Grundig DTR 6000 X (Amp IC YD7377): keine Audioausgabe

OP #7256319
Liebe Forensiker,

zum Grundig Digial DAB Radio "DTR 6000 X" (von 2020, Garantie 
abgelaufen) folgende Frage:

Überall im Netz tauchen Kunden auf, die dieses Modell zurückschicken 
oder wegwerfen, weil die Audioausgabe defekt ist. Manchen passiert das 
nach einigen Tagen Benutzung, anderen nach ein paar Monaten.

Es wird immer der gleiche Fehler beschrieben: Power ist da, Display 
zeigt alles normal an, FM- und DAB-Empfang funktioniert, 
BT-Verbindungsaufbau und -Empfang, WLAN-Verbindung, alles funktioniert.

Aber keine Audioausgabe, auch nicht am Kopfhörer-Ausgang.

Mit Werkseinstellungen alle Inputs getestet (FM/DAB, BT, WLAN-Spotify, 
Line-In). Kein Audio.

Folgende ICs sind u.a. verbaut:
Hybrid-Amp YD7377
Silicore D3121F
JRC074 Op Amp
TDA7313 Audio Processor

Wer hat gleiche Erfahrungen gemacht mit diesem Modell und kann evtl 
etwas zur Lösung sagen?
Hat jemand den Schaltplan?


Bin für jeden Tipp dankbar, das Radio hat an sich einen schönen Klang, 
würde es gern wieder zum laufen bringen.

Carl
Hab ich schon gelöst, war der 10 Ohm Widerstand neben dem Endverstärker.
"100". Verantwortlich für die Spannungsversorgung 9V von den Audio 
Prozessor Chip. Da war keine Versorgungsspannung. Vermutlich 
chinesischer Serienfehler.
(Firma: Privat)
Meinst du den R49 (siehe Bild)?
An der einen Seite liegen 15V an, an der anderen Seite liegen dann 1,5V 
an.
Widerstandsmessung ergibt da nichts sinnvolles und schwankt zwischen 100 
bis 300 Ohm (im eingebauten Zustand - gemessen mit Fluke Multimeter).
Andere Widerstände mit Code 100 ergeben 10 Ohm.
Das dürfte der dann wohl sein.

Am TDA7313 Pin 2 habe ich schon 1,5V gemessen und für schlecht 
empfunden.

Ich tausche den mal aus und berichte.

Danke für deine Hilfe.

Grüße
Jochen
Angehängte Dateien:
OP
Thomas W. schrieb:
> Genau der. Ist falsche Baugröße und brennt durch.

Hallo Thomas,
danke für den super Tipp, das ist ja wie Weihnachten :)
Musste ja was systematisches sein was in China verbockt wurde...

Wegen der Baugröße: Hast Du den falschen 10 Ohm ersetzt durch einen in 
Baugröße 0603?


Hallo Jochen,
danke auch Dir für die Info. Hast Du den Widerstand schon
getauscht und die Kiste läuft auch bei Dir? Falls ja, welche Baugröße 
hast Du genommen?


In Vorfreude das Ding wieder hinzubekommen und die Müllberge zu 
verkleinern
Carl
(Firma: Privat)
Hi,

gewechselt habe ich den noch nicht, da ich diese Größe nicht da habe. 
Bestellt habe ich welche in der Größe 0805 und 0603, 0805 werde ich wohl 
einbauen.
Dem Widerstand sieht man das nicht an. Bei mir ist er nur hochohmig 
geworden (200 Ohm).

Grüße
(Firma: Privat)

Matthias P. schrieb:

Bedeutet R49 Widerstand 4,9 Ohm?

Nein R49 ist die Bezeichnung, sodass er aus den Schaltplan identifiziert werden kann. R49 muss 10 Ohm haben. Wahrscheinlich ist er bei dir auch hochohmig geworden (200 Ohm und mehr), sodass die Versorgungsspannung an der Vorstufe zu wenig ist und damit kein Ton mehr zu hören ist.

Thomas W. schrieb:

Bitteschön macht's wenigstens einen SMD rein und keinen THT. Sieht ja grausig aus sonst.

Unsinn.

SMD braucht die Fabrik damit es sich automatisiert bestücken lässt.

Als Reparatur ist bedrahtet völlig in Ordnung, kann mehr Power ab und es ist egal wie es aussieht, wenn es danach funktioniert, besser als neu. Nur bei Hochfrequenz stört die Baugrösse.

Matthias P. schrieb:

Bedeutet R49 Widerstand 4,9 Ohm?

Nein, Widerstand Nummer 49.

100 auf dem Widerstand stand für den Wert, 10 und 0 Nullen also 10 Ohm.

Wäre der Widerstand selbst mir R49 bedruckt, wären es 0.49 Ohm (was ausserhalb der Normreihe liegt, also eher nicht).

Hallo, vielen Dank an Thomas für die auch für Laien nachvollziehbare Beschreibung der Lösung. Ich habe mir einen 10 Ohm Widerstand besorgt und bin mit diesem nebst Gerät gestern in einem Repair Café gewesen. Das Bild vom Schaltplan hat ungemein geholfen - hierfür vielen Dank an Jochen. Das Gerät funktioniert nun wieder.

Hallo zusammen, am einfachsten ist es, einen 1/4 watt 10 Ohm Metallfilm auf der Unterseite zwischen Pin 3 und dem Plus vom daneben liegenden, von der Oberseite durchgesteckten, Elko zu verlöten. Habe so schon 8 Stück dieser Radios retten können.

OP

Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deinen Tipp, wie man das Problem einfacher (nämlich auf der Rückseite) lösen kann. Der ist echt klasse!

Dazu noch eine Frage: muss man den R49 auf der Vorderseite entfernen oder kann der einfach drinbleiben weil sowieso durchgebrannt und nicht mehr leitend?

Schönen Gruß Carl

Danke Jürgen, der Tip hat bei mir auch funktioniert. Geniale Nummer!! Einfach hinter drauf rumlöten und es kommt wieder Musik raus.

Mein Kumpel, der Franky, dem das Radio gehört wird sich freuen.

Grüße Thomas

Hatten heute den gleichen Fall im Reparaturcafé an einem Grundig GIR1090. Auch R49 hochohmig, und daher der TL074 und der Audioprozessor nicht versorgt. Leider nicht den passenden Widerstand parat, also haben wir erst mal provisorisch das Audio-Signal vom Tuner zur Endstufe festverdrahtet, und dann beim nächsten Mal bauen wir den passenden Widerstand ein. Ein paar Details im Reparaturblog: https://hnng.de/reparaturblog/

Danke für die wertvollen Tips hier.

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