Luxemburgeffekt, 234kHz auf 162kHz hörbar, 234kHz Abschaltung Ende 2022

OP #7300323
Lesenswert?

Nachdem RTL auf 234 kHz zum Jahresende 2022 abschaltet, bleibt
nur noch wenig Zeit diesen Effekt einfach zu beobachten.

Sendefrequenz 234 kHz, Luxemburgeffekt auf 162 kHz hörbar.

Beobachterstation im Internet:

http://websdr.ewi.utwente.nl:8901/

War heute am 29.12.2022 auch nachmittags schon sehr deutlich hörbar.

Auf den Bildern sind beide Frequenzen, 234kHz und 162kHz, damit
sind bei der Modulation auf beiden Frequenzen zur selben Zeit
Abstufungen erkennbar.
Der S-Meter-plot zeigt abwechselnd beide Signale am websdr, RTL
auf 234kHz schwankt, während 162kHz glatt ist.

Vor einem Jahr, 2021 Dez. , hatte ich unter "Websdr Geisterempfang?"
hier schon gepostet, eine Suche unter Luxemburgeffekt ergibt dabei
aber keinen Treffer.

Beitrag "Websdr Geisterempfang?"
Gast #7300480
Lesenswert?

Hp M. schrieb:
> Wenn das mal nicht ein Artefakt des SDR ist.

Das sind keine Artefakte. Der Luxemburg Effekt auf 162 kHz ist real. 
Davon kann man sich selbst überzeugen. Auch mit analogen Empfängern ist 
die ionosphärische Kreuzmodulation von RTL auf 234 kHz gut aufzunehmen. 
Zumindest so lange RTL noch sendet.
Gast #7300706
Lesenswert?

Hi, verstehe ich es richtig, dass dieser Effekt nur bei AM zum tragen 
kommt und FM davon unbeeindruckt wäre? Im Prinzip moduliert ja lediglich 
ein Sender die Reflektivität der Ionosphäre im Takt der AM Modulation 
oder? Und dadurch wird das gestörte Signal moduliert.
Gast #7300748
Lesenswert?

Woher soll denn die Ionosphäre wissen, ob ein Signal AM oder FM oder 
sonstwie moduliert ist? Es findet eine Mischung ( = Multiplikation) 
zweier Signale an einem Medium mit unlinearer Übertragungskennlinie 
statt. Also wird auch jegliche Art von Modulation irgendwie übernommen. 
Nur auf Lang- und Mittelwelle gibt halt so starke AM-Sender, die die 
Ionosphäre zum Kreuzmodulieren bringen.
Gast #7300769
Lesenswert?

swl schrieb:
> Woher soll denn die Ionosphäre wissen, ob ein Signal AM oder FM
> oder
> sonstwie moduliert ist? Es findet eine Mischung ( = Multiplikation)
> zweier Signale an einem Medium mit unlinearer Übertragungskennlinie
> statt. Also wird auch jegliche Art von Modulation irgendwie übernommen.
> Nur auf Lang- und Mittelwelle gibt halt so starke AM-Sender, die die
> Ionosphäre zum Kreuzmodulieren bringen.

Bei Wikipedia steht jedenfalls, dass die Kreuzmodulation bei 
AM-Modulation passiert (was mir auch einleuchten würde):

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzmodulation

Ev. kann ein HF-Guru hier Klarheit bringen?
Gast #7300776
Lesenswert?

swl schrieb:
> Es findet eine Mischung ( = Multiplikation)

Nachtrag:

So wie ich es verstehe findet keine Multiplikation statt, denn sonst 
entstünden ja neue Frequenzen, was jedoch nicht der Fall ist. Lediglich 
die Modulation eines AM-Modulierten Trägers findet sich auf einem 
anderen Trägersignal wieder.
Gast #7300806
Lesenswert?

Funk schrieb:
> Lediglich
> die Modulation eines AM-Modulierten Trägers findet sich auf einem
> anderen Trägersignal wieder.

Und was ist eine Kreuzmodulation mathematisch? Eine Mutiplikation zweier 
Signale mit einer unlinearen Übertragungsfunktion. Die Kreuzmodulation 
ist ein Sonderfall der Intermodulation und gehorcht den gleichen 
Gesetzen.

Es werden bei der AM ja die Seitenbänder, die eine AM auszeichnen 
übernommen. Gleichermaßen würden auch FM-Seitenbänder übernommen. Nur 
kennt man es üblicherweise nur von AM, weil es dort unten keine 
FM-Sender gibt.
Gast #7300827
Lesenswert?

swl schrieb:
> Und was ist eine Kreuzmodulation mathematisch? Eine Mutiplikation zweier
> Signale mit einer unlinearen Übertragungsfunktion. Die Kreuzmodulation
> ist ein Sonderfall der Intermodulation und gehorcht den gleichen
> Gesetzen.
>
> Es werden bei der AM ja die Seitenbänder, die eine AM auszeichnen
> übernommen. Gleichermaßen würden auch FM-Seitenbänder übernommen. Nur
> kennt man es üblicherweise nur von AM, weil es dort unten keine
> FM-Sender gibt.

Physikalisch ist aber die Feldstärke des Senders am Ort der Reflexion 
für die Änderung der Übertragungseigenschaften der Ionosphäre 
verantwortlich. Über den sehr kleinen Frequenzbereich der Bandbreite 
eines FM-Signales (wenige KHz) ist dieser Einfluss aber praktisch 
konstant! Das bedeutet jedoch, dass ein FM-Signal keinen Einfluss auf 
die Übertragungseigenschaften der Reflexionsstelle hat und somit auch 
das zu beeinflussende Signal keinerlei FM-Modulation vom beinflussenden 
Signal sieht.

--> ich bleibe dabei, solange bis hier jemand anders auftaucht und mich 
eines besseren belehren möge. Dann sehe ich das natürlich sofort ein :)
Gast #7300940
Lesenswert?

Funk schrieb:

> --> ich bleibe dabei, solange bis hier jemand anders auftaucht und mich
> eines besseren belehren möge. Dann sehe ich das natürlich sofort ein :)

In der mathematischen Abhandlung wurdest du bereits eines besseren 
belehrt. Es ist nicht nur die Seitenbänder der AM-Modulation, die die 
Ionosphäre aufheizen, die sind je nach Modulationsgrad nicht sehr groß, 
hauptsächlich ist es der Träger.

Lös dich mal von dem Gedanken, dass AM im Zeitbereich eine Änderung des 
Trägers im Rhytmus der Audio Modulation ist, wie sich Lieschen Müller 
die AM vorstellt. Das ist nur ein Bild im Zeitbereich, das durch die 
Überlagerung dreier Sinusfrequenzen zustande kommt. In der Realität 
bleibt die Trägeramplitude gleich und es entstehen Seitenbänder im 
Abstand der Modulationsfrequenz vom Träger.
#7300953
Lesenswert?

Funk schrieb:
> Das bedeutet jedoch, dass ein FM-Signal keinen Einfluss auf
> die Übertragungseigenschaften der Reflexionsstelle hat und somit auch
> das zu beeinflussende Signal keinerlei FM-Modulation vom beinflussenden
> Signal sieht.

Eben!

Dadurch, dass die Leitfähigkeit der Ionosphäre sich nur im Takt der 
AM-Modulation verändert, nicht aber mit der Sendefrequenz, kommt es zu 
keinem Überlagerungspfeifen und die Kreuzmodulation hört sich etwas 
dumpf an.

Auch auf der Datenfrequenz 62,6kHz ist der Rundfunksender klar zu hören. 
Es empfiehlt sich die Bandbreite auf etwas über 2kHz zu reduzieren, dann 
gibt es keine Störungen durch benachbarte Frequenzen, die nicht der 
Kreuzmodulation unterliegen.

Es wäre mal interessant die geografische Lage der beteiligten Standorte 
von FUG La Régine France (62,6) , TDF (162) , RTL (234) und SDR Tweente 
festzustellen.
(Firma: Autotronic) #7301021
Lesenswert?

Hp M. schrieb:
> Es wäre mal interessant die geografische Lage der beteiligten Standorte
> von FUG La Régine France (62,6) , TDF (162) , RTL (234) und SDR Tweente
> festzustellen.

Der Sender Beidweiler in Luxemburg ist der der morgen abgeschaltet wird:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sender_Beidweiler
Angehängte Dateien:
Gast #7301334
Lesenswert?

Hp M. schrieb:

Dadurch, dass die Leitfähigkeit der Ionosphäre sich nur im Takt der AM-Modulation verändert

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM, wie man sie vom Oszilloskop kennt.

Stellen wir uns mal vor. RTL auf 234kHz ist mit einem 1kHz Ton mit einem Modulationsgrad von 100% moduliert. Dann sendet der Sender drei diskrete Sinusschwingungen aus. Nur wenn man alle drei überlagert auf einem Oszilloskop betrachtet, würde man die charakteristische Hüllkurve sehen. Die entsteht aber erst im Oszilloskop durch Betrachtung im Zeitbereich.

Ein schmalbandiger Empfänger mit angenommen 500Hz Filterbandbreite würde drei vollkommen unabhängige getrennte räger empfangen. Einen großen auf 234 kHz, einen Träger auf 233kHz und einen auf 235kH, beide jeweils mit 25% der Leistung des großen Trägers. Es taktet NICHTS!

Und in der Ionosphäre kommt auch nichts anderes an: drei separate Träger. Und die mischen sich an dem unlinearen Reflexionsverhalten (kann durch Taylor Reihe angenähert werden) der Ionosphäre mit dem starken Träger auf 162 kHz. Es kommt zu einer klassischen Multiplikation von vier Sinussignalen mit einer unlinearen Kennlinie.

#7301347
Lesenswert?

Ich werde es heute noch mal checken, aber ich habe nie eine Modulation auf 162 kHz von 234 kHz gesehen (Airspy HF+ Discovery an Möbius), obwohl RTL am Abend schon recht stark teils mit über 30 dB SNR reinkommt und ehemals France Inter auch ein starker Träger ist. Wie stark sind bei euch denn die Träger, wenn es zur Kreuzmodulation kommt?

Gast #7301351
Lesenswert?

Dirk O. schrieb:

Ich werde es heute noch mal checken, aber ich habe nie eine Modulation auf 162 kHz von 234 kHz gesehen

Das kommt darauf an, ob dein Standort innerhalb einer Ellipse um die Linie zwischen den beiden Senderstandorten Allouis und Beidweiler liegt. Je näher man an dieser Linie ist, desto ausgeprägter ist der Effekt. Je weiter man davon entfernt ist, desto geringer wirkt sich die Kreuzmodulation aus.

#7301460
Lesenswert?

swl schrieb:

Das kommt darauf an, ob dein Standort innerhalb einer Ellipse um die Linie zwischen den beiden Senderstandorten Allouis und Beidweiler liegt.

Genau, und das ist im Fall des Web-SDR Twente ziemlich genau gegeben, alle drei Beteiligten (Allouis, Beidweiler, Twente) liegen fast auf einer Linie mit RTL halt in der Mitte. So ist es auch in PA3FWMs Artikel (oben verlinkt) dargestellt.

Gruß... Bert

Gast #7301467
Lesenswert?

swl schrieb:

Hp M. schrieb:

Dadurch, dass die Leitfähigkeit der Ionosphäre sich nur im Takt der AM-Modulation verändert

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM, wie man sie vom Oszilloskop kennt.

Stellen wir uns mal vor. RTL auf 234kHz ist mit einem 1kHz Ton mit einem Modulationsgrad von 100% moduliert. Dann sendet der Sender drei diskrete Sinusschwingungen aus. Nur wenn man alle drei überlagert auf einem Oszilloskop betrachtet, würde man die charakteristische Hüllkurve sehen. Die entsteht aber erst im Oszilloskop durch Betrachtung im Zeitbereich.

Ein schmalbandiger Empfänger mit angenommen 500Hz Filterbandbreite würde drei vollkommen unabhängige getrennte räger empfangen. Einen großen auf 234 kHz, einen Träger auf 233kHz und einen auf 235kH, beide jeweils mit 25% der Leistung des großen Trägers. Es taktet NICHTS!

Und in der Ionosphäre kommt auch nichts anderes an: drei separate Träger. Und die mischen sich an dem unlinearen Reflexionsverhalten (kann durch Taylor Reihe angenähert werden) der Ionosphäre mit dem starken Träger auf 162 kHz. Es kommt zu einer klassischen Multiplikation von vier Sinussignalen mit einer unlinearen Kennlinie.

Hi!

Danke für die ausführliche Rückmeldung. Das muss ich mir bei Ruhe und Gelegenheit mal zu Gemüte führen. Auf die Schnelle kann ich das zugegebenermaßen nicht durchdringen. Wenn der Feiertagsstress vorüber ist, schaue ich mir das nochmal an.

Bis dahin wünsche ich schonmal einen guten Rutsch!

PS: Weiß jemand um wieviel Uhr die Abschaltung des Senders stattfindet?

Viele Grüße, Funk

Gast #7301468
Lesenswert?

Funk schrieb:

--> ich bleibe dabei, solange bis hier jemand anders auftaucht und mich eines besseren belehren möge. Dann sehe ich das natürlich sofort ein :)

Es könnte schon jemand auftauchen der da hier ein wenig Klarheit einbringen könnte. Das ist aber (voraussichtlich) wiedermal wohl nicht gewünscht.

Kurt

#7301470
Lesenswert?

swl schrieb:

Dirk O. schrieb:

Ich werde es heute noch mal checken, aber ich habe nie eine Modulation auf 162 kHz von 234 kHz gesehen

Das kommt darauf an, ob dein Standort innerhalb einer Ellipse um die Linie zwischen den beiden Senderstandorten Allouis und Beidweiler liegt. Je näher man an dieser Linie ist, desto ausgeprägter ist der Effekt. Je weiter man davon entfernt ist, desto geringer wirkt sich die Kreuzmodulation aus.

Hier in Ostwestfalen-Lippe liege ich etwa auf der verlängerten Linie Allouis-Beidweiler-mein Standort. Müsste ich den Effekt da nicht sehen?

#7301503
Lesenswert?

Hier mal mein Screen von eben. Da ist ja ne Menge von -ich sag mal- Störungen und Effekten. Ein Haupteffekt geht aus von dem Sekundentakt-Träger auf 238,2 kHz und zieht sich über alle anderen Träger,- das scheint auch Auslöschungen um den 162 kHz herum zu verursachen. Aber: genau blicke ich da nicht durch, wer da was moduliert oder beeinflusst.

Angehängte Dateien:
Gast #7301517
Lesenswert?

Auf SDR Twente ist der Effekt im Wasserfalldiagramm bei auffälligen Signaturen gut zu sehen (und auch zu hören), aber man weiß natürlich nicht inwieweit da Kreuzmodulation im Empfänger vor der Digitalisierung mit reinwirken.

Edit: Hier bei WÜ ist RTL sowohl mit dem ITT (analog) als auch Sony (PLL) gut zu empfangen, auf 162 kHz dagegen ein starkes Rauschen, das zu höheren und tieferen Frequenzen schnell leiser wird.

Angehängte Dateien:
Gast #7301549
Lesenswert?

Auch hier in der Südschweiz ist, bzw. war der Effekt gut zu sehen. Zeitweise war ganz schwach noch ein zweiter Sender auf 162 kHz zu hören. Ich konnte aber nicht feststellen welcher das war, eventuell 252 kHz.

(Ich habe das mit zwei unabhängigen Empfängern beobachtet, KiwiSDR und IC-R75)

Gast #7301590
Lesenswert?

Bert 0. schrieb:

alle drei Beteiligten (Allouis, Beidweiler, Twente) liegen fast auf einer Linie mit RTL

Na, da ist schon ein gehöriger Knick in der geraden Linie! Von Allouis nach Beidweiler geht es ziemlich genau in nordöstlicher Richtung, während Twente von Beidweiler aus 270 km fast im Norden liegt. Andererseits bin ich bei Würzburg genau in derselben Entfernung, nur recht genau im Osten (also symmetrisch zur Verbindungslinie), höre momentan aber keine Modulation auf 162 kHz. Mal sehen wie es bei Dunkelheit ist, falls sie dann noch senden...

Gast #7301701
Lesenswert?

Hier ist es aktuell auch tagsüber zu sehen und zu hören. Aber schwächer als nachts, derzeit ist die Modulation etwa 45 dB schwächer als der Träger. Am stärksten war der Effekt in der Dämmerung.

Angehängte Dateien:
Gast #7301702
Lesenswert?

swl schrieb:

Hp M. schrieb:

Dadurch, dass die Leitfähigkeit der Ionosphäre sich nur im Takt der AM-Modulation verändert

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM, wie man sie vom Oszilloskop kennt.

Stellen wir uns mal vor. RTL auf 234kHz ist mit einem 1kHz Ton mit einem Modulationsgrad von 100% moduliert. Dann sendet der Sender drei diskrete Sinusschwingungen aus.

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM.

Kurt

.

Gast #7301733
Lesenswert?

Stellen wir uns mal vor. RTL auf 234kHz ist mit einem 1kHz Ton mit einem Modulationsgrad von 100% moduliert. Dann sendet der Sender drei diskrete Sinusschwingungen aus.

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM.

Mathematik (Fourier).

#7301740
Lesenswert?

Habs mit dem Tecsun hier vorgestern auch mal nachgeprüft. Oh, auf 162 kHz statt Zeitzeichen bzw. Leerträger auf einmal französische Sprache, dachte ich zuerst. Gute Idee, wenn 234 kHz abgeschaltet wird, einfach umschwenken. Dann habe ich den 234 kHz mal eingestellt, und da ist eine dynamische Trägerwertanpassung von ca. 50 % festzustellen gewesen. Bisschen viel. Plötzlich war er ganz weg. Und dann wieder voll. OK. Die Luxemburger nehmen wohl die letzte Möglichkeit gerne wahr, den Sender "on the air" nochmals auf Herz und Nieren durchzuchecken. Dabei wohl auch mit den Power-Einstellungen herumgespielt. Und so hoch gedreht, bis der Effekt auftritt, nach dessen Sender er benannt wurde, um ihm alle Ehre zu machen.

ciao gustav

#7301764
Lesenswert?

So, ich habs mit meinem Equipment (s. 09:20 Uhr) gegen 14:30 Uhr noch mal probiert, und: Tatsächlich konnte ich RTL eindeutig auf 162 kHz hören, Bandbreite hatte ich auf ca. 5 kHz, Aufnahme gemacht. Auch im Wasserfall war die Modulation wie auf 234 kHz zu sehen. Merkwürdig: manche Lücken in der Original-Modulation waren auf 162 kHz nicht zeitgleich, sondern etwas versetzt (meist später, aber auch etwas VOR der Lücke auf 234 kHz). Auf Twente habe ich das auch (besser) gesehen und den recht guten französischen RTL Ton aufgenommen. Also, danke Leute für das super Thema,- am letzten Tag des RTL Senders noch ein Phänomen aufgenommen, das ich in den 50 Jahren Betrieb gar nicht wahrgenommen habe. Naja, einmal Spätzünder, immer Spätzünder.

Gustav: ist RTL schon down?

Gast #7301796
Lesenswert?

Elektrofan schrieb:

Stellen wir uns mal vor. RTL auf 234kHz ist mit einem 1kHz Ton mit einem Modulationsgrad von 100% moduliert. Dann sendet der Sender drei diskrete Sinusschwingungen aus.

Das ist eine kindliche Vorstellung von AM.

Mathematik (Fourier).

Natürlich Mathematik, Realität kann es ja nicht sein.

Kurt

OP #7301818
Lesenswert?

Um 18:35 31.12.2022 Gerade gehört, Sender läuft nach wie vor.

Der Luxemburgeffekt ist weiterhin auf 162 kHz und auf 62,5 kHz im Websdr twente in AM hörbar.Bei 62,5 kHz muss wegen einer benachbarten Station die Bandbreite auf ca 2 Khz reduziert werden.

Interessant, was es zu dem Thema noch alles Literatur gibt.

Gast #7301864
Lesenswert?

Karl B. schrieb:

Auf 162 kHz mehr Richtung unteres Seitenband

Das sehe ich auf Twente SDR auch - gibt es dafür irgendeine Erklärung, oder muss das schon im Original so vorliegen?

Ich konnte gegen 16 Uhr RTL-Ton mit dem Sony ICF-SW7600GR auch schwach aber deutlich hören; wollte mit der Kamera im Videomodus aufnehmen, aber die Kamera machte Störungen je näher ich rankam, und so laut wollte ich dann auch nicht aufdrehen.

OP #7301900
Lesenswert?

Das mit den Seitenbändern kann ich nicht beurteilen.

Was ist das eigentlich für ein Träger auf 62,5 kHz?

Die Angabe im websdr nennt La Régine, Frankreich Keine Ahnung welche Modulationsart dort verwendet wird.

Von Heute 31.12.22 noch ein websdr-Beispiel. Die Dateien sind resampelt auf 8kb und als mp3 umgewandelt, ansonsten unbearbeitet. Der S-Meter-plot von Links 62,5 kHz, 162.0 kHz und 234.0 kHz Rechts. Als Vergleich die Dateien, von Oben 62,5 kHz, 162.0 kHz und 234.0 kHz Unten.

Ein Empfangsbeispiel des Luxemburgeffektes auf 162 kHz mit einem Röhren-Zweikreiser ! ist auch im RM zu finden.

https://www.radiomuseum.org/dsp_audio_station.cfm?station_id=1341

#7301915
Lesenswert?

Dieter P. schrieb:

Die Angabe im websdr nennt La Régine, Frankreich Keine Ahnung welche Modulationsart dort verwendet wird.

Das müsste dann der französische Navy transmitter La Régine (FUG) auf 62,6 kHz sein. Der sendet wohl in FSK (Frequenzumtastung) und dient zur Kommunikation mit U-Booten. Dass wir die Kreuzmodulation eher auf 62,5 kHz, also niedriger, zentriert haben, liegt wohl auch am stärkeren unteren Seitenband.

#7302123
Lesenswert?

Josef L. schrieb:

wollte mit der Kamera im Videomodus aufnehmen, aber die Kamera machte Störungen je näher ich rankam, und so laut wollte ich dann auch nicht aufdrehen.

Yep, bei mir auch. Aber hatte etwas vergessen zu erwähnen: Arbeitete mit einer Aktivantenne, die etwa 3 m vom Empfänger entfernt aufgestellt ist, allerdings wird damit das QRM auch noch verstärkt. Der Tecsun hat da ja die Klinkenbuchse oben für externe MW/LW-Antenne. Komme ich mit der Kamera zu nahe an die aktive Antenne, dann gibt es auch Störungen.

Dirk O. schrieb:

Das müsste dann der französische Navy transmitter La Régine (FUG) auf 62,6 kHz sein. Der sendet wohl in FSK (Frequenzumtastung) und dient zur Kommunikation mit U-Booten.

Kann ich mit dem MSF60 Zeitzeichen-Empfänger (60 kHz) auch aufnehmen, allerdings durch Drehen der Antenne gut wegblenden.

ciao gustav

Angehängte Dateien:
OP #7302513
Lesenswert?

Noch einige Bilder und eine RTL-Kennung. Die vorgesehene Abschaltung hat ja Josef schon eingestellt, hier nochmal mit S-Meter-plot. Auf den beiden anderen Bildern erkennt man einen unterschiedlichen Inhalt der Seitenbänder, was unter der Bezeichnung Selektiver Trägerschwund bekannt ist. Das Auftreten ist zwar eher bei Kurzwelle oder Mittelwelle, es dürfte aber dieser Effekt sein.

Selektiver Trägerschwund https://de.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Tr%C3%A4gerschwund

Um 17:40 geschaut, 234 kHz ist noch eingeschaltet.

OP #7303085
Lesenswert?

Am Vormittag mal geschaut, da war nichts mehr.

War jetzt zwar zu langsam, macht aber nichts. Wenn ich rtl-234.mp3 vergleiche mit der Datei hier vom websdr, ist dort nicht utwente.nl verwendet worden.Das Aufrauschen am Ende und die Störungen sind anders.

Nichts besonderes als Abschied für diese Frequenz. Der Sprecher meinte wie wohl jeden Tag "Tomorrow is another day." , dann die RTL-Kennung und exakt danach weg.

Ein Problem ist hier aufgetaucht, beim S-Meter-plot vom websdr wird die PC-Systemzeit verwendet.Die Zeit geht hier aber ca 5 Minuten vor und ist als Zeitangabe somit nicht verwertbar.

Der Sender in Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Beidweiler

OP #7303520
Lesenswert?

Mit Uhrzeit beim S-Meter-plot ist die Zeit hier am PC gemeint, ja. Es wird auch eine Stunde abgezogen, aber von der falschen Zeit. Eine neben dem PC stehende Funkuhr zeigt die richtige Zeit an, ca 5 Minuten Unterschied.Auch die websdr-Audiodatei bekommt die falsche Startzeit vom System hier. Zum Effekt noch, auf 162 kHz ist halt jetzt BBC von 198 kHz manchmal sehr leise zu hören, was vorher durch RTL kaum merklich war. Gerade eben nochmal gehört, nicht lesbar, nur mit Audio-Datei nachverstärken zu erahnen.Josef dürfte sicher wie vermutet im websdr Wasserfall BIG BEN gesehen haben. Silvester wars besser wahrnehmbar, nach Ende von RTL.

Gast #7304069
Lesenswert?

Mit Uhrzeit beim S-Meter-plot ist die Zeit hier am PC gemeint, ja. Es wird auch eine Stunde abgezogen, aber von der falschen Zeit. Eine neben dem PC stehende Funkuhr zeigt die richtige Zeit an, ca 5 Minuten Unterschied.Auch die websdr-Audiodatei bekommt die falsche Startzeit vom System hier.

Schon wichtig. Wenn wir (hoffentlich noch nicht) demnächst sterben sollten, dann wenigstens nicht dumm ...

OP #7307974
Lesenswert?

RTL war nochmal sehr leise am Di 3. Jan. 2023 kurz im websdr twente zu hören.Klingt etwas seltsam, noise reduction war eingeschalted.

Der Luxemburgeffekt ist weiterhin vorhanden, von 198 kHz die BBC ist sehr leise manchmal auf 162 kHz zu hören. Als Beispiel BIG BEN ab ca sec 34. Mit Verstärkung wirds zwar lauter, besser natürlich nicht. Im Bild als Vergleich Oben websdr roh, Unten bearbeitet.

OP #7308078
Lesenswert?

Auf dem Bild "websdr_BBC_BIG_BEN_2023_01_06_18_59_57.png" kann ich die BBC auf 162 kHz auch nicht erkennen im Vergleich zu 198 kHz. Der Effekt wird wohl unterschiedlich stark sein.Josef L. hats aber mal ausdrücklich erwähnt, es war demnach mal sichtbar.

Im websdr Grimsby, England

http://grimsbysdr.ddns.net:8073/

ist dieser BBC-Effekt auch hörbar, direkt sichtbar auch nicht. Dort habe ich zumindest das Gefühl, das auch noch eine andere Station mit vernehmbar und irgendwie auch sichtbar ist.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren