hi,
brauchen die Informatiker Physik im Studium? Ich habe mir schon bei
einigen Fh's und Uni's die Pläne angeschaut und selten wird dort Physik
gelehrt, ist es so, dass die Informatiker kein Physik, Regelungstechnik
usw. brauchen? Ich dachte immer, dass es ohne nicht gehen wird.
Ich verstehe auch eins nicht, warum wird oft an den FH's so ein Fach wie
Programmieren gelehrt. Die Maschinenbauer, auch an der FH, lernen doch
nicht wie man ein Auto repariert.
beck's schrieb:> einigen Fh's und Uni's die Pläne angeschaut und selten wird dort Physik> gelehrt
Such mal nach Technischer Informatik (manchmal Computer Engineering). Da
wird hardwarenäher gearbeitet und Physik und E-Technik ist oft mit
dabei.
beck's schrieb:> Ich verstehe auch eins nicht, warum wird oft an den FH's so ein Fach wie> Programmieren gelehrt. Die Maschinenbauer, auch an der FH, lernen doch> nicht wie man ein Auto repariert.
Schwachsinnige Bemerkung.
beck's schrieb:> Ich verstehe auch eins nicht, warum wird oft an den FH's so ein Fach wie> Programmieren gelehrt. Die Maschinenbauer, auch an der FH, lernen doch> nicht wie man ein Auto repariert.
Wenn du als Informatiker nicht programmieren kannst, dann bist du nur
ein halber Informatiker.
Das klingt etwas provokant, ist aber so von mir nicht gemeint. Was ich
sagen will ist, dass man heutzutage ganz oft was programmieren musst;
als E-Techniker und als Informatiker.
Gruß,
Mark
beck's schrieb:> brauchen die Informatiker Physik im Studium? Ich habe mir schon bei> einigen Fh's und Uni's die Pläne angeschaut und selten wird dort Physik> gelehrt, ist es so, dass die Informatiker kein Physik, Regelungstechnik> usw. brauchen? Ich dachte immer, dass es ohne nicht gehen wird.
Zu meiner Zeit gehörte zum Inf-Studium zwingend ein Nebenfach, wie
beispielsweise Linguistik, Verkehrstechnik, Energietechnik - und für die
ganz hartgesottenen auch E-Technik.
Die von dir angesprochenen Themen sind nicht zentral in den Grundthemen
der Informatik, sondern betreffen allenfalls einzelne Schwerpunkte. Wo
sollte die Physik (als Studieninhalt) eine Rolle spielen? Die Chips
produzieren die E-Techniker, nicht die Infs.
Mark schrieb:
> Wenn du als Informatiker nicht programmieren kannst, dann bist du nur> ein halber Informatiker.
Oder ein halber Mathematiker ;-). Es gibt Einsatzbereiche, in denen
Programmierung keine Rolle spielt. Beispielsweise im eher
theoretischen Bereich, aber nicht nur dort.
Wobei Grundlagen der Programmierung Bestandteil des Studiums sind, aber
das macht die Absolventen nicht zu tauglichen Programmierern, sondern
nur zu Leuten die ungefähr wissen was das ist. Oft reicht das im Job
aus, viele Informatiker programmieren wenig bis überhaupt nicht.
Aber natürlich gibts auch unter den Infs welche, die es können sollten,
die es auch tun, aber deren entsprechende Ergebnisse nur mit Kotztüte
goutiert werden sollten.
A. K. schrieb:> Die von dir angesprochenen Themen sind nicht zentral in den Grundthemen> der Informatik, sondern betreffen allenfalls einzelne Schwerpunkte. Wo> sollte die Physik (als Studieninhalt) eine Rolle spielen? Die Chips> produzieren die E-Techniker, nicht die Infs.
ja aber Sachen wie Regelungstechnik, Informationstheorie und Codierung,
Signalverarbeitung sollte jeder Informatiker, egal ob technik,
wirtschaft oder allgemein, machen. Die E-Techniker lernen unter anderem
auch Informatik(1-3), Software Engineering, Software Engineering mit
Pattern...und oben genannte Fächer sowieso.
z.B. in Rgb
http://www.hs-regensburg.de/fileadmin/fhrweb/files/fachbereiche/fb_et/pdf/modulhandbuch/1_Modulhandbuch_BA_EI_14.07.2010.pdf
beck's schrieb:> Ich verstehe auch eins nicht, warum wird oft an den FH's so ein Fach wie> Programmieren gelehrt.
Weil Programmerstellung zwar nicht für jeden im Beruf eine zentrale
Rolle spielt, aber für viele dann doch. Wobei verschiedene
Studienschwerpunkte da in unterschiedlichem Mass damit zu tun haben. Und
Programmieren ist zwar etwas, von der fast jeder glaubt, das kann er
auch so. Nur ist das Ergebnis nicht unbedingt etwas, womit ein andere
dann freiwillig zu tun haben will.
"Programmieren" ist zudem ein weit allgemeinerer Begriff als "Autos
bauen". Besser vergleichbar wäre beispielsweise
"Echtzeitprogrammierung". Und sowas wir sehr wohl gelehrt.
Wenn sich dann herausstellen sollte, dass der Begriff "Programmierung"
im Vorlesungsverzeichnis von FHs öfter zu finden ist als bei Unis, dann
ist das eher der klassischen Rollenverteilung Praxis vs. Grundlagen zu
verdanken. Bei Unis findet sich auch Programmierung im Studium, aber
verteilt auf andere Fächer, und manchmal einfach schöner klingend. ;-)
beck's schrieb:> ja aber Sachen wie Regelungstechnik,> Signalverarbeitung
Weshalb sollte das für jeden Inf interessant sein? Das sind ziemlich
spezielle Bereiche, die für Leute mit Schwerpunkten wie Datenbanken oder
Computerlinguistik verschwendete Zeit sind.
> Informationstheorie und Codierung,
Gabs zu meiner Zeit unter genau diesem Namen, aber IIRC nicht für alle
verpflichtend, sondern abhängig vom Schwerpunkt. Taucht heute evtl.
verkürzt in irgendwelchen anderen Fächern auf, weil:
Man sollte auch nicht vergessen, dass der Student irgendwann fertig
werden muss. Wenn man alle Themen, die einem selbst als absolut relevant
vorkommen, und davon etliche eher unterschiedlich gewirkte Leute
zusammen nimmt, dann landet man bei einer Mindestudiendauer von 25
Semestern oder alternativ beim 40-Stunden-Tag.
ein Informatiker der nicht programmmieren kann, hat es am Arbeitsmarkt
sehr schwer. Abgefahrene Theorie braucht man in der Praxis eher selten,
aber selbst dann muss diese Theorie auch implementiert werden. Zumindest
sollte ein Informatiker von den Grundlagen Ahnung haben.
Auch wenn immer mehr gute Jobs für Informatiker etwas weiter weg gehen
von der Programmierung, ist es auch als Consultant oder Projektleiter
gut, wenn man mal programmiert hat um z.B. Aufwände und Risiken
einschätzen zu können
MINTAkademiker schrieb:> Zumindest sollte ein Informatiker von den Grundlagen Ahnung haben.
Korrekt, das sollte er. Aber da kommt er m.E. formell kaum herum,
beispielsweise dank verpflichtender Kurse und programmierungsbezogenen
Aspekten in etlichen Vorlesungen. Wieviel davon hängen bleibt, wenn ihm
das nicht so liegt, das ist eine andere Frage.
A. K. schrieb:> Weshalb sollte das für jeden Inf interessant sein? Das sind ziemlich> spezielle Bereiche, die für Leute mit Schwerpunkten wie Datenbanken oder> Computerlinguistik verschwendete Zeit sind.
So ein Studiengang wie "Schwerpunkten wie Datenbanken" existiert nicht,
d.h. es sollten grundlagen gelehrt werden. Wie soll ein Informatiker
dann in der Luft- und Raumfahrttechnik oder bei Kernkraftwerken
arbeiten, wenn er keine Ahnung von Regelungstechnik, Signalverarbeitung
usw. hat. Für mich sind es reine Grundlagen, die ein Informatiker wissen
sollte. Sonst ist der Informatiker nur für DB, .NET, Java, WEB, SAP und
OOP gut, sonst nutzlos.
Sogar bei Spieleprogrammierung, Simulationen und und und werden Sachen
wie Physical engine und Physikalische Grundlagen stark gebraucht.
beck's schrieb:> So ein Studiengang wie "Schwerpunkten wie Datenbanken" existiert nicht,> d.h. es sollten grundlagen gelehrt werden.
Ich habe das ja auch nicht Studiengang genannt, sondern "Schwerpunkt".
So hiess es damals. Heute nennt Stuttgart das "Vertiefungslinie", und da
finde ich anno 2009 neben der allgemeinen Datenbank-Grundlagenvorlesung:
"Vertiefungslinie Datenbanken und Informationssysteme: Data-Warehouse,
Data-Mining und OLAP-Technologien".
Und nun erzähl mir mal, wozu jemand mit dieser Verteifungslinie
Regelungstechnik braucht.
> Wie soll ein Informatiker> dann in der Luft- und Raumfahrttechnik oder bei Kernkraftwerken> arbeiten,
Wenn er sich in "Verteilte KI und Bildverstehen" vertieft hat, dann
könnte das einer Bewerbung für den Einsatz im Steuerbereich eines KKW
tatsächlich etwas im Weg stehen.
Andererseits hat dein studierter Signal- und Regelungstechniker
vielleicht keinen blassen Schimmer von der 3D-Programmierung im Bereich
von Grafiksystemen.
Ergo: Du kannst in einem endlichen Studium mit endlicher
Aufnahmefähigkeit nicht alles haben. Genau deshalb gibts ja diese
Vertiefungslinien.
> Sogar bei Spieleprogrammierung, Simulationen und und und werden Sachen> wie Physical engine und Physikalische Grundlagen stark gebraucht.
Aber der wiederum braucht kein Data Mining oder OLAP und kann auch den
Compilerbau links liegen lassen.
beck's schrieb:> So ein Studiengang wie "Schwerpunkten wie Datenbanken" existiert nicht,> d.h. es sollten grundlagen gelehrt werden.
Aber welche Grundlagen?
ist "Physik" über Abi hinaus Grundlage?
oder doch eher Mathematik?
oder vielleicht Chemie?
Oder sollte man die Grundlagen der Sozialpädagogik in das
Infomatikstudium integrieren? (Täte manchem Inf. nicht schecht...)
> Wie soll ein Informatiker> dann in der Luft- und Raumfahrttechnik oder bei Kernkraftwerken> arbeiten, wenn er keine Ahnung von Regelungstechnik, Signalverarbeitung> usw. hat.
Darum sollte das Kernkraftwerk (bzw. die Hersteller dessen
Regelungstechnik) einen Informatiker einstellen, der genau das gelernt
hat.
Und die MRT/CT-Bauer schnappen sich halt einen Informatiker, der seinen
Schwerpunkt eher auf Signal- und Bildverarbeitung gelegt hat.
> Für mich sind es reine Grundlagen, die ein Informatiker wissen> sollte.
Dann studier das halt so. Aber erwarte nicht, dass das alle (insb.
Personlachefs) das so sehen.
> Sonst ist der Informatiker nur für DB, .NET, Java, WEB, SAP und> OOP gut, sonst nutzlos.> Sogar bei Spieleprogrammierung, Simulationen und und und werden Sachen> wie Physical engine und Physikalische Grundlagen stark gebraucht.
Darum nimmt man für Spieleprogrammierung ein Team aus Physiker und
Programmierer. Informatiker werden da eher weniger gebraucht.
Edding schrieb:> Darum sollte das Kernkraftwerk (bzw. die Hersteller dessen> Regelungstechnik) einen Informatiker einstellen, der genau das gelernt> hat.
Vorausgesetzt es findet sich ein besser passender bezahlbarer Kandidat.
Aber nicht jeder arbeitet da, wo er hinstudiert hat. Studium heisst:
"der kann (hoffentlich) lernen", nicht: "der weiss schon alles, was er
für dem Job wissen muss".
Und so sucht eben die eine Firma jemanden, der exakt passt und ist
bereit, dafür entsprechend zu zahlen. Die andere sucht jemand, der ins
klamme Budget passt, und ist bereit, es auch mit jemandem zu versuchen,
der nicht schon fix und fertig ankommt.
> Darum nimmt man für Spieleprogrammierung ein Team aus Physiker und> Programmierer. Informatiker werden da eher weniger gebraucht.
Bischen passende mathmatische Grundlagen dürften aber auch nicht
schaden. Siehe die Vertiefungslinien "Graphische Ingenieursysteme" und
der "Visualisierung und Interaktive Systeme" in
http://kvv.informatik.uni-stuttgart.de/chapter.php?user=741820&term=2009.2&lang=de&id=inhdv.
A. K. schrieb:>> Darum nimmt man für Spieleprogrammierung ein Team aus Physiker und>> Programmierer. Informatiker werden da eher weniger gebraucht.>> Bischen passende mathmatische Grundlagen dürften aber auch nicht> schaden.
Jup, war etwas überspitzt. Obwohl, heutzutage klickt man sich PhysX dazu
und ist fertig ;)
A. K. schrieb:> Studium heisst:> "der kann (hoffentlich) lernen", nicht: "der weiss schon alles, was er> für dem Job wissen muss".
So sollte es sein... Hängt halt stark von der Hochschule und den
gewählten Fächern ab (ich versuch jetzt mal den obligatorischen FH<>UNI
Flamewar zu vermeiden) und da gibt es so ziemlich alles von
"Java Programmierkurs mit ein wenig Zusatz-Theorie" bis zu
"Mathematik-Studium mit Wahl-Übungsfach Haskel-Programmierung". Und alle
dürfen sich nachher (Dipl.-) Informatiker schimpfen.
Zu den neuen Bachelor/Master-Informatikern kann ich nix sagen, da sind
noch keine fertigen in der Nähe aufgeschlagen.
Informatiker machen sicher keine Physik. Das machen die Physiker besser.
Die Physiker koennen in dieser Hinsicht sicher auch besser
Programmieren. Als Informatiker sollte man das machen was die anderen
nicht koennen, zB Datenbanken, Web, udgl.
A. K. schrieb:> viele Informatiker programmieren wenig bis überhaupt nicht.
Das Gegenteil ist meine Erfahrung.
Ab PL programmiert man nicht mehr; bis dahin aber ist nunmal die Arbeit
die gemacht werden muss.
Edding schrieb:> Darum nimmt man für Spieleprogrammierung ein Team aus Physiker und> Programmierer. Informatiker werden da eher weniger gebraucht.
Physiker braucht man dafür sicher nicht. Programmierer also Informatiker
sicher - was man an Physik für ein Spiel derzeit umsetzen kann ist nicht
sonderlich kompliziert - das kann wer programmieren kann, programmieren.
Alles andere wäre auch Unsinn. Irgendein abstaktes Modell muss letztlich
programmiert werden - die Programmierung ist weit komplizierter und
intellektuell anspruchsvoller als das physikalische Modell - das kann
jeder Ingenieur im Halbschlaf hinschreiben - aber vielleicht nicht
programmieren.
Diesen Mythos Informatiker ~= Programmierer erzählt man den
Studienanfängern - die Wirklichkeit ist aber anders, und zwar so, dass
wer nicht programmieren kann, auch kein Informatiker ist.
Das wäre ja vergleichbar einem E-Techniker der nicht mal eben einen
neuen Widerstand einlöten kann.
Mini Nilp schrieb:> nformatiker machen sicher keine Physik. Das machen die Physiker besser.> Die Physiker koennen in dieser Hinsicht sicher auch besser> Programmieren. Als Informatiker sollte man das machen was die anderen> nicht koennen, zB Datenbanken, Web, udgl.
Web?
Was die Informatik ausmacht und was den Inforamtiker vom gemeinen
Programmierer abhebt ist sein Wissen über Komplexitätstheorie,
Algorithmen, relationale Algebra und all das. Da muss der Informatiker
seine Kollegen gezielt korrigieren. Aber: Informatiker ist nicht gleich
Informatiker. Die von der Universität kommen um die Komplexitätstheorie
nicht rum. Bei der FH ist es von Einrichtung zu Einrichtung verschieden.
Ich habe mal einen Absolventen der FH Kaiserslautern kennengelernt, der
nichts über Graphentheorie wusste. Aber ich kenne auch einen BA-Student,
der halbwegs bescheid wusste, dass es da was mit Knoten und Kanten gibt.
Das ist von Einrichtung zu Einrichtung verschieden.
Wenn ich darüber entscheiden müsste, ob jemand eingestellt wird oder
nicht, dann würde ich sehr genau darauf achten, ob er in dem
Themengebiet der theoretischen Informatik bewandert ist. Wer im Studium
keine dicken Bretter bohrt, bleibt ein Dünnbrettbohrer. Vorlesungen über
"Web-Technologien" sind doch zum Haare raufen.
Zum Ursprungsthema. Informatik ist näher an der Mathematik als manch
einem Studenten lieb ist. Der technische Teil ist vorhanden, aber auf
einer abstrakteren Ebene in Form von And-, Nand-, Or-Gattern usw. Wer
E-Technik im Nebenfach hat, wird dann mehr kennenlernen.
Informatik/Physik ist eine sehr interessante Kombination, die ich auch
gerne gemacht hätte. Wurde bei uns nicht angeboten, als habe ich
E-Technik gemacht.
Wir waren sozusagen die Elite. Die Abbrecherquote in Informatiker war
hoch; manche hat man recht schnell nie mehr gesehen. Aber der Kern, der
E-Technik im Nebenfach hatte, blieb immer erhalten und hat das Studium
recht schnell und erfolgreich abgeschlossen.
Beim Informatiker verkümmert zwangsläufig die Infenitesimalrechnung,
weil man doch hauptsächlich Algebra betreibt und hauptsächlich mit
ganzen Zahlen operiert. Als Physiker wirst du hoffentlich mit Integralen
nur so bombadiert.
Philip schrieb:> Beim Informatiker verkümmert zwangsläufig die Infenitesimalrechnung,> weil man doch hauptsächlich Algebra betreibt und hauptsächlich mit> ganzen Zahlen operiert. Als Physiker wirst du hoffentlich mit Integralen> nur so bombadiert.
soll ich das so verstehen, dass im Informatikstudium mehr Algebra als
Analysis gemacht wird?
Komplexitätstheorie hin oder her, im Beruf wird es schnell überflüßig
sein. Die meisten Inf. programmieren sowieso und in der Praxis oft sind
die Fachfremde oder Fachinformatiker bessere Programmierer als
Informatiker selbs und ohne Komplexitätstheorie, Berechenbarkeitstheorie
und Automatentheorie jemals gehört zu haben.
Heinrich schrieb:>> viele Informatiker programmieren wenig bis überhaupt nicht.>> Das Gegenteil ist meine Erfahrung.> Ab PL programmiert man nicht mehr; bis dahin aber ist nunmal die Arbeit> die gemacht werden muss.
Vorausgesetzt man arbeitet in einem Job, in dem es wesentlich um
Programmerstellung geht. Daher sind persönliche Erfahrung so eine Sache.
Es gibt nämlich auch Firmen, die nicht von der Erstellung von Programmen
leben und die trotzdem Informatiker brauchen können. Da kanns dann
leicht passieren, dass Programmierung nur einen eher geringen Anteil hat
(meinereiner ist so einer, aber davon kenne ich auch noch mehr).
> Alles andere wäre auch Unsinn. Irgendein abstaktes Modell muss letztlich> programmiert werden - die Programmierung ist weit komplizierter und> intellektuell anspruchsvoller als das physikalische Modell - das kann> jeder Ingenieur im Halbschlaf hinschreiben - aber vielleicht nicht> programmieren.
Insbesondere wenn man sich ansieht, wie heutige Grafiklösungen aussehen
und was darin für die Zukunft noch vorgesehen ist. Massiv nebenläufige
Programmierung schüttelt man nicht eben mal so aus dem Ärmel. Schon
sowas wie der nicht mehr ganz frische Cell Prozessor einer PS3 will erst
einmal verstanden und beherrscht werden.
Ich will damit nicht sagen, dass Physiker das nicht hinkriegen. Aber
wenn, dann nicht weil sie Physiker sind, sondern weil sie gut sind, und
weil sie das Talent für die Modellierung der Vorgänge haben. Als Inf hat
man reale Chancen, den Grundlagen dazu in nicht allzu vergangenen
Studienzeiten schon man begegnet zu sein.
Philip schrieb:> Informatik/Physik ist eine sehr interessante Kombination, die ich auch> gerne gemacht hätte. Wurde bei uns nicht angeboten, als habe ich> E-Technik gemacht.
Eine solche Kombination, nämlich Inf mit Nebenfach Physik, hatte ich
auch vermisst. Und mal nachgefragt, ob sich jemand sowas aumalen könnte.
Nur konnten sich die Physiker nicht vorstellen, wie man deren ja auch
nicht grad kleines Fach so eindampft, dass ein passables Nebenfach draus
wird.
> Wir waren sozusagen die Elite. Die Abbrecherquote in Informatiker war> hoch; manche hat man recht schnell nie mehr gesehen. Aber der Kern, der> E-Technik im Nebenfach hatte, blieb immer erhalten und hat das Studium> recht schnell und erfolgreich abgeschlossen.
Für die Nebenfach-E-Techniker hatte man sich eine besondere Schikane
ausgedacht. Indem man von deren heftigen 4 Grundlagenvorlesungen nur die
beiden letzten anrechnete. Aber es war natürlich klar, dass man ohne die
beiden ersten kaum ein Wort verstehen würde. Das hat diese Kombination
nicht wirklich populär gemacht. Mords Zeitaufwand.
> Beim Informatiker verkümmert zwangsläufig die Infenitesimalrechnung,> weil man doch hauptsächlich Algebra betreibt und hauptsächlich mit> ganzen Zahlen operiert. Als Physiker wirst du hoffentlich mit Integralen> nur so bombadiert.
Ist nicht so, dass man als Inf keinen begegnet. Aber mit völlig anderem
Ziel als bei den Mathematikern. Die Mathematikern reicht es, wenn
beweisen kann, dass sie berechenbar sind. Wenn es länger dauert als das
Universum Zeit hat und mehr Platz braucht als Atome da sind, dann ist
das denen völlig wurscht. Als Inf geht es eher darum, sie auch ganz
praktisch berechnen zu können, und vorzugsweise noch mit verlässlichem
Ergebnis trotz endlicher Genauigkeit der Rechenschritte.
>Eine solche Kombination, nämlich Inf mit Nebenfach Physik, hatte ich
auch vermisst. Und mal nachgefragt, ob sich jemand sowas aumalen könnte.
Nur konnten sich die Physiker nicht vorstellen, wie man deren ja auch
nicht grad kleines Fach so eindampft, dass ein passables Nebenfach draus
wird.
Das Problem ist dass der Beginn der Physik aus 4 Semestern Mathematik
besteht. Wenn man die Physik nun verkuerzt bleibt nur noch die
Mathematik uebrig. Das wird dann eher trocken ... Die Funktionalanalysis
geht ja noch, Differentialgeometrie, usw.
ich habe diesen Beitrag gefunden' und frage ich mich auch, ob
Informatiker Regelungstechnik etc.brauchen. oder ob iInformatik
überhaupt was mit Technik zu tun hat. ich bin der Meinung,
Regelungstechnik brauch jeder ing.
Dafür kann ich den Thread gerade noch nutzen.
Bei der Sichtung einiger Studiengänge (Informatik) und auch sogar der
techn. Informatik finde ich bisher keine Physik als Grundlagenfach.
Verstehe ich jetzt nicht so ganz. Die Physik war früher als
Leistungsfach fast üblich als gute Grundlage für ein
technisch-orientiertes Studium.
Wenn es jetzt halt so ist, kann man das ja so festhalten. Dann macht man
aber besser auf dem Gymn. ein anderes Leistungsfach.
Was habt ihr jetzt alle mit Physik? Finger weg wenn ihr kein Lehrer
werden oder den Rest eures Lebens in einem staubigen, schlecht zahlenden
Forschungsinstitut verbringen wollt. Ein ehemaliger Schulkamerad war
Jahrgangsbester und hat kürzlich seinen Master in Physik ebenfalls als
einer der Besten abgeschlossen. Er hat keinen vernünftigen Job gefunden
und promoviert jetzt.
BWLer schrieb im Beitrag #6474690:
> ne fette qualle kann jeder finden
Haha :))
Da muss ich dir recht geben. Ich habe für einen coolen Einzelgänger
Single mehr Respekt übrig als für diese Gestalten, die eine fette Sau
aus Verzweiflung als Freundin nehmen.
AVR schrieb im Beitrag #6474702:
> BWLer schrieb:>> ne fette qualle kann jeder finden>> Haha :))>> Da muss ich dir recht geben. Ich habe für einen coolen Einzelgänger> Single mehr Respekt übrig als für diese Gestalten, die eine fette Sau> aus Verzweiflung als Freundin nehmen.
Irgendwann darfst du auch mal ran
Purzel H. schrieb:> Das Problem ist dass der Beginn der Physik aus 4 Semestern Mathematik> besteht. Wenn man die Physik nun verkuerzt bleibt nur noch die> Mathematik uebrig. Das wird dann eher trocken ... Die Funktionalanalysis> geht ja noch, Differentialgeometrie, usw.
Bei mir war es Analysis 1 und 2, sowie Lineare Algebra 1.
Den Schein für Analysis 2 habe ich nicht gemacht, aber mit den beiden
anderen konnte man schon ins Vordiplom.
Weich W. schrieb:> Was habt ihr jetzt alle mit Physik? Finger weg wenn ihr kein Lehrer> werden oder den Rest eures Lebens in einem staubigen, schlecht zahlenden> Forschungsinstitut verbringen wollt. Ein ehemaliger Schulkamerad war> Jahrgangsbester und hat kürzlich seinen Master in Physik ebenfalls als> einer der Besten abgeschlossen. Er hat keinen vernünftigen Job gefunden> und promoviert jetzt.
Das scheint mir das Schicksal vieler Physiker zu sein und die verkaufen
sich dann billig in die Firmen und werden alsbald Teamleiter, weil sie
zur richtigen Entwicklung nicht taugen!
Heute auch wieder jemanden kennengelernt im Projekt:
Laut Internet ist der Herr Physiker, ist seit 2005 im Job, hat zunächst
Mathematik gemacht und sich die Elektronikentwicklung - konkret FPGAs -
selber beigebracht, womit er seit 6 Jahren arbeitet. Berufserfahrung hat
er an einem wissenschaftlichen Institut, wo er promoviert hat. Übliche
Designprozesse kennt er nicht, weil man weis wie dort gearbeitet wird:
Alles aus dem Stehgreif, ohne Plan und aus dem Kopf mit vielen
Absprachen und Änderungen - zusammengearbeitet mit vielen jungen
unerfahrenen Leuten, die auch keine Methoden richtig kennen, weil alles
Seiteneinsteiger. Die Inhalte dort sind zwar wissenschaftlich, aber die
Umsetzung in Software und HWardware weit weg von gut und böse.
Nu isser Teamleiter und hat eigentlich nur Anfängerfragen gestellt. Man
fragt sich, wie die was hinbringen wollen. Die Fehler, die beschrieben
wurden, die sie in den Designs haben, riechen auch nach typischen
Softwareentwicklerfehlern und ihrem seuqenziellen Denken.
Danilo schrieb:> Kann also fast weg das Fach.
Was aber soll jemand, der Abi macht stattdessen nehmen?
Nur Informatik und Mathe?
Physik wie es an der Schule gelehrt wird, ist allgemein genug, dass es
verwendungsfähig ist. Was mich nur wundert ist, wieviele sich als
Physiker spezialisieren, um dann als verkappter Softwarewareentwickler
zu enden.
Ramon Romero schrieb:> wieviele sich als Physiker spezialisieren
Ein Physiker ist genau das Gegenteil von spezialisiert. Der ist
prinzipiell sehr breit aufgestellt, weshalb der Physiker auch oft
Richtung Teamleiter geht. Das kann er nicht nur in der Software, sondern
auch Elektronik, Mechanik, Vertrieb oder auch sogar im technischen
Produktmanagement.
Ramon Romero schrieb:> Danilo schrieb:>> Kann also fast weg das Fach.>> Was aber soll jemand, der Abi macht stattdessen nehmen?> Nur Informatik und Mathe?>> Physik wie es an der Schule gelehrt wird, ist allgemein genug, dass es> verwendungsfähig ist. Was mich nur wundert ist, wieviele sich als> Physiker spezialisieren, um dann als verkappter Softwarewareentwickler> zu enden.
Das war von mir provokant gemeint weil es war und bleibt mein
Lieblingsfach. Zudem eröffnete das Wissen einen Zugang zu viele Fächern
im Ing.-Studium.
Mathe u. Informatik (letzteres als LK) würden vsl. im Inf.-Studium mehr
helfen. Geht bei denen am Gymn. aber auch nicht. Was mich sogar noch
mehr wundert.
Weich W. schrieb:> Ein ehemaliger Schulkamerad war> Jahrgangsbester und hat kürzlich seinen Master in Physik ebenfalls als> einer der Besten abgeschlossen. Er hat keinen vernünftigen Job gefunden> und promoviert jetzt.
So unterschiedlich ist die Welt, mein Sohn promoviert auch gerade in
Physik und wird schon seit 5 Jahren von einer kleinen Hitech Firma
umworben danach unbedingt bei ihnen anzufangen.
Udo S. schrieb:> und wird schon seit 5 Jahren von einer kleinen Hitech Firma> umworben
Wie lange will er noch promovieren?
Hoffentlich gibt es diese kleine Firma nach Abschluss der Promotion
noch.
Konrad Lima schrieb:> Wie lange will er noch promovieren?> Hoffentlich gibt es diese kleine Firma nach Abschluss der Promotion> noch.
Das übliches Geschwätz einiger.
Die Firma hat schon während seines Studiums die Fühler ausgestreckt und
ist in den letzten 10 Jahren so gewachsen, dass sie inzwischen das
zweite mal ein neues Firmengebäude baut.
Ein Physiker muss sich im Moment keine Sorgen um einen Job machen ausser
er ist ein völliger Nerd der sich überhaupt nicht verkaufen kann.
Manchmal denke ich der eine oder andere hier sollte seine eigene
gescheiterte Karriere nicht verallgemeinern.
Udo S. schrieb:> Ein Physiker muss sich im Moment keine Sorgen um einen Job machen ausser> er ist ein völliger Nerd der sich überhaupt nicht verkaufen kann.
Mit dieser Beschreibung hast du den typischen Physiker sehr gut
charakterisiert. Daher muss er sich in der Regel eben doch Sorgen um
einen Job machen.
Senf D. schrieb:> Mit dieser Beschreibung hast du den typischen Physiker sehr gut> charakterisiert.
Mit dieser Aussage hast du eindrucksvoll bewiesen dass du
Physikstudenten nur aus amerikanischen Fernsehserien kennst.
Udo S. schrieb:> Senf D. schrieb:>> Mit dieser Beschreibung hast du den typischen Physiker sehr gut>> charakterisiert.>> Mit dieser Aussage hast du eindrucksvoll bewiesen dass du> Physikstudenten nur aus amerikanischen Fernsehserien kennst.
Sei gnädig mit ihm. Senf fühlt sich minderwertig ggü. Physikern.
Hier leben so einige Foristen ihre Komplexe aus.
Pleitegeier schrieb:> Sei gnädig mit ihm. Senf fühlt sich minderwertig ggü. Physikern.
Nein, das tue ich nicht. Ich kenne da nur so einige Exemplare im
weiteren Bekanntenkreis, die jegliche Klischees und Vorurteile
bestätigen. Aber mir ist auch klar, dass nicht alle Physiker so sind,
daher schrieb ich auch vom "typischen Physiker".
Udo S. schrieb:> Ein Physiker muss sich im Moment keine Sorgen um einen Job machen
Was kann denn ein Physiker "im Moment" so für gefragte Sachen, die ein
E-Techniker, Informatiker oder Maschinenbauer nicht besser kann?
Weich W. schrieb:> Was kann denn ein Physiker "im Moment" so für gefragte Sachen, die ein> E-Techniker, Informatiker oder Maschinenbauer nicht besser kann?
Physik.
Sensorik z.B ist ein weites Feld auf dem sich ziemlich viel tut.
Udo S. schrieb:> Weich W. schrieb:>> Was kann denn ein Physiker "im Moment" so für gefragte Sachen, die ein>> E-Techniker, Informatiker oder Maschinenbauer nicht besser kann?>> Sensorik z.B ist ein weites Feld auf dem sich ziemlich viel tut.
Antennen sind eigentlich auch Sensorik, da glänzt ein Phyiker auch mehr
als der Absolvent der Hilfswissenschaft Informatik. Ein
Experimentalphysiker sollte auch die Fehlerrechnung ausreichend
beherrschen um sich durch die EMV zu lavieren.
Und GPS funktioniert auchnur richtig wenn man die Relativitätstheorie
beherrscht und korrigierend rausrechnet.
https://www.physik.uni-bielefeld.de/~yorks/pro13/liedeker.pdf
Udo S. schrieb:> Ein Physiker muss sich im Moment keine Sorgen um einen Job machen ausser> er ist ein völliger Nerd der sich überhaupt nicht verkaufen kann.
Die wurden bei uns alle wieder rausgeworfen, weil sie sich zu blöd
angestellt hane in der Softwareentwicklung. Angeblich können die ja
alles und sich schnell einarbeiten aber ausser ner grossen Klappe war
bis jettzt nicht viel dahinter. Nur weil man Dreifachintegrale
runterleiern kann kann man noch lange keine Software entwickeln. Jeder
Fachinformatiker hat die nass gemacht. Deshalb bekommen Physiker und
Mathematiker direkt ne Absage wenn die hier aufschlagen.
Schleimfasten schrieb:> Deshalb bekommen Physiker und> Mathematiker direkt ne Absage wenn die hier aufschlagen.
Ich habe gehört dass Fachinformatiker als vegane Köche auch nicht so
toll sein sollen.
Oder was möchtest du uns mit deiner Sammlung an Klischees sagen?
Senf D. schrieb:> Pleitegeier schrieb:>> Sei gnädig mit ihm. Senf fühlt sich minderwertig ggü. Physikern.>> Nein, das tue ich nicht. Ich kenne da nur so einige Exemplare im> weiteren Bekanntenkreis, die jegliche Klischees und Vorurteile> bestätigen. Aber mir ist auch klar, dass nicht alle Physiker so sind,> daher schrieb ich auch vom "typischen Physiker".
Ach, deine anekdotische Evidenz wieder.
Wie groß muss der Anteil der "Klischee-Physiker" an der Gesamtmenge
aller Physiker denn deiner Meinung nach sein, damit der
"Klischee-Physiker" als typisch gilt?
Schon mehr als 50 % oder?
Also schließt Du von einigen Physikern aus deinem Bekanntenkreis auf >
50 % der Grundgesamtheit?
Oder ist für dich "typisch", was du so im Fernsehen siehst?
Schleimfasten schrieb:> Udo S. schrieb:>> Ein Physiker muss sich im Moment keine Sorgen um einen Job machen ausser>> er ist ein völliger Nerd der sich überhaupt nicht verkaufen kann.> Die wurden bei uns alle wieder rausgeworfen, weil sie sich zu blöd> angestellt hane in der Softwareentwicklung. Angeblich können die ja> alles und sich schnell einarbeiten aber ausser ner grossen Klappe war> bis jettzt nicht viel dahinter. Nur weil man Dreifachintegrale> runterleiern kann kann man noch lange keine Software entwickeln. Jeder> Fachinformatiker hat die nass gemacht. Deshalb bekommen Physiker und> Mathematiker direkt ne Absage wenn die hier aufschlagen.
...da hat jemand das Prinzip Arbeitsteilung nicht verstanden. Und
arbeitet in einer Firma, wo das auch sonst niemand anderes versteht. Da
ist der Chefposten wahrscheinlich auch nur nutzloses
Organisationslametta und zu nichts nutze, weil der Handwerker macht ja
die ganze Arbeit alleine.