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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Li-Polymer-Akkus, fast 2fache Kapazität gleiche Baugröße?


Autor: Uwe Emdot (ujmforum)
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Servus zusammen,

ich hab da mal eine Frage wegen Lithiom-Polymer-Akkus. Wie die 
grundsätzlich funktionieren, über Ladekennlinien, usw. habe ich schon 
nachgelesen.
Was mich aber interessiert, wie es sein kann, daß bei gleicher Baugröße 
nahezu doppelte Kapazität drin sein kann.
In meinem Fall geht es um 3,7 V Zellen mit Ü-Schutz und einmal 1700 mAh 
und dann offenbar ganz neue in gleicher Baugröße mit 2700 mAh.

Ist so ein Sprung normal, wo könnte da der Haken dabei sein? Haben die 
wahrscheinlich noch weniger Ladezyklen oder blähen sich noch schneller 
auf, als kleiner Kapazitäten.
Klar könnt ich mir die Dinger einfach kaufen und ausprobieren aber
andererseit s, falls jemand hier schon Erfahrungen damit hat, erspar ich 
mir Geld Nerven und Zeit. Grundsätzlich sind mir die eh nicht ganz 
geheuer, aber ich habe bei Maxim eine passende 1-Chip-Lösung zum Laden 
gefunden die leicht zu intergrieren wäre.

Grüße,
Uwe

Autor: Christoph Z. (rayelec)
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Die Chinesen meinen es (höflich ausgedrückt) mit der Kapazität meistens 
etwas zu gut. Im Klartext könnte man auch sagen, das im Bereich Akkus 
leider hemmungslos gelogen und beschissen wird. Wenn du die 
Minimalkapazität vom Hersteller nicht schriftlich bekommst, dann hilft 
nur ausmessen!
Wenn man Li-Ion von vor 10 Jahren mit heute vergleicht, liegt ein 
solcher Kapazitätssprung aber durchaus drin.
Es gibt auch Hersteller, welche die Kapazität nach z.B. 300 Zyklen 
angeben. Andere geben die Neukapazität des besten von 10000 Exemplaren 
an.

Heikel sind Li-Po /Li-Ion übrigens nur, wenn man mit hohen Strömen 
arbeitet. Bei Strömen deutlich kleiner als 1C segnen die Zellen bei 
Fehlbehandlung still und leise das Zeitliche. Keine Spur von Feuer und 
Rauch! Mit richtig viel Energie bringt man auch Bleiakkus zum kochen. 
Der dabei freiwerdende Wasserstoff kann für richtig üble 
Knallgasexplosionen sorgen (ich spreche aus Erfahrung!). Die Gefahren 
sind also immer relativ... ;-)

Gruss
rayelec

Autor: M. Weissi (blomquist)
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Ich hab mir mal in Ebay solche Wunderdinger bestellt, 1700mAh max. lt. 
Hersteller. Hatte damals in der Arbeit mal nachgemessen: 580mAh; Hab 
dann die Folie runtergerissen und da kam eine Typnummer vor -> 
nachgeschaut und ein Datenblatt gefunden in dem eh nur 600mAh angegeben 
waren. Gut, der Akku hat aber nur 2€ gekostet, im Verhältnis 
Kapazität/Kosten schlagen die die Originalakkus trotzdem noch ;)

Hatten in unseren Geräten auch die 18650er LiION Rundzellen drinn. Als 
dieses Gerät (C-Leg) entwickelt wurde (1996) hatten die Zellen 950mAh, 
letztes Jahr waren wir dann bei 2200mAh.

Grüsse

Autor: Rolf Magnus (Gast)
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> Heikel sind Li-Po /Li-Ion übrigens nur, wenn man mit hohen Strömen
> arbeitet.

Oder sie mechanischen Belastungen aussetzt (z.B. runterfallen).

> Bei Strömen deutlich kleiner als 1C segnen die Zellen bei
> Fehlbehandlung still und leise das Zeitliche.

Naja, der hohe Strom kann ja auch durch einen Kurzschluß ausgelöst 
werden oder durch ein Ladegerät, dessen Laderegelung durchgebrannt ist.

> Keine Spur von Feuer und Rauch! Mit richtig viel Energie bringt man
> auch Bleiakkus zum kochen. Der dabei freiwerdende Wasserstoff kann für
> richtig üble Knallgasexplosionen sorgen (ich spreche aus Erfahrung!).

Das passiert aber nur beim Laden, oder?

> Die Gefahren sind also immer relativ... ;-)

Sag das den Leuten, denen beim Telefonieren das Handy am Ohr explodiert 
ist.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Rolf Magnus wrote:

>> Keine Spur von Feuer und Rauch! Mit richtig viel Energie bringt man
>> auch Bleiakkus zum kochen. Der dabei freiwerdende Wasserstoff kann für
>> richtig üble Knallgasexplosionen sorgen (ich spreche aus Erfahrung!).
>
> Das passiert aber nur beim Laden, oder?

Nein, ein draufgefallener Schraubenschlüssel soll zumindest bei
größeren Akkus (Gabelstapler) durchaus auch derartige Effekte haben
können.  Ob's am Ende wirklich eine Explosion geringer Mengen
Knallgas war oder ,,nur'' eine durch den plötzlich in Folge
Überhitzung massiv entstehenden Wasserdampf, ist den umstehenden
Personen vermutlich egal...

Autor: Rolf Magnus (Gast)
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> Nein, ein draufgefallener Schraubenschlüssel soll zumindest bei
> größeren Akkus (Gabelstapler) durchaus auch derartige Effekte haben
> können.

Die "urban legend", die ich zu den Schraubenschlüsseln und Bleiakkus 
gehört habe, sagt, daß schon eine Autobatterie ausreicht, um den 
Schraubenschlüssel zum Schmelzen zu bringen, aber ohne daß der Akku 
dadurch explodieren würde.
Da gibt's doch bestimmt eine Mythbusters-Folge dazu ;-)

Autor: Johannes M. (johnny-m)
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Rolf Magnus wrote:
> Die "urban legend", die ich zu den Schraubenschlüsseln und Bleiakkus
> gehört habe, sagt, daß schon eine Autobatterie ausreicht, um den
> Schraubenschlüssel zum Schmelzen zu bringen, aber ohne daß der Akku
> dadurch explodieren würde.
Nun, ich habe zumindest mal danebengestanden, als jemand beim Schrauben 
an einer Lkw-Batterie mit einem Schlüssel zwischen Pluspol und Gehäuse 
geraten ist. Die Batterie hat es überlebt, was man von dem Schlüssel 
nicht behaupten kann... Zumindest war er danach "beidseitig 
unbrauchbar". Und das hat nur ein paar Sekunden gedauert, bis der 
Kollege den Schlüssel dank der Tatsache, dass er Lederhandschuhe trug, 
wegreißen konnte. Leider war das vor der 
"Jeder-hat-ein-Handy-mit-Kamera-drin"-Zeit, weshalb damals kein Foto vom 
Ergebnis des Experiments gemacht wurde.

Autor: Mark Struberg (struberg)
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12V Auto Bleiakku kurschließen macht etwa 4000 Ampere, bei 24V LKW Akkus 
ist das sicherlich noch viel lustiger ;)

Autor: asdf (Gast)
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24V * 4000A ~ 100kW :)

Wer opfert seinen Akku? Das Video bitte in hoher Auflösung drehen.

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