Hallo Forum
Ich bräuchte manchmal etwas mehr 'power' im Mikrocontroller. Könnt ihr
mir einen Atmel Prozessor empfehlen, den ich noch vernünftig einlöten
kann (pin Abstand 1/20 Zoll oder 1mm und nicht kleiner) und auch sonst
noch einfach zu betreiben ist, aber eben 32bit?
Cyblord -. schrieb:> Frank K. schrieb:>> https://www.microchip.com/wwwproducts/en/PIC32MX270F256B>>>> Wenn Du 5V brauchst:>>>> https://www.microchip.com/wwwproducts/en/dsPIC33EV256GM102>>>> Außerdem heißt es nicht mehr Atmel, sondern Microchip.>>>> MPLABX, XC32 bzw. XC16, und ein PICKIT3 oder 4, und dann gehts los.>>>> fchk>> Sorry wer von AVR auf PIC umsteigt dem kann man nicht mehr helfen. So> was zu empfehlen ist echt frech und wenig hilfreich.
Aha. Ein ewig gestriger also, der immer noch meint, dass PIC immer nur 8
Bit ist und nur ein W-Register hat. Wach auf. Die Welt hat sich
geändert, Atmel gibts nicht mehr, Microchip lebt.
fchk
Die Firma Atmel gibt es nicht mehr. Soweit richtig. Sie ist an Microchip
verkauft worden.
Die Modellreihe "AVR" allerdings ist gleich mit verkauft worden und gibt
es noch.
https://www.microchip.com/paramchartsearch/chart.aspx?branchID=2151
Einen möglichen "sanften" Umstieg möchte ich allerdings bezweifeln.
Cyblord -. schrieb:> Sorry wer von AVR auf PIC umsteigt dem kann man nicht mehr helfendsPIC ist PIC24 und eine durchaus vernünftige Architektur. PIC32 ist
eigentlich MIPS und damit über jeden Zweifel erhaben.
Wenn man vom Umstieg auf PIC (egal welche Architektur) abraten würde,
dann aus einem ganz anderen Grund: die Toolchain, die Microchip liefert,
ist binary-only und streckenweise in der nichtkommerziellen Variante
eingeschränkt (z.B. bei der Optimierung). Bei anderen Architekturen (bei
32-Bit würde man wohl ARM an erster Stelle nennen wollen) ist das alles
Open Source und man ist nicht mehr auf die Gnade eines (auch noch
US-amerikanischen) Herstellers angewiesen, wenn man eine aktuelle, nicht
eingeschränkte Version installieren will.
> Fire Heart schrieb:> Sanfter Umstieg von 8bit auf 32bit Atmel
Sorry, "Fire Heart".
Wenn Du hier Religions-Fragen stellst,
solltest Du Dich über Ideologie und blinde Eiferer am Ende nicht
beklagen,
nur mal vorsichtshalber erwähnt...
Wenn Du keine Glaubens-Predigten hören willst,
dann geh' halt in keine Kirche...
(und schon garnicht in dieses Forum...)
Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine Religionsfrage handelt. Ich
hab jahrelang mit AtmelStudio meine ATmega programmiert und war
eigentlich zufrieden. Nun möchte ich halt nicht ganz von vorne (mit
einer neuen Religion?) anfangen, sondern mich eben nur 'sanft'
erweitern.
Allerdings sehe ich schon starke Veränderungen auf mich zukommen. Die
32bit Prozessoren sind alle mit 0.5mm Pinabstand ... da muss ich mal
meine Lötphilosophie überdenken, da ich bislang mit through hole
gearbeitet hab. TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer, direkt
geht aber auch kaum, weil meine selbstgeätzten Platinen kaum unter 0.5mm
gut werden und ich keine Lötmaske hab.
Unterstützt Atmel Studio die 32bitter überhaupr noch?
Wie flasht man die 32er überhaupt? Ich hatte mein geliebtes MyAVR
(mySmartUSB) im Einsatz...geht das überhaupt noch?
Da tut sich gleich eine ganz andere Bekenntnisfrage auf: tu ich mir das
überhaupt noch an, oder steig ich in dem Fall auf Raspberry PI um?
Rasoi oder ARM 32bit kann dir keine beantworten, da wir deine Anwendung
nicht kennen.
Die SAM Controller kannst du alle mit Atmel Studio programmieren.
Dein Programmer funktioniert damit aber leider nicht.
Was ich dir empfehlen würde: Ein SAM D20 wird unter anderem in
Arduinoboards verbaut, dir gibt es auch im Nano Format und sind nicht
viel größer als ein AVR in DIP Bauweise. Denn kannst du dann mit
Pinleisten auf deine Platine setzen. Ein passender Bootloader ist dann
auch dabei.
Fire Heart schrieb:> da muss ich mal> meine Lötphilosophie überdenken
z.B. für die STM32 ARM Cortex-M Prozessoren gibt es diverse
super-billige Minimal-Boards, fast schon billiger als AVR-Prozessoren.
Die kann man praktisch als Ersatz für Through-Hole-Prozessoren sehen.
Fire Heart schrieb:> Wie flasht man die 32er überhaupt?
Über entsprechende JTAG/SWD-Adapter.
Fire Heart schrieb:> tu ich mir das> überhaupt noch an, oder steig ich in dem Fall auf Raspberry PI um?
Das hängt natürlich stark von den Anforderungen ab.
Fire Heart schrieb:> Nun möchte ich halt nicht ganz von vorne (mit> einer neuen Religion?) anfangen, sondern mich eben nur 'sanft'> erweitern.
Die Frage ist, wie sinnvoll das ist; mit ARM anfangen und ggf. den
Hersteller zu wechseln ist auch nicht so unglaublich schwer. Das haben
schon viele hinbekommen...
Für ARM gibt es jede Menge Tools und Ressourcen, vieles davon frei, und
für STM32 auch vieles für den Hobby-Bereich.
Axel S. schrieb:> Wenn man vom Umstieg auf PIC (egal welche Architektur) abraten würde,> dann aus einem ganz anderen Grund:
Ich habe doch gar keinen Grund genannt. Die grottige und Closed-Source
Toolchain ist natürlich ein sehr valider Grund kein PIC nehmen. Es gibt
auch einfach keinen Grund der dafür spricht.
Fire Heart schrieb:> da ich bislang mit through hole> gearbeitet hab. TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer
Also das hängt sicher von der Definition von schweineteuer ab, aber aus
China kriegst du die als Centartikel.
Fire Heart schrieb:> Ich> hab jahrelang mit AtmelStudio meine ATmega programmiert und war> eigentlich zufrieden. Nun möchte ich halt nicht ganz von vorne (mit> einer neuen Religion?) anfangen
Wenn du das jetzt nicht an der IDE sondern den Atmel Firmwarepaketen
festgemacht hättest - OK. Da kann sich natürlich tatsächlich eine
gewisse Gewöhnung und Erfahrung einstellen. Soweit ich weiß gibt es da
von (ex-)Atmel aber nur das ASF für die größeren Mikrocontroller, für
die kleinen 8 bitter nicht.
Aus meiner Sicht bist du also völlig frei, was die Wahl deiner neuen
Controller angeht; die Umstellung auf eine neue IDE dauert höchstens ein
paar Tage.
Wieso nimmst du nicht einfach Entwicklungsboards von beliebten 32bit
uCs, zum Beispiel STM32, die mit Stiftleisten ausgestattet sind? Die
kannst du dann zum Prototypen auf deine Lochrasterplatinen stecken und
dann im Bedarfsfall eigene SMD-Platinen fertigen (lassen).
Fire Heart schrieb:> Da tut sich gleich eine ganz andere Bekenntnisfrage auf: tu ich mir das> überhaupt noch an, oder steig ich in dem Fall auf Raspberry PI um?
Das sind aus meiner Sicht komplett andere Anwendungsbereiche, die Menge
an Overhead, die du auf einem Raspberry hast, um "simple"
Mikrocontroller-Aufgaben wie SPI, ADC, PWM usw. zu erledigen, ist schon
recht groß. Wenn du da wirklich "durchsteigen" (und nicht nur anwenden)
willst, brauchst du schon erweiterte Linux-Kenntnisse.
Felix U. schrieb:> Fire Heart schrieb:>> da ich bislang mit through hole>> gearbeitet hab. TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer>> Also das hängt sicher von der Definition von schweineteuer ab, aber aus> China kriegst du die als Centartikel.
Wenn ich bei eBay nach "TQFP breakout" suche (und nicht TQPF), dann
findet man genug günstige Angebote sogar aus D. Keine Ahnung wo manche
Leute ihre Sachen zusammensuchen. So was kauft man nicht beim Distri.
Fire Heart schrieb:> erweitern.> Allerdings sehe ich schon starke Veränderungen auf mich zukommen. Die> 32bit Prozessoren sind alle mit 0.5mm Pinabstand ... da muss ich mal> meine Lötphilosophie überdenken, da ich bislang mit through hole> gearbeitet hab. TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer, direkt> geht aber auch kaum, weil meine selbstgeätzten Platinen kaum unter 0.5mm
Es gibt etliche Typen der (ex-) Atmel 32 bit controller auch im SOIC
package mit 1.27 mm pitch. z.B. SAMD11.
Fire Heart schrieb:> Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine Religionsfrage handelt. Ich> hab jahrelang mit AtmelStudio meine ATmega programmiert und war> eigentlich zufrieden. Nun möchte ich halt nicht ganz von vorne (mit> einer neuen Religion?) anfangen, sondern mich eben nur 'sanft'> erweitern.
Ja, da nimmst Du dann das MPLABX, installierst den XC8 dazu, dazu ein
PICKIT4, und kannst dann auch Deine AVRs weiter programmieren.
> Allerdings sehe ich schon starke Veränderungen auf mich zukommen. Die> 32bit Prozessoren sind alle mit 0.5mm Pinabstand ... da muss ich mal> meine Lötphilosophie überdenken, da ich bislang mit through hole> gearbeitet hab. TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer, direkt> geht aber auch kaum, weil meine selbstgeätzten Platinen kaum unter 0.5mm> gut werden und ich keine Lötmaske hab.
Die PICs, die ich Dir genannt habe, gibts auch noch im DIL. Microchip
ist einer der wenigen Hersteller, die überhaupt noch DIL-Controller
herstellt. Daher hatte ich Dir genau diese Typen genannt.
> Unterstützt Atmel Studio die 32bitter überhaupr noch?> Wie flasht man die 32er überhaupt? Ich hatte mein geliebtes MyAVR> (mySmartUSB) im Einsatz...geht das überhaupt noch?
Atmel Studio wird so wie ich das sehe sterben, wenn der AVR und
ARM-Support im MPLABX komplett ist. Microchip ist dabei, das alles zu
vereinheitlichen, um langfristig Kosten für die Softwarepflege zu
sparen. Gehe davon aus, dass MPLABX die Zukunft sein wird, plus PICKIT4.
Das kannst Du dann für alles aus dem Microchip-Universum verwenden, PIC,
AVR und ARM.
Es gab auch mal AVR32, aber das ist schon vor der Microchip-Übernahme
gestorben, weil Atmel nicht genug Geld hatte, um AVR32 und ARM parallel
zu pflegen, und da AVR32 nicht so viel besser wie ARM war, wurde es
fallen gelassen. Der letzte AVR32 ist der EDBG-Chip im Atmel Ice. Der
wird aber auch nur noch so lange am Leben erhalten, wie Microchip das
Atmel Studio für die Bestandskunden noch braucht.
> Da tut sich gleich eine ganz andere Bekenntnisfrage auf: tu ich mir das> überhaupt noch an, oder steig ich in dem Fall auf Raspberry PI um?
Der Pi ist nur eines: billig. Für Embedded-Geschichten bietet z.B. ein
Beaglebone bessere Voraussetzungen. Aber Linux-SOCs und Mikrocontroller
haben jeweils andere Stärken und Schwächen.
Einen PIC behandelst Du von der Hardware eher wie einen AVR: 100n
zwischen VCC und GND, weitere 100n zwischen AVDD und AGND, dann 10uF
keramisch zwischen VCAP und GND, 10k zwischen MCLR und VCC, und dann
läuft das Teil. Und Du hast bei den PICs keine Fuses, mit denen Du Dich
aussperren kannst, und Du kannst alle Chips nicht nur programmieren,
sondern auch im Einzelschritt debuggen, Dir Speicher und Register
anschauen etc. - auch bei den 8-Bittern.
fchk
wenn man sich von vornherein auf Atmel (Microchip) festgelegt hat, dann
braucht man doch nur auf deren Website nach passendem suchen.
Nur ist Atmel sehr spät auf den Cortex-M Zug aufgesprungen, die wollten
immer ihre eigene Architekturen durchdrücken. Da haben andere
mittlerweile viel mehr Auswahl. Besonders die STM, die auch mit den
günstigen Evalboards viele gewinnen konnten.
Und Adapterboards sind nur teuer wenn man die in Einzelstücken von
Conrad schicken lässt.
Es gibt doch kleine Boards mit einem SAM ind 32 Bit drauf. Programming
erfolgt mit SWD. Dazu musst du dir aber einen neuen Programmer
anschaffen. Ansonszen habe ich damit seht gute Erfahrung gemacht.
Klaus
Fire Heart schrieb:> Die 32bit Prozessoren sind alle mit 0.5mm Pinabstand ... da muss ich mal> meine Lötphilosophie überdenken, da ich bislang mit through hole> gearbeitet hab.
Normalerweise (habe jedenfalls noch nie etwas anderes gesehen, ymmv)
sind die QFP-32 immer mit 0,8mm Pinabstand.
Fire Heart schrieb:> TQPF Adapterplatinen sind auch schweineteuer, direkt geht aber auch> kaum, weil meine selbstgeätzten Platinen kaum unter 0.5mm gut werden und> ich keine Lötmaske hab.
Ohne Lötstopp ist schon sehr schwierig. Schonmal drüber nachgedacht
Platinen zu bestellen? Kostet heute doch wirklich kein Vermögen mehr
(z.B. bei Aisler oder vom Chinamann).
Adapter sind auch alles andere als "schweineteuer". Gerade mal schnell
geschaut: 10 St. QFP32-Adapter kosten 1,50€ inkl. Versand beim Ali.
Fire Heart schrieb:> Wie flasht man die 32er überhaupt? Ich hatte mein geliebtes MyAVR> (mySmartUSB) im Einsatz...geht das überhaupt noch?
Das kannst du getrost in der Schublade liegen lassen. Die Cortexe haben
zumeist integrierte Bootloader und falls nicht nimmst du SWD, zum
Beispiel in Verbindung mit einem J-Link Edu Mini.
Fire Heart schrieb:> Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine Religionsfrage handelt. Ich> hab jahrelang mit AtmelStudio meine ATmega programmiertFire Heart schrieb:> Könnt ihr> mir einen Atmel Prozessor empfehlen, den ich noch vernünftig einlöten> kann (pin Abstand 1/20 Zoll oder 1mm und nicht kleiner) und auch sonst> noch einfach zu betreiben ist, aber eben 32bit?
Es klingt aber doch recht nach einer Religionsfrage, wenn du solche
Eckpunkte setzt:
1. ein ATMEL Chip muß es sein
2. ein 32 bit Chip soll es sein
3. Pitch 1.27mm oder 1mm und nicht kleiner soll er sein
So eine Zusammenstellung kann man heutzutage mit der Lupe suchen. Für µC
war vor etwa 20 Jahren noch ein Pitch von 0.8mm zu finden, später
allenfalls 0.65mm und heutzutage kommen die meisten eben mit 0.5mm Pitch
daher. (einige von Freescale gibt's noch mit etwas gröberem Pitch)
Und wozu sollte es partout ein Atmel-Chip sein? Zum Programmieren
brauchst du einen Text-Edior, die eigentliche Toolchain (Assembler,
Compiler, Linker usw.), das Programmier- (Brenn-)Geschirre und die
Kenntnis, wie man diese aufruft.
Wer mehr debuggen will als programmieren, der wird sich noch nach etwas
zum Debuggen umsehen müssen. Aber dafür gibt's entweder passende Zusätze
zu den diversen IDE's oder z.B. von Segger etwas für's
Standalone-Debuggen. Abgesehen davon kann man auch mit anderen Mitteln
debuggen.
So, und das Selberätzen von Leiterplatten ist im Abklingen, man macht
sich seine LP am PC mit einer EDA eigener Wahl und läßt die LP
anfertigen. Das ist in jeder Beziehung ein Qualitätssprung, den keiner
mehr missen will, der ihn gemacht hat.
Dieses Forum ist Atmel-lastig und ist auch STM32-lastig, aber das ist
kein wirkliches Kriterium - also lies und mach dich schlau, was es sonst
noch auf der Welt gibt.
Fire Heart schrieb:> Ich bräuchte manchmal etwas mehr 'power' im Mikrocontroller.
Das ist schlichtweg viel zu schwammig. Mache dir erstmal anhand der von
dir geplanten Projekte selber klar, was du denn eigentlich so an
Anforderungen hast. Danach richtet sich nämlich so einiges bei der
Auswahl der Bauteile - auch was deren auf dem Chip enthaltene Peripherie
zu bieten hat. Einfach nur "ich will mehr" reicht nicht.
W.S.
W.S. schrieb:> So, und das Selberätzen von Leiterplatten ist im Abklingen, man macht> sich seine LP am PC mit einer EDA eigener Wahl und läßt die LP> anfertigen.
jedesmal der gleiche Blödsinn. Sofort mehrere Baustellen auf einmal
aufmachen damit man schön lange Fehler suchen kann. Und möglichst noch
ohne Debugger. Der Chuck Norris der Embedded Welt.
Bei Atmel gibts die explained Boards als Einstig, bei ST die
Nucleo/Disco Boards, NXP hat schöne LPCXpressos und andere Hersteller
bieten ähnliches. Da ist der Programmer meist mit on Board damit man
gleich loslegen kann.
Und bevor man sich in das Abenteuer stürzt dicke TQFP selber auf Boards
zu löten, kann man sich auch bei den vielen Chinaboards umsehen. Die
verwenden zwar auch am gernsten STM32, dafür gibts alles von klein bis
groß:
https://stm32-base.org/boards/
Zum Debuggen muss man da aber noch ca. 3 € zusätzlich ausgeben, für
einen STLink Clone oder ein Bluepill mit BlackMagicProbe.
Ich bin von den AVR auf zunächst ATSAMC21 umgestiegen.
Okay, ich brauchte iso CAN-FD und eigentlich nicht mehr Power.
Die laufen mit 5V, lassen sich mit dem Atmel-Studio programmieren und
mit dem Atmel ICE hatte ich schon einen passenden Debug-Adapter.
Das TQFP-32 hat 0,8 mm Abstände und somit war der kleinste aus der Reihe
dann auch noch im gleichen Gehäuse wie der ATMega16M1-AU den ich vorher
benutzt habe.
Nur, glaube nicht, dass das so einfach ist.
Der Core kann einem ja weitgehend egal sein, dafür gibt es ja den
Compiler.
Aber die Peripherie ist eine völlig andere Welt, da muss man sich
erstmal durchbeissen.
Und wenn man da sowieso durch muss was neues zu Lernen, es kann sehr gut
sein, dass das erheblich leichter wird mit einer Controller-Familie die
weiter verbreitet ist.
Also wenn man nicht an Features gebunden ist die es woanders nicht so
leicht gibt.
Sowas wie STM32 ist vielleicht für den Einstieg besser, auch wenn es
mich gerade geschüttelt hat als ich das Referenz-Manual vom STM32F4xx
aufgemacht und die GPIO Register gecheckt habe.
Bei den ATSAM mit Cortex hat Atmel wenigstens die Chance von dem
deutlich aufgebohrtem Aufdressraum genutzt und da reichlich Register
eingebaut.
Eine PORT Gruppe für 32 Pins hat bei dem ATSAMC21 mal eben 95 Register.
Ein STM32F4xx hat dagegen gerade mal 36 Register für einen Port.
Und sowas wie GPIOx_BSRR finde ich deutlich weniger intuitiv benutzbar
als die OUTSET und OUTCLR Register vom ATSAM.
Wie auch immer, auch wenn ich STM32 nicht für die bessere Familie halte,
alleine der Umstand das man dafür leichter Support bekommt, könnte sehr
hilfreich sein, wenn man eh vieles neu lernen muss.
Ich danke euch allen schon mal für die entstandene Diskussion. Darin
findet sich viel Wissenswertes.
Und eines hab ich auch draus gelernt: ein 'sanfter Umstieg' scheint in
der Form nicht möglich zu sein, somit stehen mir dann sowieso alle
Optionen offen. Ich muss jetzt nur eure Kommentare zusammen mit ein paar
Datenblätter in die Waagschale werfen... Und es kommt wohl nicht
notwendigerweise Atmel dabei heraus.
Fire Heart schrieb:> Ich muss jetzt nur eure Kommentare zusammen mit ein paar> Datenblätter in die Waagschale werfen... Und es kommt wohl nicht> notwendigerweise Atmel dabei heraus.
Lass am Ende STM32 dabei rauskommen, kauf dir für 6 Euro einen ST-Link
v2 Clone oder für 10 Euro einen ST-Link v3 Mini oder für 20 Euro einen
ST-Link V2 Original und programmiere und debugge damit. Kein
ISP/DebugWire/HV Crap ohne Debugging Möglichkeiten wie bei AVR.
Fire Heart schrieb:> Und eines hab ich auch draus gelernt: ein 'sanfter Umstieg' scheint in> der Form nicht möglich zu sein, somit stehen mir dann sowieso alle> Optionen offen.
Naja, die Frage ist halt was "sanfter Umstieg" für dich bedeutet. Willst
du das dein Code statt auf einem AVR auf irgendeinem anderen Controller
werkelt, ohne irgendetwas dafür zu tun? Dann könntest du auch gleich ins
Arduino-Universum abtauchen. Willst du unbedingt bei Atmel Studio
bleiben aber bist bereit deine Hardware-Treiber neu zu schreiben, dann
nimmst du halt ein SAMD21-Breakout Board und pflanzt es wie ein DIP auf
eine Lochrasterplatine oder meinetwegen eine selbstgeätzte Leiterplatte.
Beides halte ich nicht für sonderlich ziehlführend. Die Diskussion über
Arduino kann man sich denke ich sparen und was deine Vorliebe für Atmel
Studio angeht, bin ich ganz bei Frank. Früher oder später wird Microchip
das sterben lassen und dann musst du so oder so umsatteln. Deinen
geliebten AVR-Programmer kannst du wie gesagt sowieso abschreiben.
Ich würde mich sowieso frei von irgendwelchen IDEs oder Herstellertools
machen. Für den Anfang sind die sicher ganz nett aber wenn es nicht ohne
geht, dann ist das für mich ein absolutes no-go, weshalb ich sowohl
Infineon, als auch Cypress meide, obwohl beide sicher keine schlechten
Controller bauen. Es gibt aber einfach genügend Controller auf dem
Markt, die man sich ohne diese härteste Form des Vendor-Lockins gönnen
kann, z.B. von NXP, Nordic, Silabs, STM, TI und nicht zuletzt auch
Atmel.
Nordic und Silabs haben meiner Meinung nach die schickeste Peripherie
(gefolgt von NXP), wobei beide eher beschränkt sind, was die Auswahl der
Controller angeht (beide eher mit Fokus auf low-power und BLE). Die
größte Auswahl bekommst du vermutlich bei Atmel, NXP und STM, da die
jeweils alles vom ultrastromsparenden CM0+ bis zum dicken CM7 anbieten.
Die letzteren beiden sind meine persönlichen Favoriten aber am Ende
musst du einfach für dich selbst ausmachen was dir am besten taugt. Als
ich mit ARM-Controllern angefangen habe, habe ich mir auch gleichzeitig
Dev-Boards von Freescale und STM bestellt. Die Freescale-Controller fand
ich zwar etwas intuitiver aber bin schlussendlich auf STM32 "hängen
geblieben", weil die eben so weit verbreitet und dementsprechend auch
sehr gut verfügbar waren und sind.
Fire Heart schrieb:> Und eines hab ich auch draus gelernt: ein 'sanfter Umstieg' scheint in> der Form nicht möglich zu sein,...
So langsam frag ich mich wieso eigentlich? Nimm für kleinere Dinge
eben kleinere µC (die auch übersichtlicher sind) und für größere Dinge
eben was größeres.
Und wenn du bisher für kleinere Dinge nen AVR genommen hast, dann tu es
weiter, solange es dir Chips zu bezahlbaren Preisen gibt. Niemand zwingt
dich "umzusteigen" - auch du solltest das nicht selber tun, sondern
erweitere einfach dein Spektrum. Das geht besser als du es momentan dir
denkst. Aber laß dich nicht von Leuten beschwatzen, die aus jeder Mücke
nen Elefanten machen oder dich auf die alleinseligmachenden Gaben irgend
eines Herstellers festnageln wollen.
Und was Schaltungstechnik betrifft, da schätze ich, daß du das als
einer, der sich seine LP bislang selber geätzt hat, bereits besser weißt
als die reinen Programmierer hier, die 3 linke Hände und Angst vor der
Hardware haben - und die deshalb irgend welche Eval-Boards lobpreisen.
Meine Erfahrung ist, daß man gerade mit Eval-Boards in 99% aller Fälle
genau DAS nicht machen kann, was man eigentlich machen will. Irgendwas
an den Dingern stört immer.
W.S.
W.S. schrieb:> Und was Schaltungstechnik betrifft, da schätze ich, daß du das als> einer, der sich seine LP bislang selber geätzt hat, bereits besser weißt> als die reinen Programmierer hier, die 3 linke Hände und Angst vor der> Hardware haben - und die deshalb irgend welche Eval-Boards lobpreisen.> Meine Erfahrung ist, daß man gerade mit Eval-Boards in 99% aller Fälle> genau DAS nicht machen kann, was man eigentlich machen will. Irgendwas> an den Dingern stört immer.
Im Gegensatz zu dir könnse aber Software ;)
Was man mit einem 8-Bit-AVR bei 16 MHz nicht hinbekommt,
müsste schon mit großen Datenraten zu tun haben.
Sonst ist es in 90% der Fälle nur Fantasiemangel, oder Dummheit.
Ja, sobald man mal etwas auf einem Grafikdisplay hinmalen will.
Heutzutage benoetigt man meist ein paar Pins mehr wie ein TQFP 44
hergibt. Die groesseren haben die Beinchen dann auch naeher beieinander.
Und ja, das macht keinen Sinn mehr selbst zu aetzen. Zumal eine
Leiterplatte nicht mehr die Welt kostet. Ich rechne mit 100Euro fuer
1dm^2 in 4 Lagen. 2 Lagen mach ich nicht mehr.
Zum Loeten von TQFP100, TQFP144 oder so, gibt's einige Youtoob videos.
Wolfgang schrieb:> Nur weil die BWLer beschlossen haben, eine Firma zu übernehmen,> verschwindet die Originalbezeichnung nicht.
Aber nur weil die Originalbezeichnung noch existiert heißt das nicht,
das nicht zumindest Teile der alten Firma verschwinden bzw. mit dem
Mutterkonzern verschmelzen. In dem Fall würde ich mal darauf wetten,
dass es in sehr naher Zukunft kein Atmel Studio mehr geben wird. Wenn
ich für die Zukunft auf Atmel setzen will und auf jeden Fall plane mit
der Hersteller-IDE zu fahren, dann muss ich eben auch jetzt schon MPLAB
evaluieren.
Klaus schrieb:> Es gibt doch kleine Boards mit einem SAM ind 32 Bit drauf. Programming> erfolgt mit SWD. Dazu musst du dir aber einen neuen Programmer> anschaffen.
Nö, ein neuer Programmer/Debugger ist nicht nötig.
Man kann seinen ATMELICE einfach weiterverwenden, muß das Target nur an
der SAM-Buchse statt an der mit AVR bezwichneten anschließen.
Da liegen die gleichen Signale drauf, sind aber so angeordnet, daß sich
die von ARM für den Programmierstecker vorgesehene Belegung ergibt, die
Atmel für seine SAMs sinnigeeweise übernommen hat.
M. K. schrieb:> Ich feier ja den Tag an dem hier bei ner Frage nach Architekturwechsel> nicht gleich ein Glaubenskrieg ausbricht. :(
also da gab es schon schlimmere hier... Mittlerweile benutzen ja viele
die CM und es wird kaum noch diskutiert ob überhaupt ein Umstieg nötig
ist.
Ich verwende sowohl AVR 8-Bit, STM32 als auch SAM Mikrocontroller.
Wobei IMHO die SAMs die etwas intelligenteren Peripherieeinheiten haben.
AVR 32 mag ich nicht so, die sind big Endian...
Thorsten S. schrieb:> AVR 32 mag ich nicht so, die sind big Endian...
Ist doch kein Problem. Ich hab jahrelang Fujitsu (BE) und ARM (LE)
verwendet und Software für beide geschrieben, von der sich bis auf die
Lowlevel-Treiber dieselben Quellen für beide verwenden lassen.
W.S.