Das ist ein sehr interessantes Thema und man sollte vor allem sehr
vorsichtig sein mit den Begriffen: Eine Arbeitnehmerbeteiligung und eine
Gewinnbeteiligung sind zwei völlig verschiedene Dinge.
1. Arbeitnehmerbeteiligung:
Heißt das in deinem Fall, dass du quasi Anteile an der Firma erhältst?
Also im Prinzip sowas wie Aktien? Wenn ja, dann bist du ja sozusagen ein
Modellfall für die Politk, denn der sog. Aktivlohn ist ja immer wieder
mal ein Lieblingsthema der Union. Ich hab damit nur ein ganz konkretes
Problem: Sollte dir Firma pleite machen, dann trägst du als Arbeitnehmer
gleich doppeltes Risiko. Erstens verlierst du deinen Job, zweitens
verlierst du einen Teil deines Vermögens (die "Aktien" der Firma). Nur
zur Erinnerung: Ein jeder Vermögensberater empfiehlt Diversifikation...
2. Gewinnbeteiligung:
Kommt zum üblichen, hoffentlich ordentlichen, Lohn eine Prämie als
Gewinnbeteiligung hinzu, dann ist das eine sehr ordentliche und für
beide Seiten faire Sache. Allerdings sollte man als Arbeitnehmer diese
Prämie imemr als eine Sonderzahlung behandeln und nicht damit planen wie
mit dem normalen Gehalt.
Kritisch wird diese Sache mit der Gewinnbeteiligung allerdings
volkswirtschaftlich: Nehmen wir mal für einen Moment an, 30% der
Lohnsumme in Deutschland wäre irgendwann in der Zukunft eine von den
Unternehmens-Gewinnen abhängige Prämie. Plötzlich bricht die Konjunktur
ein, und diese Prämien werden nicht mehr gezahlt, weil die
Unternehmensgewinne anstatt um 15% nur noch um 7% gewachsen sind. Was
wird wohl passieren? Natürlich sparen die Unternehmen erstmal viel Geld
ein, sie können ihre Kosten dynamisch anpassen. Allerdings wird dieser
Kaufkraftentzug die Binnennachfrage massiv Schwächen und so garantiert
die Krise (welche ja der Auslöser war) erheblich verschlimmern und die
Volkswirtschaft in eine scharfe Rezession führen.
Gruß
F.B.