DDR- Mikrorechnerbausatz

OP #8101277
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Z 1013 / 16 Uralt-DDR Mikrorechnerbausatz, nie in Betrieb gewesen,im ORIGINAL-Zustand, Tastatur muß noch mit beiliegendem Flachkabel versehen werden, Z 80 _ Mikro, 2 MHz, BASIC - Interpreter, Fernseh- Modulator, alle Anleitungen und Zeichnungen, ungetestet... eigentlich NICHT zu verkaufen, sondern gegen ROCKWELL AIM 65 zu TAUSCHEN, mit Wertausgleich.

Angehängte Dateien:
(Firma: Starfleet) #8101384
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Da muesste eigentlich ein U880 als Prozessor rein und nicht ein Z80A (sollte aber binärkompatibel sein).

Es sollte mehrere ROM-Varianten geben, die sogenannte Brosig-Variante unterstützt meines Wissens eine damals als Komfort-Tastatur bezeichnetet Tastatur. Die nur teilweise im Bild zu sehende grüne Gummutasten-Tastatur wurde in ihrer Qualität nicht sonderlich geschätzt. In Späteren jahren hat man auch gerne einen AVR-basierenden Umsetzer benutzt um eine PS2 Tastatur nutzen zu können. Neben dem genannten Fernsehausgang hat das Ding auch eine Schnittstelle für ein Audioaufzeichnungsgerät ("Datasette").

Die Größe des ROM's wurde mit Lötbrücken umgestellt, Basic-Interpreter war meines Wissens nicht im ROM sondern musste von der Datasette geladen werden. Die .16 in der Variante steht wohl für 16 kByte RAM (und 2K ROM).

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#8101640
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Alexander S. schrieb:

Harald W. schrieb:

Paulus T. schrieb:

Z 1013 / 16 Uralt-DDR Mikrorechnerbausatz,

Ich will weder kaufen, noch tauschen, aber hast Du ne Ahnung, aus welchem Jahr der stammt?

Gefertigt wurde der Z 1013.16 von Robotron zwischen 1987 und 1990 nach https://de.wikipedia.org/wiki/Robotron_Z_1013 .

Hmm, zu der Zeit war die Rechnertechnik in der BRD doch schon wesentlich weiter. Da gabs ja schon einige Jahre den IBM Personalcomputer

Beitrag #8101642 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: Starfleet) #8101683
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Hmm, zu der Zeit war die Rechnertechnik in der BRD doch schon wesentlich weiter. Da gabs ja schon einige Jahre den IBM Personalcomputer

Und nicht vergessen: C= cbm, C64/C128, Amiga müßte es auch schon gegeben haben...

Wer hierzu in einem Zeitdokument recherchieren möchte, das VOBIS-Verkaufsprospekt Nov/Dez von 1988:

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#8101722
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Harald W. schrieb:

Hmm, zu der Zeit war die Rechnertechnik in der BRD doch schon wesentlich weiter. Da gabs ja schon einige Jahre den IBM Personalcomputer

Naja aber zu Preisen die man sich privat nicht leisten konnte. Prteise kann man hier https://de.wikipedia.org/wiki/IBM_Personal_Computer nachlesen. In den Haushalten waren wohl eher der ZX Spectrum oder, wer es sich lesten konnte, der C64 präsent. Da sind die Unterschiede so groß nicht. In den öffentlichen Institutionen und Betrieben sah das schon ganz anders aus. Der A5120 und ab 1986 der A5120.16 (16Bit) waren so schlecht nicht, allerdings für privat unerschwinglich (erstere je nach Ausstattung zw. 27000 und 40000 DDR-Mark, der 5120.16 bis 48000 DDR-Mark - das Durchschnittsbruttoeinkommen lag bei 1000 DDR-Mark). Wir haben seinerzeit ab 1982 E60 und E100 (sowj. PDP11 Clone, 16 Bit) an unseren Anlagen verbaut.

Du vergisst das der angebotene Bausatz für Lern- und Hobbyzwecke konzipiert war. Die ersten Bausätze wurden mit Anfalltypen, also IC's die nicht die Parameter korrekt erfüllten aber trotzdem funktionsfähig waren, realisiert.

#8102911
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Harald K. schrieb:

Ja, aber nicht auf der Seite des antifaschistischen Schutzwalls, auf der dieser Bausatz zu bekommen war.

Da irrt der Bub!

Ab 1986 wurde von Robotron der E1834 entwickelt und ab 1988 in Serie gebaut. Dieser Rechner war IBM-kompatibel (https://de.wikipedia.org/wiki/EC_1834). Als CPU wurde der K1810WM86 mit 4Mhz Taktfrequenz, ein sowjetischer 8086 Clon, eingesetzt- Preis des Rechners fast 60000 DDR-Mark. Eine schöne Beschreibung des Rechners findet sich hier https://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/computer/ec1834.htm.

1988 kam der A7150 auf den Markt dieser war ebenfalls IBM-kompatibel. Nähere Informationen zu dem Rechner findet man hier https://www.robotrontechnik.de/index.htm?/html/computer/ec1834.htm. Preis des Rechners lag Anfangs bei 56000 DDR-Mark.

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#8102960
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Hans schrieb:

... E1834 entwickelt und ab 1988 ... Preis des Rechners fast 60000 DDR-Mark.

...

1988 kam der A7150 auf den Markt ... Preis des Rechners lag Anfangs bei 56000 DDR-Mark.

Hier gibt es eine Liste mit den Einkommen verschiedener Berufsgruppen kurz vor dem Ende der DDR:
https://kosmonautshop.com/blogs/blog-staatsburgerkunde/das-kostete-die-ddr-leben-lohne-und-lebensmittel-im-arbeiter-und-bauernstaat

Für privat war so ein Gerät mit ca. 60 Monatseinkommen nicht leistbar. Außerdem wurden die Geräte m.E. gar nicht im Handel angeboten, sondern die konnten nur von volkseigenen Betrieben bei Robotron bestellt werden. Und das vermutlich auch nur, falls der Rechner im Bedarfsplan stand und dieser Plan vom Ministerium genehmigt wurde.
Ganz im Gegensatz zum Z1013-Bausatz, den es fertig für unter 1000 Mark gab:
http://www.jens-mueller.org/jkcemu/z1013.html

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#8102974
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Hans schrieb:

Ab 1986 wurde von Robotron der E1834 entwickelt und ab 1988 in Serie gebaut.

Und dieser Rechner war für die gleiche Zielgruppe wie der Bausatz, ohne größere Probleme zu bekommen?

Im "gabbidalisdischen" Westen gab es an quasi jeder Ecke "Kistenschieber", Computerläden, die sich gegenseitig dabei überboten, billige und auch von Studenten bezahlbare Technik zu verkaufen. 1988 war sowas in der unteren Leistungsklasse mit dem üblichen 8088 ausgestattet, der aber zunehmend mit höheren Taktfrequenzen als den NTSC-geschuldeten 4.77 MHz betrieben wurde, und selbstverständlich steckte in den Geräten eine 20-MB-Festplatte drin (am häufigsten eine ST225 von Seagate, es gab aber auch andere). Eine Leistungsklasse drüber lagen Geräte mit 20286, und es tauchten auch schon die ersten Geräte mit 80386 auf, auch wenn damals nur wenige wirklich etwas damit anzufangen wussten. Preislich lag aber auch so etwas, (selbst wenn man die reale Kaufkraft und nicht den Wechselkurs vergleicht) sehr, sehr deutlich unter den von Dir genannten 60000 Aluchips.

Kurz: Das eine stand tatsächlich in Wohnungen, ja sogar in Kinderzimmern herum, das andere nutzten nur ein paar ausgesuchte Leute in den damit ausgestatteten Industriebetrieben.

#8102999
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Meinen ZX-Spectrum Nachbau hatte ich als Student schon 1980 fertig. Durchweg mit DDR-Bauelementen. Die kostengünstige Beschaffung einiger Bauelemente war durchaus etwas tricky, aber legal machbar als Student. Und ich war nicht der Einzige. Die kompletten KC- und Zxxxx-(Hobby-)Computer kamen später auf.

Blackbird

#8103008
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Rick schrieb:

ußerdem wurden die Geräte m.E. gar nicht im Handel angeboten, sondern die konnten nur von volkseigenen Betrieben bei Robotron bestellt werden.

Genau so war das. Unabhängig vom Preis war das der permanenten Ressourcenknappheit geschuldet - man mußte halt erst mal zusehen die Wirtschaft so halbwegs am Laufen zu halten.

Dennoch gab es durchaus Leute, die es geschafft haben Produkte die es eigentlich nicht im Handel gab ihr Eigen zu nennen. Das Zauberwort hieß Vitamin B. Auf diese Rechner traf das bestimmt nicht zu, denn das war auch schon für einen VEB eine gewaltige Investition und das konnte man nicht so einfach mal abzweigen.

Harald K. schrieb:

Und dieser Rechner war für die gleiche Zielgruppe wie der Bausatz, ohne größere Probleme zu bekommen?

Darum ging es doch gar nicht. Ich habe lediglich Deine Behauptung widerlegt, des es im Osten keine IBM-kompatiblen Rechner gab. Du hast Dir Anfang der 80'ziger vermutlich auch keinen IBM Rechner für 8500DM gekauft, auch wenn dies vermutlich möglich gewesen wäre. Zu dieser Zeit hat man auch in der BRD deutlich kleinere Brötchen gebacken und die Prioritäten in den Privathaushalten waren völlig andere als ein IBM Rechner.

Harald K. schrieb:

1988 war sowas in der unteren Leistungsklasse mit dem üblichen 8088 ausgestattet,

Im Vergleich zum 8086 war der 8088 ja auch nur eine Gehhilfe. Intern konnte der zwar 16Bit, hatte allerdings nur einen 8Bit Datenbus um vorhandene 8Bit Peripherie nutzen zu können. Am Ende war es ein Rückschritt gegenüber dem 8086. Gemacht wurde dies aus marktpolitischen Gründen, weil man durch die 8Bit Peripherie auf vorhandene Komponenten zurück greifen konnte und das Gesamtgerät so insgesamt billiger machen konnte. Am Ende waren die Teile nicht viel schneller als die weit verbreiteten 8Bit Maschinen. Man hatte halt den Vorteil das man auf den Karton schreiben konnte: "Mit 16Bit CPU". Verkaufsstrategisch sicher ein gewichtiges Argument, das man in bare Münze wandeln konnte.

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#8103010
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Lothar J. schrieb:

Meinen ZX-Spectrum Nachbau hatte ich als Student schon 1980 fertig. Durchweg mit DDR-Bauelementen.

Kann nicht sein. Der U880 kam erst 1980 auf den Markt, die zugehörigen Peripheriebausteine wurden erst auf der Frühjahrsmesse 1980, also im März 1980, vorgestellt. Im freien Handel gab es die Prozessoren Anfangs, schon auf Grund der niedrigen Ausbeute, auch nicht.

Matthias S. schrieb:

Nö. Der ZX Spectrum wurde erst 1982 auf den Markt gebracht:

Das außerdem

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(Firma: Starfleet) #8103193
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Im freien Handel gab es die Prozessoren Anfangs, schon auf Grund der niedrigen Ausbeute, auch nicht.

"freien Handel" gab es in der Planwirtschaft ohnehin nicht. Für den "Privat-anwender" gabs die DDR-Sonderlocke "Amateur-/Bastler-Typen" , also Bauelemente die nicht ganz in der (timing-)Spec lagen und die man deshalb nicht in kommerzieller Ware haben wollte.

Irgendwann Ende Achtziger kamen dann die "A&V - Läden" auf, in denen u.a. Westcomputer zu DDR-Preisen erhältlich waren.

Da mal, wie die Kunde vom Z1013 über ein Heimwerker-Journal unter die Leute kam:

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#8103203
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Bradward B. schrieb:

Im freien Handel gab es die Prozessoren Anfangs, schon auf Grund der niedrigen Ausbeute, auch nicht.

"freien Handel" gab es in der Planwirtschaft ohnehin nicht.

OK, das frei hätte ich weg lassen sollen, damit nicht solche Typen wie Du getriggert werden.

Bradward B. schrieb:

Für den "Privat-anwender" gabs die DDR-Sonderlocke "Amateur-/Bastler-Typen" , also Bauelemente die nicht ganz in der (timing-)Spec lagen und die man deshalb nicht in kommerzieller Ware haben wollte.

Es gab von fast allen Halbleitern Bastlertypen und das war auch gut so. Für mich als Schüler/Student war es schon ein Unterschied ob man für einen GC116 (Kleinsignal NF-Germaniumtransistor) 3-5M hingelegt hat am Stelle eines Anfalltypen den es für 42 Pfennige gab. Die schlechteren Daten (höheres Rauschen, meist geringere UCE) hat man da gern hingenommen.

Bradward B. schrieb:

Irgendwann Ende Achtziger kamen dann die "A&V - Läden" auf, in denen u.a. Westcomputer zu DDR-Preisen erhältlich waren.

Nicht ganz richtig, es gab z.B. VEB Versteigerungs- und Gebrauchtwarenhaus Leipzig oder den VEB Dresdener An- und Verkauf. Deneben gab es noch die sogenannten Kommissionsläden, die oftmals privat oder halbstaatlich geführt wurden und gebrauchte Waren im Auftrag des Bürgers gegen eine Gebühr verkauft haben. Allerdings muß man auch sagen, das wegen der Knappheit eher repariert als verkauft wurde.

Bradward B. schrieb:

Da mal, wie die Kunde vom Z1013 über ein Heimwerker-Journal unter die Leute kam:

Der Z8013 war ja nun wirklich kein Geheimnis noch nicht mal in der DDR und wurde in diversen Druckschriften vorgestellt. 1 Jahr vor der im Clip gezeigten Practic wurde der Bausatz in der rfe (Radio-Fernsehen-Elektronik) gezeigt. Ebenso Der Funkamateuer stellte diesen Bausatz vor. In beiden Zeitschriften wurden auch regelmäßig Erweiterungen für diesen Rechner beschrieben.

Beitrag #8103293 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: Starfleet) #8103298
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Die Z80-Nachbauten gab es schon vor 1980

sinclair ZX 80 ≠ sinclair ZX spectrum

Da mal be Liste von z80 computer, vor den Achtzigeren einen DDR-Nachbau zu erwarten ist schon reichlich "mutig".

Der z80 wurde erst ende der Siebziger vermarktet und der Niveauunterschied in der Computertechnik wurde auch von der Wirtschaftsführung selbst mit ca. 5 - 7 Jahren angegeben.

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#8103480
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Bradward B. schrieb:

sinclair ZX 80 ≠ sinclair ZX spectrum

Sollte bestimmt Z80 ≠ sinclair ZX spectrum heißen.

Bradward B. schrieb:

Da mal be Liste von z80 computer, vor den Achtzigeren einen DDR-Nachbau zu erwarten ist schon reichlich "mutig".

Zumindest nicht mit DDR-Schaltkreisen, weil die Fertigung des U880 begann erst 1980. Lediglich Prototypen, wo man das Material über Umwege aus dem westlichen Ausland beschafft hat, könnte ich mir da vorstellen.

Lothar J. schrieb:

Die Z80-Nachbauten gab es schon vor 1980, sie wurden nicht nur in den K1520-Karten sondern auch im MC80 (TH Ilmenau) eingesetzt.

Definitiv nicht mit DDR-Bauelementen (s.o.).

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