Es hilft für die Vorstellung manchmal, wenn man sich vor Augen führt,
was ein Verstärker im Allgemeinen und ein Differenzverstärker im
speziellen eigentlich macht.
Ein Operationsverstärker verstärkt die Differenz zwischen seinen
Eingängen idealerweise mit einem Verstärkungsfaktor "unendlich", d.h.
die geringste Differenzspannung zwischen den Eingängen sorgt dafür, dass
der Ausgang in die entsprechende (pos. oder neg.) Sättigung geht
(Komparatorbetrieb). Im realen Verstärker ist die Verstärkung zwar nicht
unendlich, aber immer noch sehr groß.
Für eine Anwendung als Verstärker baut man eine Rückführung ein, die
dafür sorgt, dass der Ausgang die Differenz der Eingänge kompensiert,
damit sich ein stabiler Arbeitspunkt einstellt. D.h. der Ausgang wird
über einen Spannungsteiler auf einen Eingang zurückgeführt (Je nachdem,
ob ein invertierender oder nichtinvertierender Verstärker gefordert ist,
entweder auf den invertierenden oder auf den nichtinvertierenden
Eingang). Das Teilerverhältnis bestimmt die resultierende Verstärkung.
Dabei wird klar, dass am betreffenden Eingang immer nur ein Teil der
Ausgangsspannung zur Kompensation zur Verfügung steht. Liegt an einem
der Eingänge eine Spannung an, die außerhalb des
Versorgungsspannungsbereiches liegt, dann kann der Ausgang (der ja auch
nur Werte innerhalb des Versorgungsspannungsintervalls annehmen kann)
die Differenz nicht mehr kompensieren und der Verstärker-Ausgang geht in
die entsprechende Sättigung.