Hallo,
ich, Bastler, will zweilagige Platinen selber herstellen. Alle paar
Monate mal ein Projekt, aber naturgemäss brauche ich mehrere
Platinenversionen, bis alle Fehler weg sind. Ich habe deshalb keine
Lust, jedes mal 4 Wochen zu warten, nur um feststellen zu dürfen, dass
ich einen Stecker spiegelverkehrt eingeplant habe.
Mein Budget liegt so bei 3000 Euro. Es muss also keine Poor-Man-Lösung
sein, aber für eine professionelle Anlage reicht es auch nicht.
Wie ist denn da heutzutage der Stand der Technik? Gibt es da schon was
"luxuriöses" für "Maker", oder muss ich mir immernoch eine Holzkiste
zurechtsägen und mir UV-Lampen aus dem Aquariumshop besorgen?
Hannes schrieb:> Mein Budget liegt so bei 3000 Euro
Huuups. Dafür kannst du dir viele overnight-Jobs bei deutschen
Platinenfertigern leisten.
Das Problem bei doppelseitigen Platinen ist übrigens nicht so sehr die
Ausrüstung, dafür reichen deine 3000 EUR, sondern das know how.
Während Photolack, Belichten und Ätzen noch problemlos für jeden sind,
der sich ein wenig mit alter Photographie auskennt,
ist die Durchkontaktierung von doppelseitigen Leiterplatten eine Kunst
die man erst mal beherrschen muss, und dann regelmässig pflegen muss,
weil die Bäder schnell ruiniert sind, schon beim rumstehen kaputt gehen
und nicht so einfach ersetzt werden können. Palladium ist teuer.
Und es macht wenig Sinn, alle paar Monate Chemie im Wert einer
Leiton-Blitzbestellung wegzuwerfen, weil man sie die Monate davor nicht
benutzt hat.
Für einseitige Platinen, oder für doppelseitige ohne Durchkontaktierung
halte ich ein Hobbylabor für geeignet, denn es ist letztlich primitive
Chemie.
Gönne dir einen fertigen doppelseitigen Belichter, eine
Blubberätzmaschine, und eine CNC Portal-Bohrmaschine mit
schnelllaufender Frässpindel, mache eine Belichtungsreihe und übe die
CNC Daten richtigrum auf die Platine zu bekommen und du bist noch lange
keine 3000 EUR los, kannst aber ohne Selbstbau entspannt Platinen
fertigen.
Für das Budget von 3000€ bekommst du auch schon ein gute kleine
CNC-Fräse, damit kannst du dann 2-Seitig Fräsen und im gleichen Zug
bohren.
Damit saprst du dir die Ätzanlage.
Vom Zeitaufwand her sind beide Verfahren in etwa gleich schnell.
ich hatte mal die Gelegenheit und für ein paar hundert Euro eine
Compacta 30 zu ergattern, die Chemie dazu schlug dann schon mit 1300
Euro zu buche.
Ich kann nur diesen Absatz von Mawin bestätigen:
„die Durchkontaktierung von doppelseitigen Leiterplatten eine Kunst
die man erst mal beherrschen muss, und dann regelmässig pflegen muss,
weil die Bäder schnell ruiniert sind, schon beim rumstehen kaputt gehen
und nicht so einfach ersetzt werden können. Palladium ist teuer.“
Zuerst hatte es Probleme mit den Kupferbad gegeben, wie sich
herausstellte war nach längeren Stillstand der Natriumchlorid -gehalt zu
gering, jetzt ist zu allen Überfluss auch noch das Palladium Bad gekippt
jetzt wären wieder ein paar Hundert Euro fällig.
Bei mir stehen die Bäder die meiste Zeit unbenutzt in der Compacta 30
herum oft Monate. Was ich noch nicht probiert habe ist die teure Chemie
nach Gebrauch wieder in die Kanister ab zufüllen.
Hannes schrieb:> aber naturgemäss brauche ich mehrere> Platinenversionen, bis alle Fehler weg sind
Welches "Naturgesetz" ist das?
hp-freund schrieb:> Problem, wie immer, die Durchkontaktierung.
Für die allermeisten selbst gemachten Platinen dürfte es reichen, beim
Layout geeignete Pins zum Durchkontaktieren zu nutzen. Muss man eben mal
etwas länger tüfteln.
Oder auch etwas länger tüfteln, ob es doch nicht einseitig geht mit
wenigen Brücken.
Selbstgemachte chemische Durchkontaktierungen sind sehr unzuverlässig.
Ich habe es mal bei einer Firma erlebt, wo die solche Platinen bei einer
Fa. hat machen lassen.
Die haben das auch nach der "Bastlermethode" gemacht. Es gab mehrfach
Langzeit-Ausfälle.
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