Hallo,
ich will mir als ESD-Schutz ein Paar Handschuhe hollen. Jetzt verstehe
ich aber nicht wie das genau funktioniert?!
als Beschreibung steht:
>Leitfähige, rutschfeste Handschuhe>Leitfähige Handschuhe zum Schutz von ESD-gefährdeten Bauelementen und Baugruppen
wenn die Handschuhe leitfähig sind, dann entlade ich mich erst recht
über die Bauteile oder etwa nicht? Man will doch durch ESD-Schutz die
Entladung vermeiden, bzw. wenn man geerdet ist dann hat man 0 Potential.
Aber wenn die Handschuhe leitfähig sind, wie soll dann ESD-Schutz
vorhanden sein?
wenn man zu Hause keine extra Leitung für die Erde hat, ist denn ein
"Erdungsanschluss über Blindstecker" zu empfehlen? Ist so etwas nicht zu
gefährlich, darf man so etwas zu muten?
Ich meine wie kann man sicher gehen, dass die Erdungsanschluss wirklich
die Erdungsanluss ist und nicht vielleicht einen Kurzschluss mit der
Phase hat?
Merci
Ich habe mir eine gummiähnliche Arbeitsplatte ca. 60*90 cm mit
Armmanschette bei Conrad gekauft.
Das ganze wird dann an den Schutzleiter angeschlossen, so dass mein
Körper (Hände) und der Arbeitstisch gleiches Potential haben.
Keine Handschuhe !
Hi,
der ganze ESD Kram beruht darauf, dass man sich und die Bauteile auf ein
gemeinsames Potential bringt. Gleiches Potential = keine
Ausgleichsströme.
Sollte Dein Körper bzw Bauteile eine statische Ladung tragen, und Du
erdest sie z.B. per Drahtlitze, dann fließt in kurzer Zeit ein relativ
hoher Strom, der Dir empfindliche Teile zerstört.
An ESD Arbeitsplätzen wird diese Entladung über einen sehr großen
Widerstand durchgeführt. Dadurch ergeben sich nur sehr geringe
Ausgleichsströme bis alles auf einem Potential ist. Danach gibt's keine
Probleme mehr.
Ach ja, der Erdungsstecker ist wie schon geschrieben mit
PE/Schutzleiter/den seitlichen Federn eines Schukosteckers verbunden. Es
besteht keine Verbindung zum Nulleiter oder der Phase. Probleme mit
FI-Schaltern gibt's dabei nicht, da wie gesagt die Ausgleichsströme sehr
gering gehalten werden.
Gruß
Fred
@Nick:
wenn Du in Deiner Hausinstallation noch die "klassische Nullung" hast,
in der der Schutzleiter mit dem Nuller verbunden ist, hast Du eh ein
Problem. Kannst Du aber einfach rausmessen.
Sollte das der Fall sein, würde ich die Erdung von Arbeitsmatte, Armband
und ggf. Fußmatte über die Heizung, Wasserrohr o.ä. machen.
Zoe
@Nick:
nehme ich an; ich kenne die Dinger eher aus der Ecke, daß man mit seinen
Fett- und Säurefingern keine saubere HW anlangen soll. Sind wohl aus dem
gleichen oder sehr ähnlichem Material wie die ESD-Mäntel. Elektrisch
leitend, aber mit rel. hohem Widerstand.
Bei meiner Heimausrüstung stünden die Handschuhe aber wirklich an
allerletzter Stelle. Matte & Armband sind um Größenordnungen wichtiger
(und sinnvoller). Wenn Du einen ESD-Lötkolben, ESD Bauteilekistchen, ESD
Werkzeug, komplett ESD-eingerichtetes Labor (Stühle & Schränke nicht
vergessen) mitsamt Prüfgeräten, eine Lötdampfabsauganlage, ein
Klimagerät und ein Partikelmeßgerät hast, dann kannste über die
Handschuhe nachdenken :-)
Zoe
Zoe, danke für die Infos
hehe.. und ich dachte weil ich gerade die ganze Dinger nicht habe,
sollte ich lieber über etwas billiges wie Handschuhe nachdenken.
Ich glaube, ich werde mir fürs erste Mal Armbänder mit "Erdungsanschluss
über Blindstecker" holen.
Wenn ich eine günstige Arbeitsplatte finde, hole ich nätürlich die
Arbeitsplatte :-)
Aus Sicherheitsgründen sollte der Anschluß zur Erde immer einen
Widerstand von ca 1 MOhm haben. Dann kann im Fehlerfall kein
gefährlicher Strom fließen, und wenn man Aufgeladene Bauteile hat,
fließt der Strom langsam ab. Kommerzielle Produkte haben den Widerstand
eigentlich immer mit drin.
ESD Schutz besteht eben darin, dass die Schutzmaßnahmen leitfähig sind.
Es geht nicht darum, dass man sich isoliert, sondern darum, dass man
sich leitend macht und selbst erdet, damit man eben "nicht geladen" ist.
Isolierende Handschuhe nimmt man eher bei Arbeiten an unter Spannung
stehenden elektrischen Geräten, wo man den Strom aus diversen Gründen
nicht abstellen kann. Bei Elektronikarbeiten sind sie nicht nur
hinderlich, sondern ggf. sogar "zerstörerisch".