Hallo Leute,
woran liegt es, dass alle Labornetzteile, die man in Labors so rumstehen
sieht, analog sind? Ich meine, es spricht doch vieles dafür, als
Herzstück ein Schaltnetzteil einzusetzen: Gewicht, Größe, Trafo (Kupfer
schweineteuer) .... Übersehe ich da irgendwas?
Andi
> - Störungen auf der Ausgangsspannung> - Elkos am Ausgang -> Hoher Kurzschlussstrom> - LC, Taktfrequenz -> Träge Regelung
Das läßt sich aber in den Griff kriegen.
> Sind halt noch ein bißchen preisintensiv.
Ist aber Ansichtssache. Ich habe für mich im Geschäft ein Labornetzteil
bestellt. War nix besonderes: 0 bis 30V, 1.5A, Analoganzeige, für knapp
300€.
Klar, man kann in der Ausstattung auch übertreiben. Ich habe aber zum
Vergleich an die Grundaustattung, wie oben beschrieben, gedacht, einfach
spartanisch: 0 bis 30V, 3A, Anzeige, ohne PC-Schnittstelle und sonstiges
Gedöns. Da muss doch ein Schaltnetzteil billiger rauskommen.
Andi wrote:
>> - Störungen auf der Ausgangsspannung>> - Elkos am Ausgang -> Hoher Kurzschlussstrom>> - LC, Taktfrequenz -> Träge Regelung>> Das läßt sich aber in den Griff kriegen.
Wie baut man ein Schaltnetzteil ohne Elkos am Ausgang ?
>Wie baut man ein Schaltnetzteil ohne Elkos am Ausgang ?
Hm, das hängt davon ab, was das Netzteil dann speisen soll. Ich habe
einen
Erhaltungslader für Pb-Akkus gebaut, bei dem der zu ladende Akku den
"Elko" mimt. Das geht gut.
MfG Paul
Paul Baumann wrote:
>>Wie baut man ein Schaltnetzteil ohne Elkos am Ausgang ?>> Hm, das hängt davon ab, was das Netzteil dann speisen soll.
Ich meinte jetzt als Labornetzteil.
Mir ist zumindest keine Lösung bekannt, wie das gehen soll. Einige
Labor-Schaltnetzteile verwenden daher einen zusätzlichen Längsregler
hinter dem eigentlichen Schaltnetzteil, der für eine zusätzliche
Glättung und für eine schnelle Strombegrenzung zuständig ist.
Ich habe die HP-Netzteile mit einem 20MHz Speicheroszi getestet. Sie
haben sich wie eine ideale Konstantstromquelle verhalten: 0-100Volt bei
0-10A. Das PWM war deutlich hörbar. HP war stolz auf seine
"Stromregelung", was das auch sein mag. Wenn man zusätzlich zum
Längsregler eine PWM zur Verlustleistungsbegrenzung macht bekommt man
auf jeden Fall Probleme, da beide Regelungen voneinander abhängen und
unterschiedliche Totzeiten aufweisen. Jedenfalls hatten die Hp-Teile
kein Problem damit und ich hab die ganz schön gequält mit allem was mir
eingefallen ist. Auf meinen selbstgebauten Teilen konnte man jedenfalls
Kaffee kochen.
Wenn die Regelung innerhalb von 1/1E+6s funktioniert, dann reicht mir
das. Es war auch möglich 10mA oder 5A einzustellen und hat stabil
funktioniert. Will damit sagen, die Schaltungstechnik der HP-Teile
verschliesst sich mir nach 30 Jahren immer noch. Die Geräte, die damals
5000DM gekostet haben sind heute immer noch top, es war bereits damals
möglich einen Spannungs-/Stromverlauf vorzuprogrammieren, am Protokoll
hat sich seither kaum was verändert. Vielleicht weiss hier jemand wie
sie es machen?
Für den praktischen Einsatz würde mir ein ELV-Teil natürlich allemal
reichen.
Ich weiss mittlerweile wie es gemacht wird. Also der Strom kommt via
PWM, der Ausgang ist mit einer Gegentaktendstufe nochmals geregelt um
kurzzeitige Schwankungen auszuregeln. Es ist bei HP nämlich möglich 10mA
auch aus minus 50 Volt zu ziehen für den Fall, dass bei einer
symmetrischen Versorgung eine Quelle einbricht und von der stärkeren
sozusagen überlagert wird. Einen Kondensator am Ausgang gibt es nicht,
nur eine Drossel. Falls die PWM nicht schnell genug hochregelt wird das
durch einen Längsregler kurzfristig überbrückt. Überspannung wird gegen
minus 50 Volt via Längsregler "abgesaugt".
Gruss Jorge.
Kommt eben auf die Anwendung an. Ich habe viel mit sehr kleinen
Spannungen zu tun und da gibt es immer wieder Probleme mit
Schaltnetzteilen zwecks Erdströmen. Selbst beim Tektronix Oszi gibt es
das. Greift man den Schutzleiter ab, hat man ca. 50 mV Potential. Wir
hatten vor 3 Tagen erst wieder ein Prob mit sowas, Schaltnetzteil raus-
analog rein: tata, geht! Aber für Leistungsanwendungen sind die
Schaltnetzteile oft die bessere Wahl.