Texas Instruments hat offenbar den weit verbreiteten Audio-Verstärkerbaustein NE5532 durch einen Chip mit anderer interner Topologie und abweichenden technischen Eigenschaften ersetzt, aber den Namen beibehalten und nur durch einen Index K ergänzt. Maximale Betriebsspannung, ESD-Festigkeit und Slewrate sind reduziert. Bei industriellen Anwendern fallen Geräte deswegen durch den Qualitätscheck.
Das betrifft nicht nur den NE5532, Texas Instruments hat auf Anfrage in ihrem Support Forum bestätigt, dass in den OpAmps NE5532, LM833, MC33078, and RC4580 der gleiche geänderte Die steckt.
(Der Name steht jeweils in der zweiten Zeile der Seitenüberschrift rechts oben)
Darüber hat sich schon vor einiger Zeit recht ausführlich Dave Jones (nicht für seine schöne Stimme bekannt) in einem seiner eevblog-Videos echauffiert.
Laut Dave Jones gab es eine, aber die Bezeichnung des Bauteils wurde trotz einiger erheblicher Änderungen (siehe verlinkte Datenblätter in meinem vorherigen Post, hier z.B. maximale Betriebsspannung oder Slew Rate) nicht verändert.
Ein sorgfältig vorgehender Hersteller hätte dem Bauteil wenigstens ein neues Suffix spendiert, also sowas wie NE5532A, B etc.
Das betrifft wohl auch die altbekannten TL072. Die Rauschspannungen sind im Vergleich zu früher deutlich höher. Es sieht so aus als ob der NE5532 von bipolar- komplett auf CMOS-Technologie umgestellt worden ist. Mit dem Original hat das nicht mehr viel zu tun. Bei OnSemi gibt es wohl noch die originale Version. Das alles ist natürlich bitter für die echten Audio-Freaks - für TI eine verschwindend kleine Käufergruppe.
Abgesehen davon bietet TI ein reichhaltiges Portfolio an besseren Alternativen - natürlich nicht zum Preis eines NE5532.
Ja, aber es wird sich beim Bestücker kaum abbilden lassen.
Ich spezifiziere in der BOM den Hersteller und das Bauteil. Selbst die Verpackung ist mir in den allermeisten Fällen egal.
Ich kann aber unmöglich in der BOM spezifizieren: Verbaue bitte nur Bausteine bis zu dem und dem Datecode, oder nur aus der Fab.
Solche Klimmzüge kann ich nur machen, wenn ich eine neue Teilenummer anlege für ein "selektiertes" Bauteil und in der Prüfvorschrift exakt definiere, nach welchen Kriterien das Bauteil ausgewählt und unter der neuen Nummer eingelagert werden soll. Irre aufwändig!
Wir haben so ein paar Feenstaub-Bauteile, die bei Vollmond von Jungfrauen ausgemessen und eingetütet werden, wie z.B. Ringkerne mit eng toleriertem AL-Wert, Optokoppler mit gematchtem CTR oder Kondensatoren mit ausgemessenem Leckstrom...
Bei Allerwelts-Teilen wie TL07x*) oder NE5532, die in einem bestehendem Design seit zig Jahren laufen würde ich sagen: Tschüß TI, ich such mir nen anderen Hersteller, der mich nicht über den Tisch zieht und mir rechtzeitig Bescheid gibt, dass sich elektrische Parameter (Versorgungsspannung!) ändern und nicht erst, wenn der Krug in Brunnen gefallen ist und mir die Baugruppen reihenweise beim Endtest ausfallen.
*) Gerade der Wechsel von JFET auf CMOS wäre beim Rauschen nicht akzeptabel.
Beim TL07x hat es sich jetzt z.B. um 6 dB verschlechtert!
as alles ist natürlich bitter für die
echten Audio-Freaks - für TI eine verschwindend kleine Käufergruppe.
Abgesehen davon bietet TI ein reichhaltiges Portfolio an besseren
Alternativen - natürlich nicht zum Preis eines NE5532.
Ja, das wird dazu führen das die "goldohren-Audiophilen" bzw. deren Händler nun peu a peu die Altbestände horten, und so wird der Preis für NOS NE5532 alsbald sehr deutlich steigen.
Mann muss sich halt immer bewusst machen: Wenn ich ein 30 JAhre altes Gerät wieder korrekt reparieren will -- muss ich wohl das NOS Teil nehmen. Dann zahle ich das auch.
Für eien Neuentwicklung schaue ich sicher nicht mehr nach 5532. Daher passt das mit der sehr kleinen Käufergruppe. Und das ws Dave da anspricht, erinnert sowieso sehr stark an Zwergenaufstand einer/für eine zahlenmässig und kaufkraftmässig für TI völlig uninteressanten Zielgruppe... Aber es schafft ihm halt Klicks.
Wir haben so ein paar Feenstaub-Bauteile, die bei Vollmond von
Jungfrauen ausgemessen und eingetütet werden, wie z.B. Ringkerne mit eng
toleriertem AL-Wert, Optokoppler mit gematchtem CTR oder Kondensatoren
mit ausgemessenem Leckstrom...
Ja, aber dann habt ihr sicher auch ein Endprodukt, das nicht mal eben für 1,99€ verramscht wird -- sondern ein teures Gerät. Und dann zahlt das Euch letztlich der Kunde. OK, verstandne -- eure Marge würd natürlich profitabler wenn ihr nicht selektieren müsstet.
Doch Euer Design erzwingt es, somit: Mann muss diese Pille halt schlucken, auch wenn es nicht gut schmeckt .-)
Dass der NE5532 nur von einer kleinen Käufergruppe nachgefragt wird, ist eine unbegründete Vermutung. Es ist ein heute noch in Millionenstückzahlen verwendetes Bauteil.Ein Industriestandard.
Dass der NE5532 nur von einer kleinen Käufergruppe nachgefragt wird, ist
eine unbegründete Vermutung.
Es ging darum, dass der 5532 bei den Goldohren recht beliebt war. Die für die Beliebtheit sorgenden Parameter haben sich geändert. Jetzt wird er nicht mehr so beliebt bei den Goldohren sein.
Und diese Gruppe der Goldohren stellt nur einen kleinen (und daher für TI unwichtigen) Teil der großen Käufergruppe dar.
So war es gemeint, zumindest hab ich es so verstanden.
Die "paar" Nanovolt mehr Rauschen hört doch eh kein Schwein.
Lös dich mal von dem Bastler Scheuklappendenken, dass rauscharme OpAmps nur was für Goldohren sind. Diese OpAmps werden in der Sensorik und in Messanwendungen eingesetzt. Gerade in industriellen Anwendungen kommt es oft auf geringes Rauschen an.
Und diese Gruppe der Goldohren stellt nur einen kleinen (und daher für
TI unwichtigen) Teil der großen Käufergruppe dar.
Glaube ich nicht. Der NE5532 ist in praktisch allen Audio Geräten verbaut, oder aber der TL072. Das Segment ist nicht so klein, da diese OPV auch in vielen Konsumer- und Industrial Geräten drinnen sind. Zumindest wo noch +-15V verwendet wird.
Und es gibt nachwievor keinen OPV der an die (gemessenen) THD+N Werte des NE5532 rankommt und halbwegs leistbar war. Die technischen Fortschritte sind vor allem im niedrigeren Leistungsverbrauch und in Rail-To-Rail Stufen.
Das High-End Segment verwendete auch gerne den LM4562 bevor TI den runiniert hat. Die Marktkonzentration ist schon sehr nahe an einem Monopol.
Ja, wir bauen Analytik-Geräte an der Grenze des physikalisch Machbaren.
Dimensioniert wird selbstverständlich nicht nach "typical", sondern immer nach "worst case".
Es gilt die Devise: Wir geben nicht mal einen Vorwiderstand für ne LED ungeprüft frei. -- Dazu muss ich aber wissen, dass sich was geändert hat.
FunFact: Vor paar Jahren hat sich tatsächlich das Binning von einigen LEDs geändert und wir standen vor dem Problem, wie sieht das beim Kunden aus, wenn er fünf alte Geräte im Labor stehen hat und ein neues dazu bekommt, sehen alle grünen LEDs gleich aus? -- Standen schon kurz davor uns ein optisches Spektrometer dafür zuzulegen.
Not so Funny Fact: Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich die Ehre, unsere Digital-ICs von Nexperia auf TI zu migrieren. Einige Parameter in den Datenblättern unterschieden sich in der Tat. Da ich das aber zu dem Zeitpunkt durch Messungen validieren konnte, war es nicht so schlimm. Wenn sich aber irgendann mal schleichend die Timings ändern steht man halt da und wundert sich, warum es "plötzlich" nicht mehr geht.
Lös dich mal von dem Bastler Scheuklappendenken, dass rauscharme OpAmps
nur was für Goldohren sind. Diese OpAmps werden in der Sensorik und in
Messanwendungen eingesetzt. Gerade in industriellen Anwendungen kommt es
oft auf geringes Rauschen an.
Naja, ich finde das auch etwas eigenartig wie TI da vorgeht, aber uebertreib mal nicht. Ich mache zufaellig Messanwendungen und habe in der Firma noch nie einen NE5532 gesehen. Das ist doch ein voll olles Teil. Der hatte in den 80ern, vielleicht noch 90ern seinen Platz, aber heute? Und was waren da die Aenderung? Betriebsspannunggrenzen 2V kleiner oder sowas? Wenn ich heute noch eine Schaltung mit +/- 15V machen wuerde, die Kollegen wuerde mich genauso verwundert anschauen als wenn ich eine ECC83 rein designen wuerde.
Ich vermute uebrigens die Hifi-Goldohren sind TI heimlich dankbar weil es wieder ein Teil gibt wo man das BESONDERE haben muss damit es gut ist. Das ist deren Traum. :-D
Ich hab einen Kopfhoererverstaerker damit gebaut. Der klingt auf einmal viel besser, aber momentmal, ich hab garnicht geschaut von welchem Hersteller der OP ist. Verdammt...
Ja, wir bauen Analytik-Geräte an der Grenze des physikalisch Machbaren.
Und du meinst, in den letzten 45 Jahren ist die Entwicklung bei den OpAmps stehen geblieben?
Nicht nur da haben sich die Grenzen des physikalisch Machbaren verschoben.
Vielleicht wäre es dann sowieso einmal an der Zeit für ein Design Review. Evtl. ist der NJM2068 eine Alternative - meint die KI.
Ich mache zufaellig Messanwendungen und habe in
der Firma noch nie einen NE5532 gesehen. Das ist doch ein voll olles
Teil. Der hatte in den 80ern, vielleicht noch 90ern seinen Platz, aber
heute?
Das Ding wird sicher nicht zum Spass auch heute noch zig fach gefertigt und ganz sicher auch nicht nur wegen der 3 Hobby-Bastler.
Ich nutze auch seit Jahrzehnten keinen NE555 mehr und doch wird der Opa auch heute noch millionenfach gefertigt, sicher nicht zum Spass.
Fazit: Man selbst ist in der Regel nie die Referenz ;)
Das High-End Segment verwendete auch gerne den LM4562 bevor TI den
runiniert hat. Die Marktkonzentration ist schon sehr nahe an einem
Monopol.
Ja, ist irgendwie schon bedenklich, daß die früher(tm) recht zahlreichen Halbleiter- und IC-Hersteller durch Aufkäufe drastisch dezimiert wurden und nur wenige Riesen geblieben sind. Man erinnere sich an Harris, Fairchild, Signetics, Central Semi, National Semi, Linear Technology und sicher noch viele andere, die nach und nach geschluckt wurden. Eigentlich sollte so etwas verhindert werden. Für eine "Marktwirtschaft" halte ich diese Entwicklung für sehr ungesund. Aber der Trend geht ja allgemein stark in Richtung globaler Kapital- und Machtkonzentration auf immer weniger Konzerne und Menschen.
Ich nutze auch seit Jahrzehnten keinen NE555 mehr und doch wird der Opa
auch heute noch millionenfach gefertigt, sicher nicht zum Spass.
Zum Spaß nicht, aber vermutlich gibt's weltweit immer noch genügend Bastler, vielleicht einige Millionen (50 % davon wohl in Japan), sodaß sich der NE555 immer noch lohnt, da der eben unter Anfängerschaltungen einen festen Platz hat -- früher in Bastelbüchern, heute im WWW. Würde mal schätzen, daß ein Großteil davon in Experimentierkästen à la Franzis "Einstieg in die Elektronik" oder sowas wie Conrad-Adventskalendern landet. In der Industrie wohl eher nicht. Was sollte man dort in den letzten Jahrzehnten noch mit NE555 anfangen?
Und es gibt nachwievor keinen OPV der an die (gemessenen) THD+N Werte
des NE5532 rankommt und halbwegs leistbar war.
Dann schau mal in neuere USB-Audio-Interfaces in der gehobenen Preisklasse der letzten Jahre hinein, um Deine aus der Zeit gefallene Sichtweise zu aktualisieren.
Was sollte man dort in den
letzten Jahrzehnten noch mit NE555 anfangen?
Weil sich der NE555 bewährt hat? Ist ja nicht der einzige Opi, der sich bis heute am Markt hält und nein, wegen der Bastler halten sich solche Dinge sicherlich nicht.
Dann schau mal in neuere USB-Audio-Interfaces in der gehobenen
Preisklasse der letzten Jahre hinein, um Deine aus der Zeit gefallene
Sichtweise zu aktualisieren
Was wird denn da verbaut statt NE5532? Ich bin ziemlich unwissend, was Audio betrifft.
Dave Jones
(nicht für seine schöne Stimme bekannt)
Dann bin ich also nicht der Einzige, der dabei Ohrenkrebs bekommt?
Anfangs habe ich den ziemlich oft gesehen, aber auf die Dauer hält man das nicht aus.
In der Industrie wohl eher nicht. Was sollte man dort in den
letzten Jahrzehnten noch mit NE555 anfangen?
Wenn es billig und robust sein soll, aber nicht so furchtbar genau sein muss, ist der 555 immer noch eine Überlegung wert. Mittlerweile wohl weniger als Timer, aber z.b. als Zweipunktregler oder Alarmgeber mit analogem Eingang.
Der NE5532 ist ein Standardbauteil mit der Zielgruppe kostensensitive rauscharme und universelle Verstärkeranwendungen. Das Brot-und-Buttergeschäft für Millionenstückzahlen.
Hersteller von "Audio Interfaces der gehobenen Preisklasse" lasten keine Halbleiterproduktion aus.
Was sollte man dort in den
letzten Jahrzehnten noch mit NE555 anfangen?
Externer Watchdog als Failsafe z.B. Da hab ich ihn erst letztens gesehen: Wenn der Mikrocontroller ihn nicht resetet schaltet er einen Alarmausgang. Hat man wohl für die Zertifizierung so gebraucht und umgesetzt und funktioniert hervorragend.
Wofür genau? Es gab schon immer bessere Alternativen, selbst für
Zeitgeberanwendungen, die von professionellen Designern bevorzugt
wurden.
Die Industrie sucht nicht nach besseren Alternativen (definiere "besser"), sondern nach Bauteilen, die den geforderten Zweck zuverlässig und zum günstigsten Preis erfüllen und für die es Zweit- und Drittlieferanten gibt.
Einen 555 timer findet man in fast jedem Treppenlicht-Zeitschalter (Eltako Relais) und gleichartigen Massenprodukten. Und er funktioniert dort zuverlässig. Und so lange das so ist, wird kein Hersteller nur aus Spass nach was "Besserem" Ausschau halten, was zwangsläufig eine kostspielige Neuentwicklung und Umstellung der Fertigung und Lagerhaltung mit sich bringt. Kein Hersteller macht so was ohne Notwendigkeit.
Weil sich der NE555 bewährt hat? Ist ja nicht der einzige Opi, der sich
bis heute am Markt hält und nein, wegen der Bastler halten sich solche
Dinge sicherlich nicht.
Du wirst staunen, sogar in Produkten des Hauses Studer wiederzufinden an nicht unbedingt unkritischer Stelle:
Wofür genau? Es gab schon immer bessere Alternativen, selbst für
Zeitgeberanwendungen, die von professionellen Designern bevorzugt
wurden.
Die Industrie sucht nicht nach besseren Alternativen (definiere
"besser"), sondern nach Bauteilen, die den geforderten Zweck zuverlässig
und zum günstigsten Preis erfüllen und für die es Zweit- und
Drittlieferanten gibt.
Einen 555 timer findet man in fast jedem Treppenlicht-Zeitschalter
(Eltako Relais) und gleichartigen Massenprodukten. Und er funktioniert
dort zuverlässig. Und so lange das so ist, wird kein Hersteller nur aus
Spass nach was "Besserem" Ausschau halten, was zwangsläufig eine
kostspielige Neuentwicklung und Umstellung der Fertigung und
Lagerhaltung mit sich bringt. Kein Hersteller macht so was ohne
Notwendigkeit.
Du verdrängst dabei, das der 555 längst mehrfach modifiziert würde. vor allem weil der hohe Querstrom im Umschaltmoment von 100...250mA teilweise die hw-Entwickler zu Klimmzügen zwangen.
Du verdrängst dabei, das der 555 längst mehrfach modifiziert würde. vor
allem weil der hohe Querstrom im Umschaltmoment von 100...250mA
teilweise die hw-Entwickler zu Klimmzügen zwangen.
Ja, heute wird idR die CMOS-Variante verbaut, die Bipolar-Variante wohl nicht mehr. Dazwischen hab ich jetzt nicht unterschieden. Und ich denke auch die Kritiker, die hier grade laut wurden, nicht.
Achso, weil es schon immer bessere Alternativen gab gibts den 555 schon
seit über 50 Jahren und wird auch heute noch produziert. Klar, das macht
Sinn.
Den ATmega8 von ehemals Atmel gibt's nun fast 25 Jahre und der wird auch heute noch produziert. Daß es längst bessere (mehr Speicher und Peripherie, gleichzeitig günstiger) Alternativen gibt, dürfte unbestritten sein. Nur weil irgendwas (noch) produziert wird, kann man daraus nicht schließen, daß es unentbehrlich oder objektiv sinnvoll ist.
Die Industrie sucht nicht nach besseren Alternativen (definiere
"besser"), sondern nach Bauteilen, die den geforderten Zweck zuverlässig
und zum günstigsten Preis erfüllen und für die es Zweit- und
Drittlieferanten gibt.
Und genau diese gibt es für wohl alle denkbaren Anwendungen eines 555.
Einen 555 timer findet man in fast jedem Treppenlicht-Zeitschalter
(Eltako Relais) und gleichartigen Massenprodukten. Und er funktioniert
dort zuverlässig.
Ja, solange der dafür notwendige große Elko noch keinen zu hohen Reststrom hat. Viel zuverlässiger und genauso billig könnte man das heute mit schnellerem Oszillator und Zähler machen.
Den ATmega8 von ehemals Atmel gibt's nun fast 25 Jahre und der wird auch
heute noch produziert. Daß es längst bessere (mehr Speicher und
Peripherie, gleichzeitig günstiger) Alternativen gibt, dürfte
unbestritten sein. Nur weil irgendwas (noch) produziert wird, kann man
daraus nicht schließen, daß es unentbehrlich oder objektiv sinnvoll ist.
Muss jetzt darauf rumgeritten werden wie blöd? Oder kann man es einfach mal aktezptieren, dass er seit über 50 Jahren produziert und eingesetzt wird und das sicher nicht weil es schon immer bessere Alternativen gab. Irgend etwas müssen nämlich die besseren Alternativen haben (bzw. nicht haben), dass sie ihm den Rang nicht abgelaufen haben.
Der dann aber der starke bipolare Push-pull-Ausgangstreiber fehlt, was
eigentlich der einzige wirkliche Vorteil des klassischen 555 war.
Dieser Vorteil ist mir nicht ganz unbekannt, in freier Wildbahn sind mir aber erschreckend wenige Fälle begegnet, die diesen Vorteil wirklich genutzt haben.
und das sicher nicht weil es schon immer bessere Alternativen gab.
Und das ist deine Vermutung, die ich eben nicht ganz teile. Aber egal.
Meine Ansicht ist eher, daß einmal etablierte Bauteile oft noch lange neu eindesignt werden, obwohl es längst technisch und wirtschaftlich "bessere" Kandidaten gibt, weil Menschen und somit auch Entwickler "Gewohnheitstiere" sind und gern auf Bekanntes und "Bewährtes" zurückgreifen, statt regelmäßig nach Neuerem zu suchen (was natürlich auch Aufwand bedeutet).
Nur das noch dazu, es kann nun wieder zum eigentlichen Thema übergegangen werden ...
Meine Ansicht ist eher, daß einmal etablierte Bauteile oft noch lange
neu eindesignt werden, obwohl es längst technisch und wirtschaftlich
"bessere" Kandidaten gibt, weil Menschen und somit auch Entwickler
"Gewohnheitstiere" sind und gern auf Bekanntes und "Bewährtes"
zurückgreifen, statt regelmäßig nach Neuerem zu suchen (was natürlich
auch Aufwand bedeutet).
Es muss eben nicht "besser" sein, sondern es muss gut genug sein.
Dazu kommen wichtige Faktoren wie: Preis, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, 2nd Sourcem und Kenne-mich-mit-dem-Ding-aus.
Neue Bauteil sind auch nicht in allen Belangen besser.
Neue OPV können Rail2Rail und brauchen weniger Strom, haben aber ein grausliches 1/f Rauschen und einen hohen Ausgangswiderstand.
Vom deutlich höheren Preis rede ich gar nicht.
Meine Ansicht ist eher, daß einmal etablierte Bauteile oft noch lange
neu eindesignt werden, obwohl es längst technisch und wirtschaftlich
"bessere" Kandidaten gibt, weil Menschen und somit auch Entwickler
"Gewohnheitstiere" sind und gern auf Bekanntes und "Bewährtes"
zurückgreifen, statt regelmäßig nach Neuerem zu suchen (was natürlich
auch Aufwand bedeutet).
Richtig. Es bedeutet ersteinmal zusätzlichen Aufwand. Und der geht in die Entwicklungskosten ein, und hat vor allem bei kleinen Stückzahlen einen deutlich höheren Anteil.
Noch extremer wird es, wenn Du irgendetwas Zertifizieren lassen willst, und Du irgendwo schon eine Schaltung gleicher Funktionalität hast, die schon einmal durch die Zertifizierung gekommen ist. Da wird besser übernommen, statt was neues entwickelt.
Abgesehen davon: Flexibler Timer und flexible Zweipunktreglung, die können in zig verschiedenen Schaltungsvarianten verwendet werden. Das vereinfacht die Lagerhaltung, und wenn Du so viele brauchst, wird der Rabatt besser.
Es gibt wenig, was da preislich und aufwandsmäßig mithalten kann.
Nenn doch einmal eine Alternative. ;O)
Es gibt wenig, was da preislich und aufwandsmäßig mithalten kann.
Nenn doch einmal eine Alternative. ;O)
Einige Zeilen Code im Mikrocontroller. :-p
Ein Controller ist heutzutage IMMER drauf. Zum einen will es der Kunde so wegen Funktionalitaet, zum anderen hat man da auch Seriennummer usw fuer traceability drin. Ist als eh-da.
Es gab doch schon im letzten Jahr Terz, als das Gerücht die Runde gemacht hat, dass TI den NE5532 in Rente schickt. (War das letztes Jahr?)
Der NE5534A könnte eventuell auch betroffen sein, bin ich mir aber gerade nicht so sicher.
Edit: habs gefunden. Es ging um den NE5534A und war vor zweieinhalb Jahren.
TI hatte da beschwichtigt, dass es glaube ich nur Änderungen am Packaging geben soll, weil sich wohl das Material der Anschlüsse ändern sollte.
Eine Zeit lang gab es dann auch keine Bauteile.
Ihr habt den Artikel aber falsch gelesen. Der NE5532 soll den Die von dem RC4580 bekommen haben.
Das ist ein recht guter Opamp. Aber klar, trotzdem ein blöder Move.
Den NJM2068 würde ich mir als Alternative nicht unbedingt angucken.
Das ist zwar kein schlechter Opamp aber klanglich ist der auch etwas altbacken.
Eine modernere Alternative zum NE5532 wäre zB der OPA1678 (wahrscheinlich aber FET).
Onsemi verkauft auch NE5532, kann aber sein, dass die die von TI beziehen.
Den MC33078 gibt es auch von ST.
) Gerade der Wechsel von JFET auf CMOS wäre beim Rauschen nicht
akzeptabel.
Beim TL07x hat es sich jetzt z.B. um 6 dB verschlechtert!
Hmmm, das war mir neu und ich habe deshalb gerade auf der TI Seite nachgesehen und folgendes festgestellt:
Es gibt für die TL07x und die TL08x (mit A, B oder ohne) einen neueren Alternativtypen namens TL07xH bzw. TL08xH. Dieser hat etwas andere Eigenschaften, manches ist besser, das Rauschen ist schlechter (die von Dir zitierten 37nV/WurzelHz).
Habe nachgesehen beim TL084 und in der Vergleichstabelle gesehen, dass die alten Typen (A, B, ohne) noch aktiv sind und die alten Rauschzahlen von 18nV/WurzelHz angegeben sind. Nur beim neueren H-Typen stehen 37nV/...
Nun dachte ich, das sei ein Irrtum Deinerseits, dass Du bei den Daten des TL071H gelandet seiest, habe bei diesen Typen nachgesehen und in der Tat: bei denen steht überall (auch bei A, B, ohne) 37nV/WurzelHz.
Ist das nun wirlich so oder evtl. ein Fehler von TI bei der Doku-Pflege?
Ich denke, eine Nachfrage wäre lohnenswert.
PS: mal schauen, ob ich in den nächsten Arbeitstage mal dazu kommen, heute definitiv nicht und morgen wahrscheinlich auch nicht.
Die "paar" Nanovolt mehr Rauschen hört doch eh kein Schwein.
Darum geht es nicht. Man kann schon erwarten, vom Hersteller Daten zu erhalten, die stimmen.
Edit: Ich treibe mich nicht in der Audiowelt herum und kann nicht beurteilen, wer was hört und was nicht.
Es gibt aber auch noch andere Anwendungen auf der Welt. Evtl. kommt es bei manchen darauf an.
Ihr habt den Artikel aber falsch gelesen. Der NE5532 soll den Die von
dem RC4580 bekommen haben.
Der Artikel wurde schon richtig gelesen. Und das wurde schon im Eingangspost klargestellt und von einigen Usern mit Infos aus anderen Quellen nochmals bestätigt. Man kann zusammenfassen:
Fakt Nr 1 ist: Ein NE5532 von Texas Instruments ist heute ein ganz anderes Bauteil als vorher. TI verbaut wegen eines geänderten Produktionsprozesses einen anderen Chip mit abweichenden Spezifikation, aber unter der gleichen Bezeichnung. Lediglich das Datenblatt wurde geändert (Revision K)
Fakt Nr. 2 ist: Texas Instruments hat auf Anfrage in
ihrem Support Forum bestätigt, dass in den OpAmps NE5532, LM833,
MC33078, and RC4580 der gleiche geänderte Die verbaut ist.
Die Behauptung, dass im NE5532 das Die von dem RC4580 bekommen hat ist nicht belegt. Ti hat nur bestätigt, dass neuerdings im NE5532 als auch im RC4580 und einigen anderen OPAmp Typen im Inneren das gleiche Die verbaut ist.
Ist das nun wirlich so oder evtl. ein Fehler von TI bei der Doku-Pflege?
2020 hat TI die neuen TL0xxH eingeführt. (Billiger herzustellen, weil auf CMOS-Basis und auf größeren Dies.) Dabei wurde in Datenblatt-Revision SLOS080O die Beschreibung von "JFET" auf "FET" geändert.
Nachdem sie bestätigt haben, dass die Chips bei den Kunden nicht explodieren, haben sie die TL0xx ohne H auf die selben Dies umgestellt:
Reason for Change:
These changes are part of our multiyear plan to transition products from
our 150-milimeter factories to newer, more efficient manufacturing
processes and technologies, underscoring our commitment to product
longevity and supply continuity.
Anticipated impact on Form, Fit, Function, Quality or Reliability
(positive / negative):
None
Reason for Change:
To accurately reflect device characteristics.
Anticipated impact on Fit, Form, Function, Quality or Reliability
(positive / negative):
No anticipated impact. This is a specification change announcement only.
There are no changes to the actual device.
Es gibt wenig, was da preislich und aufwandsmäßig mithalten kann.
Nenn doch einmal eine Alternative. ;O)
Einige Zeilen Code im Mikrocontroller. :-p
Bei kleinen Stückzahlen ist der garantiert teurer. Und Du musst ihn auch noch mit dem Programm beschreiben.
Ein Controller ist heutzutage IMMER drauf.
Nein. Es gibt genug einfachst Anwendungen, wo keiner drauf ist.
Zum einen will es der Kunde
so wegen Funktionalitaet,
Auch das stimmt so Pauschal nicht. Einfachst Anwendungen haben nur wenig Funktionalität. Und dort es gibt genug Kunden, die sich in der Funktionalität beschränken, um die Komplexität zu begrenzen.
zum anderen hat man da auch Seriennummer usw
fuer traceability drin. Ist als eh-da.
Das wilst Du als Hersteller eher als Deine Kunden.
Das was ich, und vermutlich auch Du, von aktuellen Kunden weisst, bezieht sich nur auf Industrie Kunden. Und bei Privatkunden aus einem sehr engen Spektrum. Es gibt aber viel mehr.
Diese Mikrocontroller-oder-nicht Paralleldiskussion hat jetzt aber nichts mehr mit dem Thread Thema und schon gar nicht mit einem analogen NE5532 OpAmp zu tun. Macht das besser in einem eigenen Thread aus.
Ja, solange der dafür notwendige große Elko noch keinen zu hohen
Reststrom hat. Viel zuverlässiger und genauso billig könnte man das
heute mit schnellerem Oszillator und Zähler machen.
Einen 555 in einer einfachen, langsamen Timeranwendung kann man ohne große EMV-Emissionsmessungen problemlos verbauen. Sobald ein Oszillator verbaut ist, sieht das schon anders aus. Ein Treppenhauslicht wird dann plötzlich zum Langwellen- oder Mittelwellensender.
Und bei einem Microcontroller hat man zusätzlich zu den Hardwarethemen auch noch die Firmwareentwicklung sowie das Flashen während der Serienfertigung an der Backe. Ggf. muss damit der gesamte Prozess wesentlich aufwändiger zertifiziert werden.
Diese Mikrocontroller-oder-nicht Paralleldiskussion hat jetzt aber
nichts mehr mit dem Thread Thema und schon gar nicht mit einem analogen
NE5532 OpAmp zu tun. Macht das besser in einem eigenen Thread aus.
Ja, leider total aus dem Ruder gelaufen. Dabei geht es um wirklich unglaubliche Vorgänge bei TI. Ich arbeite bei einem Bestückungs- und Entwicklungsdienstleister. Ich habe sofort geprüft, wer die betroffenen ICs einsetzt und entsprechende Massnahmen getroffen. Persönlich als Entwickler werde ich einen Bogen um Ti-ICs machen, wo immer es geht. Vertrauen kann man nur einmal verlieren.