Standard FET

Gast #59458
Lesenswert?

hab bislang kaum fets verwendet und würde gern wissen, was denn ein
billiger standard typ ist. praktisch das fet gegenstück zum bc547.

kann man die in digitalschaltungen einfach so einsetzen ohne
vorwiderstand? (denke doch)

also drain zur last richtung 5V
source auf gnd
und gate an den Hi oder Lo Pegel eines zB avr.

danke im voraus
Gast #59460
Lesenswert?

Hallo Henning,

warum willst Du denn den BC547 durch einen FET ersetzen. Einen
Gatewiderstand solltest Du auch einsetzen um Rückwirkungen der GS
Kapazität auf den Digausgang zu vermeiden.
Ich verwende den und seinen PNP Bruder noch immer ohne Probleme.
Die Probleme mit dem Treiben von GS Kapazitäten sind nicht zu
unterschätzen (außerdem brauchst Du über 10V GS Spannung, mal
ausgenommen Logikfets, um sie anzusteuern).

MfG  Manfred Glahe
#59461
Lesenswert?

Ich benutze auch gerne den BS170 bzw. BS250.
Bei 5V CMOS-Pegel leiten die sicher, nur TTL oder 3,3V könnte knapp
werden.

Einen Vorwiderstand hab ich noch nie verwendet. Es sind ja auch
zeitunkritische Sachen (Relais, LEDs usw.), die ich damit schalte.

Kein Vorwiderstand und kein Basisstrom ist schon ein großer Vorteil.
Gerade bei Batterieschaltungen, die oft im Sleep-Mode sind, können 1mA
Basisstrom die Laufzeit schon drastisch verkürzen.

Auch die geringeren Verluste bei größeren Lasten sparen in der Regel
den Kühlkörper ein. Z.B. der FQU30N06L (Farnell: 0,77Euro) hat nur
39mOhm On-Widerstand. Bei 3A Last sinds dann gerademal 350mW Verlust.


Peter
Gast #59463
Lesenswert?

dachte um sachen wie relais oder so etwas zu schalten, und platz bzw.
bauteile zu sparen (basiswiderstand), niedrigere verlustleistung (R
DS), kein basisstrom und dachte es währe an der zeit sowas zu
verbauen.

hab vorher garnicht geguckt: der BC547 B und C kosten jeweils nur 3
cent und nen basiswiderstand dazu maximal 3,3 cent
von daher ist es wohl doch der billigere weg
#59464
Lesenswert?

"von daher ist es wohl doch der billigere weg"


Aber nur, wenn Du das in Taiwan in 10000-er Stückzahlen produzieren
läßt.

Für Einzelmuster ist allein die Zeit, um einen Widerstand einzulöten
schon wesentlich teurer.

Der 77 Cent MOSFET ist ja für Spitzenströme bis 96A !
Ein BS170 kostet bei Segor 12 Cent, dafür kriegst Du nicht mal 1/4
Tasse Kaffee.

Cent-Feilscherei ist für Einzelstückbastler daher kein Argument.

Die einfachere Verwendung eines MOSFET dagegen schon.


Peter
Gast #59466
Lesenswert?

FETs wie zB. den BUZ 11 kannste mit 5 V nicht einfach ansteuern.
Elektor macht das immer wieder. Aber der FET steuert nicht richtig
durch und sperrt auch nicht richtig. Er wird sehr warm.

Der FET braucht unbedingt einen Spannungsteiler vor seinem Gate.Dann
gehts meistens. Auch ein vorgeschalteter Transistor (PNP) funktioniert.
Werde die Schaltungen nachreichen.


Josef
Gast #59472
Lesenswert?

Hi

@Josef
Was ändert deine Schaltung an der Gate-Ansteuerung außer einer
Invertierung und höheren Schaltverlusten? Der Ausgang des AVR erreicht
annährnd 5V und steuert damit den BUZ11 genauso schlecht auf wie deine
zusätzliche Transistorstufe die nichteinmal geeignet ist die
Gatekapazität schnell zu laden. Wenn man allerdings 12V statt 5V an den
Kollektorwiderstand des Transistors legt steuert der FET zumindest auf.
Für hohe PWM-Frequenzen ist die Schaltung dann aber immer noch nicht
geeignet da die Ladezeit für die etwa 1nF Gate Kapazität > 10µs ist.

Wenn man zum Ansteuern eines FET nur 5V zur Verfügung hat nimmt man
halt einen Logic-Level FET wie z.B. IRLR2905. Wenns dann noch sehr
schnell gehen muß (f>10kHz) muß man auf Gate-Driver zurückgreifen die
das Gate des FET mit Ladeströmen von über 1A laden können und damit die
Schaltverluste klein halten.

Matthias
Gast #59473
Lesenswert?

der kostet dann 0.78euro bei reichelt. ne günstigere variante ist der
IRLR110 mit 0.41euro.

Gibt es Gate-Driver auch für 5V versorgungsspannung, ich hab soetwas
nicht gefunden.

ist es überhaupt sinnvoll FET´s zu benutzen, wenn man nur 5V zu
verfügung hat? oder ist man dann evtl. gezwungen mittels stepup wandler
daraus mehr zu machen um die Gatespannung zu bekommen? dann kann man
aber denke ich auch gleich einen transistor nehmen, weil die verluste
des step-up sicher höher als die des Transistor-Gatestromes sind
Gast #59474
Lesenswert?

Hi

der irlr110 hat aber auch einen um den Faktor 10 höheren Rdson.
Allerdings auch eine Eingangskapatzität die um den Faktor 10 kleiner
ist. Er ist also für Ströme unterhalb von 1A und hohe Frequenzen besser
geeignet.

Maxim bietet einige Gate-Driver für 5V an. z.B.
http://pdfserv.maxim-ic.com/en/ds/MAX626-TSC428.pdf

Natürlich ist es sinnvoll LL-FET's einzusetzen. Mir kommen da z.B.
LED-Anzeigen in den Sinn. Nur 5V vorhanden, moderate Schaltfrequenzen
und hohe Ströme.

Matthias
Gast #59475
Lesenswert?

Hi,

Es geht auch billiger und aus der Bastelkiste:
Hinter dem Transistor von Josef (Collector an +12V) einen CD4049
bei dem alle Inverter parallel geschaltet sind (Vcc an 12V).  Der
CD4049 treibt dann den BUZ11, der beim Umladen der Gatekapazität gerne
mal 250mA Gatestrom zieht.  Jetzt geht's auch mit hohen
Schaltfrequenzen und problemlos bis >10A.

Reiner
Gast #59478
Lesenswert?

der irf 7404 oder so ähnlich ist auch sehr gut, packt im softwarepwm mit
100ohm vorwiederstand 1,5A 12V ohne probleme , selbst bei deutlich über
30kHz gibt es trotz nur 5V Ugs nur kaumerkennbare
anstiegsverzögerungen, bis auf einen kleinen überschwinger am ende
anspiegspunkt, der kommt aber normalerweise vom netzteil. ist aber ein
smd gehäuse so8.

aber 4,5A bei 30V und das für nur 0,44cent (Reichelt)

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren