Moin, ich bin einer der Funkamateure, die das Projekt mit den Schülerinnen und Schülern begleitet haben.
Erstmal vielen Dank an alle, die gestern mit gehört und uns auch Reports zukommen lassen haben.
Weil ich grade die Spekulationen zur Frequenz und Temperatur gelesen habe, möchte ich kurz meine aktuellen Arbeitshypothesen, die aber noch nicht endgültig verifiziert sind, dazu geben. Einen ausführlicheren Bericht werden wir in einiger Zeit nochmal auf der Website ( https://da0fra.altafraner.de ) veröffentlichen.
Zur Frequenz:
Zum Start hatten wir eine Frequenz von ca. 28,137 MHz, also 7 kHz höher als geplant. Im Verlaufe des Flugs ist diese hoch auf ca. 28.138 MHz gedriftet. Die Verschiebung beim Start lag an der Abweichung des Quarz, den wir geflogen haben. Diese haben wir nicht beachtet. Wir hätten das noch in der Synthesestufe korrigieren können, es war in den Minuten vor dem Start aber schlicht keine Zeit mehr. Den Drift von 1 kHz vermute ich war tatsächlich thermischer Natur. Allerdings ist hier die Temperatur im Innenraum der Nutzlast zu betrachten und nicht die Außentemperatur. In der Telemetrie konnte man die Außentemperatur mitlesen. Die Innentemperatur ist von ca. 25 °C beim Einschalten im Verlauf des Flugs gestiegen. Eine genaue Zahl hab ich noch nicht, wird im Bericht aber folgen. Im übrigen dürfte aus gleichem Grund im Verlauf des Flugs die Sendeleistung gestiegen sein, gestartet sind wir mit etwa 2.5 W.
Zur übertragenen Temperatur:
Die übertragene Temperatur haben wir mit einem PT1000 an der Unterseite des Ballons gemessen. Ich würde mal raten, dass sich der Ballon gedreht und evtl. auch leicht geneigt hat, wodurch der Sensor in die Sonne gekommen ist. Uns ist leider unsere IMU gestorben, deshalb kann ich das vermutlich nicht abschließend verifizieren. An Übertragungsfehler glaube ich an der Stelle nicht, dafür haben wir zu viele Werte in der Größenordnung um 0 °C bekommen, wir haben die Daten aber alle nochmal auf SD-Karten mitgeloggt, wenn die ausgewertet sind, kann ich mehr dazu sagen.
Insgesamt gab es aber für die Signalstärke dann doch einige Übertragungsfehler, hier werden wir auch nochmal forschen, woran das lag. Ob wir das herausfinden, kann ich noch nicht abschätzen. Ich vermute aktuell, dass wir irgendwo einen kleinen Drift im Timing hatten.
Wir haben leider aufgrund technischer Probleme ca. 40 min E-Mails verloren. Betroffen sind Mails von kurz nach 11 Uhr bis kurz vor 12 Uhr. Falls wir jemandem, der uns Berichte in dieser Zeit geschickt hat deshalb in den nächsten Tagen nicht nochmal persönlich via E-Mail danken, dann tut es uns ausdrücklich leid. Die Berichte die wir empfangen haben helfen uns wirklich zu verstehen, wie sich unser Amateurfunkmodul verhalten hat.
Viele Grüße
Richard DL3RS
PS Danke, Jens, fürs Werbung machen!