Mahlzeit, habe folgendes Problem:
Ich habe mir ein Labornetzteil gebaut. Dafür hab ich zwei
Laptop-Schaltnetzteile genommen (mit PE-Anschluss an der Steckdose) und
damit zwei Kanäle aufgebaut. allerdings wird die Masse der
Schaltnetzteile ja mit dem PE kurzgeschlossen. So kann ich natürlich die
beiden Kanäle natürlich nicht nach Belieben verwenden und zusammen
schließen.
Falls ich ein-oder beide SNTs nun aber ohne Schutzleiter anklemme, dann
haben sie zwar kein Bezugspotential mehr zueinander, allerdings kommt es
bei SNTs ohne PE doch häufig zu einer Aufladung gegenüber PE.
Wenn ich z.B. meine USB-HD mit SNT über USB an den PC anschließen will,
funkt es beim Anschließen auch kurz, falls ich den Netzstecker schon
vorher eingesteckt habe.
Kann ich diesen Effekt vernachlässigen und den PE abklemmen?
Viele Laptop-NTs haben ja auch keinen PE.
PC: Ein altes PC-Gehäuse dient als Labornetzteilgehäuse und ist geerdet.
Die Laptop-NTs sind in einem Kunststoffgehäuse.
>allerdings wird die Masse der Schaltnetzteile ja mit dem PE>kurzgeschlossen.
Primär- und Sekundärseite haben keine gemeinsame Masse
(Also nicht so wie in alten Fernsehgeräten).
Wenn PE von beiden NTs verbunden ist, dann messe ich an zwischen
Masse_NT1 und Masse_NT2 0 Ohm. Wenn ich die PEs nicht zusammenklemme,
dann geht der Widerstand zwischen den beiden Ausgangsmassen ins
Unendliche.
Folglich gibts doch eine sehr niederohmige Verbindung.
Es handelt sich um folgende Laptop-NTs:
Laptop-Schaltnetzteil TOSHIBA SADP-65KB
von Pollin
Keiner eine Idee?
Das Labtop-NT-Gehäuse besteht ja komplett aus Kunststoff - von dem her
wäre ein PE ja (wie bei vielen anderen Laptop-NTs) nicht nötig.
Aber die werden sich schon was dabei gedacht haben.
Zwischen PE und Phase kann im Gerät ein Kondensator hängen. Wenn du PE
nun nicht anschließt, kann PE evtl. bis auf die Spitzenspannung der
Netzspannung hochgezogen werden, was dann zu den Funken führt, bei denen
sich der Kondensator dann entsprechend umlädt. Gut ist das nicht, würde
ich so nicht betreiben. Grundsätzlich gilt: Jeder Funke ist Stress für
Elektronik und kann im ungünstigen Fall zerstörende Wirkung haben.
Kann mir jemand erklären, wie die Ausgangsmasse sich so hochpushen kann,
dass es funkt? Theroetisch sollte es doch über den Sperrwandler getrennt
sein...
Mit diesen NTs bleibt mir also nix anderes übrig, als die gebrückte
Masse hinzunehmen?
@Winfried:
Also könnte ich am Ausgang eine geschossen bekommen, wenn ich die Masse
anfasse. Mit der Energie, die eben im Y-Kondensators gespeichert ist?
Aber warum funkt es dann auch bei einem Netzteil, das keinen PE und
damit keine EMV Kondensatoren hat, die eventuell mit Masse verbunden
sind?
Mark wrote:
> Also könnte ich am Ausgang eine geschossen bekommen, wenn ich die Masse> anfasse. Mit der Energie, die eben im Y-Kondensators gespeichert ist?
Ja.
> Aber warum funkt es dann auch bei einem Netzteil, das keinen PE und> damit keine EMV Kondensatoren hat, die eventuell mit Masse verbunden> sind?
Weil bei diesen dann die Kondensatoren anstelle von PE an den N und L
hängen. Daher liegt am Ausgang die halbe Netztspannung an (bei einem
sehr geringen Strom)
Verdammte EMV-Maßnahmen.
Dann kann ich den PE nicht weglassen, sonst könnte die Hardware hinter
dem NT das eventuell nicht verkraften, wenn ich da mit der Hand dran
rumspiel...
Ohne in der EMV-Schaltung rumzupfuschen, kann ich dann wohl nichts
machen.
> Zwischen PE und Phase kann im Gerät ein Kondensator hängen.
Und was ist mit einem DVD-Player (oder Fernseher? hab ich noch nicht
ausgemessen), wo ein Kondensator zwischen Phase und (nicht geerdetem)
Metall-Gehäuse hängt? Das Ding hat einen Euro-Flachstecker (=ohne PE).
Wenn ein Scart am Fernseher hängt, funkt es, wenn am anderen Ende die
Schirmung mit dem DVD-Player-Gehäuse zusammenkommt.
Ist sowas überhaupt zulässig?
David Madl wrote:
> Wenn ein Scart am Fernseher hängt, funkt es, wenn am anderen Ende die> Schirmung mit dem DVD-Player-Gehäuse zusammenkommt.
Ja, ist besonders lustig wenn TV + Receiver zusammen angeschlossen sind,
und man dann in einer Hand das Metallgehäuse des Receivers hat, und in
der anderen das Ende des geerdeten Sat Kabels...
> Ist sowas überhaupt zulässig?
Ja. Solange der Strom einen bestimmten Wert nicht überschreitet.
Außerdem schreiben die Hersteller ja immer Netzstecker ziehen bevor man
einen Stecker verändet.
Also solche Funken-Abenteuer kann ich hier nicht erleben. Vielleicht
stimmt bei dir im Haus grundsätzlich was nicht mit dem PE. Miss z.B. mal
die Spannung zwischen PE und Heizung. Auch eine nicht geerdete
Antennenanlage kann manchmal irgendein Potenzial einschleifen, womit es
dann funkt. Wenn dein PE permanent auf 100 V gegenüber deiner Umgebung
liegt, dann funkt es halt bei allen Teilen, die auf Erdpotential
(=Umgebungspotenzial) liegen. Also umgedreht, nicht dein Netzteil hat
dann das Problem, sondern dein PE.
Steckernetzteile, die keinen PE-Anschluß haben, sollten eine Masse
haben, die zu L und N schutzisoliert ist. Also nichts mit Kondensator
etc. Damit auch kein Funken.
Mit PE stimmt alles - da gibt es keine Funken.
Es ist nur so, dass SNTs ohne PE das Ausgangspotential aufladen und dann
funkt es. SNTs mit PE ziehen die Ausgangsmasse auf sich herunter -
zumindest bei meinen beiden Laptop-NTs mit PE.
Schutzisolierung gut, aber diese Kondenstoren werden trotzdem zwecks EMV
eingesetzt. Das sind keine normalen Kondensatoren sondern X oder Y
Kondensatoren. Die unterliegen sehr hohen Sicherheitsstandards (mehrere
kV Durchschlagsfestigkeit) - sind daher auch sehr groß von der
Geometrie. Soweit ich weiß ist das die einzigste Anwendung, für die der
PE herhalten darf (außer die Funktion des Schutzleiters an sich).
Den Effekt mit den SNTs ohne PE hab ich hier im Forum auch schon
gelesen. Hier gabs mal nen Thread, in dem das das Thema war. Weiß leider
nicht mehr welcher.
Winfried wrote:
> Steckernetzteile, die keinen PE-Anschluß haben, sollten eine Masse> haben, die zu L und N schutzisoliert ist. Also nichts mit Kondensator> etc. Damit auch kein Funken.
Dann schraub mal das nächstbeste auf, und wundere dich...