Ich wollte für einen Vortrag eine Schaltungs-Simulation zeigen und dafür mal das "berühmte" LTSpice ausprobieren. Ich glaube gerne an die "inneren Werte" dieser Software, sie wird ja immer wieder als Quasi-Standard erwähnt. Aber was sich die Autoren bezüglich der GUI (für MacOS) geleistet haben, geht echt auf keine Kuhaut:
Hintergrund dunkelgrau, darauf die Schaltung mit Linien in 1 Pixel Stärke ("Haarlinien")
kaum zu kontrollierendes Zoomen und Scrollen beim Verwenden des Apple Trackpad (womit ich ca. 20 Jahre Erfahrung habe und wirklich virtuos umgehen kann)
keine Umschaltung der Bauelement von US- auf IEC-Symbolik
Dialogboxen in 1 Pixel dünner Mikroschrift, geschätzt 4 Punkt
dagegen (als Default, scheint änderbar), riesige Bauelemente mit 28 Punkt Bold Beschriftung
Ja, ich weiss: "Einem geschenkten Gaul ...", aber trotzdem, der erste Eindruck ist verheerend und abschreckend. Es hat den Anschein, als hätte das nie jemand ernsthaft ausprobiert ...
Ja, das UI von LTSpice ist fürchterlich, ich nehme es aber auch kaum her.
KiCAD hat auch ein Spice. Ich hab es mal ausprobiert, das war aber vor ca. 2 Jahren schon arg holprig.
Die GUI sieht in der Windows-Version auch nicht wirklich anders aus.
Vielleich tröstet immerhin der Umstand, dass man die Schaltungen nicht mehr in Form von Textfiles und Netzlisten definieren muss.
Die GUI mag nicht "schön" sein, aber als Hindernis habe ich sie nie empfunden.
mittels wine unter Linux sieht es ähnlich aus, aber der Hintergrund ist etwas heller. Die Linienbreite kann man unter 'Control Panel' -> 'Drafting Options' einstellen. Für Kondensatoren und Widerstände gibt es europäische Symbole unter 'Misc'.
Die Bedienung finde ich eigentlich ganz intuitiv, auch mit der Maus. Man kann z.B. nur durch Markieren der zwei Punkte oberhalb von R1 und unterhalb von R2 in einem Rutsch die Verbindungen zwischen R1 und R2 herstellen.
Vielleich tröstet immerhin der Umstand, dass man die Schaltungen nicht
mehr in Form von Textfiles und Netzlisten definieren muss.
Die GUI mag nicht "schön" sein, aber als Hindernis habe ich sie nie
empfunden.
Die Existenz einer GUI ansich ist zweifellos ein massiver Vorteil :-)
Da bin ich wohl von NI Multisim Student etwas verwöhnt ...
Hallo,
mittels wine unter Linux sieht es ähnlich aus, aber der Hintergrund ist
etwas heller. Die Linienbreite kann man unter 'Control Panel' ->
'Drafting Options' einstellen. Für Kondensatoren und Widerstände gibt es
europäische Symbole unter 'Misc'.
Ok, danke für die Mühe. Ich schau's mir nochmal an, vielleicht war es wirklich nur der erste Eindruck ...
Mike ist sicher ein begnadeter Programmierer, was die Simulation selbst
angeht, aber in GUI-Design hat er sehr, sehr eigenwillige Ansichten.
Man darf nicht vergessen das LT-Spice ein Programm mit Geschichte ist. Die ersten Versionen liefen ja als SwitcherCAD unter Win3.11. Auch andere alte Programme haben da ihre eigenen Standards geschaffen. Ausserdem ist es ein Programm das fuer jemanden optimiert ist der es jeden Tag nutzt.
In der neuesten Version hat Analog aber angefangen dagegen zu arbeiten...
Ausserdem, wenn man schon etwas fuer sich programmiert warum soll man sich um Befindlichkeiten anderer Leute scheren? Meine eigenen Androidprogramme haben z.B auch einen Quit-Button und sind fuer Linkshaender optimiert. .-)
Ja, ich weiss: "Einem geschenkten Gaul ...", aber trotzdem, der erste
Eindruck ist verheerend und abschreckend. Es hat den Anschein, als hätte
das nie jemand ernsthaft ausprobiert ...
Auf jeden Fall hast du das nicht ernsthaft ausprobiert. Nur dass ich das richtig verstehe: Du schaffst es nicht LTSpice auf deine Bedürfnisse einzustellen aber LTSpice ist jetzt daran schuld, ja? Naja, Anleitungen lesen ist 2026 auch nicht mehr hip. Wenn ich bedenke was damals bei gekaufter Software für dicke Bücher oder gar Ordner den Programmen beilagen...auf den Ordner von Maxxon PLP im Retro-Regal blick
Naja, bei mir sind auch in der Standard-Installation die Dialogboxen nicht mikro sondern entsprechen dem Standard meiner macOS X Installation. Dadurch erscheinen auch die Schaltungen nicht rießig sondern genau passend. Der graue Hintergrund kommt auch nicht von ungefähr, es gibt Menschen (wie mich z.B.), die arbeiten durchaus mehrere Stunden mit LTSpice und da wäre ein weißer Hintergrund alles andere als gut für die Augen. Zoomen und Scrollen mit dem Trackpad weiß ich nicht, wie das ist, ich arbeite mit nem Trackball. Ich stelle mir Zeichnen mit dem Trackpad aber auch nicht grade simpel vor. Das ist ganz sicher eine Frage der Gewohnheit.
Aber wenn ich so eine Programm das erste Mal öffne und denke "Meine Güte, sieht das Kacke aus." dann kommt mir doch als Erstes in den Sinn "Wie/Wo kann ich das einstellen." und nicht "Jetzt hau ich meinen Frust erstmal in einem Forum meiner Wahl raus.". Ich such also als erstes Anleitung und Ähnliches...vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt.
Einzig das IEC-Problem könnte man dem Programm vorwerfen, will man IEC-Optik haben muss man seine Bauteile/Symbole selbst dazu erstellen...naja, ich bin mit Spice aufgewachsen, ich bin Leid gewohnt :D
Was ändert das daran, dass das schreckliche UI auf seinem Mist
gewachsen ist und von da so weitergeführt wurde?
Wird es ja nicht. Die arbeiten ja dran. Bei der aktuellen Version haben sie auch schon das ein oder andere am Look&Feel geaendert. Was natuerlich auch wieder zu einem Aufschrei gefuehrt hat, weshalb man das wohl wieder abschalten kann.
Bin mal gespannt wie es aussieht wenn die auch eine Linuxversion rausbringen wollen. Was sie wohl fuer dieses Jahr geplant haben. Denn das bedeutet ja im Prinzip das die komplett auf ein anderes System umstellen und vieles abstrahieren werden. Dadurch wird es automatisch anders.
Und wenn man LTspice installiert und es zum ersten Mal startet, dann
bestätigt sich sein erster Eindruck in eindrucksvoller Weise.
Eine sehr wohlwollende Formulierung :-)
Aber wenn man es öfter benutzt tut es gar nicht mehr weh.
Dieses Phänomen ist übrigens wiederholbar: Nach zwei Jahren LTSpice-Abstinenz fühlte es sich wieder wie beim ersten Mal an. Einzig das Wissen "wird schon" machte es erträglicher.
Aber wenn ich so eine Programm das erste Mal öffne und denke "Meine
Güte, sieht das Kacke aus." dann kommt mir doch als Erstes in den Sinn
"Wie/Wo kann ich das einstellen." und nicht "Jetzt hau ich meinen Frust
erstmal in einem Forum meiner Wahl raus.". Ich such also als erstes
Anleitung und Ähnliches...
Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.
vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt.
Da bist du nicht allein. ;-)
Ich nutze LTspice auch seit vielen Jahren. Liniendicke einstellen, cap, polcap und res gegen die Europäischen austauschen, Plotfarben einstellen (so dass blau wenigstens rudimentär sichtbar wird) und noch einiges mehr, das ist der übliche Tanz bei neuen Installationen.
Bevor ich's vergesse: Zumindest auf einem Linux System ist der kchmviewer um ein vielfaches angenehmer als wenn man die Hilfe mit den Windows Werkzeugen in wine nutzt:
Liniendicke einstellen, cap, polcap und res gegen die Europäischen
austauschen, Plotfarben einstellen (so dass blau wenigstens rudimentär
sichtbar wird) und noch einiges mehr, das ist der übliche Tanz bei neuen
Installationen.
Wer klug ist speichert die Einstellungen/Files vor dem Update entsprechend und kopiert sie nach der Installation um. Smarte Menschen haben dafür sogar ein Script/Programm dazu wodurch der Spass zum One-/Two-Klickwunder wird, von Tanz kann man dann nicht mehr sprechen ;)
Smarte Menschen haben dafür sogar ein Script/Programm dazu wodurch der
Spass zum One-/Two-Klickwunder wird, von Tanz kann man dann nicht mehr
sprechen ;)
Ach weisst du, wenn ich's wöchentlich neu installieren müsste, dann würde ich mir wohl ein bash-script schreiben. Wenn's aber nur alle paar Jahre gemacht wird, sparen smarte Menschen sich das einfach.
Wenn's aber nur alle paar Jahre gemacht wird, sparen smarte Menschen
sich das einfach.
Und wundern sich 3 Wochen nach der Installation warum das ein und andere Bauteil nicht mehr auffindbar ist, bei dem sie sich sicher waren, dass das in der Bibliothek enthalten sein müsste ;)