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Forum: PC Hard- und Software Analog Modemverbindungen in VoIP Umgebung, aber wie?


Autor: B. Jue (bjue)
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Problem:
Ein analoges Modem in einem Gerät soll Messwerte übertragen. Aber das 
Modem hängt in einer VoIP Umgebung. Das funktioniert so erst mal nicht, 
schon beim Verbindungsaufbau kommt es zum Abbruch.
Für FAX Geräte gibt es das T.38 Protokoll.
Gibt es auch Lösungen für Analog Modems? Schließt man einfach ein 
VoIP-Gateway an und dann geht es?
Beim Googeln bin ich nicht so wirklich fündig geworden.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Du könntest versuchen, die VoIP-Verbindung dazu zu zwingen, 
unkomprimiertes Audio zu übertragen (G.711, wie bei ISDN) und dann ... 
zu beten, daß sich die Modems nicht an der Signallaufzeit, -Verzögerung 
etc. stören.

Sinnvoller wäre es sicherlich, das analoge Modem komplett zu beseitigen 
... denn das Grundkonzept ist, gelinde gesagt, reichlich daneben.

Autor: B. Jue (bjue)
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>Sinnvoller wäre es sicherlich, das analoge Modem komplett zu beseitigen
>... denn das Grundkonzept ist, gelinde gesagt, reichlich daneben.

Stimmt, aber das Konzept stammt nun mal aus alten Zeiten und ist erst 
mal so vorhanden. Daher wäre es schön, wenn man das Ganze mit möglichst 
geringem Aufwand zum Laufen bekommt.

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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Modem durch einen RS232/Ethernet-Konverter (#) ersetzen (RS232 Leitungen 
herausführen und externe Kiste dran) geht nicht?

# http://www.google.de/search?hl=de&q=rs232+ethernet...

Autor: B. Jue (bjue)
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Stefan "stefb" B. wrote:
> Modem durch einen RS232/Ethernet-Konverter (#) ersetzen (RS232 Leitungen
> herausführen und externe Kiste dran) geht nicht?

Hilft nicht, das wäre ein Umstieg ins Internet, der ist auch nicht 
unproblematisch.
Hier noch mal zur Verdeutlichung:
Gerät steht beim Kunden und hat mit seinem Modem einen eigenen 
Telefonanschluß. Darüber kann das Gerät beim Service anrufen und seine 
Messdaten oder Störungen mitteilen. Diese Lösung wurde auch von Kunden 
immer akzeptiert. Wenn der Kunde aber auf VoIP umgestellt hat, geht das 
leider nicht mehr (es kommt keine Modemverbindung zustande).
Wenn man jetzt stattdessen seine Daten per Internet los werden will und 
der Kunde das dann an sein Firmen-Netzwerk anschliessen soll, wird dies 
in den meisten Fällen vom Kunden schlicht und einfach abgelehnt, basta!

Das ist das Problem, daher wäre es super, wenn es eine Möglichkeit gäbe, 
mit dem jetzigen Modem weiterhin seine Daten loszuwerden.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Dafür wird es keine Lösung geben. Zwar gibt es, wie eingangs erwähnt, 
eine Lösung für den analogen Faxversand über VoIP, aber das stellt 
erheblich geringere Anforderungen als eine klassische Modemverbindung - 
Fax wird über eine asymmetrische Verbindung mit üblicherweise 9600/1200 
bps übertragen, und es gibt ein recht aufwendiges "fall-back"-Protokoll, 
mit dem die Übertragungsrate auf bis zu 2400 bps gedrosselt werden kann.

Eine klassische Modemverbindung aber sieht weder ein 
"fall-back"-Protokoll noch so niedrige Baudraten vor, daher wird eine 
Umsetzung auf VoIP ein Problem werden.

Gut, man könnte es einfach ausprobieren, und dazu die VoIP-Hardware 
auf bestmögliche Übertragungsqualität (ohne jedwede Kompression) trimmen 
- vielleicht reichts ja schon.

Und daneben muss man auch dem Kunden, der einerseits VoIP verwenden 
möchte, andererseits aber steinzeitliche Technik einsetzen will, die 
Augen öffnen und ihn über die Unvereinbarkeit seiner Ziele informieren.

Manchmal verursacht der Versuch, Geld zu sparen, auch Kosten. 
Erhebliche.

Autor: Stefan B. (stefan) Benutzerseite
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Deine Argumentation kann ich gut nachvollziehen.

Und das Thema Analogmoden + Voip ist anscheinend ein echtes Manko bei 
der Voip-Technik. Grundsätzlich ist ein ATA (Analog Terminal Adapter) 
zwischen Analogmodem und Voip-Modem nötig, so wie er auch für den 
Anschluss von Analogtelefonen benutzt wird. Aber die 
Übertragungsqualität bei Voip beeinflusst die zuverlässige 
Datenverbindung zum schlechten hin.

Das Experimentieren mit Voip-Gerätetypen (wenn denn möglich), niedrigen 
Baudraten und dem Analogmodemtyp auf der Sende- und der Empfangsseite 
kann auch was bringen. Vielleicht findet sich eine empfehlenswerte 
Gesamtlösung, die diesen Kunden empfohlen werden kann.

Analogmodem ist wohl auch nicht das einzige Anwendungsfeld, da kann es 
noch mehr Problemstellen geben

"Das Produkt [ein Voip mit dem "billig" Sprachcodec G.729a] ermoeglicht 
ausschliesslich Sprachverbindungen. Sondergeraete bzw. 
Sonderanschaltungen wie z.B. Brandmelder, Frankiermaschinen oder 
ISDN-PC-Karten fuer Datevuebertragungen (sic!), sowie Verbindungen ueber 
ein Analogmodem oder die Uebertragung von ISDN-Daten sind fuer den 
Betrieb am IAD nicht freigegeben." 
http://www.clubusenet.com/thread/4371588.html

Eine andere, teurere Alternative wäre, das jetzige Analogmodem durch ein 
GSM-Modem ("Handy") zu ersetzen. Der Kunde muss halt abwägen, ob die 
Kostenersparnis bei Voip den Mehraufwand bei der Anlagensteuerung 
abdeckt.

Autor: JojoS (Gast)
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wir machen auch sehr viel Service über Modemleitungen, versuchen aber 
auch die Kunden dazu zu bewegen einen VPN Server einzurichten. Das ist 
auch sicher und schneller. VPN Server kriegt man sicher auch als 'Box' 
(z.B. auch die Fritzbox kann das) so das man dem Kunden so etwas auch 
schnell als Plug & Play Lösung hinstellen kann.

Autor: Alban (Gast)
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B. Jue wrote:
> Stefan "stefb" B. wrote:
>> Modem durch einen RS232/Ethernet-Konverter (#) ersetzen (RS232 Leitungen
>> herausführen und externe Kiste dran) geht nicht?
>
> Hilft nicht, das wäre ein Umstieg ins Internet, der ist auch nicht
> unproblematisch.

Und VoIP ist kein Umstieg ins Internet?

> Hier noch mal zur Verdeutlichung:
> Gerät steht beim Kunden und hat mit seinem Modem einen eigenen
> Telefonanschluß. Darüber kann das Gerät beim Service anrufen und seine
> Messdaten oder Störungen mitteilen. Diese Lösung wurde auch von Kunden
> immer akzeptiert. Wenn der Kunde aber auf VoIP umgestellt hat, geht das
> leider nicht mehr (es kommt keine Modemverbindung zustande).

Der Kunde telefoniert jetzt übers Internet. Was ist jetzt verwerflich 
daran auch die Messdaten darüber zu versenden? Außer der Kunde weiß 
nicht was mit seinem Telefongespräch passiert.

> Wenn man jetzt stattdessen seine Daten per Internet los werden will und
> der Kunde das dann an sein Firmen-Netzwerk anschliessen soll, wird dies
> in den meisten Fällen vom Kunden schlicht und einfach abgelehnt, basta!
>
> Das ist das Problem, daher wäre es super, wenn es eine Möglichkeit gäbe,
> mit dem jetzigen Modem weiterhin seine Daten loszuwerden.

Wenn Modem über VoIP gehen würde, werden die Daten auch übers Internet 
gesendet. Was ist also der Unterschied, außer dem Kunden wird eine 
falsche Sicherheit vorgegaukelt?

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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>Und VoIP ist kein Umstieg ins Internet?

Wer sagt denn, dass dass die VoIP-Telefonanlange nicht "auf der anderen 
Seite" an einem Standard-Telefonanschluß hängt?

Gibt es nicht die Möglichkeit, ein ISDN-Modem an die VoIP-Anlagen 
anzuschliessen? Ist zwar nicht mehr hochaktuell, könnte aber doch gehen. 
Faxen kann man ja auch über VoIP...(zumindest meint meine FritzBox, dass 
sie das können müsste)

Autor: Alban (Gast)
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>>Und VoIP ist kein Umstieg ins Internet?

>Wer sagt denn, dass dass die VoIP-Telefonanlange nicht "auf der anderen
>Seite" an einem Standard-Telefonanschluß hängt?

Wenn im Haus des Kunden, dann Frage ich mich warum der Kunde das macht 
und dann auf analog Modem für Messdaten pocht. Denn der Vorteil von VoIP 
am Campus, dann aber Standard Telefonanschluss, kann ja wohl nur 
bedeuten einen Vorteil in der Verschmelzung von Daten und Sprache zu 
sehen. Dann aber die Messdaten wieder über analog Modem machen zu wollen 
hinkt irgendwie.

Autor: STK500-Besitzer (Gast)
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>Wenn im Haus des Kunden, dann Frage ich mich warum der Kunde das macht
>und dann auf analog Modem für Messdaten pocht.

Das Modem hat mit dem Telefonnetz des Kunden überhaupt nichts zu tun:
>Gerät steht beim Kunden und hat mit seinem Modem einen eigenen
>Telefonanschluß. Darüber kann das Gerät beim Service anrufen und seine
>Messdaten oder Störungen mitteilen. Diese Lösung wurde auch von Kunden
>immer akzeptiert. Wenn der Kunde aber auf VoIP umgestellt hat, geht das
>leider nicht mehr (es kommt keine Modemverbindung zustande).


>Denn der Vorteil von VoIP
>am Campus, dann aber Standard Telefonanschluss, kann ja wohl nur
>bedeuten einen Vorteil in der Verschmelzung von Daten und Sprache zu
>sehen.

Die Aussage finde ich etwas unverständlich (wieder mehr gedacht als 
geschriebern?!).
Bei Sachen wie einem (Uni-/FH-)Campus hat man in der Regel eine 
Telefonnetz, das noch auf älteren Systemen beruht (Wählscheibe...;).
Da ist es dann einfacher eine zentrale Telefonanlage einzubauen, die 
quasi VoIP macht. Dann kann man das Telefonnetz in Etappen umbauen.

Im Regelfall will ein Kunde nicht, dass man mit "Fremdwartikeln" in 
seinem Netzwerk rummacht.

Autor: Alban (Gast)
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>Das Modem hat mit dem Telefonnetz des Kunden überhaupt nichts zu tun:
>>Gerät steht beim Kunden und hat mit seinem Modem einen eigenen
>>Telefonanschluß.

Wenn das so ist, würde ja wohl auch eine VoIP-Umstellung den Anschluss 
nicht betreffen. Außer der Anschluss geht über die Telefonanlage des 
Kunden. Dann hat das Modem aber was mit dem Telefonnetz zu tun.


> Im Regelfall will ein Kunde nicht, dass man mit "Fremdwartikeln" in
> seinem Netzwerk rummacht.

Das macht keinen Sinn, denn wenn er es schafft das Modem über VoIP zu 
implementieren, dann sind die Daten in dem Netzwerk.

Rufus hat es mit folgenden Satz gut auf den Punkt gebracht:

> Und daneben muss man auch dem Kunden, der einerseits VoIP verwenden
> möchte, andererseits aber steinzeitliche Technik einsetzen will, die
> Augen öffnen und ihn über die Unvereinbarkeit seiner Ziele informieren.

Autor: richelieu (Gast)
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Hallo B.Jue,

es würde mich interessieren, ob dasProblem gelöst werden konnte. Ich 
habe das gleiche Problem. Verbindung vom e-Bus der Heizung über 
Converter und analogem Modem zum laptop mit Überwachungssoftware.
Analog funktionierte mit ISDN einwandfrei. Nach Umstellung auf VoIP (o2) 
kann zum analogen Modem keine Verbindung mehr hergestellt werden.
GSM ist umständlich, da weder die Verbindung vom e-Bus-Converter noch 
zur Antenne zu lang sein dürfen, die Empfangsbedingungen aber im 
Heizungskeller nicht ausreichend sind.
Der Hersteller bietet eine internetfähige Lösung erst im Sommer 2011 an.

Würde mich über Info freuen

richelieu

Autor: Nico S. (Gast)
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Tja, selbst Schuld. Man wird doch meinstens darauf hingewiesen, ob man 
noch Geräte wie EC-Cash-Geräte hat. Das geht über VoIP einfach nicht.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Eine Abhilfe wäre die Verwendung eines Ethernet-Deviceservers zum 
Anschluss serieller Geräte, der dann über eine vom Router zur Verfügung 
zu stellende VPN-Verbindung mit dem Notebook verbunden werden kann.

Ansonsten hat VoIP viele Nachteile ... und nur sehr ausgesuchte 
Vorteile.

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