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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik welcher Kondensatortyp als 230V Blindwiderstand?


Autor: doofi (Gast)
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An verschiedenen Stellen werden verschiedene Dinge berichtet.

Dass X2 Kondensatoren geeignet wären (z.B. MP3 ?), aber auch, dass nur 
MKP Typen zulässig seien.
Heisst das, nur MKP X2 Typen dürfen verwendet werden?

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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Für welche Anwendung ? Blindstromkompensation ? Kondensatornetzteil ?
Prinzipiell sind alle Folienkondensatoren mit min. 400V 
Spannungsfestigkeit geeignet, sofern sie mit einem Serienwiderstand 
versehen werden.
X2-Kondensatoren werden ohne Vorwiderstand am Netz betrieben und müssen 
daher eine wesentlich höhere Impulsfestigkeit haben. Das sind oft 
MKP-Typen, aber nicht immer.

Jörg

Autor: Winfried (Gast)
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Autor: doofi (Gast)
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Entschuldigung, nicht präzise gefragt. Als Kondensatornetzteil.

Autor: Winfried (Gast)
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Sollte dann wie X2 sein. Typisch MKP als Material, entsprechend 
Spannungsfest auswählen.

Autor: doofi (Gast)
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Danke.

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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@Winfried:
> Sollte dann wie X2 sein. Typisch MKP als Material, entsprechend
> Spannungsfest auswählen.

Das wäre übertrieben. MKPs sind größer und teurer, da kann man dann 
schon fast wieder einen Netztrafo einsetzen. Bei einem 
Kondensatornetzteil sind die Anforderungen an den Kondensator geringer. 
Zum Schutz der Halbleiter muß der Kondensator mit einem Serienwiderstand 
versehen werden. Der schützt den Kondensator vor steilen Flanken und 
dient im Kurzschlußfall als Sicherung. Deshalb reicht jeder beliebige 
Folienkondensator mit min. 400 V Spannungsfestigkeit.

Jörg

Autor: Düsentrieb (Gast)
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>Deshalb reicht jeder beliebige Folienkondensator mit min. 400 V

nein!

nimm X2 typen. ich hatte schon "normale" 400V mkt folie, die sind nach 2 
oder 3 wochen explodiert...derbe sauerei, vor allem der gestank...
also min. mkp , besser X2 typen nehmen.

Autor: doofi (Gast)
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ich muss nochmal nachhaken: Bei Reichelt z.B. gibt es 
Funktentstörkondenastoren Klasse X2, die von WIMA sind da anscheinend 
alle mit Papier -> sind die anderen (grau) von BC Components also 
geeignet?

Autor: Düsentrieb (Gast)
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Autor: doofi (Gast)
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" Der industrielle Druck zur Kostenreduzierung führte ab 1990 zur 
Entwicklung spezieller Kunststoff-Folienkondensatoren (MKP- und 
MKT-Kondensatoren). Deren Sicherheit ist heutzutage ebenfalls gegeben 
und sie besitzen, sofern sie approbiert sind, die entsprechenden 
Zulassungen. Im Gegensatz zu den speziellen Papierkondensatoren wird 
hier aber das Gehäuse des Kondensators bei der Belastungsprobe fast 
immer zerstört, womit Sauerstoff an die unter Netzspannung stehende 
Schadstelle gelangen kann. Die seit der Existenz solcher 
Sicherheitskondensatoren geübte strenge Interpretation der Vorschriften 
wurde also zugunsten einer Kostenreduzierung aufgeweicht, weshalb 
Kunststoff-Folienkondensatoren für diese Anwendung nicht unumstritten 
sind. "

Ok, ich hatte gelesen, dass es MKP sein müssen 
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatornetzteil) aber habe ich wohl 
falsch verstanden.

Danke für die Aufklärung.

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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Düsentrieb wrote:
>>Deshalb reicht jeder beliebige Folienkondensator mit min. 400 V
>
> nein!
>
> nimm X2 typen. ich hatte schon "normale" 400V mkt folie, die sind nach 2
> oder 3 wochen explodiert...derbe sauerei, vor allem der gestank...
> also min. mkp , besser X2 typen nehmen.

Da mußt Du etwas falsch gemacht haben. Ich habe das in über 30 Jahren 
nicht geschafft. Bevor der Kondensator explodiert, brennt der 
Serienwiderstand durch, sofern vorhanden und richtig dimensioniert.
Mir ist bisher nur ein Fall bekannt, wo das passiert ist. In einem 
Netzteil aus Fernost wurde mit einem "normalen" Folienkondensator 2,2µ 
250V(DC) ohne Serienwiderstand eine Hilfsspannung erzeugt. Dort sind in 
der Tat hin und wieder die Kondensatoren explodiert. Die meisten Geräte 
liefen trotz zu schwacher Dimensionierung jedoch jahrelang einwandfrei.

Jörg

Autor: Bernhard R. (barnyhh)
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@ Jörg
Es gibt einen Unterschied zwischen funktioniert im Allgemeinen und 
funktioniert sicher . Am 230V-Netz haben viele ganz gerne das 
Letztere, denn sie wollen sicher leben und nicht nur im Allgemeinen.

Im Übrigen ist für die Dimensionierung eines mit Wechselspannung 
betriebenen Kondensators dessen Wechselspannungsfestigkeit, nicht die 
Gleichsspannungsfestigkeit maßgeblich. 400V MKT-Kondensatoren besitzen 
oft/meist/immer eine Wechselspannungsfestigkeit von 200 Volt - s. 
Datenblätter der Hersteller.

@ doofi
Gehe bitte auf Sicherheit, das Leben ist zu schön! Also 
X2-Kondensdatoren!

Grüße
Bernhard

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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@Bernhard:

Nun mach mal nicht die Pferde scheu.

> Es gibt einen Unterschied zwischen funktioniert im Allgemeinen und
> funktioniert sicher . Am 230V-Netz haben viele ganz gerne das
> Letztere, denn sie wollen sicher leben und nicht nur im Allgemeinen.

Nicht der Kondensator bietet die Sicherheit sondern der Serienwiderstand 
in Verbindung mit einer Begrenzung der Ausgangsspannung. Dieser muß so 
ausgelegt sein, dass er bei einem Kurzschluss, der auch bei einem 
X2-Kondensator auftreten kann, durchbrennt, ohne dass er oder die 
nachfolgende Schaltung in Flanmmen aufgeht.
Alleine die Verwendung eines X2-Kondensators macht das 
Kondensatornetzteil also noch lange nicht sicher. Sicher wird die Sache 
erst durch den Serienwiderstand, das dann allerdings auch mit einem 
beliebigen Folienkondensator. Der MKP-Kondensator führt allenfalls zu 
einer geringfügigen Erhöhung der Lebenserwartung der Schaltung (nicht 
der Benutzer) bei einem erheblich höheren Preis und Platzbedarf.
Der zitierte Wikipedia-Artikel 
http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensatornetzteil
ist da schon zutreffend.

> Im Übrigen ist für die Dimensionierung eines mit Wechselspannung
> betriebenen Kondensators dessen Wechselspannungsfestigkeit, nicht die
> Gleichsspannungsfestigkeit maßgeblich. 400V MKT-Kondensatoren besitzen
> oft/meist/immer eine Wechselspannungsfestigkeit von 200 Volt - s.
> Datenblätter der Hersteller.

Mehr als 200V AC liegen i.d.R. am Kondensator auch nicht an. Aber o.k., 
es ist grenzwertig und bei 630-V-Kondensatoren wäre man auf der sicheren 
Seite. In ihren Datenblättern garantieren die Hersteller übrigens auch, 
dass alle vom Wert her in Frage kommenden Folienkondensatoren bei 50 Hz 
den angegebenen AC-Wert im Dauerbetrieb vertragen würden. Es spricht 
also nichts gegen die Verwendung normaler Folienkondensatoren in 
Kondensatornetzteilen.

Jörg

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