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Forum: HF, Funk und Felder XTRX – Software Defined Radio im PCIe Format


Autor: Christoph B. (birki2k)
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Das XTRX setzt, wie schon LimeSDR und LimeSDR mini, ebenfalls auf den LMS7002M. Davon abgesehen grenzt sich das XTRX durch mehr als nur die Schnittstelle von den beiden anderen Modellen ab.

Software Defined Radios erlauben es, verschiedenste Aufgaben im Hochfrequenzbereich zu übernehmen und erfreuen sich nicht nur im Funkamateurbereich zunehmender Beliebtheit. Im Gegensatz zu klassischen Empfangs- und Sendekonzepten erfolgt hier der Großteil der Signalverarbeitung softwareseitig. Auf einen kleinen Frequenzbereich abgestimmte Analoghardware ist nicht vorhanden, wodurch die Geräte nicht auf einen Funkstandard beschränkt sind und so flexibel eingesetzt werden können.

Beim XTRX kommt der LMS7002M in Kombination mit dem Xilinx Artix 7 35T zum Einsatz, wobei je zwei Empfangs- und Sendekanäle zur Verfügung stehen. Der Frequenzbereich erstreckt sich von 10 MHz bis 3,7 GHz. Sofern man Pegeleinbrüche in Kauf nehmen kann, sind es 100 kHz bis 3,8 GHz. Die Abtastrate liegt dabei zwischen 0,2 und 120 MSPS. Falls die vorhandenen Kanäle nicht reichen, lassen sich mehrere Module synchronisieren. Das ermöglicht etwa MIMO Anwendungen mit einer Vielzahl gleichzeitig genutzter Kanäle.

Verbauen lässt sich das XTRX als PCIe-Erweiterung in fast jedem aktuellen Notebook, sofern genügend Platz vorhanden ist. Bedeutender ist aber sicher die Verwendungsmöglichkeit in eingebetteten Systemen. So gibt es vergleichsweise leistungsstarke Mainboards mit PCI-Schnittstelle bereits in pico-ITX Ausführung. PCIe Hubs sind als Nebenprodukt des Crypto-Minings ebenfalls leicht erhältlich, was besonders aufgrund der möglichen Synchronisation mehrere Module interessant ist.

Als zusätzliche Besonderheit besitzt das XTRX einen eigenen GPS-Empfänger. Dieser ermöglicht es, das Referenztaktsignal anhand der hochpräzisen Zeitsignale des Ortungssystems nachzuführen. Hierdurch kann laut Projekt eine Frequenzstabilität der Referenz von weniger als 10 ppb[1] erreicht werden. Das Verfahren ist nicht neu und bei Frequenznormalen für die Laborausstattung durchaus etabliert. Bei üblichen SDR-Lösungen ist man aber auf die Verwendung eines solchen externen Frequenznormals angewiesen, falls man eine entsprechend hohe Stabilität benötigt.

Interessenten können das Projekt auf Crowdsupply unterstützen, dabei werden 199 $ für ein Modul fällig, für den Versand nach Deutschland kommen weitere 10 $ dazu. Die Early-Bird-Variante für 179 $ war bereits in den ersten 10 Stunden nach Projektstart vergriffen.

  1. ^ parts per billion, also eine Abweichung um Miliardstel-Bruchteile der Frequenz

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