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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Traumberuf finden


Autor: Stefan Helmert (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)
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Hallo,

ich studiere IKT an der Uni. Nun möchte ich gern wissen, wie man seinen 
Traumberuf findet, Es geht mir jetzt nicht darum eine frei Stelle zu 
suchen, sondern herauszufinden, was ich eben 8 Stunden pro Tag machen 
will/kann. Es ist nun mal alles sehr interessant, wenn es was neues ist 
und man hobbymnäßig herumspielen kann. Wenn man dann aber "muss", also 
Termindruck, Verantwortung udn viel Aufwand dahintersteckt, ist es dann 
oft nicht mehr so toll. Ich möchte mich am Freitag Abend auf Montag Früh 
freuen.
Ich habe gehört, dass viel Ingeneurberufe alles andere als kreativ und 
abwechslungsreich sind. Da wird am Design von 
Hochleistungsgrafikrechnern gefeilt, um nach Wochen 0,1 % Performance 
herauszuholen. Jeden Tag sitzt man 10-12 Stunden angespannt und 
unkonzentriert am PC und muss erfolgreich sein. Wenn sich dann nicht der 
erhoffte Erfolg einstellt, man z. B. 2 Wochen gebraucht hat um 0,1 % 
Verzögerungszeit zu optimieren, anstatt eine, muss man mit Jobverlust 
rechnen. Anstatt sich zu freuen, dass der µC jetzt Interrupts 
verarbeitet oder etwas auf dem Display erscheint, hätte man müssen schon 
vor 2 Tagen fertig sein mit dem Projekt. Jeden Tag muss man Angst vor 
dem nächsten Arbeitstag haben, weil man diesmal vielleicht keine große 
Optimierung mehr erreicht. Und am schlimmsten ist es, wenn man dann auch 
noch Dinge machen soll, von denen man gar keine Ahnung hat und es soll 
dabei noch was sinnvolles herauskommen, am besten noch ohne 
Arbeitskollegen, die sich beteiligen, wobei die Existenz der ganzen 
Firma noch von der Arbeit eines Einzelnen abhängt, der gar nicht weiß 
was er da genau tut, sondern nur unverständlichen fremden Code, mit 
unbekonnten C-Erweiterungen zusammenmischt ohne deren Sinn zu können 
oder die Funktion zu durchschauen, wobei dann noch unerwartete Verhalten 
auftrete, die sich kein Mensch erklären kann.
Also das sind sozusagen, die Alptraumberufe, die ich mir vorstellen 
kann. Aber ich wollte von euch mal wissen, ob es auch noch Berufe gibt, 
die wirklich interessant sind. Berufe, bei denen man schnell vorwärts 
kommt, ohne 100te unvollständige/unverständliche Datenblätter zu 
durchsuchen. Allerdings sollte es etwas sein, was nicht schon jeder 
macht. Alle verbessern immer weiter an den Handys herum oder an 
Grafikkarten oder Computern, bis ein Niveau erreicht ist, an dem niemand 
mehr durchsieht. Ich möchte aber einmal eine Tätigkeit machen, wo man 
wirklich noch neues erfindet und sich halt etwas als erstes ausdenkt. 
Ich meine da so etwas, wie die Erfindung der Büroklammer, Locher, 
Tacker... Also einfach, inovativ und so, dass andere immer wieder 
darüber staunen. Ich kenne mich nirgends ganz genau aus. Ich weiß von 
vielen nur etwas. Ich könnte z. B. eine Filter designen (nach 
Formelsammlung, im Elektronikprogramm probieren), aber ich kann keinen 
High-end-DSP-Filter, der mit 
logarithmischer-FFT-Rauschsperren-Dynamikbereichserweiternder Code 
Multiplex Cryptokrafie schmalbandige Übertragungen bei Beibehaltung der 
Gruppenlaufzeit sichere Datenverbindungen im Weltraum ermöglicht.
Also gibt es noch Berufe, die richtig Spaß machen, nicht zu 
anspruchsvoll sind, nur wenige beherrschen und viel Geld bringen?

Autor: Bewunderer (Gast)
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@Stefan,

mein pubertierender Sohn hat die gleichen Ansichten wie Du: viel Kohle 
für wenig Arbeit,und die muß auch noch cool sein.

Soll von Edison sein: "Erfolg ist zu 99% Transpiration und zu 1% 
Inspiration". Oder anders "Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß 
gesetzt".

Wenn Du vielleicht einmal erwachsen geworden bist, wirst Du das 
verstehen.

Autor: Bender (Gast)
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>Also gibt es noch Berufe, die richtig Spaß machen, nicht zu
>anspruchsvoll sind, nur wenige beherrschen und viel Geld bringen?

Zuhälter

Autor: Personaler (Gast)
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oder Dorgendealer

oder Politiker

Autor: Gast (Gast)
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Finger weg von Dorgen! Drogen sind schon schlimm genug.

Autor: Kai (Gast)
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Tja, drum sind Ingenieure gesuchte Leute, weil die sich hinsetzen und 
was produktives machen (immer öfter jedenfalls). Wenn du darauf keinen 
Bock hast, must du dir eben was anderes suchen. Es soll aber auch Leute 
geben, die gerne Probleme lösen und und dafür auch ein Bisschen Stress 
und Aufwand in Kauf nehmen. Ingenieur sein heisst nicht Bastler sein 
(meistens jedenfalls leider nicht), sondern zu wissen was man tut (ohne 
jetzt ambitionierten Hobbyisten auf die Füße treten zu wollen).

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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@Stefan:

Das ist ganz einfach:
Mach Dein Hobby so gut, dass andere dafür zu bezahlen bereit sind :-)

Ich hab mich mit meinem Hobby selbstständig gemacht - und es 
funktioniert sehr gut :-)
Ich arbeite, wann ich will und an Projekten, die ich mir aussuche.
Das kommt Deinem "Traumberuf" schon sehr nah (für mich ist er das ganz 
klar).
Ich freue mich jeden Morgen, wenn ich in mein Büro komme - mittlerweile 
sogar noch mehr als am Anfang, denn nun geht es mir finanziell schon 
recht gut.
Aber Geld ist nicht wirklich wichtig...

> Also gibt es noch Berufe, die richtig Spaß machen, nicht zu
> anspruchsvoll sind, nur wenige beherrschen und viel Geld bringen?

"Nur wenige beherrschen" und "nicht zu anspruchsvoll" kannst Du wohl 
vergessen. Das schließt sich aus.

Christoph

Autor: marco (Gast)
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> Tja, drum sind Ingenieure gesuchte Leute

haben aber ein schlechtes Image und gesucht werden nur erfahrene 
Spezialisten für wenig Geld. Durchschnittliche Anfänger haben ohne 
Vitamin B Null Chancen.

Werde deshalb lieber Lehrer, Arzt, Anwalt, Steuerberater oder 
Vermögensberater. Die jammern zwar auch aber da ist das Verhältnis 
Stress zu Entlohnung noch etwas angemessener als bei Ingenieuren.

> Mach Dein Hobby so gut, dass andere dafür zu bezahlen bereit sind :-)

Wer etwas gut kann, hat noch lange keinen Auftrag, zumindest am Anfang. 
Außerdem wächst man mit seinen Aufgaben und am Anfang fehlt in jeder 
Hinsicht die Erfahrung.
Am einfachsten hat man es da noch als selbstständiger Handwerksmeister. 
Elektroinstallateure und Heizungsbauer werden immer gebraucht. Es gibt 
auch viele Leute, die keinen TV einstellen und keine Antenne ausrichten 
können und diese Dienstleistung gern bezahlen wollen. Diese Leute kaufen 
dann auch Neuanschaffungen bei dir, weil sie zu faul oder zu dumm sind, 
Preise im Internet zu vergleichen und weil du dann diese Geräte nach 
Kundenwunsch konfigurierst.

> Zuhälter

Haben ein noch schlechteres Image als Ingenieure und interessant wäre 
der Beruf für mich nicht. Es gibt wichtigeres als Geld.  Es lohnt 
deshalb nicht, sich einem kriminellen Mileau anzunähern. Aus dem 
gleichen Grund würde ich auch nie im gehobenen Management arbeiten 
wollen, unabhängig der Bezahlung.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Hallo Marco,

> Werde deshalb lieber Lehrer, Arzt, Anwalt, Steuerberater oder
> Vermögensberater. Die jammern zwar auch aber da ist das Verhältnis
> Stress zu Entlohnung noch etwas angemessener als bei Ingenieuren.

Wenn ich mir so die Arbeitszeiten in KH anschaue - ich beneide keinen 
Arzt.
Und das Bild von Lehrern ist wohl noch schlechter als das von 
Ingenieuren.

>> Mach Dein Hobby so gut, dass andere dafür zu bezahlen bereit sind :-)
>
> Wer etwas gut kann, hat noch lange keinen Auftrag, zumindest am Anfang.
> Außerdem wächst man mit seinen Aufgaben und am Anfang fehlt in jeder
> Hinsicht die Erfahrung.

Darum ist eine gründliche Vorbereitung nötig. Wer gut ist, wird früher 
oder später Aufträge haben. Die Startphase ist natürlich immer schwer - 
Mund-zu-Mund-Propaganda benötigt ihre Zeit, ist aber ein Garant für 
ständig steigende Umsätze/Gewinne.

Erfahrungen muss man überall sammeln. Das sollte keine Ausrede sein, es 
nicht zu versuchen. Die Chancen sind deutlich höher als die Risiken.

> Am einfachsten hat man es da noch als selbstständiger Handwerksmeister.
> Elektroinstallateure und Heizungsbauer werden immer gebraucht. Es gibt
> auch viele Leute, die keinen TV einstellen und keine Antenne ausrichten
> können und diese Dienstleistung gern bezahlen wollen. Diese Leute kaufen
> dann auch Neuanschaffungen bei dir, weil sie zu faul oder zu dumm sind,
> Preise im Internet zu vergleichen und weil du dann diese Geräte nach
> Kundenwunsch konfigurierst.

Ja, aber das Arbeitsfeld und die Kundschaft ist eben begrenzt. Mir wäre 
das zu langweilig. Stefan dürfte das ähnlich sehen.

Autor: lol (Gast)
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> Wenn ich mir so die Arbeitszeiten in KH anschaue

Warum keine eigene Praxis?

> Darum ist eine gründliche Vorbereitung nötig. Wer gut ist, wird früher
> oder später Aufträge haben.

Zu großes Risiko, auch wenn man gut ist. Wie soll man vor seinem ersten 
Auftrag beweisen, dass man gut ist? Kann man bei seinem ersten Auftrag 
schon sehr gut sein? Wie holt man die ersten Aufträge? Das ist doch ein 
sehr unsicheres riskantes Geschäft.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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lol wrote:
>> Wenn ich mir so die Arbeitszeiten in KH anschaue
>
> Warum keine eigene Praxis?

Geht natürlich - ist aber bei den sich ständig ändernden 
Rahmenbedingungen nicht wirklich risikoarm - und man hat das nicht 
einmal selbst in der Hand.
Außerdem erfordert das erhebliche Investitionen - und wirklich spannend 
ist der hundertste Bluthochdruck auch nicht mehr.

>> Darum ist eine gründliche Vorbereitung nötig. Wer gut ist, wird früher
>> oder später Aufträge haben.
>
> Zu großes Risiko, auch wenn man gut ist. Wie soll man vor seinem ersten
> Auftrag beweisen, dass man gut ist? Kann man bei seinem ersten Auftrag
> schon sehr gut sein? Wie holt man die ersten Aufträge? Das ist doch ein
> sehr unsicheres riskantes Geschäft.

Sehe ich ganz anders - deswegen ja auch "gründliche Vorbereitung". Dazu 
gehört auch, dass man sich Startaufträge holt. Noch besser sind eigene 
Produkte, die schon vorher nachgefragt werden, anstatt darauf zu setzen, 
dass andere Aufträge vergeben.

Am Anfang muss man natürlich auch mal Aufträge annehmen, die man nicht 
so toll findet. Mit der wachsenden Bekanntheit der eigenen Produkte kann 
man diese Schiene aber relativ zügig zurückfahren und schließlich ganz 
einstellen :-)

Christoph

Autor: lach (Gast)
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> Geht natürlich - ist aber bei den sich ständig ändernden
> Rahmenbedingungen nicht wirklich risikoarm

Ist problemloser und risikoärmer als bei einem Entwicklungsing.


> Außerdem erfordert das erhebliche Investitionen

Auch nicht mehr als anderswo

> und wirklich spannend
> ist der hundertste Bluthochdruck auch nicht mehr.

Jeder Patient reagiert anders und es gibt mehr Krankheiten als dir lieb 
ist.

Arzt sein ist ein totsicheres Geschäft mit kaum Risiko.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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lach wrote:
>> Geht natürlich - ist aber bei den sich ständig ändernden
>> Rahmenbedingungen nicht wirklich risikoarm
>
> Ist problemloser und risikoärmer als bei einem Entwicklungsing.

Sich auf Fremde zu verlassen, halte ich für ein sehr hohes Risiko.

>> Außerdem erfordert das erhebliche Investitionen
> Auch nicht mehr als anderswo

Meines Wissens nach liegen die bei einer Praxisausstattung deutlich im 
sechsstelligen Bereich. Dazu benötigt man Angestellte.
Wenn man als Entwickler startet, benötigt man meist erheblich weniger.

>> und wirklich spannend
>> ist der hundertste Bluthochdruck auch nicht mehr.
>
> Jeder Patient reagiert anders und es gibt mehr Krankheiten als dir lieb
> ist.

Von denen ein Arzt immer nur Bruchteile sieht - "interessante Fälle" hat 
man nicht lange, die gehen weiter zu Fachärzten oder direkt in Kliniken.
Unter "etwas wirklich Neues erfinden" (Stefan) stelle ich mir etwas 
anderes vor.

> Arzt sein ist ein totsicheres Geschäft mit kaum Risiko.

Die Zeiten sind für frisch niedergelassene leider vorbei. Die Gehälter 
und Aufstiegschancen sind maximal mäßig zu nennen.

Christoph

Autor: Stefan Helmert (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)
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Also mir geht es nicht darum ständig viel zu kaufen, weshalb ich viel 
Geld verdienen will. Ich bin zufrieden mit einer 20 m² Wohnung mit 
Internet, Strom, fließend Wasser und zu essen. Heizung und Kühlschrank 
sind ja nicht Lebensnotwendig. Also anders gesagt, ich möchte gern am 
Anfang richtig verdienen, dass ich dann von den Zinsen überleben könnte. 
Es könnte ja passieren, dass ich mal so krank werde, dass ich nicht merh 
arbeiten kann und vielleicht auch Harz 4 abgeschafft wird, denn man hört 
ja in den Medien immer wieder, dass das Geld hinten und vorne nicht mehr 
langt, um Sozialleistungen zu erhalten.
Ich fange ja erst das 2. Semester im Studium an und möchte vielleicht 
auch noch den Doktortitel schaffen, aber nach so langer Zeit befürchte 
ich, ich habe es dann einfach satt oder ich schaffe eine Prüfung nicht. 
Ich bin zwar noch unter den besten (Im Abi der 2.-beste des Jahrgangs), 
aber das kann sich ja jeden Moment ändern. Ich merke auch, dass es immer 
anspruchsvoller wird, hatte ich in der Schule noch ohne zu lernen eine 1 
oder 2 in Mathe, so habe ich heute öfters einmal eine 3. Im Gymnasium 
hatte ich sogar einmal eine 3 in Mathe (LK) auf dem Zeugnis und in der 
Prüfung.
Nun habe ich in der Uni eine Hiwi-Job angefangen und gemerkt wieviel 
Schwächen ich noch habe. Ich musste dort erst noch schnell einige 
Kommandozeilenbefehle für Linux lernen, mit Makefiles kenne ich micht 
noch nicht aus und den Cellprozessor kannte ich bis dahin auch noch 
nicht von innen. Ich habe da die Aufgabe für den Cell-Prozessor ein 
Programm zu schreiben und entsprechend zu dokumentieren. Leider habe ich 
erst nach 30 Stunden Gesamtarbeitszeit herausgefunden, wie man einfache 
DMA-Transfers im Cell durchführt (von der SPU initiiert). Nun muss ich 
in den verbleibenden 60 Stunden (überziehen erlaubt) noch herausfinden, 
wie man einen DMA-Transfer von der PPU initiiert, den Framebuffer 
(Grafik) anspricht und die Software so optimiert, dass nicht unnötig 
Rechenzeit verschenkt wird. Dann muss ich noch wissen, warum manche 
Dinge nicht richtig funktionieren und möglichst das genau Verhalten/die 
Bedeutung bestimmter Funktionen kennen, die ich schon benutzt habe, aber 
noch nicht ganz durchschaut (Verwaltung von threads, laden von 
Programmen, Kontext erstellen). Der Betreuer konnte mir auch das mit dem 
DMA nicht erklären, wie man den in C durchführt, er erwart von mir, dass 
ich das herausfinde und dann entsprechend dokumentiere, damit andere, 
die ihre Diplomarbeit darüber schreiben auf das Wissen und meine 
Beispiele zurückgreifen können, damit sie das verstehen.
Ich möchte nun nicht, dass ich später in einer Firma jeden Tag so 
arbeiten muss, also herumprobieren, versuchen hinter das Konzept/die 
Idee des Erfinders zu kommen und dann etwas zusammenstümperne, wo man 
sich nie sicher sein kann, ob man alles richtig gemacht hat, denn es 
könnte ja sein, man hat die Funktionsweise bestimmter vorgegebener 
C-Funktionen falsch verstanden und dann wird immer wieder ein neuer 
thread erzeugt bis der Großrechner abstürzt oder man hat irgendwo nicht 
sichergestellt, dass die Daten vollständig angekommen sind, ehe sie 
weiter verarbeitet werden oder das Ergebnis vorliegt, wann es gebraucht 
wird oder das Echtzeitverhalten gewährleistet ist oder auch unter allem 
Umständen sich keine Prozesse gegenseitig behindern oder Stacküberläufe 
passieren ohne zu wissen, wie das Betriebssystem die Verwaltung der 
Resourcen genau vornimmt. Es kann ja sein, dass Taskumschaltungen 
passieren, die man nicht erwartet hat und dann gibt es irgendwo einen 
time-out. Woher weiß ich ob spe_programm_load das Programm in den 
Hauptspeicher oder dem Lokalen Speicher läd oder ob das erst bei 
spe_context_run passiert und was passiert bei spe_context_create im 
Hintergrund und und und ....
Ich möchte schon gern genau wissen, was ich mache und am besten vorher 
eine genauen Plan davon im Kopf haben, dass ich nicht 100000 
verschiedene Sachen ausprobiere und hoffe, dass sich jede Funktion so 
verhält, wie ich glaub, wie es sich der Erfinder gedacht hat. Die 
Masterarbeit im 10. Semester muss ja dann viel schwerer werden als der 
Hiwi-Job im 2. Semester. Und dann nach dem Studium wird die Arbeit 
sicher noch anspruchsvoller sein, als die Masterarbeit. Ich weiß nicht, 
ob ich das alles schaffe.
Wie groß sind denn die Herausforderungen als Entwicklungsingenieur 
wirklich?

Autor: Schoasch (Gast)
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Ich will mich auch einmal kurz outen:

Ich bin 19 Jahre alt und beschäftige mich seitdem ich 12 bin mit 
Elektronik. Ich finde es dermaßen interessant, dass ich, wenn ich an 
einem Projekt arbeite, Essen, Schlafen und oft auch das Klogehen 
vergesse und darauf verzichte. Die Sache ist aber die. Ich wollte in die 
µC Produktion einsteigen und Chipdesigner werden. So richtig mit allem 
drum und dran, hochkomplizierte Dinge bei Intel oder AMD und Co machen. 
Aber ich habe keine Chance, ich lebe in Österreich und diese Firmen sind 
entweder in Japan, USA oder an irgendeinen  anderen Arsch der Welt. Nun 
jetzt studerie ich Recht wie meine halbe Verwandschaft vor mir und ich 
bin zufrieden damit. Aber Chipdesigner - dafür würde ich wirklich 
(unübertrieben!) 18 h am Tag für minimale Entlohnung arbeiten. Es ist 
und bleibt ein Mythos für mich. Diese Genies beneide ich wirklich

Autor: Stefan (Gast)
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> Die Zeiten sind für frisch niedergelassene leider vorbei. Die Gehälter
> und Aufstiegschancen sind maximal mäßig zu nennen.

Du solltest nicht jede Propaganda glauben. Gut, Aufstiegschancen sind 
gering. Aber wozu benötigt man die bei einem so sicheren Job? 
Geltungswahn?

Autor: Dieter Werner (dds5)
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@Schoasch

in Österreich gibt es doch Austria Micro Systems (AMS).

Autor: Schoasch (Gast)
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Ach fahr doch ab mit solchen Mini fuzi klitzi Konzernen. In Österreich 
kommt noch hinzu, dass man nirgendwo eine Uni zum studieren von µC 
Technik hat. Elektronik auch nicht, nur Informatik. Und eine 
Fachhochschule besuche ich sicher nicht. Dazu weiß ich schon zu viel 
über Elektronik

Autor: Stefan Helmert (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)
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@Schoasch:
Wieviele Prozessoren hast du schon designed, arbeitest du lieber mit 
Verilog oder VHDL oder verwendest du einen C nach H Compiler? 
Interessieren dich eher RISC oder CISC Prozessoren? Hast du schon einmal 
eine Pipeline implementiert?

Autor: Stefan (Gast)
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@ Schoasch

Als ob man an der Uni was über Elektronik lernt. Die zwei Vorlesungen 
kann man vergessen. Elektrotechnik ist ein sehr theoretisches Studium. 
Die Elektronik kann man sich nur durch Eigeniniative beibringen.

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Stefan wrote:
>> Die Zeiten sind für frisch niedergelassene leider vorbei. Die Gehälter
>> und Aufstiegschancen sind maximal mäßig zu nennen.
>
> Du solltest nicht jede Propaganda glauben.

Das ist keine Propaganda mehr. Ich kenne einige Ärzte recht gut - und 
die ersten Jahre sind schon extrem. Nicht umsonst gehen viele ins 
Ausland.

> Gut, Aufstiegschancen sind
> gering. Aber wozu benötigt man die bei einem so sicheren Job?
> Geltungswahn?

Anspruch an die eigene Arbeit. Stillstand bedeutet Rückschritt.

Mir wäre das deutlich zu trist.

Autor: 6640 (Gast)
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>Ingenieur sein heisst nicht Bastler sein (meistens jedenfalls leider nicht), 
>sondern zu wissen was man tut (ohne jetzt ambitionierten Hobbyisten auf die >Füße 
treten zu wollen).

Wenn man zuviel macht was man schon kann, ist es nicht wirklich 
spannend. Lieber hin und wieder etwas Neues ausprobieren.

Autor: Tommi Huber (drmota)
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>Nun jetzt studerie ich Recht wie meine halbe Verwandschaft vor mir und ich
>bin zufrieden damit.

Du wirst in 10 Jahren sehr glücklich mit deiner getroffenen Entscheidung 
sein.

Autor: C. Steiger (tekka)
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*..mit einem Lappen den Sarkasmus wegwisch..* ;)

Autor: Stefan (Gast)
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> Das ist keine Propaganda mehr. Ich kenne einige Ärzte recht gut - und
> die ersten Jahre sind schon extrem. Nicht umsonst gehen viele ins
> Ausland.

Auch viele Ingenieure gehen erst mal ins Ausland. So what?

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Die Ärzte bleiben aber da :-)

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