Wenn ich mir die Angebote von den Leiterplattenherstellern anschaue dann
sind die Platinen immer vorverzinnt. Warum eigentlich, bzw. welchen
Nutzen hat man davon? Mir ist schon klar das man so eine Platine
schneller und sauberer löten kann, aber Lötzinn brauche ich doch
trotzdem?
Sorry falls das für die Profis eine blöde Frage ist, aber mich
interessiert es und bei Google habe ich den Grund nicht finden können.
Reines Kupfer korrodiert innerhalb weniger Tage an der Luft, verzinnte
Flächen bleiben mehrere Monate lötbar, vergoldete Flächen kann man ewig
aufheben und danach immer noch super löten.
> Wenn ich mir die Angebote von den Leiterplattenherstellern anschaue dann
sind die Platinen immer vorverzinnt
Bei den besseren Anbietern kann man auswählen, welche Oberfläche es sein
soll. Unverzinnte Oberflächen sind beispielsweise Chemisch Silber oder
ENIG (Nickel-Gold). ENIG ist, wenn ich richtig informiert bin, die
beste Oberfläche. Lange Lagerfähig, gut lötbar, plan und in Grenzen -
einige wenige Steckzyklen - als Oberfläche für Steckkontakte geeignet.
>>Reines Kupfer korrodiert innerhalb weniger Tage an der Luft, verzinnte>>Flächen bleiben mehrere Monate lötbar, vergoldete Flächen kann man ewig>>aufheben und danach immer noch super löten.
Stimmt nicht so ganz. Habe schon chemisch vergoldete Platinen gehabt,
die bereits nach acht Monaten "Zwischenlager" mächtige Probleme beim
Bestücker hervorgerufen haben. Waren auch keine "Feld-, Wald- und
Wiesenplatinen", sondern recht aufwendig und kostenintensiv (6-Layer,
BGA und Starrflexx) von einem namenhaften Platinenhersteller produziert.
Nickel-Gold Oberflächen sind im bleifreien Wellenlötprozess auch etwas
schwieriger. Der Durchstieg zur Oberseite ist deutlich schwächer als bei
bleifrei verzinnten boards. Besonders bei größeren Bohrungen/Teilen ist
das schon früh zu beobachten.
Die Beschichtung ist nicht so empfindlich gehen Berührung (Fett) wie
reines Kupfer, aber dennoch deutlich anfälliger als verzinnte Flächen.
Die schichtdicke von Nickel-Gold auf den PCB's ist nur wenige Atome
dick, und nahezu absolut plan zur Kupferoberfläche.
@ Anfänger (Gast)
Leider ist hier bisher nicht die richtige Antwort zu der Frage
aufgetaucht
da Ihr alle keine Ahnung von professioneller Leiterplattenherstellung
habt.
Mal sehen ob meine Lösung die Richtige ist.
Bei der Produktion werden folgende Schritte vorgenommen:
Basismaterial Roh zuschneiden z.B. zu Nutzen
Basismaterial bohren CNC
Basismaterial entgraten(durch ozillierende Bürsten)
Basismaterial chemisch reinigen (entfetten)
Basismaterial chemisch durchmetallisieren (CU,Pa,C)
Basismaterial elektrochemische Metallverstärkung (CU)
Basismaterial mit einen Resist per Siebdruck bedrucken oder
Basismaterial Resist per Laminator für Filmbelichtung aufbringen
Basismaterial mit Leiterbild belichten (Negativtechnik)
Leiterplatte strippen(Negatives Leiterbild entwicklen)
und jetzt kommt das wesentliche zu diesem Thread
Leiterplatte galvanisch verzinnen (nur das Leiterbild mit Bohrungen)
Leiterplatte strippen (restliches Resist vollständig entfernen)
Leiterplatte ätzen (VERZINNTES LEITERBILD WIRKT ALS POSITIVÄTZRESIST)
Leiterplatte im Leveling-Verfahren (Heißöl,Heißluft oder Heißzinn)
umschmelzen
usw.
weitere Schritte wie Lötstoplack usw.erspar ich mir, da der Zweck des
Zinns in der Leiterplattenfertigung nun einleuchten dürfte.
Vorteile: wie hier schon richtig gepostet die gute Lötbarkeit.
Nachteil: Schlangenförmiger Verlauf des Zinns im Maschinellem
Lötverfahren
die mit anderen Techniken vermieden werden können.
Wenn was unverständlich ist kann ich noch ein paar Details beantworten.
Irrtum vorbehalten
Gruß Martin
pcbfreak wrote:
> da Ihr alle keine Ahnung von professioneller Leiterplattenherstellung> habt.
Na da sind wir mal froh, dass wir mit der Anwesenheit einer
Goettlichkeit wie der Ihrigen beglueckt werden.
Hallo Michael,
warum gleich so zynisch; Respekt vor dem anderen ist hier die Devise. So
kann ich jeden Mundtod machen!! Und wir wollen uns doch frei äußern
können - oder nicht?
Also weiterhin viel Spaß.
Gruß Werner
Michael G. wrote:
> Na da sind wir mal froh, dass wir mit der Anwesenheit einer> Goettlichkeit wie der Ihrigen beglueckt werden.
da redet jetz grad der richtige.
ich kenn die professionelle leiterplattentechnik und der pcbfreak macht
da seinem namen alle ehre, er hats genau richtig erklärt.
Mario Hagen wrote:
> Die schichtdicke von Nickel-Gold auf den PCB's ist nur wenige Atome> dick, und nahezu absolut plan zur Kupferoberfläche.
Immer wieder die Mär den den wenigen Atomen. Flash-Gold auf chemisch
Nickel ist mindestens 100 nm dick, eher um die 500 nm. Bei einem
Gitterabstand von geschätzten 0,1 nm sind das mindestens 1000
"Atomlagen". Wäre das Gold so dünn, wie oft behauptet, dann würde das
Nickel durchs Gold oxidieren und da das bischen Gold beim Löten in
zinnreichen Loten in Lösung geht, wär's mit der Lötbarkeit auch wieder
hinnef.
@ Michael H*
Danke für die anerkennenden Worte.
Für den Missklang entschuldige ich mich.
Mein Betreben ist,etwas nützliches Beitragen zu können.
Gruß Martin
> Leider ist hier bisher nicht die richtige Antwort zu der Frage
aufgetaucht
Doch, die ursprüngliche Frage wurde mehrmals richtig beantwortet
> da Ihr alle keine Ahnung von professioneller Leiterplattenherstellung
habt.
Klingt überhaupt nicht arrogant, kommt in jedem fFrum gut an...
> Mal sehen ob meine Lösung die Richtige ist.
Ach, auf einmal garnicht mehr so sicher?
@ Bensch (Gast)
>>>>in jedem fFrum gut an...
Pass mal lieber auf,das du keinen Knoten ins Gehirn bekommst.
Trag lieber etwas Nützliches zu diesem Thread bei oder verpfeif dich.
Gruß Martin
Um es kompliziert zu machen:
Leiterbahnen üblicher Platinen sind aus Kupfer.
Kupfer oxidiert leicht, diese Oxidationsschicht verhindert den
Lötvorgang ( = Legierungsvorgang ). Im meist verwendeten "Lötzinn"
befindet sich in der Mitte das sog. Flussmittel.
Dieses Flussmittel, z.B. Kollophonium ( hoffentlich richtig geschrieben
)
hat bei hoher Temperatur Säure-Eigenschaften, ist bei Zimmertemperatur
jedoch neutral.
Beim Lötvorgang wird dann die störende Oxidationsschicht weggeätzt.
Sind die Lötstellen bereits verzinnt, ist es einfacher:
Ist eine störende Schicht "obendrauf", schmilzt dennoch die darunter
liegende Lötzinnauflage ( Schmelztemperatur des normalen Blei-Zinn-Lotes
ca. 185°, Bleifrei-Legierungen schmelzen über 200° ), die "Dreckschicht"
wird verdrängt, und die Lötprozedur kann ablaufen.
So, halt ..
> Schritte wie Lötstoplack usw. erspar ich mir, da der Zweck des
Zinns in der Leiterplattenfertigung nun einleuchten dürfte
Da kann nichts einleuchten, weil es gar keinen zwingenden Zusammenhang
zwischen Herstellung und Oberfläche gibt. Die Wahl der Oberfläche hängt
von der späteren Verwendung ab: wie lange soll die Platine lagern, wie
wird sie bestückt (manuell, automatisch?), welche Bauteile (PTH oder
SMD?), welche Vorschriften gibt es (RoHS?), wie stark darf die Platine
verziehen (HAL-Verzinnung ist mit thermischer Belastung verbunden), wie
teuer darf es werden usw.
dietmar und hase, ihr liegt beide falsch!
pcbfreak hat absolut recht! das zinn ist einfach nur resist! dass es
sich darauf schöner löten lässt, ist einfach nur positiver beigeschmack.
informiert euch doch einfach mal bei einem großen
leiterplattenhersteller - gebt euch als "dummer" schüler aus, dann
kriegt ihr das bestimmt schön erklärt!
Ja, und unser "Profi" hat zwar EIN Verfahren beschrieben, aber das wird
eigentlich gar nicht mehr eingesetzt, weil es für heutige Anforderungen
nicht mehr ausreicht. Für feine Leiterbahnen kannst du das Verfahren in
die Tonne hauen.
Es müssten ja ALLE Leiterbahnen verzinnt sein, auch unterm Lötstoplack.
Wie das aussieht, wenn man die Platte in der Welle lötet, kann sich
jeder denken- nämlich Sch....
Dazu kommen abgebrochene Kanten, hervorgerufen durch Unterätzung. Sieht
aus wie eine unterspülte Böschung nach einer Sturmflut. Der Müll liegt
dann unterm Lack und macht saubere Kurzschlüsse.
Daher wird heute beim üblichen HAL (Hot Air Levelling) NACH dem
Aufbringen des Lötstoplacks verzinnt, also partiell. Als Schutz des
oxidationsfreudigen Kupfers reicht das allemal.
Es gibt im übrigen auch Verfahren, die das Kupfer nicht heiss oder
galvanisch beschichten, sondern die Platte mit einem lötfähigen
Schutzlack versehen, hat sich aber nicht durchgesetzt.
> Ja, und unser "Profi" hat zwar EIN Verfahren beschrieben, aber das wird> eigentlich gar nicht mehr eingesetzt,
Ich wollte auch gerade anmerken dass bei den professionell hergestellten
Platinen bei denen ich vom Lotstölack was abgekratzt habe (um z.B. noch
was dran zu löten) immer Kupfer zum vorschein gekommen ist, d.h. nur die
Pads waren verzinnt, aber nicht die Leiterbahnen unter dem Lötstopplack.
Randy
Ich habe hier einige Platinen (DKL, mit Lötstoplack) die als Schutz der
Pads ein organische Schutzschicht haben. Die wird beim löten zerstört
und gibt das Kupfer frei. Finde ich für feines SMD ganz angenehm, weil
es total plan ist. Der Anblick ist nur, wenn man andere Platinen gewönt
ist, etwas gewönungsbedürftig ;)
Viele Grüße,
Martin L.
>Der Anblick ist nur, wenn man andere Platinen gewönt>ist, etwas gewönungsbedürftig ;)
Meinst du Platinen mit grünen Lötstoplack?
Sieht zwar schick aus,aber braucht der Bastler nicht oder
hast du ne Lötwelle?
Deine Rechtschreibung ist aber auch gewöhnungsbedürftig
((wohnen,gewohnt,gewöhnt)meine Eselsbrücke)
Lötkünstler
<mit der Lizenz zum Löten>
> Ich habe hier einige Platinen (DKL, mit Lötstoplack) die als Schutz der
Pads ein organische Schutzschicht haben. Die wird beim löten zerstört
und gibt das Kupfer frei.
Ja, die hatte ich angesprochen. Hat sich wie gesagt nicht so richtig
durchgesetzt, weil teurer als HAL und die Lagerfähigkeit ist auch
schlechter.
Die sind sehr plan wie auch chemisch Zinn oder Gold, aber selbst bei
0,5mm Pitch hatte ich bisher mit HAL keine Probleme. Liegt aber sicher
auch am Hersteller.
Lötkünstler wrote:
> Meinst du Platinen mit grünen Lötstoplack?
DATIV!!! GRÜNEMMMMMM! und es heißt stopp mit zwei 'p'.
> Deine Rechtschreibung ist aber auch gewöhnungsbedürftig> ((wohnen,gewohnt,gewöhnt)meine Eselsbrücke)
merkst jetz selbst, oder?
>Lötkünstler wrote:> Meinst du Platinen mit grünen Lötstoplack?>DATIV!!! GRÜNEMMMMMM! und es heißt stopp mit zwei 'p'.> Deine Rechtschreibung ist aber auch gewöhnungsbedürftig> ((wohnen,gewohnt,gewöhnt)meine Eselsbrücke)>>merkst jetz selbst, oder?
JETZT ja
Nobody is perfect
Lötkünstler
<mit der Lizenz zum Löten> mit dativ