur 100 weitere 
Unterstützungsempfänger einbringt ...

Ein wirklich durchdachtes System.

Nice week,
Zardoz

Autor: autsch ! (Gast)
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>Auf mich machst Du den Eindruck, als wärst Du ein
>Dieter-Hundt-Klone.

er hat sich ja gerade geoutet ;)

Autor: elo (Gast)
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Um es auf den Punkt zu bringen:

Deutschland hat ein riesengroßes Problem und kann oder will es nicht 
lösen!

Man spricht ja auch nicht gern darüber, und wenn doch, dann heißt es

-------------> KINDERARMUT <-------------

Die Eltern schwimmen vermutlich im Geld und schämen sich über ihre armen 
Kinder!

Autor: Emil (Gast)
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Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie jemand verlangen kann, 
dass Leute voll arbeiten und von dem erbrachten Lohn nicht leben können. 
Wünscht sich hier irgendjemand, dass ein Bauer in Afrika nur die Hälfte 
von den Lebensmitteln anbauen kann, die er zum überleben braucht und der 
Rest liefert der Staat? Nein, der Bauer soll nach Möglichkeit seine 
Lebensmittel selber erzeugen können!
Gegen den Mindestlohn kann doch nur derjenige sein, der dadurch 
persönlich Nachteile hat und das sind im Grunde nur Unternehmen, die auf 
dem Rücken der Arbeitnehmer Gewinne erwirtschaften wollen und die 
Politiker, die diese Unternehmer vertreten.
Ich freue mich schon auf den Tag, an dem endlich die Unternehmen pleite 
gehen, die nur durch Ausbeutung ihr Geld verdienen. Klar sind die 
Arbeitsplätze dann weg, aber wenn auf einmal z.B. 30% der 
Produktionsmitarbeiter zuhause bleiben, weil ihr 
Dienstleistungsunternehmen pleite gegangen ist, wird sich das 
Unternehmen schnell überlegen, die Produktion herunterzufahren oder 
vielleicht doch mal wieder ein paar Arbeiter einzustellen, 
beispielsweise die bereits vorhandenen.

Autor: elo (Gast)
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@emil: das sind ja marxistisch leninistische Gedanken ;-)

Tja, da wiederholt sich die Geschichte wohl mal wieder...


Warum haben sich die Politiker wohl so schnell auf einen erheblichen 
Mindestlohn bei der Post einigen können, und wo anders nicht?!

Die Antwort ist ganz einfach, 30% der Aktien liegen bei der KFW!
Da strebt man doch keine liberalisierung des Marktes an, sondern eher 
Protektionismus!

Autor: Dieter (Gast)
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>>Der Nachweis allerdings, was zum Abbau bzw. zur Nichtschaffung von
>>Arbeitsplätzen führt und was nicht würde mich auch interessieren.
>>Wohlgemerkt: Nachweis, nicht einfache Korrelationen irgendwelcher
>>Zahlenreihen!

>Der Nachweis ist schon längst erbracht, dort wo der Mindestlohn
>eingeführt wurde gab es KEINE Massenentlassungen! Weiterer Nachweise in
>dieser Richtig braucht man nicht!

Genau, Augen zu und durch!

Ein Beispiel aus der realen Welt:
ich arbeite in einem kleinen Betrieb (12 Mitarbeiter) der Fahrräder 
herstellt.
3 der Mitarbeiter sind als "minderentlohnt anzusehen (7,50/h). Sie sind 
sozusagen von der Straße, ungelernt und machen einfache Montagearbeiten.

Das macht bei 40h/Woche 1305 Euro/Monat brutto. Das ist immerhin soviel 
dass es der Staat für nötig hält davon noch davon bei einem Single 76 
Euro Steuern einzubehalten.
Netto bleiben 950 übrig. Und davon kann man seinen Lebensunterhalt nicht 
bestreiten???

Jetzt kommt also der Staat (oder besser irgendwelche Lobbyisten der 
Großunternehmen) her und setzt einen Mindestlohn von 9,80 fest.
Das ist schon mal frech weil er auch schon bei 7,50/h Steuern abpresst.
Zum anderen werden diese 3 Arbeitsplätze nicht mehr existieren, 
zumindest nicht in Deutschland, sondern in China. Die Grossunternehmen 
lassen alle längst in Taiwan/China produzieren, schaut euch mal 
Statistiken an wieviel der in D verkauften Fahrräder aus Deutschland, 
wieviel aus Billigländern stammen, das sind nur noch peanuts, da tränen 
mir die Augen!

Wir als kleiner Betrieb haben dann 2 Möglichkeiten:
versuchen auch im Ausland zu produzieren
oder
wir müssen die Preise erhöhen -> weniger Umsatz -> weniger Arbeitsplätze
oder
der ganze Betrieb macht zu -> gar keine Arbeitsplätze mehr

Das Problem ist doch gerade dass es bei uns zu wenig Arbeitsplätze für 
gering qualifizierte gibt, und die wenigen sollen dann noch wegoptimiert 
werden??

Autor: T.M. (Gast)
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Für Branchen, in denen 7,50€ bezahlt werden, würde ich keinen 
Mindestlohn einführen. Das würde nicht nur bei Hilfsarbeiten, sondern 
auch im Tourismusgewerbe Arbeitsplätze gefärden. Die Leute sind nun mal 
leider nicht bereit, für etwas, was vor Mindestlohn billig war, mehr zu 
bezahlen, um dem Angestellten den höheren Lohn zu finanzieren.
Aber für welche, wo Löhne von 3€ an der Tagesordnung sind, ist das 
meiner Meinung nach ein Mindestlohn sinnvoll. Davon kann weissgott 
niemand leben, zumal der Anreiz dafür zu arbeiten ja auch fehlt, da der 
Unterschied zu Hartz4 ja eher marginal ist. Der Mindestlohn darf dann 
aber nicht zu hoch sein, da wären wohl so auch 7€ angemessen.

Autor: Zardoz (Gast)
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Interessante Ansichten ...

> Die Leute sind nun mal leider nicht bereit, für etwas,
> was vor Mindestlohn billig war, mehr zu bezahlen, um
> dem Angestellten den höheren Lohn zu finanzieren.

Schon dumm irgendwie: Ein nicht gezahlter Mindestlohn ist also 
offensichtlich weniger als ein gezahlter "Minderlohn". Wie wäre es mit 
einer Konsumpflicht? Eine Unternehmensgründungspflicht bräuchte es dann 
eigentlich ebenfalls.

> Davon kann weissgott niemand leben, ...

Und was ist mit denen, die davon gar nicht leben müssen? Die aber gern 
auch für 5€/h arbeiten würden, um ihre Eltern/Kinder/Lebenspartner zu 
entlasten, ...

> ... zumal der Anreiz dafür zu arbeiten ja auch fehlt,
> da der Unterschied zu Hartz4 ja eher marginal ist.

... da sie wegen der Einkommensanrechnung keinen Anspruch auf HIV haben?

Nice week,
Zardoz

Autor: Zardoz (Gast)
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> Genau, Augen zu und durch!

Da stimme ich zu, scheint hierzulande eine weit verbreitete Methode zu 
sein.

> Das macht bei 40h/Woche 1305 Euro/Monat brutto. Das ist immerhin
> soviel dass es der Staat für nötig hält davon noch davon bei
> einem Single 76 Euro Steuern einzubehalten.

Ist nun mal ein Staat der Pharisäer: Jammern über angeblich zu niedrige 
Löhne (böse Unternehmer) und gleichzeitig dem armen Ausgebeuteten 
unverschämt in die Brieftasche greifen.

> Netto bleiben 950 übrig. Und davon kann man seinen
> Lebensunterhalt nicht bestreiten???

Doch, der arme "Minderentlohnte" schon. Aber die Politiker nicht, 
deshalb gehen ja dann auch von der Differenz zum Mindestlohn nur 25% an 
den Empfänger dieser Wohltat und 75% an den Wohltäter selber.

Aber der Kampf um den Mindestlohn ist nun mal ein besonders hartes und 
nervenaufreibendes Geschäft. Da muß man schon mal etwas großzügiger sein 
...

Nice week,
Zardoz

Autor: Emil (Gast)
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@Dieter
Tolle Rechnung, aber 950,-/Monat sind ja nicht gerade viel Geld. Ich 
gebe das Geld mal fiktiv aus:

  950,-
 -300,- Miete + Nebenkosten für eine bescheidene Wohnung, allerdings 
über
        Studentenbude, da Hauptwohnsitz
 -100,- da alle zwei Jahre Autokauf für ca. 2400,-, sonst kommt man 
nicht zur
        Arbeit
 - 60,- Versicherung, Reparaturen, Steuern für Auto
 -100,- Benzinverbrauch
 - 40,- Kleidung
 - 50,- "Luxusgüter" wie Fernseher, Kino, Reisen (alles auf niedrigem 
Niveau)
 -150,- Nahrungsmittel, Getränke (5,- je Tag...)
 ------
  150,-

So, es bleiben 150,-, die man jeden Monat sparen oder für die Rente 
anlegen kann. Wirklich viel bleibt da nicht, wenn man sich dann noch 
gegen irgendwas versichern, eine Familie haben oder weiterbilden möchte, 
oder das Leben einfach nur mal wieder teurer wird bzw. die Firma auf die 
Idee kommt, noch weniger zu bezahlen, ist alles Geld weg und man lebt 
schon über seinen Verhältnissen. Für einen Langzeitarbeitslosen ist das 
vielleicht ok, aber dafür noch von morgens bis abends zu schuften?!?

Autor: Zardoz (Gast)
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> Wirklich viel bleibt da nicht, wenn man sich dann noch
> gegen irgendwas versichern, eine Familie haben oder
> weiterbilden möchte, oder das Leben einfach nur mal
> wieder teurer wird bzw. die Firma auf die Idee kommt,
> noch weniger zu bezahlen, ist alles Geld weg und man
> lebt schon über seinen Verhältnissen.

Klingt, als wäre da jemand schon mit einem goldenen Löffel im Mund zur 
Welt gekommen. Allerdings fehlt da noch einiges in der Aufzählung: Es 
könnte Krieg geben, ein Meteor auf die Erde stürzen, ein Unfall 
passieren, diverse Krankheiten ausbrechen, die Schwerkraft sich 
umdrehen, ...

Da muß ich schnell noch ein paar Versicherungen abschließen ... oh Gott, 
können Versicherungen eigentlich insolvent werden? Oh Gott, oh Gott, 
vielleicht erschieße ich mich doch lieber gleich ...

Nice week,
Zardoz

Autor: Wasser (Gast)
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Wo zahlt man denn 300 für Miete ? Die Wohnung muß sehr bescheiden sein. 
Irgendwo am Land wahrscheinlich.

Ici habe gestern im Radio gehört das jemmand der Springer, Pin abkaufen 
wollte. Der käufer wollte alle Schulden 200 Millionen übernehmen und 
eigenes Kapital rein pumpen.

Springe hat wohl nein gesagt weil der potentielle köufer nicht bereit 
war springer 30% de rlaufenden Gewinne abzugeben ( wollte wohl nur 15) 
und wenn Pin weiter verkauft wird wollte SPringer 60%.

Die kriegen ihr Maul nie voll. Stattdessen wollen die jetzt insolvent 
gehen. Dann bleiben die Gläubiger ( 200 mio ) auch auf der Strecke. EIn 
wunder das man in Deutschland sowas machen darf.

Irgend ne Firma macht ne andere auf und fährt das ding gegen die Wand. 
Als Privatperson geht das wohl nicht.

Autor: Emil (Gast)
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Schon klar...

Da wurde die Aussage nicht verstanden. Wer immerzu am finanziellen Limit 
lebt,  kann die Waschmaschine nicht reparieren lassen, da man sonst 
nichts zu essen hat. Falls das Benzin teurer wird, gehts an die 
Existenz. Und wird man doch noch mal arbeitslos, reicht das Geld hinten 
und vorne nicht mehr, d.h. die paar Ersparnisse müssen zuerst 
aufgebraucht werden, dann wird das Arbeitslosengeld dann um die 
Sozialhilfe aufgestockt.

Autor: Zardoz (Gast)
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> Schon klar...

Ich glaube nicht.

> Da wurde die Aussage nicht verstanden.

Die da wäre? Lebe nicht am finanziellen Limit?

> Wer immerzu am finanziellen Limit lebt, kann die Waschmaschine
> nicht reparieren lassen, da man sonst nichts zu essen hat.
> Falls das Benzin teurer wird, gehts an die Existenz.
> Und wird man doch noch mal arbeitslos, reicht das Geld hinten
> und vorne nicht mehr, d.h. die paar Ersparnisse müssen zuerst
> aufgebraucht werden, dann wird das Arbeitslosengeld dann um
> die Sozialhilfe aufgestockt.

Sagte mein Vater, als er mir vor 35 Jahren begründen wollte, warum ich 
unmöglich ausziehen könnte. Habe es dennoch gemacht und er hatte Recht.

Aber was hat das alles mit einem Mindestlohn zu tun? Glaubst Du 
ernsthaft, am finanziellen Limit (und darüber hinaus!) zu leben sei ein 
Vorrecht der "Minderentlohnten" (ich liebe diese Bezeichnung)?

Nice week,
Zardoz

Autor: Zardoz (Gast)
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> EIn wunder das man in Deutschland sowas machen darf.

Warte auch schon lange auf ein gesetzliches Pleitenverbot.

> Irgend ne Firma macht ne andere auf und fährt das ding gegen die Wand.

Also brauchen wir auch noch ein Unternehmensgründungsverbot.

This land is my land ... irgendwie.

Nice week,
Zardoz

Autor: Herbert von Caravan (Gast)
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So lange es in diesem Land Manager gibt, die einen Stundenlohn von 12500
Euro beziehen, so lange bei einem Autohersteller 1Mio. Überstunden 
gemacht werden, die ca. 650 Vollzeitarbeitsplätze "ersetzen", so lange 
Politiker meinen, sich die Diäten um 9,4 % erhöhen zu müssen, so lange 
wird man
die "Knechte" auch nicht mit Mindestlohn bezahlen müssen.

Ich weiß, daß das einige Wenige toll finden, die große Masse sind aber 
die
Arbeitnehmer und die zählen sicher nicht dazu.

Hochachtungsvoll
Herbert von Caravan
(Herbert von Caravan erigiert die Regensburger Kondomfratzen)

Autor: Gast (Gast)
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Wenn der Herr Herbert von Caravan mal seinen dummdämlichen 
Signaturspruch weglassen würde, könnte man ihn fast ernst nehmen.

Meine Meinung: Wir brauchen unbedingt einen Mindestlohn, ob es zu 
verhindern, daß sich weiter Pseudo-GmbHs bilden, welche Ungelernte als 
Arbeitssklaven anstellen und für 1,50 (ja das gibt es ) arbeiten lassen.

Beispiel: Gartenpflege, Friedhofspflege und der große Markt der 
Etnsorgung und Wiederverwrtung: Dort gibt es z.T. spin-offs des 
Arbeitsamtes, die unter dem Deckmanter der Weiterqaulfizierung 
Harz4-Empfänger dorhin schicken und ausbeuten. Damit werden anderen 
Betrieben die Arbeitsplätze weggenommen, was nach Gesetzt eigentlich 
nicht sein darf.

Abnehmer sind die veramten Kommunen, die den Betreibern die Verträge 
kündigen, um sie an den Billiganbieter weiterzugeben. Der ist zwar nur 
10% unter dem Angebot, aber das reicht, um den Auftra vergeben zu 
können. Abzüglich Schmiergeld an den Sachbearbeiter, bleibt so für den 
GF der Gmbh noch ein satter Profit.

Wir haben hier ein solches Unternehmen, wo Harzer für 2,- Euro Dreck 
sortieren müssen, während der GF dieser "Weiterbildungsanstalt" einen 
dicken Audi A8 als Dienstwagen fährt.

Der Typ ist halt zugelich Leiter des örtlichen Arbeitsamtes und 
persönlicher Freund von Landrat Erich Pipa!

Autor: icke (Gast)
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7€/h ist ganz schön fett.
Meine Leiharbeiter-Kollegen (im SEHR großem Elektrokonzern)
bekommen nur 5,50€/h (sind Montierer am Band).
Einige davon sind vor der "Personalanpassung" dort regulär beschäftigt 
gewesen.

Autor: Dieter (Gast)
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@Emil
> -100,- da alle zwei Jahre Autokauf für ca. 2400,-, sonst kommt man
>nicht zur     Arbeit
> - 60,- Versicherung, Reparaturen, Steuern für Auto
> -100,- Benzinverbrauch

meine diesbezüglichen Ausgaben:
8,- da alle 8 Jahre 800 Euro für ein neues Fahrrad
5,- Euro Reparaturen, Reifen für Fahrrad
bleiben also 247 Euro mehr übrig als in deiner Rechnung

für die Weicheier gibt es z.B. auch öffentliche Verkehrsnittel bei denen 
eine Mobicard 1/3 der 260 Euro fürs Auto kostet.

und selbst wenn man unbedingt so viel ausgeben will das dass Geld nicht 
mehr reicht, die Arbeitsplätze in unserer Firma für 7,50 wird es mit 
absoluter Sicherheit nicht mehr geben bei einem Mindestlohn von 9,80.
Vor drei Jahren hatten wir auch noch einen vierten 
"niedriglohnarbeitsplatz" (damals waren es 6,80). Der wurde wegoptimiert 
als die Löhne stiegen weil es eine Maschine bei einem Zulieferer noch 
zum "alten" Preis macht. (die Maschine ist natürlich schneller und macht 
aus 10 Arbeitsplätzen einen)
Der gute Mann lebt inzwischen von Hartz4 und wird mit seiner 
Qualifikation wohl auch nie mehr was kriegen.
Na ja, Hauptsache die anderen kriegen ihren Mindestlohn. Davon können 
sie ja dann Steuern abdrücken um die Hartz4-Empfänger zu finanzieren ...

Ich finde auch dass niemand so viel leisten kann dass er mehr als 10000 
im Monat verdient, ne Million sowieso nicht. Aber es gibt nun Mal 
Menschen die nur einfache mechanische Arbeiten machen können und die 
verglichen mit Maschinen und Chinesen eine Leistung von sagen wir mal 5 
Euro pro Stunde bringen. Glaubt hier jemand dass die mit einem 
Mindestlohn von 9,80 hier einen Job kriegen, wer um Himmels willen 
sollte diesen Arbeitsplatz schaffen? Das macht nicht mal die 
"nächstenliebende" Kirche.
Die können auch nach 23 Kursen beim Arbeitsamt den "Ingenieursmangel" 
nicht  beheben.

Ich bitte um ernsthafte Vorschläge wie man "einfache" Menschen 
beschäftigen kann, denn dabei geht es nicht nur darum dass sie Geld 
verdienen sondern dass sie das Gefühl haben etwas leisten zu können und 
nicht anderen auf der Tasche zu liegen.

Autor: mitgelesen (Gast)
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Es geht nicht nur um "einfache Menschen", zumal man erst mal genau 
definieren müßte, was man darunter versteht.

Ich will noch mal mein Beispiel von oben aufgreifen.

Mit welcher Berechtigung wird eigentlich einer Berufsgruppe, der 
Anwälte,  ein hoher "Mindestlohn" in Form einer saftigen Gebührenordnung 
zugestanden, wenn gleichzeitig das Mindeste was ein Mensch zum leben 
benötigt nicht als Einkommen zugestanden werden soll? Das soll mir mal 
jemand begründen!

Hier wird doch immer mit der Qualität argumentiert, die in der 
Gebührenordnung zum Ausdruck kommt. Warum soll ein Anwalt nicht ebenso 
gute Arbeit verrichten können, wenn er einen Mindestlohn von sagen wir 
15 EUR je Stunde bekommt? Anders ausgedrückt, wieso soll denn jemand der 
mit einem Mindestlohn von 4,50 Euro abgespeist wird noch qualitative 
Arbeit erbringen können?

icke (Gast) wrote
>7€/h ist ganz schön fett.
>Meine Leiharbeiter-Kollegen (im SEHR großem Elektrokonzern)
>bekommen nur 5,50€/h (sind Montierer am Band).
>Einige davon sind vor der "Personalanpassung" dort regulär beschäftigt
>gewesen.

D.h. sie wurden quasi für die gleiche Tätigkeit kräftig im Lohn 
herabgestuft. Genau dies macht doch mittlerweile Schule bei uns.

Das wären dann die konkreten Beispiele wo angeblich (laut Prof. Sinn) 
die Produktivität "zu gering" ist und deshalb der Lohn nicht so hoch 
sein darf.

Sowas nenne ich Verarschung auf ganzer Linie!

Dahinter stecken allerdings knallharte wirtschaftliche Interessen und 
die begründen sich lange nicht immer in der Gefährdung eines 
Arbeitsplatzes, sondern in der höheren Rendite (für die Aktionäre) bei 
geringerer Entlohnung für die gleiche Tätigkeit!

Autor: icke (Gast)
Datum:

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Ach ja, habe vergessen zu erwähnen, dass der SEHR große Elektrokonzern
seit vielen Jahren recht konstant ca. 500 Millionen Euro / Jahr Gewinn 
vor Steuern macht. Könnte sich also leicht den Mindestlohn > 8 Euro 
leisten...

Autor: Dieter (Gast)
Datum:

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>Es geht nicht nur um "einfache Menschen", zumal man erst mal genau
>definieren müßte, was man darunter versteht.
du musst einfach mal mit "einfachen" Menschen arbeiten anstatt nur mit 
Ingenieurskollegen, dann mußt du es nicht mehr definieren


>Mit welcher Berechtigung wird eigentlich einer Berufsgruppe, der
>Anwälte,  ein hoher "Mindestlohn" in Form einer saftigen Gebührenordnung
>zugestanden
keine Ahnung wieso, Lobbyismus?

>wenn gleichzeitig das Mindeste was ein Mensch zum leben
>benötigt nicht als Einkommen zugestanden werden soll? Das soll mir mal
>jemand begründen!
bzw. wenn der Staat jemandem der ein Einkommen unter dem Mindestlohn bei 
den Briefträgern noch kräftigst in die Tasche greift, sogar bei 7,50 
will er noch 77 Euro pro Monat

>Anders ausgedrückt, wieso soll denn jemand der
>mit einem Mindestlohn von 4,50 Euro abgespeist wird noch qualitative
>Arbeit erbringen können?
4,50 sind in der Tat in Deutschland krass
und nichtsdestotrotz wird ein Unternehmer in Deutschland nicht mal 45 
Cent pro Stunde zahlen  wenn er damit den Arbeitsplatz nicht finanzieren 
kann

Autor: Wasser (Gast)
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@Zardoz

>Warte auch schon lange auf ein gesetzliches Pleitenverbot.

Das sagt mein Beitrag nicht aus. :-)

Wenn du deine Schulden nicht mehr bezahlen kannst [ Schulden = Du stehst 
in der Schuld von wem ] und wer anders sagt: Hey ich bezahle deine 
Schulden wenn ich dafür deine komplett insolvente Firma bekomme. Und man 
selbst sagt nö und geht insolvent. Hatte man die möglichkeit seine 
Schulden zu begleichen hats aber aus eitelkeit und trotz oder weil man 
anderen den Erfolg nicht gönnt nicht getan. Ich finde das nicht in 
Ordnung.

Autor: Wasser (Gast)
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>Ich bitte um ernsthafte Vorschläge wie man "einfache" Menschen
>beschäftigen kann, denn dabei geht es nicht nur darum dass sie Geld
>verdienen sondern dass sie das Gefühl haben etwas leisten zu können und
>nicht anderen auf der Tasche zu liegen.

Mit fallen sofort hunderte ideen ein. Man könnte sie an Spielplätzen 
aufpassen lassen, als Bus und Bahn Begleiter, Für Vereine alte Leute zum 
Krankenhaus bringen oder einfach nur alten Menschen die bei uns in die 
altenheime abgeschoben werden als Gesprächspartner dienen und und und. 
Das alles würde nicht irgendwem einen Arbeitsplatz kosten.

Wie soll man das Finanzieren:
Der Bund der Steuerzahler und der Bundesrechnunshof kritisieren jedes 
Jahr aufs neue wo Gelder aus dem Fenster geschmissen werden. Dieses Jahr 
hat auch mal der BUnd der Steuerzahler drauf hingewiesen das das 
erschreckende nicht nur die Verschwendung sei sondern auch das 
verbesserungsvorschläge nicht angenommen werden und alles so bleibt. 
Persönlich fallen mir noch X weitere sachen ein die von keinem 
aufgelistet werden.

Vermutl reicht schon ein Gesetz das wenn Beamte dabei erwischt werden 
wie sie Grob fahrlässig Gelder verschwenden vom ewigen Beamtentum 
abgesetzt werden können.

>So lange es in diesem Land Manager gibt, die einen Stundenlohn von 12500
>Euro beziehen, so lange bei einem Autohersteller 1Mio. Überstunden

Ich denke das es allgemein nicht darum geht das Manager und Co sich 
Millionen abzwacken und die Reichen immer reicher werden. Das war 
eigentlich immer so. Das Problem ist das sie heute nix mehr für die 
kleinen übrig lassen. Und wenn man nix mehr in der Tasche hat beschwert 
man sich halt. Das das den großen nicht passt ich halt nicht das Problem 
der kleinen. Aus diesem Grund gibt es in der Gesellschaft auch einen 
Linksruck weil die etablierten Parteien nicht in der Lage sind das Leid 
Bevölkerung zu erkennen.

Autor: icke (Gast)
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> ... nichtsdestotrotz wird ein Unternehmer in Deutschland
> nicht mal 45 Cent pro Stunde zahlen  wenn er damit den
> Arbeitsplatz nicht finanzieren kann
Eben.
Wenn ein Unternehmer mir für egal welche Arbeit keine
8 Euro/Std. zahlen kann, dann soll er es ganz sein lassen.

Aber nein, wenn er merkt, es gibt sehr viele Arbeitsuchende auf dem 
Markt,
dann versucht er welche für 4,5 Euro/Std. zu bekommen.
Auch wenn er das doppelte zahlen könnte.

(Meine Erfahrung bezieht sich auf die Elektroindustrie)

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ icke (Gast)

>Aber nein, wenn er merkt, es gibt sehr viele Arbeitsuchende auf dem
>Markt,
>dann versucht er welche für 4,5 Euro/Std. zu bekommen.
>Auch wenn er das doppelte zahlen könnte.

Warum sollte er? Er ist Unternehmer. Sein oberstes Ansinnen ist das 
Erschaffen von Mehrwert bzw. das Erzielen von Profit. Lohnkosten sind 
wie der Name sagt, ein Kostenfaktor, so wie Mietkosten, Materialkosten 
etc. Und wie diese gilt es sie zu minimieren. Es heisst nicht ganz 
umsonst "Human Resources". Mitarbeiter sind auch nur (ohne 
Gänsefüsschen) ein Rohstoff. Und zudem einer, der am unkalkulierbarsten 
ist. Persönlichkeit, Macken, Stimmungsschwankungen, Krankheit, Intrigen, 
Abwerbung, Wissensträger etc. Darum ist man auch hier ständig bemüht, 
den Posten "Personal" vor allem kostenmässig zu minimieren.

Das ist eine objektive Analyse, nicht meine persönliche Meinung.

MFG
Falk

Autor: Zardoz (Gast)
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> Aber nein, wenn er merkt, es gibt sehr viele Arbeitsuchende auf
> dem Markt, dann versucht er welche für 4,5 Euro/Std. zu bekommen.
> Auch wenn er das doppelte zahlen könnte.

Das nenne ich mal ein innovatives Wirtschaftssystem: Jeder zahlt, was er 
kann.

Viel Spaß mit dem Nobelpreis!

Nice week,
Zardoz

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Zardoz (Gast)

>Das nenne ich mal ein innovatives Wirtschaftssystem: Jeder zahlt, was er
>kann.

Ich hab die Ironie verstanden. ABER!

Die Abzocke mit Billigstlöhnen ist auch nicht akzeptabel. Dumping etc. 
Wird heute nur schöner formuliert, Auslagern etc.

MFG
Falk

P.S. Ein Wirtschaftssystem, das langfristig alle Arbeitnehmer auf die 
Strasse stellt wird auch nicht funktionieren.

Autor: Wasser (Gast)
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>Das nenne ich mal ein innovatives Wirtschaftssystem: Jeder zahlt, was er
>kann.

Naja es geht ja um die Frake ob du in einer sozialen Marktwirtschaft 
oder in einer reinen Marktwirtschaft leben möchtest. Und die soziale. 
hat nunmal gewisse Regeln die vielen nicht schmecken. Besonders dann 
nicht wenn man gerne Menschen ausbeutet. Und wenn du ein reiches 
Unternehmen bist und zahlst dienen angestellten 4 Euro gehört sich das 
nicht. Weil von 4 Euro nicht leben kann. Es ist unwürdig.

Autor: Herbert von Caravan (Gast)
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@Wasser
Deine Vorschläge sind schon längst im Gange! Die Vorlese- und 
Handarbeitsstunden in Altenheimen werden von meist von Frauen
bestritten, die Hartz IV erhalten. Die Mitarbeiter von "Tafeln"
sind zum großen Teil auch ALG-Empfänger. Das sind Tätigkeiten, die
Menschen zugute kommen, die sich darüber freuen und die Arbeit
anerkennen. Tückisch ist eben , daß diese Arbeit nur mit 1 Euro/h
bezahlt wird, eben weil sie nicht so wertgeschätz wird, wie sie es 
verdient hätte.

@Zardoz
Du bist also ein Befürworter der Methode: "Wenn ich für mein Spielzeug
angemessen bezahlen soll, mache ich es lieber so kaputt, daß es auch für 
andere nicht mehr brauchbar ist." Stichwort: Pin

Ich muß sagen: Du passt in die Welt, allerdings nicht in diese.

Nur mal so zum Nachdenken: Die Leute von Pin haben ja nicht den ganzen 
Tag
Halma gespielt, sondern Sendungen befördert. Die Arbeit ist also 
vorhanden.
Dann macht sie eben jemand Andrer. Wenn der Andere dafür dann die 
rausgeworfenen Mitarbeiter einstellt, hat der Hüpfer-Konzern (Grins)
eben die Arschkarte.

Hochachtungsvoll
Herbert von Caravan

Autor: Wasser (Gast)
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@Herbert

>Das sind Tätigkeiten, die
>Menschen zugute kommen, die sich darüber freuen und die Arbeit
>anerkennen. Tückisch ist eben , daß diese Arbeit nur mit 1 Euro/h
>bezahlt wird, eben weil sie nicht so wertgeschätz wird, wie sie es
>verdient hätte.

Super, sollte halt noch viel mehr geben. Der Bedarf ist da. 
Finanzierungsmöglichkeiten habe ich auch gemacht. Viele wollen aber 
nicht des Geldes wegen Arbeiten, sondern einfach weil sie gerne 
Arbeiten. Einen Ziel haben möchten. Den Tag sinnvoll rumkriegen. Und man 
sollte denen einfach mehr zahlen und auf Zivis verzichten. Das wären 
Berufe die einfach niemandem die Arbeit wegnehmen aber produktiv sind 
und mehrwert schaffen.

Autor: Wasser (Gast)
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p.s. Ist euch mal aufgefallen das die Person die den Thred eröffnet hat 
garnicht mit Diskutiert <g>

Autor: Zardoz (Gast)
Datum:

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> Die Vorlese- und Handarbeitsstunden in Altenheimen werden
> von meist von Frauen bestritten, die Hartz IV erhalten.
> Die Mitarbeiter von "Tafeln" sind zum großen Teil auch
> ALG-Empfänger. Tückisch ist eben , daß diese Arbeit nur
> mit 1 Euro/h bezahlt wird, eben weil sie nicht so wertgeschätz
> wird, wie sie es verdient hätte.

Erstens ist die Rechnung falsch: Der Lohn beträgt 1€/h plus 
HIV-Leistung.

Zweitens handelt es sich dabei um ein typisches soziales Zwangssystem: 
Lieferant und Abnehmer der Dienstleistung handeln keinen Vertrag frei 
aus und die Bezahlung steht mit der Leistung auch in keinem 
Zusammenhang.

Drittens verstehe ich nicht, wieso von den Sozialstaatsbefürwortern hier 
ständig Beispiele für dessen Versagen als Begründung ihrer Forderungen 
nach noch mehr Eingriffen aufgeführt werden.

> P.S. Ein Wirtschaftssystem, das langfristig alle Arbeitnehmer
> auf die Strasse stellt wird auch nicht funktionieren.

Und was ist mit dem hehren Ziel des Sozialismus, den Menschen vom Zwang 
zur Lohnsklaverei zu befreien?

> Du bist also ein Befürworter der Methode: "Wenn ich für mein Spielzeug
> angemessen bezahlen soll, mache ich es lieber so kaputt, daß es auch für
> andere nicht mehr brauchbar ist." Stichwort: Pin

Wem so etwas nicht passt, der muß das Recht auf (und sowieso nur noch 
teilweise am!) Eigentum abschaffen. Hatten wir schon, hat die Menschen 
aber auch nicht wirklich glücklicher gemacht.

> Ich muß sagen: Du passt in die Welt, allerdings nicht in diese.

Ich weiß, aber ich bleibe trotzdem noch ein bißchen. Ist doch alles so 
schön bunt hier ...

Nice week,
Zardoz

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