Yamaha NS-SW300 kommt nicht aus Standby

OP #8101757
Lesenswert?
• ▲
▼

Hallo miteinander,

ich bin Mobby und habe mich mit der Hoffnung auf Hilfe hier kurzfristig angemeldet.

Ich habe mir einen gebrauchten Subwoofer von Yamaha geschossen. Leider erwacht dieser aus dem Auto-Standby erst bei unerfreulich hohen Pegeln.

Nach Servicehandbuch sollte er ab 100Hz 8mV am LFE Eingang wach werden in der Auto-Standby-Einstellung "high". (Bei "low" braucht es ein paar mV mehr, der genaue Wert ist mir nicht bekannt) Ich nutze nun schon ein Y-Kabel am Normalen Input. Doch die +3dB retten es nicht. Der Sub wird einfach viel zu spät wach.

Nun frage ich mich wie ich die Schaltung sinnvoll modifizieren kann, wenn ich beim Zerlegen keinen offensichtlichen Fehler rausmessen kann. Ich habe zwar mal Schaltungstechnik gehabt, das ist allerdings zu lang her, um noch sicher Schaltungen analysieren zu können. Daher hoffe ich auf Hilfe.

Meine Überlegungen: Für Q48/Q46 kann ich nicht sicher sagen was der Schaltungsteil macht (eine Stromquelle?) C5 könnte man ggf vergrößern? R30 oder R2 hätten ggf einen ähnlichen Effekt. Wobei ich bei R2 sorge hätte, dass ich hier das Audiosignal selbst in Mitleidenschaft ziehe und der Subwoofer dann nicht mehr sauber klingt. Vielleicht kann mir ja einer die Schaltung rund um IC5 (der Musicsensor) erklären.

Danke vorab :-)

: Bearbeitet durch User
(Firma: matzetronics) #8101759
Lesenswert?
• ▲
▼

IC5 links ist ein normaler, als invertierender Audio Amp geschalteter OpAmp, die andere Hälfte rechts dient als Schaltverstärker zum Standby Timer. Generell wird die Schaltung für Audio empfindlicher, wenn R43 (über dem IC5 links) grösser gewählt wird. Das erhöht die Verstärkung des OpAmp. Wenn da wirklich kein Defekt vorliegt, kannste mal 100k - 330k probieren. Bei Yamaha gibts aber auch ab und zu defekte Kondensatoren, auch kleine Werte. C5 also ruhig mal ausmessen oder einfach tauschen.

: Bearbeitet durch User
#8101805
Lesenswert?
• ▲
▼

Moin moin, ich würde da mal ganz stark einen Defekt vermuten. 8mV am Line- bzw. LFE Eingang ist ja schon sehr empfindlich.

Die Schaltung um Q46 überwacht die +12V-Line. Ist also quasi ein "Power good" nach anlegen der Netzspannung. Q46 muted das Signal zur Audioerkennung bis etwa 7V erreicht sind. Evtl. hat einfach die Z-Diode (D47) einen defekt. In dem Bereich würde ich zumindest als erstes schauen. Gruß

#8101855
Lesenswert?
• ▲
▼

Wie schon oben geschrieben, die Schaltung um Q46, Q47 und Q48 unterdrückt den Einschalt-Knacks. Wenn die 12V (bzw >7V) da sind, ist das Mute inaktiv. Mit anderen Worten: der Schaltungsteil ist im Standby unter Spannung. Also Prüfen, ob an R13 Richtung Q47 keine Spannung anliegt, max 0,5V.

#8102522
Lesenswert?
• ▲
▼

Hier das (auch im Schaltplan) durchsuchbare vorbildliche Service-Manual-PDF:
https://audiocircuit.dk/downloads/yamaha/Yamaha-NSSW300-sub-sm.pdf

die Schaltung um Q46, Q47 und Q48 unterdrückt den Einschalt-Knacks.

Über die 100k / 1M-Widerstände R1-R4 und R8? Nein, sie verhindert, dass beim Ein- und Ausschalten (wenn die 12V noch nicht erreicht sind) das Auto-Standby deaktiviert wird.

U5/123 verstärkt das Audio-Signal, U5/567 ist ein Schwellwert-Schalter, der über Q3 den Standby-Timer-C C34 (330µ) entlädt und zusätzlich über R59 (10k) das Flipflop im IC1 (NJM555M) über Pin 2 triggert.

Eine kleine Inkonsistenz der Spannungsangaben: Q3/C hat 1,8V, dann kommt R66 (10 Ohm) und am IC1/6+7 liegen 3,6V. Das kann nicht sein.

Aufpassen, die Spannungsangabe an IC5/2 (0 Volt) kommt daher, weil die Spannungen bei ausgeschaltetem Auto-Off gemessen sind (The voltages are measured with AUTO STANDBY OFF.). Der Schalter SW2 ist aber auf Stellung LO gezeichnet. Bei Off wird IC5/2 über R30 (100) nach Gnd gezogen.

Zur Funktion des Timers: So lange Musik ertönt, wird der C34 über Q3 entladen und das 555-Flipflop gesetzt. IC1/3 (out) ist high, die grüne LED leuchtet über R45 (560).
Sobald keine Eingangssignal da ist, lädt sich C34 über R65 (1 M) auf. Sobald er 2/3 Vcc (3,3V) erreicht hat (nach der Wartezeit), wird das 555-Flipflop zurückgesetzt und der Ausgang IC1/3 low, die rote LED leuchtet über Q1 und R32 (2k7).

Hast Du ein Oszi? Systematisch messen und suchen!

Nebenbei: Q46 wird reverse betrieben. Das hatten wir vor kurzem:
Siehe Beitrag "Audio MUTE Schaltung verstehen"

: Bearbeitet durch User
#8102542
Lesenswert?
• ▲
▼

Kannst Du mir diese Funktion bitte detailliert beschreiben?

Die Funktion des C27 (0,1/16) ist mir nicht klar. Er wird in der Stellung Off des SW2 mit dem C33 (0,01/) parallelgeschaltet. Dadurch wird Trig stärker gefiltert.

Nebenbei eine weitere falsche Spannungsangabe bei Q48/B: 11,9 --> 11,3 oder 11,2

Und woher kommen die -0,5V an Q47/C R13 Q46/B? Kapazitive Kopplung und Gleichrichtung der allgegenwärtigen Netzspannung in die Messleitung?

Die vollständige Beschriftung "単電源用 OP AMP" am IC5 bedeutet: „Operationsverstärker für Einspannungsbetrieb“ (single supply Opamp).

: Bearbeitet durch User
#8102599
Lesenswert?
• ▲
▼

Torsten B. schrieb:

Kannst Du mir diese Funktion bitte detailliert beschreiben?

Meinst du mich?

Nein, das kann ich nicht. Vertraue dem Schaltplan nicht. Du hattest ja auch schon einige Merkwürdigkeiten entdeckt. Dazu kommen Widersprüche in den Spannungsangaben, siehe Bild. Und an den revers betriebenen Q46 glaube ich nicht, wozu?

Wenn man sich die Eingangsbedingungen am RS-FF des 555 anschaut, ergibt sich im Ruhezustand für R & S logisch 1. Durch die Rückkopplung des internen Transistors über Pin 7 auf Pin 6 wird's dann instabil: glaube ich auch nicht dran.

Aber eigentlich bezog ich mich nur auf Holgers berechtigten Hinweis mit der möglicher weise defekten Zenerdiode in der Mute-Schaltung und wie man die schnell prüfen kann.

Angehängte Dateien:
#8102630
Lesenswert?
• ▲
▼

C22 wird taub sein. Der soll, in Reihe mit R52 den Widerstand R47 zwischen dem ersten und dem zweiten OPamp überbrücken und für eine hohe sensitivität sorgen. Kann auch einfach der Schiebeschalter n Ding weg haben. Aber selbst wenn der Schalter auf LOW steht, muss das ja gehen. Was sagt der C11 (100µ/16V)? Der soll ja die halbe Betriebsspennung filtern. Wenn der n Kurzschluss hat? Naja - schwer, aus der ferne was zu zu sagen. Vielleicht hält Q46 das Teil auch im Dauer-Mute. Mal den Emitter hochnehmen.
Müsste man auf dem Tisch haben, das Teil. Man könnte aber auch mitm Tongenerator vorn was einspeisen und mitm Oszi sich durch die sechs Messpunkte durchhangeln. Dann sähe man, wo es hängt.

#8102693
Lesenswert?
• ▲
▼

Mobby schrieb:

Den Schaltplan hatte ich schon von hier

Das Blockschaltbild ist aufschlussreich, richtig gut. Auch wenn die rot eingezeichneten Spannungen im Stromlaufplan nicht ganz koscher sind, und bei eingeschaltetem Standby um IC5 und dem 555 ohnehin sich ein ganz anderer Gleichspannungs-Arbeitspunkt einstellt, sollte die Reparatur mit den Unterlagen und deinen Messgeräten gelingen.

#8102706
Lesenswert?
• ▲
▼

Reverse-Betrieb bedeutet: C und E sind vertauscht. Der Basisstrom fließt über den Kollektor nach Gnd, E und C werden recht niederohmig. Wolf17 hat das ja im genannten Beitrag so beschrieben. Der von ihm genannte KTC2875 kann das besonders gut (hohe Hfe von 150 im Reverse-Betrieb).

Wulf D. (holler) schrieb:

Meinst du mich?

Ja. Warum behauptest du dann wiederholt, dass dieser Schaltungsteil das Einschalt-Knacken unterdrücken soll? Das tut er mMn nicht.

Vertraue dem Schaltplan nicht.

Ich schon. Yamaha konnte man damals noch 99% trauen.

Axel R. (axelr) schrieb:

C22 wird taub sein.

Es kann fast jedes Bauteil im Bereich um IC5 sein. Signalgenerator und Messen hilft.

: Bearbeitet durch User

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren