-gb- schrieb:
Ich möchte eine Leiterplatte als backplane für ein Stecksystem
bauen,
die mit Netzversorgung arbeitet. Neben den üblichen Anchlüssen für Busse
(Modbus und I2C) sollen also Stecker drauf, die die Einsteckplatinen mit
230V versorgen. Die ist nötig, weil daraus lokal jeweils variable 50 ...
250V erzeugt werden sollen. Strombedarf pro Karte 500mA.
Es kommen 16 Karten hintereinander, d.h. von links nach rechts würde die
Leiterbahn immerhin 8A tragen müssen.
Frage: Baut man das so linear (die backplane ist schmal, hat wenig
Platz) oder sollte man es lieber gruppenweise auftrennen?
Welche Abstände benutzt man für die Spannungen und welche Breiten?
Sollte man das (wie) auf unterschiedliche Lagen bringen? Ich hätte die
230V in einer Innenlage verbaut, maximal kann ich 4 lagig bauen. Also
z.B. Signal, GND, Power 230, Power 5V.
Kommentare?
Falls es von Interesse ist, meine Meinung dazu:
AEG hatte es früher im Rahmen einer industriellen Anlage so wie in den Bildern dieses Links auf Basis von 2x16 DIN41612 Verbindern im 5.08mm Pin Abstand konzipiert:
Beitrag "Netzteilkarte von 1990 defekt. LM723CH"
Damals mußte diese Vorgehensweise und Leiterabstände wohl noch akzeptabel gewesen sein. Der Pin-Abstand war 5.08mm und a und b waren in parallel geschaltet.
Ist die Anwendung "In-House" oder ein zu verkaufendes Produkt?
Wie steht es mit Berührungsschutz Anforderungen bei entfernten Karten?
Karten Absicherung? Ist Zugangsschutz notwendig?
Jede Einschubkarte sollte ihr eigene LP Sicherung erhalten. Zum Schutz der Backplane bei direkten Kurzschluss wäre auch in Reihe mit dem Netzanschluss eine Sicherung zweckmässig. Die Backplane Leiterbahnbreiten der Netzspannungsführenden Leiterbahnen sollten 5mm breit sein und Abstand haben, bzw. auf gegeneinander auf gegenüberliegenden Seiten ausgeführt werden, damit die Abstände von einander ausreichend groß bleiben können. Eine mehrlagige LP ist nicht notwendig. 2oz Kupferdicke wäre schön des Leitungswiderstands halber. Innen würde ich die Netzspannung bei mehrlagiger Bord nicht gerne routen. Da müßte man die Dicke der inneren Dielektrika bestimmen.
Den PE würde ich in die Mitte zur Abtrennung der Netzspannungsführenden Leiter und Datenleitungen legen.
Ich kann Dir sonst keine konkreten Vorschläge machen, weil ich weit weg von der EU wohne und unsere Vorschriften neben halber Netzspannung grundverschieden sind. Heute macht man Vieles anders und aufwendiger.
Für rein internen Firmengebrauch könnte man erleichterte Randbedingungen festlegen und es intuitiv "sicher" konstruieren. Wenn es aber nach VDE/EN Richtlinien sein soll, dann gibt es hier im Forum genug Expertise und es wird komplizierter und oft sehr viel teurer.