Hallo,
ich will in meinem Garten einen Rasenmäher steuern der automatisch auf
einer Referenzstrecke mäht. Dafür brauche ich ein Ortungssystem was
relativ genau ist um ein ordentliches Mähergebnis zu erzielen. Meine
Idee war 3 Antennen im Gaten aufzustellen und sie jeweils über 3
verschiedene Kanäle senden zu lassen. Über 3 Empfänger müsste ich ja
dann über eine Signalstärkenmessung 3 verschiede Werte bekommen, die
einen eindeutigen Punkt in meinem Garten bestimmen.
1. Geht das ?
2. Wenn ja welche Equipment benötige ich dafür ?
Hallo,
1. ja das geht, dürfte aber fürchterlich ungenau sein
2. für einen ersten Test kannst ja mal drei WLAN Accesspoint aufstellen
und mit dem Laptop die Signalstärke an verschiedenen Punkten messen
Alternative wäre vielleicht DGPS. :)
grüßE
Über sowas schreiben andere Leute Dissertationen. ;-)
Die Signalstärke ist im Allgemeinen nur ein ziemlich miserables
Maß für den Abstand zum Sender. Sie funktioniert nur einigermaßen,
wenn du dich im Bereich der Fernfeldausbreitung befindest (also
jenseits von etwa 2 * lambda), sodass du auf recht kurze Wellenlängen
eingeschränkt bist. Praktisch nutzbar ist damit der UHF-Bereich,
der aber wiederum darunter leidet, dass du bei Mehrwegeausbreitung
(Echos von Gebäuden etc.) durch Interferenzen örtlich sehr kleine
aber kräftige Signalstärkeeinbrüche bekommst, die aus der Auslöschung
von Wellenzügen resultieren. Daher nimmt man in der Praxis außer
der Signalstärke noch weitere Parameter mit hinzu, beispielsweise
zeitliche Auswertungen. Aber wie eingangs geschrieben, dazu schreiben
andere Leute Dissertationen.
Für einen Rasenmäher wäre es wohl das einfachste, einen Leitdraht in
der Erde zu vergraben, dem er dann folgen kann.
Wie wäre es mit einer manuellen Funkfernsteuerung, aehnlich wie hier:
http://www.youtube.com/watch?v=tPg1ZMiC9pA
Ein Rasenmäher ist ja nun nicht gerade ein friedlich grasendes Schaf,
neben der Positionierungproblematik gibts noch eine Menge was einem
RM so vor die Klinge kommen kann aber vielleicht nicht unbedingt sollte
(feste Gegenstände oder gar andere Lebensformen, z.B. Exemplare käuflich
erworbener Zivilisationsfauna).
Schmidt schrieb:> Meine> Idee war 3 Antennen im Gaten aufzustellen und sie jeweils über 3> verschiedene Kanäle senden zu lassen.
Hi, Schmidt,
unsicher. Jede Person in der Nähe des Mähers bringt diese Feldstärken
durcheinander - mit Folgen, für die ich nicht verantwortlich sein
möchte.
Mir scheint, es gibt eine wahre Flut an Lösungsansätzen, einige sogar in
der Patentliteratur. Es gibt auch Lösungen für selbstfahrende
Staubsauger, da könnte die eine oder andere auch Rat bieten.
Ciao
Wolfgang Horn
vielen Dank für die zahlreichen mehr oder wenigen guten ideen !
rasenmäher an der schnur ist ein alter hut und erfüllt nicht ganz mein
pflichtenheft.
Eine Fernsteuerung kommt leider auch nicht in frage da ich weder Zeit
noch lust habe diese zu bedienen. Allerding ist der Einsatzbereich als
Schneeschieber sehr interessant, denn was mich noch mehr nervt als im
Sommer rasen mähen zu müssen, ist die Schneeschieberrei im Winter.
Ich habe folgende Seite entdeckt
http://www.symeo.com/Deutsch/LPR-Video.html
Hier funktioniert das über Transponder in einer Halle, allerdings ist
die Funktion sehr oberflächlich erklärt. Kann mir jemand sagen wie sowas
genau funktioniert und ob sich sowas einfach nachbauen lässt ?
Schmidt schrieb:> Ich habe folgende Seite entdeckt> http://www.symeo.com/Deutsch/LPR-Video.html> Hier funktioniert das über Transponder in einer Halle, allerdings ist> die Funktion sehr oberflächlich erklärt. Kann mir jemand sagen wie sowas> genau funktioniert und ob sich sowas einfach nachbauen lässt ?
Da gibts doch etwas auf deren Seite:
http://www.symeo.com/Deutsch/Technologie/
Also Laufzeitmessung im Mikrowellenbereich. Sicher nett, für ne schnelle
Bastelei wohl etwas aufwendig. Was mir noch einfallen würde, wenn es
denn Funk sein muss: Ein einfacher Doppler-Peiler. Hier etwas zur
Theorie:
http://clearrx.tripod.com/RDFUNITD.HTM
Im Prinzip hat man mehrere kreisförmig angeordnete Vertikalstrahler, die
man reihum mit ein paar Umdrehungen pro Sekunde nacheinander an den
Empfänger schaltet (z.B. mit Diodenschalter, Technik usw. ist ja alles
auf obiger Seite erklärt). Dadurch wird das empfangene Signal
phasenmoduliert, mit einem FM-Empfänger kann man also am
Lautsprecherausgang diese Drehfrequenz sehen. Der Phasenunterschied
zwischen dieser und der Ansteuerung der Antennen gibt die Richtung an.
Könnte man also alles machen auf Basis von fm-Funkmodulen oder einem
billigen Scanner als Empfänger und einem uC, der die Ansteuerung der
Antennen und Auswertung macht.
Gruß,
droelf
Stefan R. schrieb:> Also Laufzeitmessung im Mikrowellenbereich. Sicher nett, für ne schnelle> Bastelei wohl etwas aufwendig.
Hi, Stefan,
die Flut an Vorschlägen zum vollautomatischen Rasenmäher ist ein Indiz
für die Wahrheit der These: Die Aufgabe ist nicht so einfach zu
erfüllen.
Jedenfalls nicht mit Technik. Ein Bekannter hält sich Schafe im Garten,
die halten den Rasen "vollautomatisch" recht kurz, aber auch nicht ohne
Nebenwirkungen und nicht mühelos.
Ein Rasenmäher hat eine scharfe Schneide. Er kann verletzten. Daher darf
man ihn gar nicht ohne Aufsicht fahren lassen. Es könnte ja immer jemand
über den Zaun springen und Unfug machen wollen.
Ciao
Wolfgang Horn
Diese kleinen Solar-Mäh-Roboter haben keine Positionssteuerung. Die
fahren einfach munter drauf los. Sobald sie an ein Hindernis stossen,
drehen sie sich um einen zufälligen (?) Wert und fahren weiter.
Nach den Gesetzen der Normalverteilung ist irgendwann jede Stelle
gemäht.
Wenn die Sonne untergeht, wird gar nicht mehr gemäht, wenn die Sonne
aufgeht, wird weitergemäht.
... ein unbemannter Rasenmäher ist das geringste problem für ungebetene
Gäste in meinem Garten. Rottweilermännchen Rommel freut sich über
derartigen Besuch am liebsten. ;)
Servus,
ich möchte noch kurz eine Alternative ansprechen die es einem Erlaubt
mit GPS 3-5 cm !!! Genauigkeit zu erreichen.
Hierzu braucht man einen fest vermessenen Punkt - dort stellt man einen
GPS-Empfänger auf. Nun errechnet man die "Differenz" aus dem
(vermessenen und somit genauen") Vermessungspunkt und den Empfangenen
GPS-Daten.
Diesen Korrekturwert sendet man dann an den "beweglichen" GPS-Empfänger
und rechnet dort diese Korrekturwerte wieder mit ein.
Diese Technik funktioniert (ich sage mal als Faustregel) im Umkreis von
10 km um den Vermessungspunkt - sagt man ungefähr.
Ich habe mit eigenen Experimenten Genauigkeiten von ca. 8-10cm mit
einfachen GPS-Modulen und ohne groß externe Antennen erreichen können.
Achja PS: ich hab mir das nicht ausgedacht sondern nur abgeschaut.
Lustiger Weise wird sowas in einem Skigebiet in unserer Nähe eingesetzt.
Die haben das auf der Pistenraupe montiert und messen so (angeblich auf
2-3cm genau) die Schneehöhe. Die subtrahieren halt Messwert und
(Satellitenvermessene) Geländehöhe.
Lehrmann Michael schrieb:> Ich habe mit eigenen Experimenten Genauigkeiten von ca. 8-10cm mit> einfachen GPS-Modulen und ohne groß externe Antennen erreichen können.
Du meinst, du hast einfach die beiden Positionen subtrahiert im
rechtwinkligen Koordinatensystem?
Also hüpfen alle Empfänger synchron um den Bezugspunkt?
Schön. Nun muß man dem Roboter aber noch das Gelände beibringen. Hm.
Selbstlernend vielleicht.