Moin zusammen, ich habe gerade eine neue Garage gebaut und stehe aktuell vor der Fertigstellung. Da ich den Raum künftig auch als kleine Werkstatt nutzen und ab und zu löten will, muss ich jetzt die Stromzuleitung und eine Unterverteilung vom Haus rüberziehen. Ich frage mich gerade, welche FI/LS-Kombination dafür am sinnvollsten ist und ob es bei der Erdung auf Distanz was zu beachten gibt. Gleichzeitig muss ich noch ein passendes Tor aussuchen und einbauen. Ich will das Ganze direkt smart machen, aber ohne mich an irgendeine teure Hersteller-Cloud zu binden. Mein Plan ist, die Steuerung über einen ESP32 mit Home Assistant oder MQTT zu lösen. Hat von euch schon mal jemand ein Garagentor so umgerüstet und worauf sollte ich schon beim Kauf des Tors bzw. des Antriebs achten, damit man die Platine und Relais problemlos abgreifen kann?
und worauf sollte ich schon beim Kauf des Tors bzw. des Antriebs achten,
Ein Tor, dass sich aufrollt.
Wenn du nämlich z.B. eine Dachbox über dem Auto an die Decke hängen willst, dass du dann über Seile direkt auf dein Auto ablassen kannst, das geht nicht mit einem Schwenktor.
Oder auch Motor ausbauen, wenn der Hubzug an die Decke kommt.
Ich benutze einen aktuellen Hörmann Antrieb der Serie 4 für mein altes Tor. Die Steuerung habe ich bei tynet gekauft und damit das Projekt ein wenig unterstützt. Auf github ist auch die DIY Version beschrieben. Die fertige Version der Steuerung wird direkt in den Antrieb von Hörmann eingebaut (auf die richtige Version achten) und funktioniert bei mir einwandfrei. Die notwendige Software ist dabei. Damit konnte ich es problemlos über MQTT in Node-RED bzw. HA integrieren und bin unabhängig von einer Cloud Lösung.
minimum 5x1,5² + 1x LAN, denn plötzlich findest du eine Drehbank nebenan auf Kleinanzeigen ;-) PE einfach vom Haus mitnehmen, einen weiteren Erdungspunkt halte ich für Unsinn, außer die Garage ist 100m weit weg.
Ich würde vermutlich gleich 5 x 4mm² legen. Es könnte ja sein, das mal ein Elektroauto dazukommt.
In eine Garage gehört baupolizeilich eigentlich nur ein Auto. Man sollte gut überlegen was man beantragt. Bei www.bau.net gibt es 6484 Seiten zum Thema Garage.
Minimum 5x1,5² + 1x LAN, ist mit Sicherheit auf die Länge der Leitung zum Haus etwas knapp und in wenigen Jahren steht ein Elektroauto in dieser Garage, was geladen werden möchte... Bei der Höhe der Garage sollte man wissen, dass z.B. ein VW-Transporter >1,96m ist und ein SUV mit Dachbox...
Minimum 5x1,5² + 1x LAN, ist mit Sicherheit auf die Länge der Leitung zum Haus etwas knapp
Das hängt wohl von der Länge der Leitung ab.
Es gibt ja auch noch etwas zwischen 1,5² und 4².
Die Dimensionierung des LS hängt vom Leitungquerschnitt ab.
Was sieht ein Hersteller für eine Bedienmöglichkeit bei Stromausfall vor?
- Auch wenn man jetzt sagt man hat noch kein E-Auto: dickes Stromkabel legt man einmal, über ein dünnes ärgert man sich immer
- Denk über einen Wasseranschluss nach, evtl. auch warm, und evtl. auch Heizung. Dann aber Frostschutz mitbedenken!
- Internet! Ein Rohr erlaubt später auch mal die Einziehung einer Glasfaser
- Beim Tor würde ich mich nicht auf einen Hersteller oder eine Funktion festlegen. Stattdessen werden alle Tore mit einem Taster betätigt (evtl. 2: Auf und Zu getrennt), für die Erfassung der Position würde ich oben und unten einen Schalter/Magneten unterbringen bzw. vorsehen. Sämtliche Hersteller-Cloud/Interface-Lösungen sind kurzlebig, weil niemand das nutzt und die Hersteller selber experimentieren was der Markt will. 2 Endschalter und ein Relais funktionieren mit jedem (!) Tor, auch manuell betätigt.
- Denk an eine Tür im Tor, z.B. für die Mülltonne (oder den Zugang zu ihr) oder Fahrräder.
- Ich würde vom Antrieb und von beiden Seiten des Tores sowie allen Zugangspunkten innen wie außen ein Kabel (Telefonleitung) in eine Zentrale Verteilung legen. Keypads, Schlüsselschalter, Bewegungsmelder und Lichtschranken sind alles Optionen, die man haben möchte.
- Ich habe Chamberlain-Antriebe mit Gurt. Leise, funktional, gute Funkreichweite. Es gibt ein "Torüberwachungsgerät", mit dem man den Zustand des Tores aus der Wohnung sehen kann und es schließen kann. Das Cloudgerät ist Müll. Trick: da der Antrieb eine Zusatzleuchte schalten kann, hat er geschaltete 24V, wenn das Tor offen (bzw. "nicht zu") steht -> Cloudüberwachbar ganz ohne zusätzliche Endschalter. Zudem kann man so einfach mit dem Torantrieb das "große Licht" anmachen. Und es gibt ein Funkcodeschloss mit Batterie, das man einfach irgendwo verstecken kann.
- Die Art des Tores ist eine Überlegung wert. Seitliches Rolltor mit Fakewand ist das beste, aber teuer. Oberes Rolltor ist billig, macht aber schlechtes Licht und das Dachboxenproblem. Jalousietor (aufgewickelt) ist oft nicht sehr stabil, steht manche Versicherung nicht so drauf.
- Denk an Rauchmelder!
- Je nach baulichen Gegebenheiten: denk an einen Notzugang, entweder über Notentriegelung, Nebentür oder Wohnungszugang. Tür im Tor zählt nicht, die geht nämlich nicht wenn das Tor nicht ganz zu ist!
- Ebenfalls: es kann sinnvoll sein, an einer Stelle der Decke einen Seilzugschalter vorzusehen, für die Toröffnung.
Die paar Euro machen den Bock nicht fett. Wenn da eine Unterverteilung hin soll, dann 5x10 oder 5x16 mm² direkt hinter dem Zähler abgreifen. Dann braucht man die auch nicht unbedingt extra absichern, sondern das übernimmt der SLS. Der/die RCD(s) natürlich in die Unterverteilung.
Und man ist gerüstet für eine Wallbox
Bei 5x1,5 mm² wird wahrscheinlich schon die max. Länge bzgl des zulässigen Spannungsfalls überschritten. Und wenn man einen Kurzschluss auf einer Phase hat, sterben mit etwas Pech Geräte an anderen Phasen durch die kurzzeitige 0-Punkt Verschiebung des Neutralleiters.
In eine Garage gehört baupolizeilich eigentlich nur ein Auto.
Weisst du wie groß die Garage ist? Vielleicht ist sie 8m lang und bietet Platz vor dem Auto.
Serge G. schrieb:
und worauf sollte ich schon beim Kauf des Tors bzw. des Antriebs achten,
Ein Tor, dass sich aufrollt.
Guter Punkt. Ein Rolltor ist zwar neuer, blockiert aber nicht den ganzen Raum über dem Autostellplatz wie die billigen Tormechaniken.
Noch ein Punkt: Sehe zu dass du Wasser und Abwasser in die Garage bekommst, dass man sich dort die Finger waschen kann ohne ins Haus zu müssen.
muss ich jetzt die Stromzuleitung und eine Unterverteilung vom Haus rüberziehen
Nein, du willst ein Leerrohr legen.
Und sicher keine Unterverteilung, denn die müsstest du mit 5x16mm2 anfahren, sondern nur einen Kleinverteiler.
Ob eine Werkstatt in einem Raum in den schneenasse Autos gefahren werden so sinnvoll ist ? Nun ja, da steht auch mein Kompressor mit Werkzeugen. Aber Drehbank oder ähnliches Eisenschwein sicher nicht.
Die Zeiten, im denen man Grube oder Hebebühne einbaut sind wohl vorbei, Autos werden nicht mehr aufwändig repariert.
Die Zeiten, im denen man Grube oder Hebebühne einbaut sind wohl vorbei, Autos werden nicht mehr aufwändig repariert.
Die eigenen wohl nicht mehr, aber die der Kinder. Und dann kommt es immer auf deinen Beruf an. Der Elektriker wird wohl seinen Strom selbst machen und ein KFZler seine Bremsen.
Autos werden nicht mehr aufwändig repariert.
Indirekt wird das tendenziell sogar verboten. EU 2026/1738 Anhang I, Teil A und B, Artikel 37.
Lu schrieb:
In eine Garage gehört baupolizeilich eigentlich nur ein Auto.
Weisst du wie groß die Garage ist? Vielleicht ist sie 8m lang und bietet Platz vor dem Auto.
das ist keine Frage des Platzes, sondern der Zulässigkeit. Für Garagen gelten andere Bauvorschriften als für sonstige Gebäude, sie dürfen z.B. direkt an die Grundstücksgrenze gebaut werde. Dafür dürfen sie im wesentlichen nur zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt werden. Interessiert zwar meistens keinen, darauf verlassen sollte man sich nicht. Wenn keine Sonderregelungen für Garagen beansprucht werden, kann man es auch als Garage mit Werkstatt genehmigen lassen.
Sehe zu dass du Wasser und Abwasser in die Garage bekommst, dass man sich dort die Finger waschen kann ohne ins Haus zu müssen.
ein Wasseranschluss ist hier nur zulässig, wenn ein Ölabscheider vorhanden ist.
das ist keine Frage des Platzes, sondern der Zulässigkeit. Für Garagen gelten andere Bauvorschriften als für sonstige Gebäude, sie dürfen z.B. direkt an die Grundstücksgrenze gebaut werde. Dafür dürfen sie im wesentlichen nur zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt werden
Allerdings dürfen nicht nur Garagen dort hin. Sondern auch Gartenhäuschen, Wintergärten oder Wirtschaftshäuschen.
So weit ich weiss (je nach Bundesland) ist Kriterium: unbeheizt (also kein Wohnraum) und nicht zu hoch.
Udo S. schrieb:
Sehe zu dass du Wasser und Abwasser in die Garage bekommst, dass man sich dort die Finger waschen kann ohne ins Haus zu müssen.
ein Wasseranschluss ist hier nur zulässig, wenn ein Ölabscheider vorhanden ist.
Ja und wenn du eine Toilette in ein Gartenhaus einbauen möchtest brauchst du eine Baugenehmigung.
Das sind die völlig überzogenen Auswüchse der Bürokratie.
Wie bitte soll das Öl, das ggf vom Motor auf den Boden tropft in den Ausguss eines Waschbeckens gelangen.
Oder aber man hält den durchschnittlichen Garagenbesitzer für so dämlich dass er den Ölwechsel selbst macht und das Öl dann natürlich im Waschbecken entsorgt. Man braucht sich nicht zu wundern wenn bei uns nicht mehr genügend neu gebaut wird.
So weit ich weiss (je nach Bundesland) ist Kriterium: unbeheizt (also kein Wohnraum) und nicht zu hoch.
Grenzen für Gebäude ohne Baugenehmigung gibt es einige (Bundeslandabhängig): Max. Höhe 3m. (Müsste nachsehen ob mittlere Höhe oder Traufhöhe) Weitere (landesabhängige Vorschriften. Max Länge der Grenzbebauung an einer Seite 8m. Gesamtlänge der Grenzbebauung 15m. Das betrifft auch Carports. Bei Gartenhäuschen kommt dann noch der max. Volumeninhalt dazu.
Und kein Klo! Dann braucht man tatsächlich eine Baugenehmigung.
Was aber praktisch immer genehmigt wird. In einem Viertel mit alten Häusern die alle zwischen 5 und 6m hoch sind und halbwegs passen zueinander ausssehen, wird dann ein Gebäude der Gebäudeklasse 4 hingestellt, das völlig aus dem Bild fällt weil andere Dachneigung (bis hin zu Flachdach) deutlich höher usw.
Man muss halt nur als Investor genügend neuen Wohnraum schaffen oder die richtigen Leute kennen, dann geht auch das was dem Normalbürger eine Aufforderung zum Rückbau einbringt.