Zu mager eingestellt -> zu hohe Verbrennungstemperaturen
Flüssiggas (LPG) ist ein "furzetrockener" Brennstoff, der (anders als
Benzin) keinerlei "inneren" Schmierstoffe enthält. Sehr hoch
raffiniertes Benzin (Super etc) entält kaum noch "schwerere"
Schmieranteile. Um dies zu kompensieren wird dem Benzin ein Additiv
beigegeben: "früher" war es eine Blei-Verbindung, und seitdem es nur
noch bleifreies Benzin gibt ist es eine Phosphor-Verbindung. Viel mit
Einstellen bei LPG ist jedoch nicht. Trockener Brennstoff wird durch
einen anderen Zündzeitpunkt nicht "aus dem nichts" fetter. Bei LPG gibt
es jedoch verschiedene Möglichkeiten, Additive hinzuzufügen, welche die
Schmierung verbessern.
Die geringere "innere" Schmierung und eine höher Flammentemperatur von
LPG bewirken, daß speziell die Auslassventile thermisch stärker belastet
werden.
Höhere Temperatur bedeutet mehr Ventilspieleinschlag. Bei mir haben sich
die Ventile 150 um (0,15 mm) in die Ventilsitze "eingearbeitet".
> Wie viel bist du mit dem Auto gefahren?(km)
Das Auto wurde bei 35.000 auf LPG umgerüstet, seit der Umrüstung bin ich
fast nur auf LPG gefahren (Jeden Tag ca. 100 km). Bei 80.000 ist der
Motor "sauer" geworden. Mittlerweile habe ich 95.000 auf dem Tacho. Die
letzten 15.000 Km unrepariert waren eine ziemliche nervige Sache (siehe
unten, Auswirkungen).
Folgendes ist bei mir passiert
Der betroffene Opel Astra "Twinport" (Motor Z16XEP) hat keine
"Hydrostößel" (-> wikipedia). Es erfolgt also keine dynamische
Nachführung des Ventilspiels. Selbst wenn es eine gehabt hätte: So eine
Hydronachführung kommt mit 200 Mikrometer klar, und danach kann die auch
nix mehr machen.
> Allgemein gelten die Opel Motoren als Gasfest.
In Tunerkreisen? oder wo? Eine grundsätzliche Gasfestigkeit garantiert
Opel auch nicht. Opel hat eine Empfehlung für Landis Renzi Anlagen
(welche quasi "ab Werk" von Opel Irmscher als "Irmscher" Anlagen verbaut
werden). Es gibt NUR DANN eine Garantie/Versicherung auf die Umrüstung,
WENN regelmäßig alle Wartungsintervalle eingehalten werden (Es werden
dann zusätzliche Checklisten für die Gasanlage, speziell für Ventilspiel
etc durchgegangen), und nachgewiesenermaßen Additiv (TunUP) genutzt
wird.
> > Bin seit 36 TKM mit dem 2.2 Vectra mit LPG unterwegs bis jetzt noch
> keine Probleme.
Die werden irgendwo bei 50.000 auftreten (möglicherweise mit
Hydrostößeln erst ab 70.000). Ruckeln im Kaltbetrieb, extrem schlechte
Leistung, Motor geht teilweise aus wenn z.B. an Ampel ausgekuppelt wird.
Wenn er warm ist hat er im mittleren Lastbereich keine Leistung mehr
("gefühlte 30 PS"). Endgeschwindigkeit geht runter (bei mir: Laut
Papiere: 190 Kmh, zum schluss waren es max. 150 kmh) [Ich bin kein
"Raser", da ist mir selbst das preiswerte LPG zu schade es hinten raus
zu blasen, es soll nur als Hinweis dienen wie sich die Motorleistung
verschlechtert]
Ich empfehle dir SCHNELLSTENS, dir eine Flasche TUNUP zu besorgen und
die in deinen Wagen reinzukippen (kostet 38 EUR und hält dann 15.000 Km)
Ach ja, die Reparatur war: Motor auseinander nehmen, Zylinderkopf ab,
neue Ventilsitze einpressen, Ventile und Ventilsitze einschleifen,
Ventilspiel nachstellen, Öl und sonstewas nachkippen. Der ganze Spaß hat
mir 2500 EUR gekostet (läuft über Anwalt, ich hoffe den Gasumrüster dran
zu kriegen, welcher mir damals auch sowas gesagt hat wie "Allgemein
gelten die Opel Motoren als Gasfest". NAch Reparatur läuft der Wagen
jetzt wieder wie "ein neuer", d.h. keine der genannten Effekte sind
bisher wieder aufgetreten.
Fazit: Ich werde weiterhin Gas fahren, halte es ais Kostengründen (und
auch aus ökologischer Sicht) für prima. Allerdings werde ich mit meinen
Erfahrungen etwas sorgsamer das nächste Auto und den nächsten Umrüster
auswählen. Ich hoffe daß der Wagen jetzt nach der Aufarbeitung (und
nachdem ich jetzt regelmäßig Additiv nutze) etwas länger durchhält als
weitere 50.000 Km