Fahrrad LED Rücklicht Widerstand durchgebrannt

OP #8096994
Lesenswert?
• ▲
▼

An meinem Fahrrad ist zuerst die Lampe im Frontscheinwerfer durchgebrannt. Das LED-Rücklicht mit Standlichtfunktion funktionierte danach noch mehrere Minuten, ist aber schließlich auch ausgefallen. Hab das Rücklicht mal ausgebaut und da sieht man deutlich nen druchgebrannten Widerstand (R5, siehe Foto). Leider ist der Wert nicht mehr erkennbar. Weiß zufällig jemand welcher da rein gehört? Vermute ja sowas wie um die 60 Ohm um die Last einer Glühlampe nachzubilden. Sonst muss ich wohl mal die Schaltung aufnehmen und sehen was schlüssig wäre.

Angehängte Dateien:
#8097019
Lesenswert?
• ▲
▼

Wolfgang schrieb:

Weiß zufällig jemand welcher da rein gehört? Vermute ja sowas wie um die 60 Ohm um die Last einer Glühlampe nachzubilden. Sonst muss ich wohl mal die Schaltung aufnehmen und sehen was schlüssig wäre.

Vielleicht hat schon jemand die Schaltung rausgezeichnet und veröffentlicht.

Hast du schon mal danach gesucht?
Wir können das nicht, können auch nicht raten, was da rein gehört. Niemand von uns weiß, um welche Leuchte es sich handelt.

60 Ω an 6 V erzeugt 0,6 W. Das wäre zuviel für Baugröße 1206 oder gar 0805.
-> Schaltplan notwendig

Bernhard

PS: Das Bild "Ausschnitt.JPG" ist verzerrt. Vgl. SOT23 vertikal und horizontal

: Bearbeitet durch User
#8097053
Lesenswert?
• ▲
▼

Das Problem ist auch das (Kondens-)Wasser, was für Korrosion gesorgt hat. R5 sieht mir nicht durchgebrannt aus, sondern eher danach, dass entweder die Messspitzen keinen Kontakt hatten, oder daas die Lötstellen Kontakt verloren haben. Wie dem auch sei, die Korrosion muss raus...wie das Wasser aus Prochnows U-Boot.

Soweit ich mich erinnere, wird in der Vorderlampe gleichgerichtet und im Rücklicht sitzt der Rest. Bitte mal eben bestätigen oder widersprechen.

: Bearbeitet durch User
#8097304
Lesenswert?
• ▲
▼

Martin L. schrieb:

Soweit ich mich erinnere, wird in der Vorderlampe gleichgerichtet und im Rücklicht sitzt der Rest. Bitte mal eben bestätigen oder widersprechen.

Das ist nicht genormt. Bei denen, die ich mal näher angeschaut habe, war im Frontscheinwerfer stets eine bidirektionale Z-Diode, die die Amplitude der Wechselspannung begrenzt. Das war bereits bei Frontscheinwerfern mit Halogen-Glühlampe der Fall.

Die Rückleuchte wurde in allen Fällen beim Fahren mit Wechselspannung versorgt. Allerdings nicht immer mit der vollen Eingangs-Spannung.

Varianten gab es z. B. bei der Standlichtfunktion. Die meisten Rückleuchten hatten einen eigenen Speicher-Kondensator (oder früher Batterien), ein Mal hat der Kondensator im Frontscheinwerfer die Rückleuchte mitversorgt.

Bei einem System blieb die Rückleuchte aus, bis irgendein Kondensator geladen war. Die ersten ca. 30 Meter war's hinten dunkel. Dass sowas eine Zulassung bekommen hat, erstaunt mich.

Bernhard

(Firma: vyuxc) #8097318
Lesenswert?
• ▲
▼

Wenn die Frontlampe ausfällt läuft die Spannung am Dynamo hoch. Das Rücklicht genügt nicht als Last und brennt durch. Ich würde da eine Gleichrichtung und Stromquelle für die LED erwarten, irgendwas um die 50mA. Der Goldcap wird seine Begrenzung mit ZD haben und wahrscheinlich ohne Strombegrenzung geladen/entladen. Ein beliebter Fehler bei B+M Lampen, die dann ausfallen.

OP #8097342
Lesenswert?
• ▲
▼

Hab mal den Schaltplan aufgenommen. Ist ein Rücklicht Namens "basta Ray Steady".
Für R5 hab ich mit dem Multimeter ca. 20 Ohm gemessen. Die anderen Widerstände habe ich nachgemessen und sind OK.
Der Frontscheinwerfer enthält nur eine Glühlampe, da ist sonst nix dran. Das Kabel geht direkt vom Nabendynamo an Frontscheinwerfer, parallel dazu ans Rücklicht.

Angehängte Dateien:
OP #8097354
Lesenswert?
• ▲
▼

Ja, irgendwas ist da faul, weiß nur noch nicht was.

Q3 rechts unten ist der Emitter. Dort geht eine Leiterbahn zu der Durchkontaktierung rechts oberhalb von Q3. Diese DK ist mit der DK links unterhalb von Q7 verbunden. Diese DK geht an Q7 Kollektor und an die LED. Auf der Unterseite gehen keine Leiterbahnen von der LED weg. Der Durchgangsprüfer piept aber wenn ich dieses Netz zu Masse prüfe. Ich sehe aber keine Verbindung, und Q3 und Q7 scheinen OK zu sein.

OP #8097360
Lesenswert?
• ▲
▼

H. H. schrieb:

Wolfgang schrieb:

H. H. schrieb:

Mindestens ZD1 ist falsch rum.

Hab mich auch gewundert und 3mal nachgemessen. Ist wirklich so.

Und die LED kann niemals leuchten, das ist bestimmt auch ganz wirklich so...

Aktuell tut sie das auch nicht :D

Von der Kathode von ZD1 kann ich aber eine Leiterbahn nachverfolgen, die zu der DK zwischen Q4 und Q5 geht. Diese geht jeweils auf die Anode von Q4 und Q5.

OP #8097367
Lesenswert?
• ▲
▼

H. H. schrieb:

Wolfgang schrieb:

Und die LED kann niemals leuchten, das ist bestimmt auch ganz wirklich so...

Aktuell tut sie das auch nicht :D

Was für ein Potential erwartest du denn an der Basis von Q2? Wird damit die LED leuchten können?

So Fragen hab ich mir auch gestellt, und hatte mich auch über die Schaltung gewundert weil ich die irgendwie nicht verstehe. Aber der Durchgangsprüfer lügt ja nicht also muss das passen dachte ich mir.

#8097370
Lesenswert?
• ▲
▼

Wolfgang schrieb:

Außerdem piept der Durchgangsprüfer wenn ich an die beiden LED Kontakte gehe. Die ist dann wohl durch.

Eine LED mit Kurzschluß käme mir ungewöhnlich vor.

Wolfgang schrieb:

So Fragen hab ich mir auch gestellt, und hatte mich auch über die Schaltung gewundert weil ich die irgendwie nicht verstehe. Aber der Durchgangsprüfer lügt ja nicht also muss das passen dachte ich mir.

Du weißt nicht, mit welcher Spannung und bei welcher Schwelle der Durchgangsprüfer piept. Damit in einer Schaltung zu messen, die man nicht kennt, liefert kein verwertbares Ergebnis.

OP #8097371
Lesenswert?
• ▲
▼

H. H. schrieb:

Wolfgang schrieb:

Ich sehe gerade ich habe die LED verkehrt herum eingezeichnet. Kathode geht zu R5.

Noch mehr Unsinn. Schlaf eine Nacht drüber.

Kathode geht wirklich zu R5, auf der Leiterplatte ist auch ein K.

Habe gerade noch die Transistoren durchgepiept und siehe da: Q2 hat eine Verbindung zwischen B und E. Den werd ich auslöten und dann nochmal neu durchpiepsen.

Mal drüber schlafen ist sicher auch hilfreich.

OP #8098075
Lesenswert?
• ▲
▼

So, bin nochmal alles nach Leiterbahnen durchgegangen und nicht nach Durchgangsprüfer, also jetzt der korrekte Schaltplan (hoffentlich :p ). Sieht für mich auch deutlich plausibler aus. Ich verstehe nur nicht warum die Z-Diode falsch rum drin ist.

Die LED scheint kaputt zu sein, hat mit dem Multimeter 27 Ohm in beide Richtungen. Die Transistoren scheinen OK, die B-C Diode von Q6 und Q7 sowie die B-E Diode von Q7 haben einen etwas doppelt so hohen Wert wie ich erwarten würde, aber vielleicht liegt das an der Schaltung. Widerstände hatte ich ja schon durchgemessen und stimmen mit den (bis auf den nicht mehr lesbaren von R5) aufgedruckten Werten überein.

Angehängte Dateien:
#8098231
Lesenswert?
• ▲
▼

Mach doch mal bessere Fotos von beiden Seiten, damit auch wir mehr erkennen können.

Bernhard

Ergänzung:
Ich würde den großen Kondensator, der vermutlich max. 5,5 V verträgt, nicht direkt an die Versorgung klemmen. Aber bei einem Rücklicht von Fuxon habe ich das auch schon so ähnlich gesehen. (Beim Losfahren bleibt dann außerdem das Licht zunächst aus, bis die Spannung am Kondensator etwas gestiegen ist.)

: Bearbeitet durch User
OP #8099203
Lesenswert?
• ▲
▼

Ich hab jetzt mal die LED getauscht. Wenn ich mit dem Netzteil 6V anschließe leuchtet die LED, Spannungsabfall über der LED 1,9V. Scheint also erstmal OK. Über dem Kondensator hab ich nach 5 Minuten 3,3V gemessen. Und wenn ich das Netzteil ausgeschaltet habe geht die LED auch fast sofort aus. Das war vorher anders, da haben 5 Minuten Fahrt ausgereicht, dass sie schon etwas nachleuchtet. Jetzt ist die Frage: Hat der Kondensator keine Kapazität mehr oder ist etwas anderes die Ursache?

#8099225
Lesenswert?
• ▲
▼

Wenn der Schaltplan vom 22.09.2026 stimmt, liegt am Kondensator sofort Vcc an. Der Strom wird dann in erster Linie durch den Innenwiderstand des Kondensators bestimmt.

Wenn nach 5 Minuten erst 3,3 V am Kondensator steht, stimmt der Schaltplan nicht.

Wenn der Kondensator tatsächlich direkt Vcc erhält, wird er defekt sein, denn Vcc wird im Normalbetrieb um 7 V betragen. Ohne Frontscheinwerfer steigt die Spannung noch höher.

Vermutlich werden dann auch Transistoren thermisch überlastet.

Bernhard

#8099233
Lesenswert?
• ▲
▼

Wolfgang schrieb:

Jetzt ist die Frage: Hat der Kondensator keine Kapazität mehr oder ist etwas anderes die Ursache?

Man kann den Kondensator auslöten und am Labornetzgerät laden. Danach mit einem Widerstand entladen und dabei Spannung / Zeit manuell beobachten. Bei 1,5 Farad dauert das lange genug, ich würde 390 Ohm vorschlagen.

Bernhard schrieb:

Wenn der Schaltplan vom 22.09.2026 stimmt, liegt am Kondensator sofort Vcc an. Der Strom wird dann in erster Linie durch den Innenwiderstand des Kondensators bestimmt.

Aus Anfangszeiten der Gold-Caps erinnere ich mich, dass diese ausdrücklich nur per Vorwiderstand geladen werden durften. Sind aktuelle toleranter?

Wenn nach 5 Minuten erst 3,3 V am Kondensator steht, stimmt der Schaltplan nicht.

Der Verdacht liegt nahe, die Gesamtschaltung wirkt von Anfang an recht merkwürdig.

OP #8099265
Lesenswert?
• ▲
▼

Bernhard schrieb:

Wenn der Schaltplan vom 22.09.2026 stimmt, liegt am Kondensator sofort Vcc an. Der Strom wird dann in erster Linie durch den Innenwiderstand des Kondensators bestimmt. Wenn nach 5 Minuten erst 3,3 V am Kondensator steht, stimmt der Schaltplan nicht. Wenn der Kondensator tatsächlich direkt Vcc erhält, wird er defekt sein, denn Vcc wird im Normalbetrieb um 7 V betragen. Ohne Frontscheinwerfer steigt die Spannung noch höher. Vermutlich werden dann auch Transistoren thermisch überlastet. Bernhard

Der Schaltplan vom 22.09.2026 aus Beitrag #8098075 sollte stimmen. Allerdings habe ich ja (wie in genanntem Beitrag) beim Messen der B-C und B-E Dioden von Q6 und Q7 etwas hohe Werte erhalten (1700 statt 700). Möglicherweise sind die beiden Transistoren auch kaputt. Wie du scheibst, ohne Frontscheinwerfer steigt die Spannung an und die Schaltung wird überlastet. Sonst wäre R5 ja auch nicht verkokelt.

#8099269
Lesenswert?
• ▲
▼

Wolfgang schrieb:

Bernhard schrieb:

Wenn der Schaltplan vom 22.09.2026 stimmt, liegt am Kondensator sofort Vcc an. Der Strom wird dann in erster Linie durch den Innenwiderstand des Kondensators bestimmt. Wenn nach 5 Minuten .....

Der Schaltplan vom 22.09.2026 aus Beitrag #8098075 sollte stimmen. Allerdings habe ich ja (wie in genanntem Beitrag) beim Messen der B-C und B-E Dioden von Q6 und Q7 etwas hohe Werte erhalten (1700 statt 700). Möglicherweise sind die beiden Transistoren auch kaputt. Wie du scheibst, ohne Frontscheinwerfer steigt die Spannung an und die Schaltung wird überlastet. Sonst wäre R5 ja auch nicht verkokelt.

Mit LNG an Vcc und GND hast Du doch alle Spielmöglichkeiten.
Und ansonsten gilt: Messen, messen und die Egebnisse logisch bewerten.

#8099280
Lesenswert?
• ▲
▼

Wolfgang schrieb:

Ralf X. schrieb:

Mit LNG an Vcc und GND hast Du doch alle Spielmöglichkeiten. Und ansonsten gilt: Messen, messen und die Egebnisse logisch bewerten.

LNG? Flüssigerdgas?

In dem hiesigen Forum und artverwandten Zusammenhängen steht LNG für ein Labornetzgerät, natürlich der unterschiedlichsten Klassen.
So ein "LNG" zeichnet sich dabei z.B. dadurch aus, dass sich Spannung und Strom bis zu gerätetypischen Maximalwerten relativ genau genau einstellen/begrenzen lässt.
M.E. neben Digitalmultimeter und Lötkolben mit das wichtigste Gerät im DC-Bereich für Elektronikreparaturen, auch wenn vorne eine AC-Versorgung vorhanden ist.

#8099333
Lesenswert?
• ▲
▼

Dann versuche ich mal eine grobe Schaltungsbeschreibung.

Im Schaltplan sind die Bezeichnungen der Transistoren unvollständig angegeben. Ist die Stromverstärkung bei allen aus der Gruppe C?

Q4 und Q5 (je BAV99) bilden einen Gleichrichter in Brückenschaltung. Der verhindert dann auch Rückstrom in die Versorgung.

R2, Q3, R4 (12 Ω) und Q2 bilden eine Stromquelle. U(R4) = Ubeq2 = 650 mV -> I = 54 mA. Das ist der Strom durch die LED (und R5) beim Fahren.

R3 bildet mit ZD1 eine Spannungsquelle mit ca. 0,65 V (nicht genau bekannt). (Z-Dioden haben relativ kleine aktive Flächen und damit etwas höhere Vorwärtsspannung.) Diese Spannung liegt auch an der Basis von Q1.

Beim Fahren liegt am Emitter von Q1 ca. 0,65 V (siehe oben), daraus folgt, dass Q1 sperrt und damit auch Q7.

Liefert die externe Quelle (Dynamo) keinen Strom mehr, sinkt die Spannung an R4. Dann beginnt Q1 zu leiten und schaltet Q7 ein, wenn C1 ausreichend geladen ist. Der Kollektorstrom von Q7 fließt dann durch D1, R5 und R4. Ubeq1 wird um 0,5 V betragen, denn der Kollektorstrom ist gering. An R4 wird sich ganz grob um 0,1 V einstellen, d. h. der (Standlicht-)Strom durch die LED wird um 10 mA betragen, jedoch mit großen Toleranzen.

Der Regler mit Q1 und Q7 kann schwingen. Ich vermute, deshalb wurde R5 eingebaut, um die LED zu schützen. Wieviel Impulsstrom die LED verträgt, ist nicht bekannt.

Q6 soll einerseits den Ladestrom für C1 begrenzen. Ic = B * Ib. Ib ≈ 1 mA. Der Kollektorstrom wird irgendwo um 100 mA liegen. Q6 soll anderseits Rückstrom von C1 zu Q3 verhindern. Ohne externe Versorgung arbeitet QQ6 jedoch im Inversbetrieb, d. h. Stromverstärkung Br ≈ 5 bei Emitterstrom Ie ≈ 5 mA. Alles ist sehr vage und ist eher durch Ausprobieren dimensioniert worden.

Bernhard

#8099334
Lesenswert?
• ▲
▼

Was passiert, wenn die Versorgungsspannnung steigt:

Zunächst wird Q3 heiß, denn er führt geregelt 50 mA. Emitter und Kollektor von Q3 werden intern kurzgeschlossen. Dann fließt sehr hoher Strom durch Q3, LED, R5 und die Basis-Emitter-Diode von Q2.

Q7 ist bereits defekt, jetzt wird die LED oder R5 durchbrennen, jedenfalls werden beide zu heiß. Der Basisstrom von Q2 wird deutlich überschritten, aber die Bonddrähte überleben das häufig.

Vermutlich wird auch Q6 thermisch überlastet und C1 in die chemische Zersetzung geführt.

Bernhard

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren