komisch, links steht 4100Milliohm, unten 19 Ohm. Der Hauptunterschied
ist wohl das Kernmaterial, die 1. hat Eisnpulver, das hat ein kleineres
µ_r als das Ferrit der 2. Drossel. Damit braucht Nr. 1 mehr Windungen
und hat den höheren DC-Widerstand (4,1/19? Ohm zu 1,1 Ohm), ist aber
vermutlich übersteuerungsfester, kommt also nicht so schnell in die
magnetische Sättigung.
Sie verträgt viel mehr Strom bei einem deutlich niedrigeren
Innenwiderstand.
Spule #2 ist eher als Festinduktivität gedacht für Schwingkreise
o. ä. anstatt als Drossel. Da kommt es auf geringe Verluste im
Arbeitsfrequenzbereich an, während bei einer Verwendung als Drossel
ja induktive Verluste nicht weiter stören (sie soll ja Wechsel-
ströme drosseln).
@Jörg
Wieso sollte ich eine 2A-Drossel nehmen, wenn ich 200mA brauche? Den
Beitrag verstehe ich nicht.
Deiner Erklärung folgend ist also funktionell für meinen Fall egal,
welche dieser Drosseln ich einsetze?
Ob die Drossel nun einen kleinen oder etwas größeren Innenwiderstand hat
spielt keine Rolle, denn die Drossel kommt ja vor den Spannungsregler.
Oder übersehe ich da was?
Aber nachdem du nicht verraten hast, wieviel Strom du durch die Drossel
jagen willst, können wir da nur zur größeren Drossel raten.
Wenn die 12V z.B. nur für ein bischen Analogschaltung gebraucht werden,
mit vielleicht 10mA max. Strombedarf, dann tuts auch die billige
Drossel...
Wenn du da aber mit 400mA durch willst, solltest du die Datenblätter zu
Rate ziehen, wieviel bei soviel Gleichstrombelastung noch von der
Induktivität übrig bleibt.
Edit: zu langsam getippt... also 200mA... gefühlsmäsig würd ich da die
"MESC 100µ" o.ä einsetzen. Macht preislich dann eh nichtmehr viel aus.
@Ernst
Die Drossel 1 kann laut Datenblatt 300mA, also sollte ich bis 300mA
belsten können. Ich denke doch, dass da kleine Reserven drin sind und
die Störspitzen ja nur zeitweise auftreten. Die von Axel angeführte
Drossel ist leider etwas arg groß.
Aber zu meiner Frage weiß ich immer noch nichts. Was spricht gegen
Drossel 2? Wo bzw. wieso ist sie schlechter? Habe ich noch nicht
verstanden. Und die könnte bei deutlich kleinerer Bauform mehr Strom
vetragen.
Könnte mir das bitte noch jemand erklären?
Guck dir einfach mal die Datenblätter an, Angelika hat ja bei allen
drei Stück selbige vorrätig.
Deine #1 und die von Axel sind Drosseln, die vor allem darauf
gezüchtet sind, eine gute Störunterdrückung zu erzielen. Deine #2
ist eine HF-Induktivität, die vor allem erstmal eine hohe Güte
haben soll und einen gleichförmigen Verlauf der Induktivität über
die Frequenz. Aus diesem Grunde haben beide Typen völlig unter-
schiedliche Kurven in den Datenblättern.
Wenn du dir die Induktivität der #2 umrechnest in |Z| wie bei #1,
wirst du feststellen, dass #1 selbst noch bei etwas höheren
Frequenzen eine gute Störunterdrückung bietet, bei der #2 bereits
am Ende ihrer Leistungsfähigkeit ist. Erst oberhalb der
Parallelresonanz (bei der die Wicklungskapazität mit der Induktivität
einen Schwingkreis bildet), lässt das Dämpfungsvermögen nach. Dafür
erkaufst du dir das bei #1 mit einer etwas größeren Baugröße und
einem höheren Innenwiderstand, damit also mit größeren thermischen
Verlusten. Bei 200 mA wirst du bei #1 bereits eine leichte Erwärmung
feststellen können (164 mW Verlustleistung).
Axels Variante ist einfach mal 'ne Nummer größer, sicher in der
Annahme gepostet, dass bei einem Kfz.-Einbau normalerweise die Größe
nicht so tragisch ist. (Außerdem hattest du die Stromaufnahme deines
Geräts nicht angegeben.) Damit reduzieren sich die thermischen
Verluste erst einmal. Andererseits ist sie auch mit deutlich höherer
Induktivität dimensioniert als die in der d.s.e.-FAQ genannten 47 µH.
Das erhöht einerseits die Dämpfung bei niedrigen Frequenzen, senkt
aber andererseits die obere Frequenzgrenze, bis zu der sie wirklich
noch dämpft. Ob das nun gut oder schlecht ist, hängt vor allem davon
ab, in welchem Frequenzbereich die Störer zu erwarten sind, die du
mit der Drossel bekämpfen möchtest.
@Jörg
Vielen Dank. Ich will damit drehzahlabhängiges Surren (im Radio hörbar)
unterdrücken. Diese Störungen kommen vermutlich von der LiMa. Da es ein
helles Surren ist, denke ich mal, dass das Frequenzen zwischen 7 und
15kHz sind. Würde für diese Frequenzen also Drossel 2 auch
funktionieren?
Ein Autoradio das mit 100 mA auskommt, das nenne ich Energieffizient ;-)
Also raten wir mal ...
Es ist ein Diesel.
Das knarren kommt nicht durch das Autoradio sondern wird durch ein
externes Wiedergabegerät über einen Audio-In - Port eingekoppelt und
mach sich bemerkbar, wenn über den Stromanschluss des
Zigarettenanzünders der tragbare mp3-Player mit strom versorgt wird.
Sowas in der Art?
Ja, sowas in der Art. Ich hatte ja auch nicht geschrieben, dass das
Radio die 200mA braucht und auch nicht, dass das Störgeräusch durch das
Radio kommt, sondern dass es dort hörbar ist.
Es ist aber kein Knarren, sondern ein helles drehzahlabhängiges Surren.
Und ich brauche jetzt keinen Mantelstromfilter. Der ist noch größer. Mit
der von mir angegebenen Drossel 1 funktioniert die Entstörung prima.
Frage ist nur, kann ich auch Drossel 2 nehmen.
Austesten kann ich das im Moment leider nicht, weil mir dieses spezielle
Auto im Moment nicht zur Verfügung steht. Deshalb dachte ich, es könnte
mir hier jemand helfen.
Micha wrote:
> Die Drossel 1 kann laut Datenblatt 300mA, also sollte ich bis 300mA> belsten können. Ich denke doch, dass da kleine Reserven drin sind und> die Störspitzen ja nur zeitweise auftreten. Die von Axel angeführte> Drossel ist leider etwas arg groß.>> Aber zu meiner Frage weiß ich immer noch nichts. Was spricht gegen> Drossel 2? Wo bzw. wieso ist sie schlechter? Habe ich noch nicht> verstanden. Und die könnte bei deutlich kleinerer Bauform mehr Strom> vetragen.> Könnte mir das bitte noch jemand erklären?
Ok, da muss man ein wenig ausholen:
Eine Drosselspule funktioniert über auf/abbauen eines Magnetfeldes.
Bei einer Spule an Wechselstrom wird also das Kernmaterial abwechselnd
in die eine, dann in die andere Richtung magnetisiert.
Deine Spule wird jedoch hauptsächlich von Gleichstrom durchflossen, die
Wechselspannung(s-Störungen) sind eher Nebensache.
Durch den Gleichstrom-Anteil wird der Kern jetzt nur noch in EINE
Richtung magnetisiert, durch den überlagerten AC-Teil halt mal mehr und
weniger stark.
Dummerweise lässt sich der so "vorbelastete" Kern nun nicht mehr so gut
Magnetisieren => die Induktivität sinkt.
Im Extremfall ist der Gleichstrom-Anteil so stark, dass der Kern seine
max. Magnetisierbarkeit erreicht, er "geht in die Sättigung". Dann hat
der Kern keinen Einfluss mehr auf die Induktivität, es bleibt also nur
noch die Induktivität einer Luftspule mit den selben Abmessungen zurück.
Fazit:
Induktivität einer Spule (mit Kern) hängt vom durchfließenden
Gleichstrom ab.
Und:
Wenn der für die Spule verwendete Draht 300 mA aushält, heißt das noch
lange nicht, dass die Spule bei 300mA noch ihre Nenninduktivität hat.
Micha wrote:
> [...] Mit> der von mir angegebenen Drossel 1 funktioniert die Entstörung prima.> Frage ist nur, kann ich auch Drossel 2 nehmen.
Wenn du die Frage so gleich zu Anfang gestellt hättest, hätte es einen
Haufen an Diskussion vermieden.
Wenn #1 funktioniert, warum willst du unbedingt #2 nehmen? Die ist in
der Länge 2,5 mm und in der Diagonale des Vierkants gerade mal 1 mm
kleiner. Ist dein Platz wirklich so knapp, dass du das brauchst?
Wenn ja, dann nimm #2, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie auch
funktioniert. Wenn nicht, dann nimm #1, da du von der ja bereits
weißt, dass es damit klappt.
@Ernst
Danke für die Erklärung. Soweit ist mir das "Verhalten" von
Spulen/Induktivitäten klar. Aber woher weiß ich nun, wieviel Strom ich
durch die Drossel schicken kann, ohne dass sie nennenswert ihre von mir
gewünschte Funktion verliert? Und warum soll Drossel 1 funktionieren und
Drossel 2 nicht?
@Jörg
Okay, hätte ich vermutlich dazuschreiben sollen. Ich dachte ich könnte
gleich noch was dabei lernen, wenn mir jemand den Unterschied dieser
beiden Drosseln erklären würde.
Und es ist wirklich ein Platzproblem. Ausserdem verträgt Drossel 2
deutlich höhere Ströme und wird so, wenn ich das richtig verstehe, erst
viel später in die Sättigung gehen. Und dieses würde ja heißen, dass sie
sicherer den von mir gewünschten Effekt hat?!
> Und ich brauche jetzt keinen Mantelstromfilter.
Ich frage mich, wer etwas von Mantelstromfilter geschrieben hat ...
egal. Dein Problem ist noch kleiner und (und sicherer) zu lösen, denn
das Problem ist hinreichend bekannt aber für so einen b(p)issigen
Kommentar kannst Du auch selber etwas Googeln.
also das drehzahlabhängige Pfeifen wird durch die Stromversorgung des
externen Gerätes eingespeist? Ist es bei Batteriebetrieb dieses Gerätes
weg? Wenn ja musst du die Stromversorgung dieses Gerätes glätten.
Ich würde hier eher zu dieser Drosselspule greifen um eine tiefere
Grenzfrequenz zu erreichen da der Henry-Wert die Grenzfrequenz bestimmt
http://www.reichelt.de/?;ARTICLE=3508
Du richtest dich am besten nach deinem Strom, angenommen dein externen
Zuspieler braucht 200mA dann nimmst du einen Drossel die für 200mA
ausgelegt ist und den größten Henry-Wert hat den du findest. Wenn du
eine Drossel nimmst die für 1A ausgelegt ist dann ist diese viel größer
und wird einen geringere Henry-Wert haben. Da für einen größeren Strom
der Leitungsquerschnitt dicker sein muss wodurch nicht mehr soviele
Windungen auf den Kern passen darum muss dann ein größerer Kern her, was
dann auch teurer wird.
Ein Entstörfilter der für ein älteres Autoradio (z.B. 2A) ausgelegt ist
hat eine viel bessere Filterwirkung als ein Entstörfilter für eine
Endstufe (z.B. 40A), da hier der Kern nicht beliebig groß ausfallen darf
sonst wäre das Teil einfach zu groß und zu teuern wodurch es auch keiner
mehr Kaufen würde.
Kannst ja mal im Wikipedia nach Frequenzweichen suchen
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/6/67/Weiche2weg2ord.png. Ist ja
das selbe Thema du willst ja möglichst nur Gleichstrom durchlassen also
eine möglichst tiefe Grenzfrequenz und eine möglichst hohe Steilheit
erreichen. Die Spule läßt also Tiefe Frequenzanteile durch und ein
Kondensator nur hohe die Henry bzw. Farad Werte bestimmen die jeweilige
Grenzfrequenz und durch kombination von 2 oder 3 Bauteilen steigt die
Steilheit also 12db/Okt oder 18db/Okt
Bei Batteriebetrieb ist kein Surren zu hören. Bei Standgas allerdings
auch nicht. Erst wenn die Motordrehzahl hoch geht, wird das Surren
entsprechend lauter und wenn mich nicht alles täuscht, auch in der
Frequenz.
Allerdings bin ich jetzt wieder etwas verwirrt. Nun kann ich also doch
bis zur Nennstromstärke der Drossel belasten?
Wenn ich eine Drossel vom Typ Drossel 2 nehme, dann kann ich deutlich
höhere Induktivitäten bei gleicher Baugröße erreichen. Also doch Drossel
2?
Hallo,
ich meine nicht Batteriebetrieb des Autos sondern Batteriebetrieb des
Players. Also Player wird von seinen eigenen Batterien gespeist(keine
Verbindung zum Fahrzeg nur über Chinch zum Autoradio, Verstärker oder wo
du das auch immer hingibst), Auto läuft auf hoher Drehzahl.
@Thomas
Oh...da kann ich leider nichts dazu sagen. Der Player hat nur einen
12V-Eingang, ist also für Batterie-Betrieb nicht ausgelegt. Ich könnte
mal versuchen, ein Steckernetzteil aufzutreiben und dann das ganze
anzuschließen. Das kann ich vielleicht morgen tun.
Allerdings: wenn die Drossel 1 bereits die Störungen abfängt, kanns ja
eigentlich nur über die 12V-Leitung kommen?!
@Micha: Hast du noch ne Autobatterie? Dann könntest du mal mit dieser
deinen Player versorgen. Das es in die Chinchleitungen einstreut halte
ich für sehr unwarscheinlich. Willst du deinen Filter nur in deine
Zuleitung zum Player setzen? Ich würde diese lieber hintern den
Zigarettenanzünder bauen dann hast du da immer "sauberen Strom" egal
welches Gerät dahinterhängt.
Die Anzünder sind mit etlichen Ampere abgesichert. Beim ersten
Rauchversuch fackelt (mindestens) die Drossel ab, zum Abgewöhnen doch
etwas drastisch.
Arno
Mit dem Zigarettenanzünder ist das etwas riskant. Das sehe ich auch. Ich
weiß, ich ecke jetzt wieder gewaltig an, aber irgendwie driftet das
ganze ab und meine Frage ist immer noch unbeantwortet.
Diee Entstörung funktioniert ja schon mit Drossel 1.
Aber wo ist der Unterschied zwischen Drossel 1 und 2 und kann ich für
meinen Zweck genausogut Drossel 2 verwenden? Immerhin verträgt Drossel 2
(ich rede jetzt mal von der Baureihe) bei gleichen Abmessungen größere
Ströme. Und wenn ich das vorhin richtig verstanden habe, sollte ich die
Induktivität so groß wie möglich wählen, was dann ja einfacher geht.
Aber Thomas sagt, ich kann mit dem Strom bis zum Nennstrom gehen, andere
sagen das ich das auf keinen Fall darf...wer kann das aufklären?
1) Glaube nicht alles was im Forum steht. Ich bin auch nicht der
Drossel-Papst, hab nur ein wenig Erfahrung wg. Schaltregler-Bau...
2) Datenblatt anschauen.
Im Anhang ein Graph aus dem Datenblatt der SMCC-Serie bei Reichelt:
die SMCC 100µH geht bis etwa 300mA bevor die Induktivität sinkt. Also
hat Reichelt nicht die max. Drahtbelastbarkeit angegeben, sondern
wieviel DC-Current die Drossel sinvoll abkann. Also, diese Drossel wird
wohl passen.
Danke. Ich denke, Drossel 2 ist sogar besser, weil sie ihren Widerstand
bei einer niedereren Frequenz erreicht und damit die schnellen kurzen
Transienten besser wegfiltern. Richtig?
> Tex macht jetzt einen auf Böckchen
Nein, um 16:00 Feierabend. Könnte es sein dass hier jemand leicht
paranoid veranlagt ist? ;-)
@Cerberus.
USB stimm schon, aber ich meine es war ein Palm T3. Ist aber egal. Es
funktioniert jedenfalls mit Palm und MP3-Player 1A.
Nun, wenn Du meinst, dass Du paranoid bist, dann wäre es ratsam nach
16:00 zum Arzt zu gehen...
Deine Lösung ist ganz toll, hat hiermit nur fast nichts zu tun.