Frage zu Induktivitäten

OP #7675624

Hallo,

mal allgemeine Fragen zu Induktivitäten. Wenn man mal welche ohne Typbezeichnung bekommen hat (gegurtet) kann man ja evtl. noch die Induktivität auf der Spulenoberseite ablesen (471, 101, ....), wie läßt sich aber der Sättigungsstrom ermitteln? Der Widerstand ist auch nicht so ganz einfach, gerade bei Werte unter 1 Ohm. Also was tun? Ein Fall für die Tonne?

Gruss Harry

PS: Hab grad außerdem noch welche die mit 100 beschriftet sind, was ja 10uH sein sollten, mein Induktivitätsmessgerät kann den Wert aber nicht bestätigen, es zeigt dauerhaft 0 an. Kann es sein, daß es auch Angaben in nH gibt?

#7675630

Crazy Harry schrieb:

Induktivität auf der Spulenoberseite ablesen (471, 101, ....), wie läßt sich aber der Sättigungsstrom ermitteln?

Nachmessen? Induktivität mit einer Wechselspannung messen und Gleichstrom überlagern. Dann siehst du, wie sich die Induktivität mit dem Strom ändert (oder eben auch nicht mehr). Der Übergang ist nicht scharf.

#7675635

Crazy Harry schrieb:

Kann es sein, daß es auch Angaben in nH gibt?

Gibt es, Epcos und Coilcraft.

Sättigung nur durch Ausprobieren in dem die Spule an einen Funktionsgenerator kommt (der den Strom auch liefern können muss): Wenn am Oszilloskop aus Rechteckspannung der im Dreieck steigende Strom eine Biegung nach oben bekommt, beginnt die Sättigung.

Bau (kauf) dir ein Milliohmmeter.

#7675666

Crazy Harry schrieb:

Klär mich mal auf .... dann kenne ich den Spannungsabfall des Rs aber nicht den Strom.

Ein Netzgerät mit halbwegs tauglicher Strombegrenzung hatte ich stillschweigend voraus gesetzt. Alternativ nimmst du eine Spannungsquelle mit einem Vorwiderstand, um einen definierten Strom fließen zu lassen.

#7675685

Rainer W. schrieb:

Alternativ nimmst du eine Spannungsquelle mit einem Vorwiderstand, um einen definierten Strom fließen zu lassen.

Idealerweise einen Vorwiderstand, der groß genug ist, um ihn sinnvoll (ver)messen zu können, dann tuts als Spannungsquelle sogar eine (gebrauchte) Batterie oder ein ungeregeltes Trafonetzteil.

Erst den Spannungsabfall über dem Vorwiderstand messen, der liefert Dir den tatsächlich fließenden Strom, dann den über der Spule um deren R auszurechnen und anschließend nochmal über dem Vorwiderstand, zur Kontrolle ob die Spannungsquelle einigermaßen stabil ist; sonst könnte Dir eine ausgelutschte Knopfzelle als Quelle das Ergebnis versauen.

Moderator Persönliche Seite #7675839

Tom A. schrieb:

Weil er nicht die Induktivität der Spule, sondern die Sättigung des Spulenkerns ermitteln will.

Wobei der eigentlich nur für Power-Induktivitäten relevant ist. Wenn er da wirklich welche mit 10 nH haben sollte, dann baut man damit Filter für UHF, da interessieren keine Sättigungsströme. Solche kleinen Induktivitäten sind eh Luftspulen.

OP #7676153

Jetzt habt ihr es geschafft, daß ich überhaupt nicht mehr weiss, welche Schaltung ich aufbauen soll. Anfangs war für mich klar, die aus dem ersten Link: Nur ein FET, Diode, ein paar Rs und ein dicker Elko (Funktionsgenerator hab ich ja). Und nun hab ich die Qual der Wahl. 😄

#7676154

Michi S. schrieb:

... zur Kontrolle ob die Spannungsquelle einigermaßen stabil ist; sonst könnte Dir eine ausgelutschte Knopfzelle als Quelle das Ergebnis versauen.

Wenn der ohmsche Widerstand der Spule einige dutzend Milliohm beträgt, willst du nicht nur ein paar mA fließen lassen. Da ist eine Knopfzelle schnell am Ende. Es empfiehlt sich sowieso, den Strom nur solange fließen zu lassen, wie das Multimeter für die Anzeige eines sauberen Messwertes braucht.

OP #7676854

Hab mal schnell eine Platine gefräst und hoffe, daß mir jemand bei der Interpretation der Ergebnisse hilft. Wenn ich es richtig sehe, befindet sich der Knick bei ca. 90mV was dann wohl 900mA entspricht? Induktivität rechne ich gleich noch, zuerst wartet ein lecker Chilie auf mich 🙂

Angehängte Dateien:
#7676868

Crazy Harry schrieb:

Induktivitaet1.jpg 3,3 MB Induktivitaet2.jpg 3,7 MB

Nicht so dolle, siehe Bildformate.

Hab mal schnell eine Platine gefräst und hoffe, daß mir jemand bei der Interpretation der Ergebnisse hilft. Wenn ich es richtig sehe, befindet sich der Knick bei ca. 90mV was dann wohl 900mA entspricht?

Sieht so aus, wenn man 100mOhm Messwiderstand hat.

L = U * t / I

OP #7676876

Falk B. schrieb:

Nicht so dolle, siehe Bildformate.

ja hab ich dann zu spät erst bemerkt 😪 Kann das ein Admin ändern? Danke.

Bei der Formel hab ich jetzt ein Problem. Welche U ist da gemeint? Die angelegte Spannung? Das waren 20V, und somit 20V*20us/0.9A=444uH .... wow auf der Spule steht 471 also 470uH

Hab mir gestern noch ein LCR-Meter bestellt und hoffe, daß es was taugt. Peaktech 2170

OP #7676881

Nicht Joachim B. schrieb:

Wow! Wenn das bei dir "mal schnell" ist, wie sehen dann deine finalen Produkte aus?

Normalerweise fräse ich nicht, weil meine Maschine Probleme mit der konstanten Höhe (Z-Achse) hat. Ist ein Eigenbau und so würde ich die heute auch nicht mehr bauen. Die X-Achse wird von 4, die Y von 2 16mm Wellen gehalten und die biegen halt leider doch ein wenig durch, wenn das Portal in die Mitte fährt. Ich ätze lieber, aber für einen Testaufbau langts so auch mal. Hab auch leider erst danach geschaut, was ich für Elkos da hab. Meine 6800uF/400V waren eher ungeeignet (fast 1kg!) und die wollte ich demnächst mal hier im Markt anbieten. Außerdem hätte ich vorher schauen sollen, wo bei der Diode A und K ist 😁.

Kann mir jemand sagen, woher die Schwinger am Anfang und Ende kommen?

Frequenz war übrigens 100Hz, Puls 30us, 10Vss aus einem Rigol Funktionsgenerator.

OP #7676943

Manfred K. schrieb:

von der komischen Ground Verdrahtung/Leiterbahn.

Wäre es besser alle Freiflächen mit GND zu verbinden?

Ich schau mal, daß ich ein paar bessere Elkos besorge und mach die von unten auf die Platine. Dann stülp ich noch ein Gehäuse von unten drüber 😁.

In der Anleitung oben steht ausdrücklich Kohleschichtwiderstände weil die keinen Induktiven Anteil haben, aber Metallfilm ist doch auch ok? Hauptsache keine gewickelten?

#7676958

Crazy Harry schrieb:

von der komischen Ground Verdrahtung/Leiterbahn.

Wäre es besser alle Freiflächen mit GND zu verbinden?

Nicht wirklich. Es braucht eine gescheite, sternförmige Masseführung.

Welche Schaltung hast du aufgebaut?

Ich schau mal, daß ich ein paar bessere Elkos besorge und mach die von unten auf die Platine. Dann stülp ich noch ein Gehäuse von unten drüber 😁.

Das löst das Problem nicht.

In der Anleitung oben steht ausdrücklich Kohleschichtwiderstände weil die keinen Induktiven Anteil haben, aber Metallfilm ist doch auch ok?

Für diese Anwednung schon, das sind weder MHz noch GHz. 20us Pulsbreite ist schneller Gleichstrom ;-)

Hauptsache keine gewickelten?

Ja.

OP #7676974

Falk B. schrieb:

Welche Schaltung hast du aufgebaut?

  1. Beitrag (inkl. meinem) oben die pdf Seite 2: https://staff.ltam.lu/feljc/electronics/messtechnik/messung_ferritspulen.pdf

Falk B. schrieb:

Das löst das Problem nicht.

nö, sieht aber besser aus

Falk B. schrieb:

Das ist schon OK, aber damit mißt du über dem Shunt im Sourcezweig immer den Lade-und Entladestrom des MOSFET-Gates mit incl. Schwingungen. Und genau das sieht man.

Ok danke, daher kommt das. Wäre ein Treiber für das Gate besser?

#7676986

Crazy Harry schrieb:

Welche Schaltung hast du aufgebaut?

  1. Beitrag (inkl. meinem) oben die pdf Seite 2: https://staff.ltam.lu/feljc/electronics/messtechnik/messung_ferritspulen.pdf

OK. R1 ist zu viel, da nimmt man was im Bereich 1-10 Ohm.

Das löst das Problem nicht.

nö, sieht aber besser aus

Mag sein, aber eine schöne Platine macht nicht notwendigerweise schöne Signale. Da muss die Masseführung stimmen. Und für ungenutzte Fläche gibt es kein Geld zurück. Mach die Masse breiter. Und man sollte den Pulsstrom nur dortlang fließen lassen, wo es wirklich nötig ist. Bei dir ist es ganz OK, geht aber im Zweifelsfall noch besser, siehe Anhang.

Die Stromschleifen (pink und lila) sollten minimiert werden. Außerdem sollte der Rückstrim nicht über die Masse des Ausgangssignals fließen. Ist hier vermutlich auf grund der kurzen Leitung nicht so schlimm, geht aber besser.

Ok danke, daher kommt das. Wäre ein Treiber für das Gate besser?

Wenn dein Funktionsgenerator 50 Ohm Ausgangswiderstand hat, sollte das OK sein. Der MOSFET muss ja nicht in 10ns schalten, selbst 200ns sind hier schnell genug.

Angehängte Dateien:
OP #7678723

Einen hab ich noch .....

L2-1 war eine PISR 15uH angegeben mit I(Sat) 8A

Berechnet aus dem Bild 10-12A und 20V*9us/10A=18uH wenn ich mit 12A rechne 15uH :-)

L2-1 und L2-2 ist eine unbekannte Spule mit (grob gemessen) 0.2 Ohm, mein derzeitige Induktivitätsmessgerät zeigt immer 0uH an.

Berechnet aus dem Bild 300mA und 20V*1.5us/0.3A=100uH Die Beschriftung zeigt 100 also 10uH .... seltsam. Ich warte mal, bis mein neues Messgerät da ist.

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