Ein indisches Startup plant die Auslieferung eines mit 700 MHz getakteten RISC/V-Mikrocontrollers, während Errata gegen die nRF54-Serie Beachtung verdienen. Ubuntu macht sich am CIX P1 breit, verschiedene Berichte demonstrieren Aspekte des Reverse Engineerings. Hier eine Liste von Interessantem zum Wochenstart.
Nordic Semiconductor: Neue Errata gegen die nRF54-Serie
Aus der Realität der immensen Komplexität moderner Mikrocontrollerdesigns folgt, dass die ausgelieferten Chips so gut wie immer mehr oder weniger große Fehler mitbringen. In einer vor wenigen Stunden an die Entwicklerschaft versendeten eMail kündigt Nordic nun eine Aktualisierung der Errata-Dokumente an, die die folgenden Chipfamilien betrifft: • nRF54L15 Errata • nRF54L10 Errata • nRF54L05 Errata • nRF54LM20A Errata • nRF54LM20B Errata • nRF54LS05A Errata • nRF54LS05B Errata
Im Fall des nRF54L15 präsentieren sich die neu hinzugefügten Fehler wie in der Abbildung gezeigt.

Bildquelle: https://docs.nordicsemi.com/bundle/errata_nRF54L15_Rev2/page/ERR/nRF54L15/Rev2/latest/err_L15_changelog.html
Rohde & Schwarz FSWP – neue Funktionen angeteasert
Im Hause Rohde & Schwarz ist man sich der Schlagkraft der Gerüchteküche im Bereich der Vermarktung von Elektronik-Produkten durchaus bewusst. Aus diesem Grund „teaserte“ man in einer an Kunden verschickten E-Mails neue Funktionen für den FSWP.

Bildquelle: Rohde & Schwarz.
Außerdem vermeldete man die folgenden Neuerungen:
1 |
At IMS 2026 in Boston, our product manager Wolfgang Wendler will present new cross-correlation based measurement techniques for pulsed chirp signals - a capability that simply didn't exist before in phase noise testing. If you work in radar, this is the session to catch. |
2 |
|
3 |
What to expect: |
4 |
• Deeper sensitivity where it counts - new reference and synthesizer improvements bring the noise floor down further, so even the most demanding oscillators and radar components reveal what they're really doing |
5 |
• Faster results without compromise - external oscillator support means tests that used to take hours now take minutes, without trading away accuracy |
6 |
• Wider frequency coverage, no external setup needed - additive phase noise measurements up to 56 GHz, with internal sources reaching 54 GHz, so you get outstanding sensitivity without added complexity |
7 |
• Pulsed chirp measurements with cross-correlation - presented for the first time at the IMS conference stage. Characterizing amplifiers and components under real radar signal conditions is now possible in ways it simply wasn't before |
8 |
One instrument. One workflow. No recabling, no compromises. |
RISC/V - mazu als „Lehr-Betriebssystem.
Wer Betriebssysteme und Netzwerke auf einem tiefergehenden Niveau zu unterrichten sucht, wünscht sich über kurz oder lang ein kompaktes, für Lehrzwecke entwickeltes Betriebssystem. So ein 64-bittige RISC/V-Kern als Lehrplattform zugelassen ist, könnte das als eine Mischung aus Linux und Plan9 konzipierte mazu geeignet sein. Unter der URL https://github.com/MazuNIX/mazu beschreibt sein Autor die dahinterstehende Designphilosophie folgendermaßen:
1 |
Unlike RTOSes that treat networking as an optional middleware layer and SMP as a bolt-on configuration flag, Mazu takes the opposite position: a connected embedded system needs bounded-latency scheduling, per-CPU execution paths, and a TCP/IP stack that respects both, all in the same address space, all under the same lock discipline. The kernel serves REST APIs and runs a web-based shell as ordinary preemptible tasks alongside deadline-scheduled control work. |
Mindgrove S2401 – indischer 700 MHz-Mikrocontroller auf RISC/V-Basis
In Indien nutzt man die „Segnungen“ der RISC/V-Architektur umfangreich. Unter der URL https://www.linkedin.com/pulse/week-risc-v-may-15-2026-risc-v-international-a9mke/ wird nun der Produktions-Start einer RISC/V-MCU angekündigt, die mit ihrer Maximalfrequenz von 700 MHz durchaus für Aufmerksamkeit sorgt:
1 |
Mindgrove Technologies , an IIT Madras startup, is ramping up production of the S2401 RISC-V microcontroller, which the company describes as India's first commercial-grade secure IoT chip. Running at 700MHz on a 28nm process, the S2401 targets security-sensitive applications including fingerprint sensors, smart meters, and EV battery management systems. |
Leider gibt es zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Newsmeldung noch keine weiteren Informationen zur Thematik.
Adafruit CircuitPython: umfangreiche Aktualisierungen.
Die Arbeiten an der Limor Fried-spezifischen Variante des Python-Interpreters für Embeddedsysteme schreiten pausenlos fort. Unter der URL https://github.com/adafruit/circuitpython/releases/tag/10.2.1 findet sich die folgende Änderungszusammenfassung, die auf die aktuellste stabile Version des Programms eingeht:
1 |
• Fix crashes on certain boards with integral displays. |
2 |
• Adafruit MagTag 2025: improve display quality and support new display variant. |
Wer eine in aktiver Entwicklung stehende Version bevorzugt, findet unter der URL https://github.com/adafruit/circuitpython/releases/tag/10.3.0-alpha.2 ebenfalls eine neue Version. Änderungen beschreibt man folgendermaßen:
1 |
• Fix crashes on certain boards with integral displays. |
2 |
• Adafruit MagTag 2025: improve display quality and support new display variant. |
3 |
• Add CIRCUITPY_SDCARD_USB to settings.toml to control visibility of a mounted SD card on USB. |
4 |
• Support float values in settings.toml. |
5 |
• Report USB MSC drives as removable media to the host. |
6 |
• Update ESP-IDF to v6.0.1. |
7 |
• Fix audiomixer.Mixer regressions on SAMx5x. |
8 |
• STM: support audio.AudioOut, using DAC. |
Arduino Core auf Zephyr erreicht Version 0.55
Dass man im Hause Arduino über die Abkündigung von ARM’s MBED-Echtzeitbetriebssystem nicht unbedingt glücklich war, folgt aus der Logik seiner tiefen Integration in das Ökosystemen. Seit einiger Zeit arbeitet man daran, die „Basis“ der Arduino-Laufzeitumgebung auf das von der Linux Foundation vorangetriebene Zepyhr zu portieren. Unter der URL https://blog.arduino.cc/2026/05/15/arduino-core-on-zephyr-0-55-getting-ready-for-the-final-mile/ verkündigt man nun, fast an einem Punkt angelangt zu sein, wo man die Zephyr-Variante des Arduino-Cores als stabil betrachten kann. Zu den Änderungen in der vorliegenden Version vermeldet man dann - unter Anderem - das in der Abbildung gezeigte.

Bildquelle: https://github.com/arduino/ArduinoCore-zephyr/releases/tag/0.55.0
Ubuntu mit Unterstützung für CIX P1-Prozessoren
Die mit zwölf Kernen ausgestattete P1-CPU aus dem Hause CIX erfreut sich seit ihres Erscheinens konstanter Beliebtheit. Eine Referenz-Implementierung wäre der OrangePi 6 Plus, über den unter https://www.mikrocontroller.net/news/orangepi-4-pro-orangepi-6-plus-einplatinencomputer-im-zeichen-der-leistung und https://www.youtube.com/watch?v=RyxSWJNOACw weitere Informationen zur Verfügung stehen. Aufgrund der für den Desktopeinsatz mehr als ausreichenden Rechenleistung kommt, was kommen muss: im Hause Canonical arbeitet man daran, ein semioffizielles Ubuntu-Image für diesen ARM-Prozessor anzubieten.

Bildquelle: Canonical
Spezifischerweise findet sich unter der URL https://discourse.ubuntu.com/t/ubuntu-concept-goes-cix-p1/82213 neben der Möglichkeit zum herunterladen des Images auch die folgende Passage, die auf den „Beta-Zustand“ der vorliegenden Ubuntu-Variante hinweist:
1 |
The image comes with a Linux 7.0 kernel, based on the CIX open source release from github. In terms of drivers, we will stick entirely to open source options with an upstream-first approach. |
Yocto Linux: Version 6.0 verfügbar.
Wer eine hauseigene und ressourcensparende Linux-Distribution für ein Embedded-System zusammenzustellen gedenkt, greift seit jeher auf Yocto Linux zurück. Vor wenigen Tagen erschien die Version 6.0 des Produkts, die die von den diversen, als Rezept bezeichneten Bauanleitungen generierten Pakete aktualisiert. Spezifischerweise findet sich unter der URL https://www.cnx-software.com/2026/05/14/yocto-project-6-0-wrynose-released-with-linux-6-18-lts/ ein zusammengefasster Changelog, der sich folgendermaßen präsentiert:
1 |
• Linux kernel 6.18 LTS |
2 |
• Toolchain updates: GCC 15.2, glibc 2.43, LLVM 22.1, Go 1.26, and Rust 1.94. |
3 |
• - - - |
4 |
• Support for building on Fedora 43, OpenSUSE Leap 16.0, and Ubuntu 26.04. |
5 |
• . . . |
6 |
• Systemd is set as the default init system. This change impacts nodistro builds and any distros not derived from Poky. The default init system for Poky remains sysvinit. |
7 |
• TLS 1.0 & 1.1 support is disabled by default in OpenSSL. |
8 |
• Updated host system requirements: 32 GB RAM and 140 GB disk space, |
Wie immer gilt, dass das Entwicklerteam „bestehenden Nutzern“ verschiedenste Dokumente an die Hand gibt, um den Umstieg zu erleichtern. Weitere Informationen hierzu finden sich im Hause CNX.
AirKamuy 150 – japanische Drohne aus Wellpappe
Drohnenkriege sind immer Wirtschaftskriege: wer mit der F-15 eine 20 000 US-Dollar kostende Drohne herunterholt, wird über kurz oder lang durch Staatsbankrott verlieren. In Japan ist man sich dieses Problems bewusst, weshalb man nun - wie in der Abbildung gezeigt - eine aus Wellpappe bestehende und dementsprechend extrem preiswerte Drohne loszulassen sucht.

Bildquelle: https://en.airkamuy.com/.
Interessant ist, dass das japanische Verteidigungsministerium und der japanische militärindustrielle Komplex an dieser Technologie immenses Interesse zeigen. Weitere Informationen zur politischen Unterstützung finden sich unter der URL https://futurism.com/robots-and-machines/japan-cardboard-drones.
Teledyne FLIR: Neue Kameramodule für Embeddedsysteme.
Im Hause FLIR gibt es Neuigkeiten. Spezifischerweise stehen die in der Abbildung gezeigten Module ante Portas - hervorzuheben ist im Fall der DragonFly-Serie vor allem ihre Fähigkeit, Informationen über ein USB 3-Interface zur Verfügung zu stellen.

Bildquelle: Teledyne FLIR
RSGB – Workshop zu Vektor-Netzwerk-Analysatoren
Die britische Amateurfunk-Organisation RSGB hat einen durchaus innovativen Weg zur Erwirtschaftung von Einnahmen gefunden. Wie in der Abbildung gezeigt bietet man Workshops zu Themen an, die Funkamateure interessieren könnte - das Thema Vektor-Netzwerk-Analysetoren ist nach Ansicht des Autors (er kämpft nach wie vor mit seinem 8753C) mehr als gelungen.

Bildquelle: https://www.instagram.com/p/DYZF4OzFGcZ/?igsh=MXJ5YTN6M2FxeWR3NA%3D%3D
Mender: cloudbasierter Software-Aktualisierungsdienst nun mit Unterstützung für Mikrocontroller.
Aufgrund der teilweise quelloffenen Architektur ist Mender im Bereich der Open Source-Systeme seit jeher populär. Bisher galt allerdings, dass sich der Dienst auf die Aktuell-Haltung von Embedded Linux-Systemen beschränkt. Ab sofort gilt dies nicht mehr - man kündigt die Verfügbarkeit einer Mikrocontroller-Variante an:
1 |
Northern.tech, the leader in device lifecycle management and the company behind Mender, announces today the new release of Mender, including support for microcontrollers (MCUs). Following customer demand, the new Mender MCU client extends the same enterprise-grade OTA update infrastructure, tr |
Retro, zur Ersten – Palm OS auf Fisher-Price Pixter
Dmitri Grinberg - der Programmierer ist für seine diversen Erweiterungen von Palm OS unvergessen - gelang vor einiger Zeit die Ausführung von Palm OS auf einigen Fisher Price-Spielzeugen. Unter der URL https://dmitry.gr/?r=05.Projects&proj=37.%20Pixter findet sich nun eine faszinierende Zusammenfassung des „Gestationsprozesses“, der das Reverse Engineering der nur leidlich dokumentierten Hardware en Detail dokumentiert.
Retro, zur Zweiten – Windows CE 2.11 auf Nintendo 64
Der Nintendo 64 war aufgrund seiner technischen Unterlegenheit gegenüber PS1 und Co. ins Hintertreffen geraten. Das bedeutet nicht, dass seine MIPS-basierte Architektur nicht interessant bleibt. Unter der URL https://github.com/ThroatyMumbo/WinCE64 finden sich die Ergebnisse einer „Tour der Force“, die die Ausführung einer frühen Version von Windows CE auf der Spielkonsole zum Thema hat. Zu beachten ist, dass PocketPC-Freaks an dieser Stelle nicht auf jauchzen sollen - die Portierung tut außer dem Booten des Windows CE-Kernels nur vergleichsweise wenig.
Lesestoff: ESP32-C als Red Team-Werkzeug im Bereich des Pentesting
Der aufgerüstete Funk-Transciever des ESP32-C5 ermöglicht neue Anwendungen im Bereich des Pentesting. Seeed Studio bietet unter der URL https://www.seeedstudio.com/blog/2026/04/21/beyond-the-congestion-why-the-xiao-esp32-c5-is-the-ultimate-tool-for-wireless-auditing-and-next-gen-iot/ eine Zusammenfassung an, die sich – naturgemäß - auch mit anderen ESP32-C5-Boards umsetzen lässt.
Lesestoff, zur Zweiten – Deanonymisierung von Nutzern des Mullvad-VPNs
Der Bereich der Computersicherheit ist unter anderem deshalb so interessant, weil das Erzeugen eines „gehärteten“ Systems eine holistische Aufgabe darstellt. Im Hause Mullvad gab es einen Designfehler, der die Deanonymisierung von Nutzern des VPN-Diensts ermöglicht. In der unter der URL https://tmctmt.com/posts/mullvad-exit-ips-as-a-fingerprinting-vector/ bereitstehenden Beschreibung findet sich die folgende Passage, die auf die „Intensität“ eingeht:
1 |
This particular set of IPs in the screenshot resolves to a float value between 0.2909 and 0.2943 for a difference of 0.0034, which means that 0.34% of Mullvad users share these IPs. At a ball park estimate of a 100,000 active Mullvad users, this equates to 340 users. |






