Ich bin völlig überraschend hier von der Firma Thermal Master angeschrieben worden, ob ich nicht deren Produkt "P3 Wärmebildkamera" für sie testen und hier vorstellen möchte. Ich habe das mit der Moderation abgeklärt und mir ist dieser Beitrag erlaubt worden. Die Bedingungen waren:
Ich habe ein Dokument mit Testvorschlägen bekommen, die aber alle optional waren (Vergleich der digitalen Nachbearbeitungsfunktion, diverse Anwendungsbeispiele).
Wenn ich das Gerät teste und den Beitrag hier verfasse, darf ich es unentgeltlich behalten.
Ich habe dazu jetzt nicht Nein gesagt, und ich denke, ihr hättet dasselbe getan. Ich bin auch ein sehr kritischer Mensch und hab keine Probleme zu sagen, dass etwas kacke wäre, wir sind hier schließlich auch im Mikrocontroller Forum, wo die Umgangsformen sehr, direkt, sind. An dieser Stelle vielen Dank an Thermal Master für den Kontakt und die Bereitstellung der Kamera!
Der Nutzer Kilo S. hat sich die Kamera selber gekauft und hier auch einiges dazu geschrieben und konnte auch einen Gerätevergleich machen. Diese weitere Perspektive möchte ich keinem vorenthalten: Beitrag "Vergleichstest Thermal Master P3 VS CAT"
Aufbau ist schrittweise, und ich werde das in einzelnen Postings machen, damit die angehangenen Bilder direkt unter den Abschnitten sind.
Ich fange mal mit den Eckdaten an.
256*192 tatsächliche Auflösung bei 25Hz
Manuell justierbare Makro-Linse
USB-C Steckplatz, Adapter für Lightning liegt bei
Android oder iPhone App notwendig (Auf Github gibt es diverse Dritt-Repos um die Kamera direkt auszulesen, was ich extrem wichtig finde, später mehr!)
Lieferumfang mit Bildern:
Das Gerät kam gut verpackt an, es gibt 3 unterschiedliche Ausführungen.
Barebones. Kamera mit Linse, Kabel, Adapter, Handbuch, kleine Tragetasche
Mit Griff-Haltevorrichtung für das Handy um es zu führen wie eine konventionelle Wärmebildkamera mit eigenem Display
Mit Stativ wie für Mikroskope.
Ich bekam 1) wie auf den Bildern zu sehen ist. Ich muss sagen, das alles ist sehr wertig ausgeführt. Gerade die Kamera selber wirkt alles andere als billig. Ich war am Anfang etwas unsicher, ob ich mit den Adaptern, die ich Zuhause habe, die Kamera auch am PC testen kann. Aber ja, es ist ein USB-C weiblich zu Lightning männlich Adapter bei, ebenso ein USB-C weiblich zu USB-C männlich Kabel mit USB-C weiblich zu USB-A männlich Zustecker.
Die Kamera hat selber eine Firmware, für die es Updates gibt. Das lässt sich über die App machen, man sollte aber bedenken, dass man diese Updates inkrementell durchgeführt werden, und man dann jedes Mal erneut nach Updates gucken muss. Ich konnte durch die Updates selber keinen Unterschied feststellen, Changelogs sind nicht dabei.
Wieso sind das PNG Aufnahmen? Weil ich Screenshots vom Handy mache und ich gerne auch unverfälschte Aufnahmen haben möchte ohne extra Artefakte.
Hier mal einen USB-UART Adapter, bei dem die Z-Diode für die 5V Spannung schön warm wird und sichtbar. Die ursprüngliche SMD Komponente habe ich nach einem Kurzschluss ersetzt durch ein THT Bauteil. (USB.png)
Bei der Netzteilplatine eines Fernsehers kann man anhand der Optokoppler gut erkennen welche Spannungsschienen beansprucht werden, und welche nicht. Hier war der PMIC auf der Rückseite defekt (links der Fleck), die 3,3V Standby Spannung durch LNK war vorhanden. (TV.png) Zu der Drehung gerade dieser Aufnahme gleich mehr.
Beim Testen fiel mir auf, dass man damit auch mögliche Fußfehlstellungen bemerken könnte. Also für Podologen, oder falls Quentin Tarantino gerade liest. (Fuß.png)
Die digitale Nachbearbeitungsfunktion hat für mich gar keinen Unterschied gebracht. Ich wusste gar nicht mal, ob diese jetzt An oder Aus war, weil sich nur die Farbe des Icons verändert hatte, wenn man die Funktion zu- oder abschaltete. Wenn jemanden da ein Anwendungsfall einfällt, den ich ausprobieren könnte, bitte vorschlagen!
Was mir an der App negativ aufgefallen ist, ist, dass bei Rotation das Interface nicht komplett dreht. Das ist doof, weil man am praktischsten ist, das Handy eigentlich auf dem Kopf zu halten und damit die Wärmebildkamera oben. Um das zu verdeutlichen habe ich TV.png mal nicht extra gedreht.
Das wäre mein ursprünglicher Kritikpunkt gewesen an einer Smartphone Kamera: Die Abhängigkeit von der App, bzw. dem Smartphone selber. Zum Glück ist das Protokoll wohl sehr übersichtlich und unverschlüsselt (einmaliger Handshake). Damit stehen laut Github einige Projekte offen, die die Kamera nutzen können. Ich habe das kurz am PC mit XUbuntu ausprobiert, und mich dafür entschieden: https://github.com/skywalker1905/thermal-camera-viewer
Was soll ich sagen, es funktioniert einfach. Ich finde gerade diese Möglichkeit extrem nützlich. Eine Ansteuerung über SBC an einem Monitor ist super, man kann damit einfach die Wärmebildkamera neben seinem Standarm-HDMI-Mikroskop befestigen und hat so die Möglichkeit, bei Bedarf Wärmebildaufnahmen zu machen, je nach Monitor über Eingangswechsel, oder Bild-in-Bild. Ich wünschte, das wäre etwas, was seitens des Herstellers mehr beworben werden könnte. Dass man durch quelloffene Skripte direkt auf die Kamera zugreifen kann. Leider reicht ein Raspberry Pi Zero 1 nicht dafür um zumindest über die Hauptapplikation eine vernünftige Bildrate zu bekommen. Ein anderes Projekt, mit hoffentlich besserer Performance (go backend statt Python) funktionierte leider bei mir nicht, sowohl auf dem Raspberry, als auch auf dem PC.
Mein persönliches Fazit:
Die Verarbeitung ist gut, und nach kurzer Eingewöhnung (wenn man vorher noch keine Wärmebildkamera benutzt hat) kommt man mit der Orientierung gut zurecht. Die Möglichkeit die Kamera an einem PC zu betreiben bzw. die Einfachheit der Schnittstelle erlaubt es auch unabhängig vom Herstellersystem das Gerät betreiben zu können. Der Wert einer Wärmebildkamera in der Diagnostik kann sehr unterschiedlich sein, vom direkten Finden eines Fehlers ohne großes Vorverständnis des zu testenden Gerätes, zu Informationen darüber welche Strompfade funktioneren. Mit der Fokussierlinse ist die Darstellung sehr kleiner Bauteile/Wärmequellen sehr gut möglich. Der Gedanke bei vorhandenem HDMI Mikroskop sich die Kamera am Mikroskop zu befestigen, und dann mit einem SBC auf den Monitor zu bringen, klingt extrem vielversprechend und wäre bestimmt für den ein oder anderen alleine ein Kaufgrund. Für jemanden, der sich gerade eine Umgebung zum Reparieren für Elektronik aufbaut, ist es nicht zwangsläufig ein Muss aufgrund des allgemeinen Preises einer solchen Kamera, abhängig davon, was man schon hat, und was man repariert, aber auch, wie groß der Zeitdruck für eine Reparatur ist. Bei vorhandener Grundausstattung ist eine Anschaffung auf jeden Fall lohnenswert, und mit der Makrolinse und der Drittanbieterunterstützung ist das Gerät eine sehr gute Wahl.
Wenn jemand Anwendungsbeispiele hat, die ich testen kann, oder sonstige Fragen, bitte her damit!
An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Thermal Master für die Bereitstellung der P3 Wärmebildkamera für den Test!
Du hast vom Admin des Forums die Erlaubnis erhalten, diese, zudem sehr umfangreiche, Werbung zu veröffentlichen? Hoffentlich nicht – (gerade gesehen, dass es offensichtlich tatsächlich gebilligt wurde …)
Dieses Format ist auf anderen Plattformen eine Seuche, und es würde mich recht traurig machen, wenn das hier nun auch salonfähig würde.
danke für deinen Bericht, Thermalmaster macht diese Form von Werbung gerne, ich bin so zur großen Kamera von denen gekommen. Ich finde das O.K., solange man unvoreingenommen über die Produkte berichten kann. Thermalmaster hat da bei mir nie Einfluss auf die Ergebnisse nehmen wollen.
Meine Thor001 hat den Fehler, dass sie die ersten Minuten falsche Temperaturmessungen anzeigt und sich das erst mit einiger Laufzeit einpendelet - ist das bei dem Handymodell auch so?
Das Problem hatte ich Thermalmaster damals gemeldet, aber leider nie eine Rückmeldung erhalten, geschweige denn ein Firmwareupdate...
Sicher gibt es auch Interesse an weiteren Anwendungsfällen neben PCBA-Inspection wie:
Finden von Wärmebrücken in der Wohnung und Optimierung bei Heizungsverlusten
ebenso Optimierung Kühlschrank (Isolation Tür) Verteilung Kühlgut
Bestimmung der aktuellen Gar-/Kochtemperatur bei der Essenszubereitung
Suche nach undichten Stellen Wasserleitung (in Kombination mit IR-Leuchte)
Könnte man mal mit der Testkamera antesten, ob damit für diese Fälle aussagekräftige Thermobilder gemacht werden können.
Kritisch bei solchen PCB-Wärmebildern sind Bauteile mit glänzenden Oberflächen, das könnte man dediziert testen.
Zu dem Bild TV.png:
Die Legende Farbe -> Temp. zeigt keine Zuordnung für Vollweiss wie es auch im Bild vorkommt.
Die Genauigkeit der Nachkommastelle zweifle ich persönlich an. Statt dieser geringwertigen Stelle könnte man eher einen Trendindicator (Pfeil zeigt steigend/stagnierend, fallend in letzten 10sec an) einblenden, aber das dürfte nicht trivial zu programmieren sein.
Ein transparendes Overlay zur Normalsicht ist wünschenswert, um besser die "gesehene Temperatur den vorhandenen Bauteilen zuordnen zu können.
Oft interessiert einen nicht die absolute Temperatur sondern die Differenz zur Umgebungstemperatur resp. die verbleibende Marge zur zulässigen Maximaltemperatur. Also weniger "dramatische" Farben, wenn eigentlich alles im "Grünen" Bereich ist.
Macht sich insbesonders beim Test vieler Teststücke gut.
Und manchmal will man nicht den "Hot" sondern den "Cold" spot finden. Beispielsweise in einem Feld/Matrix von gleichartigen Bauelementen (bspw.: OPA, Transistoren) den der nicht wie die anderen warm wird, weil defekt.
Wenn jemand Anwendungsbeispiele hat, die ich testen kann, oder sonstige
Fragen, bitte her damit!
Die Punkte die Bradward angesprochen hat und weiter würde mich interessieren:
Welcher Focusbereich deckt die Linse ab?
Kann man damit auch sionnvoll Ein Dach, eine Fensterfront oder ein komplettes Haus abbilden? (Zum Finden von Wärmebrücken)
Kann die Kamera / Software auch eine Fusion mit einem normalen Bild?
solange man unvoreingenommen über die Produkte berichten kann
Selbst wenn TM keine Vorgaben macht, ist alleine schon das "Du darfst es behalten"-Versprechen ein unbewusst wirkender Hebel für eine bessere Bewertung. Kostenfreie Dinge bewerten wir Menschen einfach wohlwollender.
Und so liest sich der ganze Test auch. Nicht böse gemeint, aber das ist ein Hands-on und kein wirklicher Test.
Wie steht eine richtige FLIR dagegen? Wie genau sind die Messungen? Kann man die Linsen tauschen? Sind verschiedene dabei? Falls nein, was kosten sie?
Einfach nur möglichst viele bunte Pixel sind noch kein Thermogramm und eine Hardware, die bunte Pixel erzeugt, noch keine brauchbarer Thermograph.
Wenn es nur darum geht, ne heiße Rohrleitung in der Wand zu finden oder ein heißes Bauteil auf der Platine, bei dem - aus welchen Gründen auch immer - Kältespray nicht funktioniert, dann kann eigentlich selbst das billigste Teil noch reichen.
Meine Thor001 hat den Fehler, dass sie die ersten Minuten falsche
Temperaturmessungen anzeigt und sich das erst mit einiger Laufzeit
einpendelet - ist das bei dem Handymodell auch so?
Das kann ich auf die Schnelle beantworten. Es gibt eine hörbare Kalibrierung, die auch manuell ausgelöst werden kann.
Wenn es mir mal besser gehen sollte, kann ich den Sensor so laufen lassen und das mal beobachten.
Ich bin völlig überraschend hier von der Firma Thermal Master
angeschrieben worden, ob ich nicht deren Produkt "P3 Wärmebildkamera"
für sie testen und hier vorstellen möchte.
Ach, Du auch? Wird ja dann wohl ne Menge Testberichte geben :-(
Ich bin völlig überraschend hier von der Firma Thermal Master
angeschrieben worden, ob ich nicht deren Produkt "P3 Wärmebildkamera"
für sie testen und hier vorstellen möchte.
Ach, Du auch? Wird ja dann wohl ne Menge Testberichte geben :-(
Jo, meiner für eine Thor001 steht noch aus.
Ich hatte aber vor Lieferung erklärt, dass es bei mir auf jeden Fall bis in den Herbst dauern wird und ich das auch nur mit Abstimmung mit Andreas machen werde, erwähnt hatte ich das aber auch schon vor einigen Monaten hier.
Warum der negative "Smiley"?
Ich denke, die meisten Leser hier können die Tester und ihre Testergebnisse einordnen, sofern diese hier regelmässig schreiben.
In Oberbayern wäre es möglich sich bei guter Sicht auf den ersten hohen Berg südlich von München zu begeben und ein schönes Infrarotbild der Umgebung aufzunehmen. Mit Hilfe eines Stativs mehrmals den Bereich abgescannt und danach die Bilder gestackert, ergäbe eine fein aufgtelöstes Wärmebild bis nach München.
Nein. Es braucht auch erstmal einen speziellen Handshake um an die Daten zu kommen.
Ich könnte versuchen das näher zu erklären, aber das verlinkte Github Projekt spricht da mit den Erklärungen und Code besser als ich das könnte.
wie kommt man eigentlich zu der Ehre das die einen anschreiben und
Geschenke verteilen?
Habe ich mich auch gefragt.
Aber eines Tages hatte ich das Angebot über µc.net-PN im Postfach, überlegt was da faul sein könnte, dann aber den Link zu thermalmaster.com verifiziert und dann nach dort geantwortet.
Mir wurde kein vorbestimmtes Modell offeriert, sondern hatte die freie Auswahl.
Ich wählte die Thor001, da ich mit meinen "Pranken" und damit dicken Fingern gewisse Probleme mit der Reaktionen der Sensorflächen der Smartphones habe und idR. mit etwas "Handfestem" besser aufgehoben bin.
Ich hatte aber die Grösse der Thor unterschätzt, man hat sie halt nicht mal eben dabei..
Damit ist sie lange liegengeblieben, dieser Thread ist in Absprache mit Keks geeignet, auch meine Meinungen einzubringen, aber nicht alles sofort.
Aber ich bin animiert.. *gg
Ein Anwendungsbeispiel wäre zwei Töpfe nebeneinander auf dem Herd zu vergleichen indem einmal Kartoffeln mit Salz und im anderen Topf ohne Salz aufgenommen und verglichen werden.
Ein Anwendungsbeispiel wäre zwei Töpfe nebeneinander auf dem Herd
zu vergleichen indem einmal Kartoffeln mit Salz und im anderen Topf ohne
Salz augenommen und verglichen werden.