ich habe schon einige Zeit ein Balkonkraftwerk mit einem Mikrowechselrichter laufen. Nun soll noch eine weitere PV-Anlage mit Speicher und einem Sun-2000 Grid-Wechselrichter mit Limiter dazu kommen. Beide sollen auf dieselbe Phase einspeisen (mein Haus hat nur diese eine).
Was passiert bei einem Stromausfall? Könnten sich die beiden Wechselrichter gegenseitig ein Netz vorgaukeln und somit weiterlaufen? Ich vermute nein, denn dann könnte ja auch das Balkonkraftwerk meines Nachbarn bei einem Stromausfall einfach synchron mit meinem Kraftwerk weiterlaufen und das werden die Normen wohl untersagen.
Aber woher weiß der Wechselrichter nun, dass er nicht mehr am Netz hängt? Könnte es passieren, dass sich die parallelen Wechselrichter gegenseitig hochschaukeln und somit letztlich wegen Überspannung abschalten? Das wäre ja auch fatal ...
Zumindest ein größerer Mastervolt WR fand einen 2,4kVA Moppel
impedanzmäßig, spannungs- und frequenzmäßig ok.
Der Moppel ist ja kein netzgeführter WR sondern erzeugt ein Inselnetz. Da soll der WR ja einspeisen, wobei das Netz immer mehr verbrauchen muss als der WR einspeist und immer weniger verbrauchen muss als WR+Moppel zusammen bringen.
Das passiert nicht einfach so. Das muss man genau so hindesignen.
Mag ich nicht recht glauben. Klar wäre es möglich, daß die ganze Anlage einen kurze Zeit nach der Unterbrechung weiterläuft, wenn am Ort der Unterbrechung aktuell kein Strom geflossen ist. Im Normalfall sind solche Netze aber nicht sonderlich stabil, entweder gibt's Probleme mit Blind&Scheinleistung, Schieflast oder falls das doch durch irgendwelche rotierenden Maschinen ausgeglichen wird, läuft irgendwann die Frequenz oder die Spannung aus dem Rahmen, was zur Abschaltung der Erzeuger und damit zum Zusammenbruch des Inselnetzes führt.
Normalerweise schaltet kein Einspeisewechselrichter auf einen Baumarkt-Moppel auf. Dafür ist deren Frequenz nicht stabil genug. Was anderes wäre es mit einem Inverter-Moppel, aber der kann dann mit der Leistung nirgendwo hin, die er von der PV in den Arsch gedrückt bekommt. Folglich wird ihm dieser irgendwann kräftig platzen und dann wünsche ich diesen Bastlern immer sehr viel Spaß mit der möglichst hohen Rechnung für die Reparatur. Lehrgeld muss schmerzen, sonst erfüllt es seinen Zweck leider nicht.
Ich hatte es auch mit einem kleinen 650W 2Takter-Moppel ausprobiert. Da hat der WR nicht aufschalten wollen bzw. ging immerwieder offline. WM hat das dieses Moppel zuverlässig abgewürgt. Beide Moppel waren keine Inverter.
Könnten sich die beiden
Wechselrichter gegenseitig ein Netz vorgaukeln und somit weiterlaufen?
Na klar und die versorgen dann problemlos den ganzen Stadtteil!
Wenn dein WR die 230V aufrechterhalten wollte, wird er einige MW benötigen um alle Verbraucher, die das verhindern wollen, ausreichend zu versorgen. Mehr wie eine paar µV wird er nicht schaffen. Da merkt der WR deinen Nachbarn nichts mehr davon. Im Prinzip kannst du deinen WR auch mit einem dicken Draht kurzschließen, das ergibt eine ähnliche Impedanz wie ein Netz mit Tausenden angeschalteten Verbrauchern.
Theoretisch, wenn alle WR im ausgefallenen Gebiet zusammen mehr Leistung liefern könnten als alle Verbraucher in diesem Gebiert verbrauchen würde, könnte es eventuell funktionieren das die Spannung im Netz nicht zusammenbricht.
OT:-)
Wenn dann allerdings einer der Nachbarn anfängt einen Probelauf seiner Weihnachtsbeleuchtung zu starten, fliegen dann alle WR synchron in die Luft?
Was passiert bei einem Stromausfall? Könnten sich die beiden
Wechselrichter gegenseitig ein Netz vorgaukeln und somit weiterlaufen?
Das weiß ich auch nicht.
Aber es ist eine sehr interessante Frage. Insbesondere auch mathematisch. Die Möglichkeiten zur Detektion des Versorgernetzes sind ja schon allein durch die Physik recht beschränkt, der Preisdruck tut ein Übriges...
Also ich würde mal sagen: Prinzipiell sollte es möglich sein. Allerdings nur dann, wenn zumindest einer der Wechselrichter darauf vorbereitet ist, die Master-Rolle zu übernehmen, also dynamisch auf Inselbetrieb übergehen kann. Da wird es schon scheitern.
Die richtigen mathematischen Probleme fangen aber erst dann an, wenn mehr als einer dazu in der Lage ist...
Moin,
vielen Dank für die zahlreichen Beiträge!
So ganz ist meine Frage noch nicht beantwortet. Wir sind uns wohl einig, dass die Wechselrichter abschalten werden (sie unterstützen natürlich keinen Inselbetrieb). Aber warum verstehe ich noch nicht. Nur hhinz hat es angedeutet:
Er prüft das im Nulldurchgang.
Und die Netzimpedanz misst er auch noch.
Was passiert da im Detail? Kann das jemand beantworten oder ist es ein standardisiertes Verfahren, dass man irgendwo nachlesen kann?
Ich verstehe ja nicht mal, warum der Wechselrichter sich nicht schon allein am Leben hält, wenn er einmal angeschwungen ist... Wie kann er zwischen Netz und selbst generierter Spannung unterscheiden? Ich würde vermuten, dass er solange versucht die Phase weiter zu schieben, bis die Frequenz aus dem zulässigen Bereich raus ist und er deswegen abschaltet. Aber das wäre alles nicht so gesund für die Verbraucher...
WM steht natürlich für Waschmaschine. Könnte auch eine Spülmaschine
sein.
Die haben beide keine kontinuierliche Leistungsaufnahme, da ist ein HL > Heizlüfter mit 2 kW schon besser. WM könnte man ja auch mal überlegen als WaMa abzukürzen? Nicht dass noch jemand aus Weihnachtsmann kommt. ;-)
vielen Dank für die zahlreichen Beiträge!
So ganz ist meine Frage noch nicht beantwortet.
Irgend W. hat es beschrieben - dafür viele schlechte Bewrtungen bekommen
Bei einem Stromausfall ist das ganze Netz noch mit Deinen WR verbunden - dann müssten deine Micro-WR ein paar Strassenzüge versorgen
Angenommen es ist kein Stromausfall sondern nur deine Hauptsicherung löst aus:
Spannung und Frequenz der beiden WR steigt sehr schnell an - sie schalten dann ab
Es gibt aber durchaus Systeme die so kleine Micro-WR bei Stromausfall mit steuern können - z.B. von Victron
Der WR schiebt Strom ins Netz. Steigt dadurch die Spannung zu weit an,
liegt also die Netzimpedanz über (normal wäre 0.5 Ohm), wird er
abschalten.
Wieder so ´n Blödsinn vom Laberkopp.
Ein Eispeisewechselrichter speist nicht dadurch ein, indem er eine höhere Spannung als die Netzspannung erzeugt, sondern dadurch, daß er phasenmäßig dem Netzsinus vorauseilt. Dadurch entsteht eine Spannungsdifferenz und infolgedessen ein Stromfluss. Die Einspeisung erfolgt demnach nicht durch eine Spannungserhöhung, sondern durch eine Phasenverschiebung.
Dieses Bemühen des Wechselrichters, der Phase vorauszueilen, hat zur Folge, daß bei Ausfall der Netzfrequenz, oder gewollter Erhöhung selbiger, der Wechselrichter abschaltet.
Trifft jetzt Wechselrichter auf Wechselrichter, dann enteilen beide im millisekunden-Bereich der Grenzfrequenz von 52,5Hz und schalten immediately ab.
Dennoch erhöht sich die Spannung an der Einspeisesteckdose so bald der WR Strom produziert. Wie im Text oben beschrieben schafft der WR zwar normalerweise nicht mal eine Erhöhung um 1V, aber er kann daran erkennen wenn die Netzimpedanz zu hoch wird, weil sie z.B. um 2V steigt.
Ja, 2V, nicht gerade üppig und vor allem nicht unbedingt am Scheitelpunkt des 325V Spitzenwertes, sondern während der ansteigenden Halbwelle wird in positive Richtung erhöht, während der fallenden Halbwelle in negative Richtung. Denn richtig, im wesentlichen versucht der WR die Frequenz zu erhohen, nicht die Spannung. Aber Strom fliesst nun mal nicht ihne Spannung(sdifferenz).
Ein Eispeisewechselrichter speist nicht dadurch ein, indem er eine
höhere Spannung als die Netzspannung erzeugt, sondern dadurch, daß er
phasenmäßig dem Netzsinus vorauseilt.
Doch, das tut er - Dein Satz sagt genau das doch auch aus?
Zeichne eine Sinuswelle - dann die Voreilende dazu - betrachte den Spannungsunterschied...
Genau dann enteilen die Wechselrichter mit der Frequenz bis außerhalb
der Grenzfrequenz und schalten somit ab. 😊
und das passiert sehr schnell....
man muss sich das vorstellen wie ein Netzparalleles Stromaggregat
Das wird, durchs Netz geführt, brav mitlaufen - aber sobald das Netz weg ist dreht es hoch oder runter - und dann kommt halt der NA-Schutz
Ich würde vermuten, dass er solange versucht die Phase weiter zu
schieben, bis die Frequenz aus dem zulässigen Bereich raus ist und er
deswegen abschaltet
Danke euch und streitet gern noch ein bisschen weiter :D
Ich würde vermuten, dass er solange versucht die Phase weiter zu
schieben, bis die Frequenz aus dem zulässigen Bereich raus ist und er
deswegen abschaltet
Danke euch und streitet gern noch ein bisschen weiter :D
Ja - nur dass das die Verbraucher nicht juckt weil rechtzeitig abgeschaltet wird. Kein
Das wäre ja auch fatal ...
oder
Aber das wäre alles nicht so gesund für die Verbraucher...
Ich würde vermuten, dass er solange versucht die Phase weiter zu
schieben, bis die Frequenz aus dem zulässigen Bereich raus ist und er
deswegen abschaltet
Das ist eine total falsche annahme.
Der WR misst den anstieg jeder halbwelle aus bevor er power reinschiebt.
Er gibt also maximal 10ms power in eine tote leitung.
Der "käferlein - ich bau einen WR" thread gibt auskunft.
Das ist eine triviale Frage. Entweder alle Wechselrichter regeln passend und liefern ein stabiles Netz, dann ist es egal, ob der Strom aus dem Kraftwerk oder den Wechselrichtern kommt, oder es läuft nicht stabil und die Wechselrichter schalten ab, was das wahrscheinlichere Szenario ist.
So so, warum kannst du sie dann nicht richtig beantworten ?
Entweder alle Wechselrichter regeln passend
und liefern ein stabiles Netz, dann ist es egal, ob der Strom aus dem
Kraftwerk oder den Wechselrichtern kommt, oder es läuft nicht stabil und
die Wechselrichter schalten ab, was das wahrscheinlichere Szenario ist.
Das ist falsch, da es bei Roberts Frage um 2 netzgeführte 'grid tie' Wechselrichter ging die nicht inselfahig sind (und extra vielseitige Erkennung einer versehentlichen Inselbildung beinhalten).
Sie schalten ab.
Punkt.
Das war eigentlich schon vor 30 Beiträgen klar, warum trollst du hinterher.
Das ist falsch, da es bei Roberts Frage um 2 netzgeführte 'grid tie'
In der realität weiß man doch gar nicht, wie viele und welche WR in dem "Netz" hängen. Deshalb ist auch der erste teil meiner Antwort richtig, während du im hypothetischen bleibst.
ich habe schon einige Zeit ein Balkonkraftwerk mit einem
Mikrowechselrichter laufen. Nun soll noch eine weitere PV-Anlage mit
Speicher und einem Sun-2000 Grid-Wechselrichter mit Limiter dazu kommen.
Beide sollen auf dieselbe Phase einspeisen (mein Haus hat nur diese
eine).
Was passiert bei einem Stromausfall? Könnten sich die beiden
Wechselrichter gegenseitig ein Netz vorgaukeln und somit weiterlaufen?
Ich vermute nein, denn dann könnte ja auch das Balkonkraftwerk meines
Nachbarn bei einem Stromausfall einfach synchron mit meinem Kraftwerk
weiterlaufen und das werden die Normen wohl untersagen.
Aber woher weiß der Wechselrichter nun, dass er nicht mehr am Netz
hängt? Könnte es passieren, dass sich die parallelen Wechselrichter
gegenseitig hochschaukeln und somit letztlich wegen Überspannung
abschalten? Das wäre ja auch fatal ...
Im Gegensatz zu dir habe ich die notwendigen Voraussetzungen genannt. Im übrigen wird es morgen zeitgleich schneien und die sonne scheinen, nun nicht unbedingt am selben Ort. Bei dir ist Name Programm.
Die Frage hatten wir hier schon mal, aber sie ist trotzdem interresant. Vor allem in den Grenzfällen.
Mal z.B.:
Ein Dorf versorgt sich zum großteil mit PV und hat natürlich auch etliche Verbraucher.
Die Zuleitung zum Dorf ist plötzlich defekt/getrennt. Der Elektriker der die flicken muss hätte die gerne aus verständlichen Gründen spannungsfrei.
Die Wechselrichter sollten abschalten.
Ein Land möchte sich mit 100% EE versorgen, alles muss so ausbalaciert sein, das die Wechselrichter nicht abschalten.
Sollte es trotzdem mal zu einer Abschaltung kommen ist die nächste Herausforderung das Wiederhochfahren.
Ein Dorf versorgt sich zum großteil mit PV und hat natürlich auch
etliche Verbraucher.
Die Zuleitung zum Dorf ist plötzlich defekt/getrennt. Der Elektriker der
die flicken muss hätte die gerne aus verständlichen Gründen
spannungsfrei.
Die Wechselrichter sollten abschalten.
meines Wissens kommt da der Versorger, klemmt sein Notstrom-Aggregat an, und zieht die Frequenz absichtlich auf 52Hz hoch?
meines Wissens kommt da der Versorger, klemmt sein Notstrom-Aggregat an,
und zieht die Frequenz absichtlich auf 52Hz hoch?
Nein nein nein, so geht das nicht.
Da die WR sowohl in euroland wie auch in burgerland verkauft werden müssen die 48hz bis 62hz abkönnen. Deshalb zieht man auf 62hz.
Die mit CE zeichen natürlich, und mit trennrealais, die anderen sind verboten, illegal und gefährlich.
Da die WR sowohl in euroland wie auch in burgerland verkauft
werden müssen die 48hz bis 62hz abkönnen. Deshalb zieht man
auf 62hz.
Noch nie so einen Quatsch gelesen. Die Wechselrichter wissen sehr wohl in welcher Region sie zuhause sind, alternativ könnten sie das ausmessen und grob gesagt 50Hz+-2Hz und 60Hz+-2Hz unterstützen.
In der Praxis ists aber eher so, daß die Firmware zum Einsatzgebiet passend gewählt wird und wenn wirklich mal eine Netzersatzanlage zum Einsatz kommt, dann wird das nicht ungeplant gemacht. Die richtig großen Anlagen bekommen vorher Bescheid und ggf. schaltet man deren Leistungsschalter am Übergabepunkt aus bzw. sie werden über die Telemetrie auf Null abgeregelt. Was dann an kleinen Balkon-PVs oder Guerilla-Nulleinspeisern übrigbleibt, interessiert praktisch nicht, die laufen dann halt weiter.