Ich hab noch nicht mal mehr mit dem Rauchen angefangen. Das soll auch so
bleiben, bzw. wüsste ich spontan keinen Grund dafür.
Auf der Berufsschule sehe ich jeden Tag, wie viele Leute da am
Glimmstängel hängen. Traurig, muss ich sagen.
Wobei ein gewisser Mitschüler, langhaariger, hiphoppender Raucher,
wirklich jedes Vorurteil, das man gegen solche Leute haben kann,
erfüllt.
Wir haben immer blockweise Unterricht, also 90 Minuten am Stück.
Teilweise muss er mal raus zum "pinkeln", oder fängt nach 45 Minuten an,
nervös auf dem Stuhl rum zu rutschen. In seiner alten Schule ist er in
der 5-Minuten Pause zwischen den Stunden rauchen gegangen, was jetzt
natürlich nicht geht.
Wenn diese Grenze überschritten ist, sind 3-4 plötzlich 1, oder 6-2=5.
Leider so live und in Farbe, wenn auch durch die dreckige Brille,
miterlebt.
Das soll jetzt sicher nicht bedeuten, das Raucher dumm sind. Nur leider
gibt es ein paar Ausnahmen. Der Kerl ist jetzt 18, ich möchte garnicht
wissen wie der später arbeiten will.
Ich selber bin auch nicht der Beste im Mathe-Unterricht. Aber dafür kann
ich mit Recht behaupten, das wenn mir jemand etwas sagt, ich das (bis
jetzt) problemlos umsetzen konnte.
Weil ich eh grade am erzählen bin, kann ich gleich aus dem heutigen
Fachpraxis-Unterricht (Metallbau) berichten...
Wir sollen als Einstiegs-Aufgabe einen Anschlagswinkel herstellen. Dazu
muss der Anschlag gebohrt werden, auf dem dann mit Zylinderkopfschrauben
der eigentliche Winkel befestigt wird.
Ich war relativ schnell mit dem aussägen und anreissen fertig. Der
Lehrer hat die Zeichnung etwas abgeändert, damit die Schraube zum
justieren später etwas Spiel hat.
Der Zylinderkopf muss versenkt werden, dafür braucht man einen
Flachsenker. Der wiederum braucht zur Führung eine Bohrung von 4,5mm,
die später auf 6mm aufgebohrt wird. Die Schraube (M4) hat dann genug
Spiel, dass man den Winkel auf der Anreissplatte schön ausrichten kann.
Da grade das Telefon klingelte, hat der Lehrer sich kurz vor die Klasse
gestellt und schnell gesagt, wie er sich das vorstellt: Bohren 4,5mm,
senken, aufbohren 6mm. Ich geh telefonieren.
Eigentlich kein Problem und vom Umsatz her nicht die Meisterleistung.
Also nach hinten gegangen, aus dem großen Schrank die Bohrer und Senker
rausgesucht, Maschine eingerichtet und gebohrt. Natürlich mit der
richtigen Drehzahl, Kühlung, Schutzbrille usw. Wie sich das gehört.
Weil nach mir eben dieser Hiphopper auch bohren wollte, habe ich die
Werkzeuge neben der Maschine liegen gelassen. (Hätte er sonst eh nicht
gefunden...)
Das Ende vom Lied: Er hat den Flachsenker versucht so ins Material zu
pressen, nachdem das nicht ging, hat er mit dem 90° Senker zum entgraten
versucht "vorzubohren" (war ein 12mm Senker...)
Ging natürlich auch nicht, also erstmal mit 6mm die Bohrung für die
Schraube bohren.
Jetzt hat der Senker aber einen Führungszapfen mit 4,5mm Durchmesser.
Wenn man den in ein 6 mm Loch steckt, tut der alles andere, aber nicht
vernünftig arbeiten.
Naja, das ist zu entschuldigen. Der arme Kerl war schon seit 50 Minuten
ohne frischen Rauch in der Lunge unterwegs...
OK, wie ich von Terror auf Rauchen und Metallbau komme weiß ich nicht.
Ich könnte nur zum Terrorist werden, wenn ich überlege, das ich diesem
elendig dummen Raucher mit meinen Steuern ein bequemes Sterbebett
bezahlen werde. Sofern er nicht auf dem weg zum Krankenhaus vom
Metallbau-Lehrer erschlagen wird.
Der hat sich nämlich nicht gefreut, als er den Senker vom Bohrfutter
abwickeln durfte ;-)