Für die Grundausstattung eines Repair Cafés suche ich eine/mehrere Lötstationen bei denen wir auch noch nach Jahren Spitzen und Heizungen nachkaufen können.
Die Weller springt mir dabei ins Auge, einfach weil ich das Fabrikat von früher/beruflich kenne.
Der Preis ist nicht entscheidend, eher die einfache Bedienung und Haltbarkeit. Ich erwarte keine SMD Lötungen etc. damit machen zu müssen.
Ja die Frage nach der Langzeit-Verfügbarkeit und deren Notwendigkeit ist eher eine "Glaubensfrage" und kann nicht belastbar beantwortet werden.
Auch Erfahrungswerte können konträr ausgelegt werden: Falls man nichts "nachgekauft" kann eine Firma nicht langfristig Umsatz generieren und wird vom Markt verschwinden.
Gerade das JBC-245-System wird derartig oft geklont, daß man von einer gesicherten Langzeitversorgung ausgehen kann.
Für ein Repair-Café ist es Perlen-vor-die-Säue-geworfen, dort überteuerte "Originale" zu verwenden, egal, ob Weller, JCB oder auch Hakko (das sind die mit T12).
Schaff' Dir eine Handvoll Yihua 982 (ohne Zusatz!) mit C245-Handstück an, und Du hast Ruhe.
Wir haben hier so viele fähige Elektroniker, dass man meinen könnte, dass alle wissen, wie man lötet.
Der Graus fängt aber schon damit an, den Lötkolben nach dem Löten mittels elektrischer Drahtbürste auf Hochglanz poliert, in den Ständer zurück zu stellen. Von den krummen Spitzen und ebenjenen, die gar kein Zinn mehr annehmen, ganz zu schweigen.
Der ist aber weniger schlimm, wenn man günstige Klon-Lötspitzen ruiniert, statt die teuren und sehr teuren Originale von JBC oder Weller.
Wie man mit dem Material umgeht, kann man lernen, aber das Material taugt wenigstens etwas. Anders als bei der indirekt beheiztem 30-Watt-"Lötnadel" oder dem ungeregelten Lötkolben, in dem vorne ein plattgehämmertes Metallstück drinsteckt, mit einer Schraube seitlich geklemmt.
Ja die Frage nach der Langzeit-Verfügbarkeit und deren Notwendigkeit ist
eher eine "Glaubensfrage" und kann nicht belastbar beantwortet werden.
Auch Erfahrungswerte können konträr ausgelegt werden: Falls man nichts
"nachgekauft" kann eine Firma nicht langfristig Umsatz generieren und
wird vom Markt verschwinden.
Jo, dann stellt sich die Frage nach der Marke gar nicht, weil Langzeit-Verfügbarkeit dann gar kein Kriterium sein kann. Es ist damit halt würfeln.
Man könnte jetzt marktwirtschaftlich argumentieren und sagen, dass es so viele JBC-Typen und T12 Stationen gibt in der Anwendung, dass derjenige, der die günstigen Spitzen irgendwann selber noch herstellt und verkauft, mehr Umsatz macht, als jeder der versucht dir einen neuen Typ anzudrehen mit den entsprechenden Unkosten. Aber was solls.
Die Empfehlung bleibt, und im Konkreten schließe ich mich Haralds an.
die JBC Clones gibt es auch mit einem Trafo statt Schaltnetzteil das wäre für die Langlebigkeit schon etwas besser, aber ihr seid ja eh ein Repair-Cafe ;-)
mit Trafo gehts aber Preislich schon einiges nach oben Aixun T413, T420 oder T420D die kleineren Modelle haben alle ein Schaltnetzteil, wenn das aber extern ist kannst du ja einen bewährte Trafo mit Gleichrichtung und Sieben anklemmen.
meine Erfahrung daraus wieviele Schaltnetzteile ich schon repariert habe, spricht weniger für Schaltnetzteile.
Es wird schon seinen grund haben warum JBC einen teureren Trafo einbaut anstatt ein Schaltnetzteil zu nehmen und ich denke nicht das das Sicherheitsaspekte sind. Zum Glück greift die EU Öko Designrichtlinie bei solchen Geräten erst ab 1000W
meine Erfahrung daraus wieviele Schaltnetzteile ich schon repariert
habe, spricht weniger für Schaltnetzteile.
Daß Du natürlich nur defekte Schaltnetzteile repariert hast, sagt überhaupt nichts darüber aus, wie sich die (entschieden größere) Anzahl anderer Schaltnetzteile verhält, die nicht kaputtgegangen sind.
Das ist halt der große Unterschied zwischen direkt und indirekt beheizten Lötspitzen.
Auch die weiter oben genannten "Ersadur"-Spitzen fallen in letztere Kategorie.
Da durch die Hakko- und JBC-Klone die Technik direkt beheizter Lötspitzen bezahlbar geworden ist, gibt es wenig Gründe, noch an indirekt beheizten Lötspitzen festzuhalten.
Wie diverse Kommentare in diesem Forum belegen, ist "Altersstarrsinn" ein real existierender Grund. Wir haben hier ja sogar den einen oder anderen Spezi, der sich seine Lötspitzen aus dickem Kupferdraht hämmert und feilt, und das für völlig ausreichend hält.
Ich habe jahrzehntelang mit meiner Magnastat gelötet (damit auch eine Zeitlang Geld verdient, als Bestücker), und trotzdem ...
Für meine "Ersa" hab ich nach 20 Jahren noch Spitzen bekommen. Und die
werden wohl noch weitere 20 Jahre lieferbar sein.
Und leider entstammen die halt auch dem Stand der Technik von vor mindestens 20 Jahren. Das heißt, hoffnungslos überholt und veraltet. Viel "Spaß" damit beim Herumbraten an heutigen Multilayerplatinen mit großen Masseflächen.
Für ein Repair-Café ist es Perlen-vor-die-Säue-geworfen, dort
überteuerte "Originale" zu verwenden, egal, ob Weller, JCB oder auch
Hakko (das sind die mit T12).
Kann ich so nicht bestätigen.
Da würde ich eher Ersa den Daumen nach unten zeigen.
In Repaircafes, ich habe einen gegründet, gibt es lernwillige Senioren. Die haben mittlerweile begriffen, dass Lötfett im Bereich Elektronik nix zu suchen hat - aber ordentlicher Fluxer zum Auftragen das Löten zur erfolgreichen Angelegenheit macht. Egal ob 6mm² oder SMD.
Am wichtigsten finde ich eine ordentliche Ausstattung an kleinen Helferlein wie Entlötpumpe, Fadenzähler, Pinzetten, Lupenleuchte, Kanülen, CuL...
Ich habe jahrzehntelang Weller Magnastat und dann Temptronic verwendet.
Mittlerweile ziert ein JBC-Clone meine Werkbank - aber die Weller kommt regelmäßig zum Einsatz weil ich noch jede Menge verschiedener Spitzen habe.
Leider hat der Handgriff der Weller am Kabeleinlass Risse bekommen. Ein Kabelbinder dient als Notlösung.
Viel "Spaß" damit beim Herumbraten an heutigen Multilayerplatinen mit
großen Masseflächen.
Vielleicht solltest Du die Fragestellung des TO vorher etwas genauer lesen. Ich interpretiere das so, dass er solides Werkzeug für "normale" Lötarbeiten sucht. Dachkallen Löten wird er damit sicherlich nicht wollen.
Leider hat der Handgriff der Weller am Kabeleinlass Risse bekommen. Ein
Kabelbinder dient als Notlösung.
Wieviel kostet ein neuer T245-kompatibler Handgriff?
Bei unter 10 € überlegt man sich, ob man mit so einer Kabelbinder-Notlösung leben möchte.
Bei Gewicht und Abstand Hand-Lötstellen hat sich in den letzten 20 Jahren auch einiges getan. Mal ganz abgesehen, von automatischem Wechsel zu Standby-Temperatur (Lötspitzenschonung) oder Presets für die schnelle Änderung der Soll-Temperatur (bleifrei vs. verbleit). Da will man nicht immer irgendwelche Magnastat-Spitzen wechseln.
Vielleicht solltest Du die Fragestellung des TO vorher etwas genauer
lesen. Ich interpretiere das so, dass er solides Werkzeug für "normale"
Lötarbeiten sucht.
Deine Vorstellung von "normalen" Lötarbeiten ist wohl auch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. In Repaircafés werden überwiegend heutzutage übliche Geräte repariert, Röhrenradios eher selten.
Mit Dachkallen bezeichnet man in unserer Gegend Dachrinnen. Und die werden gelegentlich auch gelötet, aber eben sehr grobschlächtig gegenüber Platinenlöten.
Wenn jemand zu einem sagt, man hätte beim Platinelöten zu viel an Lötzin genommen, dann sagt einem der Meister, "Du hast ja Dachkallen gelötet."
Und gibt einem damit eine verbale Ohrfeige, damit man sich den sparsamen Umgang mit Lötzinn auch für die Zukunft merkt.
Mit Dachkallen bezeichnet man in unserer Gegend ...
Du verstehst aber schon, dass solche örtlichen Bezeichnungen hier im Forum, mit seinen aus einem weiteren Bereich stammenden Nutzern, für das Verständnis eher problematisch sind, oder?
Mit Dachkallen bezeichnet man in unserer Gegend Dachrinnen
Kenn ich als "Dachkannel". Ein "Kannel" ist ein Kanal. Aber worher "kallen" kommen soll ???
Egal,wenn du heuzutage nicht nur historische Geräte reparieren willst, brauchst du mehr als eine alte Weller Temptronik oder gar Magnastat. Da reicht die Leistung einfach nicht mehr um moderne Multilayer schnell genug zu erhitzen.
Als Ergebnis hat man sonst rausgezogene Durchkontaktierungen.
Abgesehen davon finde ich meine "Ersa" mit je nach Verwendungszweck auswechselbarer Lötspitze (mal breiter, mal spitzer) recht praktisch.
Wie gesagt, ein Wunsch-Allroundwerkzeug gibt es wohl nicht.
Kommt darauf an, was im Repair-Cafe so an Lötereien anfällt. Kirchenfenster werden es wohl nicht sein.
Wie gesagt, ein Wunsch-Allroundwerkzeug gibt es wohl nicht.
Die genannten T12 oder JBC bzw. gute China-Klone von denen kommen da schon nahe ran, soweit es um Löten mittels Kolben und Spitze geht. Zumindest können die mehr als eine 20 Jahre alte Ersa, und alles was letztere konnte, können sie besser.
Die Weller springt mir dabei ins Auge, einfach weil ich das Fabrikat von
früher/beruflich kenne.
Der TO zielt also auf praktische Erfahrungen anderer User mit ihren Lötprügeln ab.
Bislang sehe ich überwiegend nur Ersa-Bashing.
Bestimmt haben auch andere Hersteller außer "Weller" Produkte in ihrem Portfolio, die den Wünschen des TO recht nahe kommen.
Dass ein schönes Digitaldisplay noch kein vernünftiges Arbeiten ermöglicht, habe ich selber erlebt.
Da steht im Display eine richtige "Löt-Temperatur", aber kaum ist die Spitze des Kolbens an der Lötstelle und Lötzinn wird drangehalten, passiert nichts außer hinterher "kalte Lötstellen".
Deswegen bin ich wieder zur oben erwähnten älteren Lötstation ohne elektronischen Schnickschnack zurückgekehrt. Nach 5 Minuten Lötpause schalte ich sie so wie so ganz netzseitig ab. Sie heizt aber sehr schnell wieder auf, wenn es mit dem Löten dann weitergehen soll.
Wie das andere "intelligente" Lötstationen, deren Spektrum von SMD- bis Chassislöten geht, handhaben, müssten eigentlich die Forenteilnehmer mit entsprechender Praxiserfahrung besser wissen als ich. Ich bin raus...
Wie das andere "intelligente" Lötstationen, deren Spektrum von SMD- bis
Chassislöten geht, handhaben, müssten eigentlich die Forenteilnehmer mit
entsprechender Praxiserfahrung besser wissen als ich.
Dass ein schönes Digitaldisplay noch kein vernünftiges Arbeiten
ermöglicht, habe ich selber erlebt.
Da steht im Display eine richtige "Löt-Temperatur", aber kaum ist die
Spitze des Kolbens an der Lötstelle und Lötzinn wird drangehalten,
passiert nichts außer hinterher "kalte Lötstellen".
Tja, wenn ein Karl so eine Erfahrung macht, dann sind natürlich durch die Bank alle Lötstationen mit Elektronik der komplett letzte Tinnef und man muss zur
Da durch die Hakko- und JBC-Klone die Technik direkt beheizter
Lötspitzen bezahlbar geworden ist, gibt es wenig Gründe, noch an
indirekt beheizten Lötspitzen festzuhalten.
Ich habe drei Statione auf dem Tisch stehen. Zu 95% benutze ich den JBC-Clon Aifen-A9 mit T245, die anderen sind nur noch Zierde.
Es gibt wohl eine neue Version 2026 von der A9 mit neuem Display:
Dass ein schönes Digitaldisplay noch kein vernünftiges Arbeiten
ermöglicht, habe ich selber erlebt.
Von ALLE Lötstationen mit Elektronik ist da nie die Rede gewesen.
Ein Display alleine macht es nicht. Die Technik des Gerätes, die dahintersteckt, ist das Entscheidende.
Viele Leute fallen eben auf ein aufpoliertes Design, zu dem auch ein LCD zu gehören scheint, herein. Und die Billigangebote bestätigen das ja auch.
So etwas in der Art an Erfahrungsberichten erwartete ich:
Thomas F. schrieb im Beitrag #8106497:
Ich habe drei Statione auf dem Tisch stehen. Zu 95% benutze ich den
JBC-Clon Aifen-A9 mit T245, die anderen sind nur noch Zierde.
Und um selber eine Beurteilung einer "elektronischen" Lötstation abzugeben, hier:
Atten 80 D
Kurz und knapp: Bin enttäuscht.
Und andere beurteilen das unter Punkt "Funktion" mit 7 von 10 Punkten.