Vor kurzem habe ich bei Reichelt 100nF Kondensatoren bestellt.
ZSU-5 100N
Leider haben die nur eine Genauigkeit von +-20%.
Die 5% Typen scheint es nur im pF Bereich zu geben.
Weis jemand, wo man Kondensatoren mit beserer Genauigkeit findet?
Ok, vielen Dank.
Der
ZSU-5 100N
wird wird als Vielschichtkondensator.
Die MKS Kondensatoren sind wohl genauer. Kennst Du vielleicht einen
guten Artikel über die Genauigkeit von Kondensatoren?
Von den „dicken“ Kerkos brauchst du keine Genauigkeit erwarten. Je
nach Keramik und Hersteller ist die Kapazitätstoleranz über Spannung
und Temperaturbereich einfach nur grottig (bis zu -70 % können da
„über alles“ schon zusammenkommen). Dazu kommt noch der Piezoeffekt,
der sich sowohl als Mikrofonie (bei Audioanwendungen) als auch als
Pfeifen (bei Rippelstrombelastung im Tonfrequenzbereich) äußern kann.
Die Dinger sind wirklich nur als kleine und gute Abblockkondensatoren
zu gebrauchen. Wenn du genaue Kondensatoren braucht, musst du auf
andere Dielektrika ausweichen, allerdings sind die Kondensatoren dann
natürlich alle ein ganzes Stück größer.
>ZSU-5 100N>>Leider haben die nur eine Genauigkeit von +-20%.
Z5U sind so ziemlich das Ungenaueste, was du bekommen kannst. Sie dienen
hauptsächlich der Entkopplung und da ist die Kapazität schon fast egal,
weil Entkoppelcaps eigentlich nur die lange Induktivität zum Netzteil
kurzschließen sollen.
Z5U hat auch fiese Driften, weswegen eine genauere Herstellung gar
keinen Sinn machen würde. Umgekehrt bringt es nur wenig, ein schlechten
Cap auf niedrige Toleranz zu selektieren, wenn die Driften alles
zunichte machen. Wenn es also genau sein soll, brauchst du auch einen
besonders driftarmen Cap. Bei Polystyrol-Caps (mit freitragender
Metallfolie) sind rund 0,2% Drift in 2 Jahren bei 40°C zu erwarten. Bei
metallisierten Polyestercaps also MKT-, MKS-Typen, können es mehr als
10mal so viel sein.
Hey, vielen Dank, das ist ja mal eine richtig kompetente Hilfe :-)
> Dazu kommt noch der Piezoeffekt,der sich sowohl als Mikrofonie (bei> Audioanwendungen)
Das wusste ich ja überhaupt nicht. Jetzt habe ich einfach mal zum Spaß
einen "ZSU-5 100N" an mein Billig-Voltmeter angeschlossen ( kleinster
Messbereich 200mV ).
Wenn ich mit dem Gummi-Ende eines Druckbleistiftes darauf drücke,
schaffe ich einen kurzen Puls mit maximal 0,9mV .
> Bei Polystyrol-Caps (mit freitragender> Metallfolie) sind rund 0,2% Drift in 2 Jahren bei 40°C zu erwarten.
Wo kriegt man diese am besten?
chris_ schrieb:> Wenn ich mit dem Gummi-Ende eines Druckbleistiftes darauf drücke,> schaffe ich einen kurzen Puls mit maximal 0,9mV .
Wobei du nicht weißt, wieviel dort schon integriert wird. Messung mit
einem Oszi wäre hier aussagefähiger.
>Wobei du nicht weißt, wieviel dort schon integriert wird. Messung mit>einem Oszi wäre hier aussagefähiger.
Hab ich gerade auch probiert. Aber seltsamerweise sind die Signale auf
meinem Oszi nicht so eindeutig. Vielleicht liegt es am Tastkopf, dessen
Innenwiderstand dürfte niedriger als der des Mulimeters sein.
Mein Multimeter:
MASTECH MAS830
Mein Oszi:
Rigol DS1052E
Falls jemand mal selbst probieren will, würde mich das Ergebnis
interessieren.
Für Genauigkeit und allerhöchste Qualität in praktisch allen Belangen
(z.B. HF) gibt es Glimmerkondensatoren. Gibt es mit 1% Genauigkeit und
besser (0,5%).
Wenn es ganz genau sein muß, dann einen Glimmerkondensator und dazu eine
kleine Trimmkapazität. Muß man dann halt abgleichen, dazu braucht man
erst einmal ein Meßgerät, das genauer als ein Glimmerkondensator ist,
was sehr schwierig sein dürfte. Also Vorsicht beim Messen von
Glimmerkondensatoren, wenn es eine Abweichung gibt, ist es eher das DMM.
chris_ schrieb:>> Dazu kommt noch der Piezoeffekt,der sich sowohl als>> Mikrofonie (bei Audioanwendungen)>> Das wusste ich ja überhaupt nicht.
Ahh... mein Einsatz. - Aus werkstofftechnischer Sicht
gibt es zwei Klassen keramischer Dielektrika:
1) ferroelektrische Keramik
Klassischer Werkstoff ist hier Bariumtitanat (BaTiO3), heute
vielfach durch Bleizirkonattitanat u.ä. ersetzt. Diese Keramik
hat fast alle schlechten Eigenschaften, die man sich vorstellen
kann: Sehr starke Temperaturabhängigkeit, sehr starke Abhängig-
keit von der Zusammensetzung und den Prozessbedingungen beim
Herstellen, eine elektrische Hysterese (!), ist potenziell
piezoelektrisch. Kapazität ist in mehr oder weniger starkem
Maße spannungsabhängig.
Einziger Vorzug: Hohe DK (bis 100'000), d.h. hohe Kapazität
pro Volumen. Hieß zu Ost-Zeiten "HDK-Keramik" (="hohe
Dielektrizitätskonstante"). X7R, Z5U usw. gehören in diese
Schublade.
2) nicht ferroelektrische Keramik
Klassiker ist das Titanoxid (TiO2); Dk liegt so um die 100.
Ist NICHT piezoelektrisch, NICHT spannungsabhängig, hat
KEINE Hystereseschleife; geringer TempCo, daher geringe
Toleranzen und geringe Drift möglich. Einziger Nachteil:
Geringere Dk, also geringe Kapazität pro Volumen. Alter
Oberbegriff "NDK-Keramik", also "niedrige Dielektrizitäts-
konstante". Sorten (alt) z.B. "NP0"; heute "C0G".
Bei den klassischen bedrahteten Keramikkondensatoren habe
ich mich an die Faustregel "bis 220pF ist NDK, ab ca. 1nF
ist HDK" gehalten - das gilt aber durch die Vielschicht-
kondensatoren nicht mehr. Also --> Datenblatt lesen.
Jörg Wunsch schrieb:> Frank schrieb:>> Wenn es ganz genau sein muß, dann einen Glimmerkondensator>> Mit 100 nF wird der aber nicht mehr ganz klein. ;-)
...oder sonderlich günstig...
chris_ schrieb:>> 2) nicht ferroelektrische Keramik>> Sind die oben erwähnten MKS-Kondensatoren in dieser Gruppe?
Das sind keine Keramikondensatoren, sondern Folienkondensatoren mit
einer Kunststofffolie (Polypropylen, Polyester und Polystyrol
("Styroflex") sind üblich) als Dielektrikum.
chris_ schrieb:> Weis jemand, wo man Kondensatoren mit beserer Genauigkeit findet?
100nF als SMD gibt es auch als COG Keramik und 5 %, z.B MURATA -
GRM31C5C1E104JA01L - KONDENSATOR, 1206, 100NF, 25V, z.B. bei Farnell.
Kostest zwar etwas, aber kein Vermögen...
Ich versuche mich an Mikrocontroller freier Elektronik und bastle
Pulsgeneratoren mit Schmitt-Triggern. Davon brauche ich viele.
...
Ich weis, die Schaltschwellen sind ungenau ..... also keinen Kommentar
dazu.
>Ich weis, die Schaltschwellen sind ungenau ..... also keinen Kommentar>dazu.
Also, bitte, du mußt schon uns überlassen, was wir kommentieren wollen.
Außerdem sind die Schaltschwellen von Schmitt-Triggern keineswegs immer
ungenau. Da gibt es äußerst präzise Ausführungen.
chris_ schrieb:> Ich versuche mich an Mikrocontroller freier Elektronik und bastle> Pulsgeneratoren mit Schmitt-Triggern. Davon brauche ich viele.
Für genaue Zeitsteuerungen gibt es Quarze. Da muß man nicht auf
Kondensatoren zurückgreifen.
Falls Du ultrascharfe Pulse im Picosekundenbereich bräuchtest (wohl
nicht wenn Du von 100 nF redest) und Quarze deshalb nicht mehr gehen,
dann kann man auch den Avalanchedurchbruch von Transistoren ausnutzen.
> Ich weis, die Schaltschwellen sind ungenau ..... also keinen Kommentar> dazu.
Fragt sich was man unter "genau" versteht. Ein Schmitttrigger kann
0,0000001 % genau sein, kommt immer darauf an, was man überhaupt
betrachtet. Für so eine hohe Genauigkeit muß man nur lange Pulsdauern
mit der schnellen Schaltgeschwindigkeit vergleichen. Wenn man umgekehrt
Pulse betrachtet, die schneller vergehen, als der Schmitttrigger
schaltet, ist es Essig. Insofern ist die Aussage ohne zu wissen um
welche Genauigkeit es geht auch wenig sinnvoll.
Eigentlich willich einen Hex-Inverter ( HEF40106 von Phillips )
verwenden.
Aber im Datenblatt sind die Schaltschwellen mit extremen Toleranzen
versehen.
Die Schwellen sind über den gesamten Temperaturbereich angegeben. Es
wird nicht für 25°C differenziert. Die Schaltschwellen im Datenblatt
überlappen sich sogar. Würde das eintreten, würde der Schmitt-Trigger
nicht funktionieren. Deshalb denke ich, dass die Toleranzen bei den
meiste Bauteilen wesentlich besser als in diesem Datenblatt sind.
Im Datenblatt stehen die mittleren Schwellen
VTplus=3.0V
VTminus=2.2V
Bei dem Exemplar, welches ich hier liegen habe, messe ich
VTplus=3.12V
VTminus=2.26V
Bei den übrigen ähnliche Werte.
Ich will sehen, welche Timing-Genauigkeiten ich erreichen kann. Mit den
gemessen Werten ergeben 7% Abweichung.
chris_ schrieb:> VTplus=3.12V> VTminus=2.26V>> Bei den übrigen ähnliche Werte.> Ich will sehen, welche Timing-Genauigkeiten ich erreichen kann. Mit den> gemessen Werten ergeben 7% Abweichung.
7% Abweichung von was?
Wieso haben die Schaltschwellen was mit dem Timing zu tun (also ich
meine in relevanter Größenordnung)?
Was macht der Kondensator denn dabei?
Wenn Du den 40106 nehmen willst, gehe ich mal davon aus, daß Dein
Großsignal mehr als 5 Volt beträgt. Wie viel denn genau?
Wenn es um eine genaue Schwelle gehen soll, dann nimm schnelle OPV als
Schmitt-Trigger. Wenn 1 Millivolt reicht, dann gehen auch Komparatoren.
Eventuell reicht ein LM339 schon vollkommen aus.
Jetzt habe ich gerade mal bei Reichelt nach einem 2.7nF Kondensator
gesucht.
Ein Glimmerkondensator kostet glatt 2,20€. Upps... das kann ja richtig
ins Geld gehen.
>Ein Glimmerkondensator kostet glatt 2,20€. Upps... das kann ja richtig>ins Geld gehen.
Dafür haben diese Caps mit 0,05% bei 40°C in 2 Jahren eine beinahe
verschwindende Langzeitdrift. Allerdings ist eventuell der
Temperaturgang mit 70ppm/°C zu beachten.
Leute, nun kriegt euch mal wieder ein. Chris bastelt doch nur:
Beitrag "Schmitt Trigger Inverter Spielereien"
Er hat in Wirklichkeit gar keine Anforderungen an die Genauigkeit der
Kondensatoren.
@Chris: du hast dir schlicht die falschen Kondensatoren ausgesucht.
Keramik-Vielschichtkondensatoren mit so großen Werten verwenden alle ein
Dielektrikum, das für geringen Platzbedarf bei gleichzeitig sehr
gewöhnungsbedürftigen elektrischen Werten optimiert ist.
So etwas kann man nur als Abblock-Kondensator verwenden. Für zeit-
bestimmende Schaltungen verwendet man besser Folienkondensatoren,
z.B. Wima MKS-2. Sind auch bei Reichelt erhältlich.
XL
>Chris bastelt doch nur
Ähm .. ja .. aber machmal können Spielereien in eine ernsthafte
Anwendung münden.
Überhaupt halte ich zu spielen für eine sehr wichtige Sache:
http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_ludens : "Potential des Spiels".
>gar keine Anforderungen
Eigentlich schon. Im Moment "fühle ich" +-10% . Das ist ja manchmal bei
Analogen Entwicklungen so: Man muss es im Gefühl haben.
Wer weis vielleicht muss ich doch noch irgendwann einen
Präzissionsschmitttrigger basteln.
Hat jemand einen Vorschlag für einen Vielfach OP oder Komparator?
Anforderungen:
- hoher Eingangswiderstand
- Versorgung 5V oder kleiner
- Preis < 1€
- niedriger Stromverbrauch
chris_ schrieb:>>Chris bastelt doch nur>> Ähm .. ja .. aber machmal können Spielereien in eine ernsthafte> Anwendung münden.> Überhaupt halte ich zu spielen für eine sehr wichtige Sache:> http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_ludens : "Potential des Spiels".>>>gar keine Anforderungen>> Eigentlich schon. Im Moment "fühle ich" +-10% . Das ist ja manchmal bei> Analogen Entwicklungen so: Man muss es im Gefühl haben.>> Wer weis vielleicht muss ich doch noch irgendwann einen> Präzissionsschmitttrigger basteln.> Hat jemand einen Vorschlag für einen Vielfach OP oder Komparator?>> Anforderungen:>> - hoher Eingangswiderstand> - Versorgung 5V oder kleiner> - Preis < 1€> - niedriger Stromverbrauch
Suchmaschine von TI, Analog, LT, Fairchild, Onsemi und Maxim und zu
guter letzt Deines Lieferanten kaputt?
Grüße
MiWi
chris_ schrieb:> Wer weis vielleicht muss ich doch noch irgendwann einen> Präzissionsschmitttrigger basteln.> Hat jemand einen Vorschlag für einen Vielfach OP oder Komparator?> - hoher Eingangswiderstand> - Versorgung 5V oder kleiner> - Preis < 1€> - niedriger Stromverbrauch
Die Klassiker wären LM324 als Quad-OPV und LM339 als Quad-Komparator.
OK, "niedriger Stromverbrauch" ist sehr dehnbar. Sind halt bipolar und
kein CMOS.
XL
>Er hat in Wirklichkeit gar keine Anforderungen an die Genauigkeit der>Kondensatoren.
Erstens war das am Anfang nicht klar und zweitens kann man doch ruhig
auch über Sachen diskutieren, die der TO nicht braucht oder nicht wissen
will. Wir sind hier doch kein Dienstleistungsunternehmen, das wie ein
Ingenieurbüro Probleme löst, sondern ein öffentliches Forum.
>> Hat jemand einen Vorschlag für einen Vielfach OP oder Komparator?>Suchmaschine von TI, Analog, LT, Fairchild, Onsemi und Maxim und zu>guter letzt Deines Lieferanten kaputt?
Nun, es gibt ja meistens so eine Art Standartbauteil, welches gerne und
oft verwendet wird. Für gerne verwendete Standartbautele ist es die
beste Methode, Leute mit Erfahrung zu fragen.
chris_ schrieb:>>LM324 als Quad-OPV und LM339>> Danke. Der Eingang müsste aber ziemlich hochohmig sein, weil ich ...> eine Kapazität als Halteglied benutzen können will.
Das hättest du dann auch sagen sollen. TS914 wäre ein Quad-OPV in CMOS.
Siehe auch Standardbauelemente
XL
>Siehe auch Standardbauelemente
Ahh... kannte ich nicht.
>TS914 wäre ein Quad-OPV in CMOS.
Sieht gut aus. In der Liste habe ich einen TL074 gefunden. Was spricht
gegen den? Der kostet nur 1/4 und es gibt in im DIL.
Welcher OP passt, hängt von der Versorgungsspannung ab:
Der TS912 geht für etwa 4 - 16 V und ist dafür Rail to Rail. Der TL074
geht für etwa 8-32 V und ist nicht Rail to Rail - braucht also jeweils
an den Eingängen/Ausgängen etwa 1-3 V Abstand zur Versorgungsspannung.