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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Amazon FreeRTOS vorgestellt


Autor: Christoph B. (birki2k)
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Der FreeRTOS Kernel ist nun in der Version 10 verfügbar, gleichzeitig wurde das um IoT-Funktionalität erweiterte Amazon FreeRTOS vorgestellt. Mit Letzterem soll die Entwicklung von sicheren, auf Mikrocontroller basierenden Endgeräten erleichtert werden.

Bei Amazon FreeRTOS handelt es sich um ein auf dem beliebten FreeRTOS-Kernel basierendes Betriebssystem, das Bibliotheken für vernetzte Geräte und deren sichere Internetanbindung bereitstellt. Unter anderem sollen so die Verschlüsselung und das Verwalten von Schlüsseln auf einfache Weise möglich sein. Weiter sind Bibliotheken zur Verwaltung von WLAN-Verbindungen vorhanden, in den kommenden Wochen soll noch ein Code-Signing-Feature hinzugefügt werden.

Den Schritt, sich unter die Obhut von Amazon Web Services (AWS) zu begeben, begründet FreeRTOS-Gründer Richard Barry mit dem gestiegenen Aufwand, das vor 15 Jahren gegründete Projekt aufrechtzuerhalten. So sei es zuletzt immer schwerergefallen, den Wünschen der Nutzer bezüglich Support und Funktionsumfang nachzukommen. Mit AWS sei es möglich, dem Open-Source-Gedanken weiterhin gerecht zu werden und das Projekt auch für kommerzielle Nutzung kostenlos bereitstellen zu können.

Der Kernel selbst wurde ebenfalls erweitert, so wurden in der aktuellen Version Stream und Message Buffer hinzugefügt. Neu ist auch die Lizenz, diese ändert sich von einer angepassten GPLv2 auf die MIT-Lizenz. Diese soll die Verwendung für Firmennutzer und OSH-Projekte vereinfachen. Der Kernel wird laut Projektgründer auch weiterhin ohne Zwang zur Nutzung von Amazon Web Services quelloffen verfügbar bleiben.

Durch die Zusammenarbeit zwischen AWS und Chipherstellern stehen bereits Bibliotheken für verschiedene Entwicklungskits zur Verfügung. So eignen sich etwa das B-L475E-IOT01A Discovery Kit von ST, das CC3220SF-LAUNCHXL von TI und das LPC54018 IoT Module von NXP für den schnellen Einstieg.


: Verschoben durch Admin
Autor: Lars R. (lrs)
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Das erinnert mich stark an Android.

Der Unterschied ist nur, Android hat zu mehr Konkurrenz bei den 
Herstellern geführt.

Autor: Qwert (Gast)
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Gibt es irgendwo die letzte GPLv2 version?

Autor: Andreas (Gast)
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Qwert schrieb:
> Gibt es irgendwo die letzte GPLv2 version?

Die MIT-Lizenz macht weniger Einschränkungen als GPL. Du kannst Code 
unter MIT-Lizenz jederzeit forken und unter GPLv2 weiterführen (ob das 
eine gute Idee wäre sei mal dahingestellt).

Autor: Ma Win (mawin_offiziell)
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Andreas schrieb:
> Du kannst Code
> unter MIT-Lizenz jederzeit forken und unter GPLv2 weiterführen

Natürlich nicht.
Die Lizenz kann nur der Urheberrechtsinhaber ändern.
MIT bleibt MIT.

Autor: Andreas (Gast)
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Zitat Aus der MIT-Lizenz:

Permission is hereby granted, free of charge, to any person obtaining a 
copy of this software and associated documentation files (the 
"Software"), to deal in the Software without restriction, including 
without limitation the rights to use, copy, modify, merge, publish, 
distribute, sublicense, and/or sell copies of the Software...

Die Diskussion passt hier vielleicht nicht ganz ins Forum, das wurde an 
anderer Stelle schon zu Genüge diskutiert 
(https://softwareengineering.stackexchange.com/a/105926).

Autor: Ma Win (mawin_offiziell)
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Andreas schrieb:
> Die Diskussion passt hier vielleicht nicht ganz ins Forum, das wurde an
> anderer Stelle schon zu Genüge diskutiert
> (https://softwareengineering.stackexchange.com/a/105926).

Hast du den Link selbst auch gelesen?

>Therefore, if you relicense the code under the GPL, and keep the MIT notice, then 
you've satisfied the terms of the MIT license and may legally redistribute the 
code.

Die MIT-Lizenz darfst du eben nicht entfernen.
D.h. du darfst den Code nicht unter der restriktiveren GPL 
Re-Lizenzieren.

Du darfst den MIT-Code aber in anderem GPL-Code integrieren. Das heißt 
aber nicht, dass der MIT-Code dann plötzlich GPL wird.

Autor: Andreas (Gast)
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Ma W. schrieb:
> D.h. du darfst den Code nicht unter der restriktiveren GPL
> Re-Lizenzieren.

Du kannst aber deinen Fork unter der GPL weiterführen, d.h. eigene 
Hinzufügungen unter GPL lizenzieren. Du kannst natürlich niemandem 
irgendwelche Rechte am ursprünglichen Code wieder wegnehmen die er schon 
durch die MIT-Lizenz erhalten hat.

Autor: Nils P. (torus)
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Hab ich was verpasst, oder ist es das ganz normale FreeRTOS mit ein paar 
optionalen Amazon Libraries ontop?

Okay, bei FreeRTOS sind die Stream und Message Buffer dazugekommen, aber 
sonst hab ich keine signifikanten Änderungen erkennen können.

Raider heist jetzt Twix :-)

Autor: Lars R. (lrs)
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Manche Projekte starten nur erfolgreich mit MIT-Lizenz.
Manche Projekte starten nur erfolgreich mit GPLv2-Lizenz.

Die Frage, von "Amazon FreeRTOS" abgesehen ist doch: Warum wird jetzt 
auf  auf MIT umgestellt.

Natürlich besteht jetzt unmittelbar und funktional kein Bedarf, den 
letzten Stand mit GPL unter einem Fork weiter zu führen.

Jedoch, zukünftig wird es aufgrund von Inkompatibilität eventuell zu 
spät sein.


Nils P. schrieb:
> Hab ich was verpasst, oder ist es das ganz normale FreeRTOS mit ein paar
> optionalen Amazon Libraries ontop?
>
> Okay, bei FreeRTOS sind die Stream und Message Buffer dazugekommen, aber
> sonst hab ich keine signifikanten Änderungen erkennen können.

Die Frage ist doch nicht, was der Stand jetzt, sondern zukünftig. 
Android hat auch nicht mit Version 1.0 angefangen, alle Deine Daten 
abzugreifen.


Vor Google-Map gab es Kartenprogramme. Diese waren sehr teurer. 
Allerdings gibt es auch OpenSteetMap. Dessen "Marktanteil" ist aufgrund 
von Google Map jedoch relativ gering.


Mit Wikipedia hätte es auch anders laufen können. IMHO schwer zu sagen, 
ob Wikipedia von Null weg in der heutigen Zeit noch eine Chance hätte.


...und was ist nun hier die Motivation für "Amazon FreeRTOS" (anstatt 
ein paar Interfaces) sowie die Umstellung auf MIT?

Autor: Andreas (Gast)
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Lars R. schrieb:
> Die Frage, von "Amazon FreeRTOS" abgesehen ist doch: Warum wird jetzt
> auf  auf MIT umgestellt.

Steht in der Ankündigung von Amazon 
(https://aws.amazon.com/blogs/opensource/announcing...):

> FreeRTOS was created in 2003 by Richard Barry. It rapidly became popular, 
consistently ranking very high in EETimes surveys on embedded operating systems. 
After 15 years of maintaining this critical piece of software infrastructure with 
very limited human resources, last year Richard joined Amazon.

> Today we are releasing the core open source code as FreeRTOS kernel version 10, 
now under the MIT license (instead of its previous modified GPLv2 license). 
Simplified licensing has long been requested by the FreeRTOS community. The 
specific choice of the MIT license was based on the needs of the embedded systems 
community: the MIT license is commonly used in open hardware projects, and is 
generally whitelisted for enterprise use.

Autor: Alex Ge (dragongamer)
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Nils P. schrieb:
> Hab ich was verpasst, oder ist es das ganz normale FreeRTOS mit ein paar
> optionalen Amazon Libraries ontop?

Erstmal ja, aber könnte mir vorstellen dass Amazon da mehr mit vorhat.
Für jemanden als Nutzer der darauf entwickeln will hat das halt den 
Vorteil dass Kompatibilität mit den libraries garantiert ist.

Mit Android damals ist das allerdings kaum vergleichbar. Android war bei 
weitem nicht in so einem praktisch nutzbaren Zustand damals als es von 
Google einverleibt wurde.

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