Zwei Bauteile teilen sich einen Abblockkondensator

OP Persönliche Seite #5097842
Hallo,

Spricht etwas dagegen, dass sich zwei Bauteile einen Abblockkondensator 
teilen? Bei einem Layout habe ich gerade den symmetrisch Fall, dass 
dieser genau zwischen den Bauteilen sitzt. Muesste doch eigentlich 
gehen?
Angehängte Dateien:
Gast #5097862
Mark W. schrieb:
> Dann gehts ja. In meinem Fall sind es APA102

Bei denen dürfte kräftig zutreffen und durch die PWM mit 580Hz/19.2kHz 
sind die zwar nicht die schnellsten, machen aber reichlich 
'Schwankungen' im Strom den sie ziehen.
Berichte mal, ob es damit Probleme gab.
Gast #5098119
Mark W. schrieb:
> Spricht etwas dagegen, dass sich zwei Bauteile einen Abblockkondensator
> teilen?

Wenn sie nahe beieinander liegen, nicht - entscheidend ist nur die 
Leitungslänge zum IC-Pin.

Schlimm ist es nur, wenn man sowieso gemurkst hat und die Spannung am 
Abblockkondensator schon kräftig einbricht, dann bekommt das auch das 
andere IC mit, aber da liegt der Fehler auch woanders.

Georg
Gast #5098341
Ohne Analyse der Versorgungsimpedanz der Platine und ohne Wissen um den 
(transieten) Strombedarf der Bauteile kann man da sowieso keine konkrete 
Aussage machen.

Wie schon gesagt, wird das in den meisten Fällen funktionieren.

Ein grundsätzliches Problem gibt es da nicht.

Hauptsache die Leitungen vom Kondensator zu den Versorgungspins sind 
möglichst nieder-induktiv, also die Vdd- und GND-Leitungen spannen eine 
möglichst kleine Fläche auf.
#5099366
Ds Datenblatt verlangt überhaupt keine Kondensatoren, und das ist gut 
möglich, da es sich um eine MOS-Schaltung handelt.
U.U. können solche Schaltungen sogar einen völligen Zusammenbruch der 
Speisepannung vertragen ohne ihren Zustand zu verändern.
#5099427
Mark W. schrieb:

> Also die Leitungen vom C zum Bauteil sind ca. 1.5mm lang.

Müssen sich die Anschlussleitungen für das zweite IC nicht über-
kreuzen und sind allein deshalb schon länger? Bei einem solchen
Soderfall sollten die Anschlussleitungen für die Betriebsspannung
zweckmäßigerweise an dem Kondensator und nicht an die IC-Beine
gehen.
OP Persönliche Seite #5099431
Harald W. schrieb:
> Mark W. schrieb:
>
>> Also die Leitungen vom C zum Bauteil sind ca. 1.5mm lang.
>
> Müssen sich die Anschlussleitungen für das zweite IC nicht über-
> kreuzen und sind allein deshalb schon länger? Bei einem solchen
> Soderfall sollten die Anschlussleitungen für die Betriebsspannung
> zweckmäßigerweise an dem Kondensator und nicht an die IC-Beine
> gehen.

Also die liegen seitenverkehrt gegenueber.
Im Moment habe ich es gerade so wie im Anhang, bin aber noch dabei.
Angehängte Dateien:
OP Persönliche Seite #5099446
Hp M. schrieb:
> Ds Datenblatt verlangt überhaupt keine Kondensatoren, und das ist gut
> möglich, da es sich um eine MOS-Schaltung handelt.
> U.U. können solche Schaltungen sogar einen völligen Zusammenbruch der
> Speisepannung vertragen ohne ihren Zustand zu verändern.
Das Datenblatt ist jetzt nicht gerade das Ausfuehrlichste, was ich je 
gesehen habe. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Waere ja toll, 
wenn die Dinger ganz ohne Abblockkondensatoren zuverlaessig arbeiten.
Angehängte Dateien:
Gast #5099468
Wenn die Bauteile so "Strapazierfähig" sind was die Ruhe auf der 
Versorgungsleitung betrifft, so gäbe es noch einen Kompromiss: Die 
zweifache Kapazität.
Ich gehe mal davon aus, dass über 0603 geredet wird. Da sollte der 
Fußabdruck von 100 nF auch 220 nF aufnehmen können.
#5099478
@ Mark W. (kram)

>Das Datenblatt ist jetzt nicht gerade das Ausfuehrlichste, was ich je
>gesehen habe.

Elementare Grundlagen werden nicht immer wieder vorgekaut.

> Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Waere ja toll,
>wenn die Dinger ganz ohne Abblockkondensatoren zuverlaessig arbeiten.

NEIN!!!! Das Ding ist ein aktiver Digital-IC, der braucht UNBEDINGT 
einen Entkoppelkondensator!!!

https://www.mikrocontroller.net/articles/Kondensator#Entkoppelkondensator

Man muss da nicht um den letzten mm Leitungslänge feilschen! Pack ihn 
nah an den IC und fertig.
#5099605
Falk B. schrieb:
>> Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Waere ja toll,
>>wenn die Dinger ganz ohne Abblockkondensatoren zuverlaessig arbeiten.
>
> NEIN!!!! Das Ding ist ein aktiver Digital-IC, der braucht UNBEDINGT
> einen Entkoppelkondensator!!!

Warte es doch ab.
Ich habe es schon erlebt, dass RAMs bei normaler Temperatur trotz 
(absichtlich) abgeschalteter Versorgung ihre Information sekundenlang 
behalten haben. Je kälter es ist, umso länger geht das gut.
Gast #5099754
Falk B. schrieb:
> NEIN!!!! Das Ding ist ein aktiver Digital-IC, der braucht UNBEDINGT
> einen Entkoppelkondensator!!!

Hp M. schrieb:
> Warte es doch ab.

Falk, du hast vergessen dass du hier im Forum für alternative Elektronik 
bist, hier haben ICs keine Abblockkodensatoren, LEDs keine 
Vorwiderstände und 230V-Leitungen keinen grösseren Abstand als der 
LP-Fertiger verlangt, und Datenübertragungen brauchen keine 
GND-Verbindung. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Georg
#5099789
>Ich habe es schon erlebt, dass RAMs bei normaler Temperatur trotz
>(absichtlich) abgeschalteter Versorgung ihre Information sekundenlang
>behalten haben. Je kälter es ist, umso länger geht das gut.
Ich noch nicht. Aber die Theorie gibt Dir natürlich recht.


Unsere Sicherheitskeksperten propagieren so etwas ja immer dann, wenn 
sie Ihre Daseinsberechtigung beweisen müssen, oder neue Mittel brauchen.

Man stelle sich vor: Ich verlasse meinen Rechner, mit hochgeheimen 
Daten. Dann kommt der böse Bube um die Ecke, schockgefriert meinen 
Rechner in Mikrosekunden um dann die Daten aus dem Speicher auszulesen.
Naja.

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