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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Bauteil aus einem ATX Netzteil


Autor: Jonas G. (jonny)
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Hallo,
ich bin gerade dabei mein altes ATX Netzteil in meine T-Online S100 Box 
zu "transplantieren".
(Das integriete Netzteil ist zu schwach...)

Dabei ist mir ein unbekanntes Bauteil aufgefallen. Dessen Funktion mir 
auch nicht ganz klar ist.

Auf dem Bild sieht es erstmal aus wie ein Transformator - ist es aber 
nicht. Zwischen den beiden blauen Kabeln ist kontakt. Nach dem 
Netzfilter geht der L-Leiter zu diesem Gerät und durch das andere Kabel 
wieder zum L-Anschluss der ATX Platine.

Ist dieses gerät unbedingt notwendig, bzw. was macht es genau. In meiner 
S100 habe ich nicht viel Platz.

Vielen Danke,
Jonas

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Das ist die PFC Drossel.

Autor: Kevin K. (nemon) Benutzerseite
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das ist wine spule zur korrektur der phasenverschiebung. die ist imho 
parallel zum netzteil geschaltet. wenn das netzteil nun in der 
phasenverschiebung zwischen spannung und strom einem kondensator mit 
ohmschen widerstand ähnelt, ärgert es den stromversorgeer, wenn 
abertausende netzteile große mengen an blindleistung aufnehmen. diese 
erzeugt nämlch hohe verluste und beeinträchtigt das netz. diese drossel 
ist eine induktivität. parallel mit dem netzteil geschaltet, heben sich 
dann die kapazitiven anteile vom netzteil und die induktiven der drossel 
in etwa auf. (man sollte nicht versuchen, beide anteile exakt 
auszugleiche, sonst schwingts gehörig). somit erzeugt man sich einen 
quasi ohmschen verbraucher, der kaum noch blindleistung aufnimmt. diese 
drossel wird in aktuellen atx-netzteilen nicvht mehr verbaut, man 
verwendet in der regel eine aktive filterung, bei dem ein darauf 
angepasster ic sich der sache annimmt

Autor: Jonas G. (jonny)
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Okay, danke!

Ist diese Drossel unbedingt nötig? Oder kann man die auch ohne "ganz 
schlechtes" Gewissen weglassen?
Ist schon ungünstig nochmal 4x4x3 cm Platz zu verschenken in meinem 
kleinen Top-Set-Box Gehäuse :)

Oder sollte ich mich lieber nach einem neuen ATX-Netzteil umsehen?

Jonas

Autor: D. W. (dave) Benutzerseite
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Kannste schon weglassen, aber ganz sicher nicht "ohne schlechten 
Gewissens". Damit wirste dein eigenes Netz zu Hause böse verschmutzen 
und dein Energieversorger sieht das auch nicht gerne. Dann musst du 
schon ein konventionelles Netzgerät nehmen.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Kevin K. wrote:
> das ist wine spule zur korrektur der phasenverschiebung. die ist imho
> parallel zum netzteil geschaltet.

Falsch und falsch.

Die Spule liegt in Reihe, um den Stromfluss gleichmäßiger zu machen und 
so die Stromaufnahme sinusförmig zu machen. Mit der Phasenverschiebung 
hat das nichts zu tun.

Autor: Jonas G. (jonny)
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Okay, dann werde ich es wohl drin lassen. Irgendwo wird sich schon platz 
finden lassen.

Danke für eure Hilfe.

Autor: Hauke Radtki (lafkaschar) Benutzerseite
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Hab auch noch so n ding rumfliegen, mit welcher induktivität kann man 
rechnen?

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Mein LC Meter sagt 50mH, was auch vom Gefühl her hinkommt. Oft haben die 
Spulen sogar einen Luftspalt, so dass diese auch für DC brauchbar sind.

Autor: Hauke Radtki (lafkaschar) Benutzerseite
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Wird zeit, dass ich mir auch n RCL meter baue ;)

Also kann man das teil eher als "hochstrom" filter verwenden. (wie es 
eben auch im original eingesetzt wurde ...)

Autor: Dennis (Gast)
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Kommt drauf an was für dich "hochstrom" ist - Das Ding ist halt auf der 
Primärseite verbaut, bei einem passiv-PFC-Netzteil kann man da mit 
maximal etwa 2 Ampere rechnen.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Hochstrom ist relativ: Selbst 500W sind gerade mal etwas mehr als 2A. 
Eventuell taugt sowas als Filter für eine Frequenzweiche. Oder man 
verwendet es als LC Filter auf der Sekundärseite eines Netzteils.

Autor: Mike J. (Gast)
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Hab schon mehrere ATX-Netzteile auseinander gebaut und die Dinger da 
drin gesehen.

Meistens sind die vor dem Gleichrichter, manchmal aber auch hinter 
dem Gleichrichter.
Gibt es da keine Regel oder Anleitung wie die das zu machen haben?

Weshalb haben nicht beide Eingangs-Leitungen so eine Drossel/Spule?

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Mike J. wrote:

> Weshalb haben nicht beide Eingangs-Leitungen so eine Drossel/Spule?

Es ist wie bei einem Widerstand: Es ist egal wo man ihn in dem 
Stromkreis einbaut, damit er den Strom begrenzt.

Ich habe diese PFC Drossel auch schon in beiden Leitungen gesehen. Das 
war dann eine Kombination aus Stromkompensierter Spule und PFC Drossel, 
also ein Streufeldtrafo mit zwei symmetrischen Wicklungen.

Autor: eProfi (Gast)
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Die Drossel hat die Aufgabe, die Verzerrungsblindleistung zu reduzieren.

Google mal danach, oder lese
http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichrichter
http://de.wikipedia.org/wiki/Verzerrungsblindleistung

Ob vor oder nach dem Gleichrichter ist für die Funktion nahezu egal.

Hauke:
Also kann man das teil eher als "hochstrom" filter verwenden. (wie es
eben auch im original eingesetzt wurde ...)

Meinst Du, es wird in diesem Fall zum Glätten der Ausgangsspannung 
verwendet?
Es (die Drossel) liegt auf der Netzseite!

Autor: Hauke Radtki (lafkaschar) Benutzerseite
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@eProfi:
Ja, die Drossel liegt auf Primärseite, aber da es eine Drossel ist, ist 
sie für Hochfrequente anteile hochohmig und für niederfrequente eher 
niederohmig.
Den genauen Blindwiderstand hab ich jeztt nicht errechnet.

Autor: eProfi (Gast)
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Du kannst sie zur Not auch weglassen.
Ein Nebeneffekt der Drossel dürfte auch noch die Reduzierung des 
Einschaltstromes sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Einschaltstrom

Deshalb kannst Du an ihrer Stelle auch einen NTC (5 - 100 Ohm) 
(Einschaltstrombegrenzer) einbauen.
z.B. von Siemens

Autor: Mike J. (Gast)
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Hmm ... irgendwie komisch.

Die Kerne sind aus einem weichen Stahl, man könnte da doch auch ferrite 
nehmen. (Hohere Permeabilität und leichter.)

Die werden zur Filterung da sein, also damit die Hochfrequenz nicht ins 
Netz und über die Leitung strahlt.

Anderseits könnte das ja auch auf der Gleichspannungsseite erfolgen oder 
nicht?

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