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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Selbständige Auftragsentwicklung - Wieviel nehmen ?


Autor: Kersten Vollmers (Gast)
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Bei uns wird abgebaut und ich kann jetzt schon absehen, daß ich entweder 
weit wegziehen muss, um in der Firma zu bleiben (anderer 
Aufgabenbereich, der mich nicht interessiert) oder in die Grupper derer 
einsoritert werde, die Auftragsentwicklung für andere Firmen machen, 
wobei ich auch wochenweise weg muss. Deshalb spiele ich mit dem 
Gedanken, mich selbständig zu machen, zumal ich schon Anfragen habe.

Ich bin sehr erfahren auf dem Feld von HDL und C, kenne Controller und 
auch digitale Hardware. (Analoge ein bischen). Die Frage isr nun, was 
man da die Stunde nimmt, wenn man länger irgendwo dran ist, sagen wir 
ein halbes Jahr?

Wenn ich vergleiche, was ich an Abgaben habe, dann stehe ich doch eher 
besser als Selbständiger:

       Angest  Selbst
          100  100
RV + AV   -24    0
KV + PV   -14  -12
AG Zusch   19    0
Summe      81   88
Steuern    24   26
Netto      57   62
Rente       5    0
Summe      65   60

Krankenkasse und PV muss man selber zahlen, wobei die ja niedriger ist. 
Als Angestellter bekommt man die Hälfte vom AG ersetzt (39 / 2). Da man 
als selbständiger so weniger abzusetzen hat, ist die Steuer höher (28 
statt 26 z.B.) Schwierig ist es mit der Rente: Ich habe geschätzt, daß 
ich vom Eingezahlten knapp 20% die Hälfte wiederbekomme, auf heute 
gerechnet. Da braucht man doch am Jahresende nicht wesenltich mehr an 
Stundensatz, zumal man noch andere Sachen absetzen kann. Oder habe ich 
mich verrechnet?

Warum sind dann die Stundensätze so hoch ?
Momentan habe ich 33,- brutto die Stunde.

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Es kommen ja auch Investitionen (Geräte und Einrichtungen), Miete, Auto, 
Telefon usw dazu.

Autor: Kersten Vollmers (Gast)
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Ok, sagen wir der Selbständige verbringt 2 Wochen im Jahr mit Suchen und 
der Angestellte hat folgende Vorteile:

6 Wochen Jahresurlaub
1 Wochen Bildungsurlaub
3 Wochen Krankheit
3 Wochen Fortbildung

Es gehen also von den 50 verbleibenden Wochen nochmal 13 ab. Also muss 
der Selbständige sein Geld in 37 Wochen verdienen. Macht Faktor 1,4 - 
also Euro 45,- per Stunde. Aber wer hat schon den Bildungsurlaub, kriegt 
die volle Fortilbdung und ist jedes Jahr 3 Wochen krank ?

Mit 45,- müsste man doch dann gut fahren, oder?  Das wären in 40 Wochen 
dann 72,000 Brutto, kommt das hin? (Momentan habe ich gerade 60.000 im 
Jahr :-( )

Autor: Kersten Vollmers (Gast)
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Achso Miete zahle ich keine, Auto fahre ich sowieso (da kann man sogar 
mehr absetzen) und Telefon fällt wohl kaum ins Gewicht.

Autor: TM (Gast)
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>der Angestellte hat folgende Vorteile:

>6 Wochen Jahresurlaub
>1 Wochen Bildungsurlaub
>3 Wochen Krankheit
>3 Wochen Fortbildung

kein Wunder dass die Firma wo du (noch) bist abspecken muss....

Autor: Karl Ranseier (Gast)
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Die Berechung geht wohl davon aus, daß man an der 
Krankenversicherungsgrenze oder darunter arbeitet. Das kann ja wohl in 
Deinem Fall (33,- Brutto) kaum stimmen, denn 1750x33 = ca 58.000. Auch 
die Steuern scheinen mir da niedrig zu sein. Bei mir rechnet das eher 
so, daß beim Selbständigen noch mehr raus kommt, auch weil er mehr 
absetzen kann:

Auto: Volle Anfahrt, statt einfach, macht bei den meisten schonmal 
1500-2000 Euro. Büromöbel, Computer, Bücher, Laptops, gehen 100% durch, 
dazu noch ohne die MwSt. Beispiel: Laptop 1299,- macht 1092 Netto, davon 
45% MaxSteuer+Soli weg, sind real nur 600,- bezahlt.

Kann sich schon schwer lohnen, kann aber auch in die Hose gehen.

Autor: Praktus Optimus (Gast)
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Auf www.gulp.de finden sich aktuelle branchenübliche Stundensätze, lagen 
im Frühjahr für elektronikentwicklung bei 50 - 70 Euro (für Halbgötter 
mehr).

Autor: Frager (Gast)
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Die Gulpsätze scheinen mir doch arg überzogen. Bei durchschnittlich 
1900h im Jahr käme man mit 70 Euro ja an die 130.000. Kann ja wohl nicht 
sein.

Autor: Messknecht (Gast)
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> Kann ja wohl nicht sein.

In der Tat, das ist unterste Grenze. Wenn man alle Kosten, 
Lizenzgebühren, Geräteamortisation und Leasingraten addiert, kommt man 
damit gerade so hin.

Autor: Gerd Vg (gerald)
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die ganze Rechnerei bringt absolut nichts.
Es kommt immer drauf an, was ich in der Stunde erreiche.
Es gibt Träumer und es gibt Leute die richtig ranklotzen können.
Träumer träumen nur vom Verdienst, andere dagegen haben ihn.
Eine gewisse Zeit kann man alles "Schönrechnen"!
So war es schon immer und so wird es immer bleiben!

Autor: Smörre (Gast)
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Wenn Du schon so kuriose Fragen stellst und nicht weißt, wieviel Du 
berechnen kannnst .... mach mal Deine Erfahrungen und poste die dann 
hier zur allgemeinen Erheiterung.
Sorry, aber bei Selbstständigkeit kommt es noch auf ganz andere Sachen 
an.

Autor: unbekannter (Gast)
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>Lizenzgebühren, Geräteamortisation und Leasingraten addiert

Na übertreibt mal nicht ;-)

Lizenzgebühren       1 Softwarepaket 4200,- + 750,- Wartung im Jahr
Geräteamortisation   1 Auto + 12.000 in AFA + jährliche GWG von 2500,-
Leasingraten         ich lease nichts sondern erwerbe!

Software macht 1750,-, Ga mach 11,000 - > 12.000. Wenn man viel 
unterwegs ist, Hotel + Fahrt = 10.000. Machen immer noch 80k brutto, 
wenn man 100 (1660 x 60) hat. Ich finde das nicht übel ;-)

Autor: gast (Gast)
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@Gerd Vg

genau, wer hier so fragt wird nie mehr verdienen.

Autor: Messknecht (Gast)
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> Leasingraten         ich lease nichts sondern erwerbe!

Das ist sicher ein probates Geschäftsmodel.

Genauso probat ist es zu leasen und das dadurch freigewordene Geld, als 
Rücklage für schlechtere Zeiten, anzulegen.

In keinem Beitrag ist der Posten der Rücklage bisher erwähnt worden, von 
privaten Sozialversicherungen(PKK,Rente,KTG usw.) ganz zu schweigen.

Autor: Schulze (Gast)
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Naja, die Rücklage sind ja als Rentengewinn von 5% beim Angestelltn 
eingerechnet. Ist eben die Frage, wieviel man von dem Eingezahlten 
wieder bekommt. Ich habe bei meiner Rente ausgerechnet, dass ich, wenn 
ich 80 werde, etwas 25% des eingezahlten Geldes wiederbekomme. So sagt 
es der letze Rentenbescheid. Wenn ich 90 werde, sind es etwa 30%.

Von der Rentenversicherung von fast 20%, werden also 10% gesponsort, 
sodaß 10% fehlen. Von denen kommen ein knappes Drittel wieder. Macht 7% 
Verlust!

Als Selbständer hat man von diesen 7%, wenn man sie nicht ausgibt, Dank 
Steuerbazug noch 4% übrig. Wenn man soviel Zinsen auf der Bank hat, wie 
die Teuerungsrate beträgt, kriegt man die bis ins Alter durch. Dann 
reicht es 30 Jahre zu sparen und 30 Jahre (ab60) auszugeben. Macht 4% 
vom Lebenseinkommen mehr übrig, als der Angestellte. Rechen wir noch die 
Versorgunslücke und eine private RV von 400 im Monat = 5000 im Jahr.

Das einzige, was dem Selbständigen sonst fehlt, sind die Zulagen zur 
Krankenkasse: Das sind knapp 50% vom Maximalsatz, also etwa 3000,- im 
Jahr.

Die Arbeitslosenversicherung ist nicht wert, weil man heute nur 1 Jahr 
lang etwas bekommt. Macht 65% eines Jahresnettoeinkommen. Wenn man das 
alle 10 Jahre einmal nutzt, sind es verteilt 6% Vorteil. Der 
Selbständige muss das als Rücklage bilden.

Addieren wir, muss der Selbständige also mit 94% des Einkommens 
insgesamt 8000,- mehr im Jahr machen, als wenn er Angestellter wäre.

Da der Selbständige noch Urlaub (6 Wochen), Krankheit (3 Wochen) und 
Fortbildung (2 Wochen) sowie 1 Monat Totzeit mitfinanzieren muss, ist 
die Jahressumme ins 9 Monaten zu erwirtschaften. -> Faktor 1,33.

Ergo : S = 1,33 x 1,06 x (A + 8000).

Hat man als Angestellter 40000, braucht man demnach 68000,- = 1500h x 
€45,-

Oder, es sind 65k brutto -> 101.000 -> 1600h x €65,-

Da ist dann also 1 Monat finanzierte Freizeit mit drin!

Autor: Projektmanager (Gast)
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Moin,

ich muss über Euere Rechnerei schon etwas schmunzeln. Da sie m.E. am 
Hauptpunkt vorbei geht:

Ich selbst bin in der Industrie tätig und beauftrage öfters 
Sub-Unternehmer (allerdings anderer Industrie-Zweig - keine 
Elektronikentwicklung). Viele Projekte laufen zum Festpreis. Daher 
muss ich diese Konditionen auch vom Sub verlangen. D.h. ich wälze das 
Risiko auf den Partner ab.
Oftmals sind diese Aktivitäten auch mit knallharten Terminen und 
entsprechender Pönale hinterlegt. Wer da nicht mitgehen kann ist raus.

Ich habe des öfteren mit Einkäufern unserer Kunden zu tun. Dort sehe ich 
das selbe Verhalten: Risiko-Minimierung ist viel mehr "Wert" als ein 
günstiger Preis.

Ihr rechnet wieviel man Verdienen muss um seinen bisherigen 
Lebensstandard zu halten wenn man in die Selbstständigkeit "getrieben" 
wird.
Ihr solltet eher rechnen wieviel Risiko ihr tragen (finanzieren?) könnt. 
Daraus ergeben sich dann die Stundensätze.

Wenn Ihr mir schlüssig darstellen könnt, dass Ihr das volle 
Entwicklungsrisiko tragen könnt (Krankheit, Moving-Targets, ...) dann 
bekommt Ihr den Auftrag... Warum soll ich für 40, 60 oder 80 Euro den 
Auftrag an ein Ein-Mann-Unternehmen geben, wenn ich das volle Risiko 
tragen muss?
Da gebe ich den Auftrag doch lieber an ein Großunternehmen für z.B. 200 
Euro und bin sicher(er) dass die das Risiko tragen können und nicht 
sofort ein kaputtes Auto zum Konkurs der Firma führt ....

Gruß

Andreas

Autor: Roman (Gast)
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Vollkommen richtig. Diese Betrachtung gilt für die meisten Projekte. Das 
Ergebnis ist, daß man mit der nötigen Redundanz an das Projekt ran muss, 
was z.B. Lieferbarkeit (2.nd Source) und Fertigstellung (human resource) 
angeht. Dies kann nur ein Ingenieursdienstleister, der Zugriff auf 
mehrere Entwickler hat. Dahe rbleibt da auch so viel höängen. Als 
Endabnehmer eines Teilprojektes kommen da generell 20-40% weniger an.

Die Sicht der freien Entwickler kollidiert aber hiermit nicht - im 
Gegenteil. Sie stellen ja die Resource, die die Arbeit bewerkstelligt. 
Wer dabei kein Risiko nimmt, bekommt auch nicht viel. Die oben genannte 
Kalkulation ist aber massgeblich, denn sie bestimmt die Tarife der 
freien Entwickler. Diese orintieren sich an dem, was am MArkt erzeilbar 
ist und dies ist wiederum korrelliert mit dem, was man als Angestellter 
hat. Indirekt geben die Freiberufler die Kosten nach oben durch.

Für meinen Teil habe ich die Verträge immer so, daß ich für keinen 
Ersatz sorgen muss, wenn ich ausfalle, nicht kaputt machen kann und kein 
finanzieller Boomerang droht. Trotzdem gehe ich über die Dienstleiser im 
Momement hart an die 60,- die Stunde und dies für fest abgesicherte 40h 
und mehrere Monate Vollzeit. Die Dienstleister, für die ich tätig werde, 
geben das an die Abteilungen weiter und die schlucken immer heftiger 
durch , aber sie müssen es akzeptieren, weil sie sonst ihre Arbeit nicht 
gebacken kriegen.

Autor: Emil Kreuzband (Gast)
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>Trotzdem gehe ich über die Dienstleiser im Momement hart an
>die 60,- die Stunde und dies für fest abgesicherte 40h und
>mehrere Monate Vollzeit.

Für "gesicherte" 45h die Stunde zahlen die Kunden meist noch mal 10% 
mehr an Stundensatz, weil es für sie kostenmäßig auf dasselbe 
hinausläuft. Macht 20% mehr die Woche.


>Die ... Abteilungen ... schlucken immer heftiger durch, aber sie müssen
>es akzeptieren, weil sie sonst ihre Arbeit nicht gebacken kriegen.

Scheint mir auch so. Ich habe schon Zusagen für Projekte bekommen, ohne 
überhaupt dort gewesen zu sein.

Autor: Gast (Gast)
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Interessanter Fred!

>Hat man als Angestellter 40000, braucht man demnach 68000,- = 1500hx€45,-
>Oder, es sind 65k brutto -> 101.000 -> 1600h x €65,-

Es ist momentan überhaupt kein Problem, eine Vollauslastung mit 1800h zu 
fahren! Und 65,- sind echt des Unterste, was man verlangen sollte. Für 
Hardwareentwicklung wird derzeit 75,- Euro gezahlt, bei 
Projektlaufzeiten bis teilweise einem Jahr. Von den 75,- sollte man sich 
wenigsten 90% vom Dienstleister ausbezahlen lassen, alles andere ist 
Wucher!

>Warum soll ich für 40, 60 oder 80 Euro den Auftrag an ein
>Ein-Mann-Unternehmen geben, wenn ich das volle Risiko tragen muss?
>Da gebe ich den Auftrag doch lieber an ein Großunternehmen für z.B.
>200 Euro

Dafür bekämst Du aber schon 2 Leute mit 80,-, die im Mittel schneller 
sind, als der eine "sichere" und sicher nicht beide ausfallen!

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