Hallo!
Ich wollte folgende Module an ATTINY-12 anschließen:
http://www.hoperf.com/pro/RFM01.htmlhttp://www.hoperf.com/pro/RFM02.html
Hat jemand Erfahrung mit diesen Modulen? Darf man die einfach so
benutzen oder muss die Gesamtschaltung dann noch abgenommen werden?
Reicht da ein Stück draht als Antenne (Reichweite wird nur ca. 20-30
Meter benötigt)? Muss man bei den Dingern was besonderes beachten?
Hallo wjunky,
1) Schau mal hier: Beitrag "Beispielprogramm für RFM12 433MHz Funk-Module"
2) Die Schaltung muss, sofern sie nur für privat eingesetzt wird, nicht
"abgenommen" werden, da das 433MHz-Band frei verwendbar ist
3) Ein Stück draht, meines Wissens am besten 17,3cm lang, ergibt eine
super Antenne
Schöne Grüße,
Alex
Zu RFM01/02: Wenn es darum geht, ein bereits serielles Signal per Funk
zu übertragen, dann ist der RFM02 durchaus geeignet. Wenn die Daten
allerdings im Controller anfallen ist der RFM12 praktischer, weil er die
Sendedaten auch byteweise per SPI übermitteln bekommen kann. Beim RFM02
können die Daten nur bitseriell auf einer eigenen Datenleitung
übertragen werden, SPI dient nur zur Konfiguration.
Als Antenne reicht bei einigermassen günstigen Bedingungen ein Draht
passender Länge (866MHz: 8,5cm, 433MHz: 17cm).
Zu Einschänkungen siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Short_Range_Devices
und http://de.wikipedia.org/wiki/ISM-Band.
Tiny12 wird knapp. Ich würde einen 14-pinner Tiny44 als Mindestlösung
anpeilen.
Ein Steuerprogramm zu schreiben ist nicht das Problem. Habe schon
Software SPI für kleine AVRs geschrieben... bei einer Kleinserie den
Preis einer Komponente zu verzehnfachen und damit den Gesamtpreis zu
verfünffachen ist allerdings eins...
Ich wollte niemandem auf die Füße treten, aber das Teil wäre der totale
Overkill.
Alex Bürgel wrote:
> 2) Die Schaltung muss, sofern sie nur für privat eingesetzt wird, nicht> "abgenommen" werden, da das 433MHz-Band frei verwendbar ist
Mit Verlaub, aber das ist einfach Unfug, so wie's da geschrieben
steht.
Privat oder nicht privat ist völlig wurscht: die zutreffenden
Bestimmungen musst du einhalten, so oder so. Auch für kommerzielle
Module gibt es keine Pflicht zu ,,Abnahme'', sondern ebenfalls nur
die Pflicht zur Einhaltung aller einschlägigen Bestimmungen. Diese
müssen dort bei Weitergabe durch eine CE-Konformitätserklärung
bescheinigt sein. Diese Erklärung stellt derjenige aus, der den
Kram verscherbelt, nicht irgendjemand, der die Teile ,,abnimmt''.
(Allerdings gibt es gute Gründe dafür, warum derjenige, der die
Erklärung abgibt, zuvor in einem akkreditierten Labor messen lassen
sollte, aber das ist rein formal seine Sache.)
Alles im HF-Forum x-mal durchgekaut.
p.s.: Das 433-MHz-Band ist keineswegs ,,frei verwendbar''. Es ist
dem Amateurfunkdienst zugewiesen. Der ISM-Band-Teil davon besitzt
zwar eine Reihe von Allgemeinzuteilungen, aber auch diese sind
keineswegs unreguliert oder ,,frei verwendbar''.
@Jörg Wunsch:
>Mit Verlaub, aber das ist einfach Unfug, so wie's da geschrieben>steht.
[...]
>Alles im HF-Forum x-mal durchgekaut.
Ok, du hast Recht. Ich ziehe meine zuvor gemacht Aussage zurück. Hätte
wohl lieber das alte Sprichwort befolgen sollen:
>>Wenn man mal wieder keine Ahnung hat einfach mal den Mund halten.
Dennoch schöne Grüße,
Alex
naja, den Mund mußt Du nicht halten, aber die Tip-Finger ein bißchen
festhalten ;-)
Btw - Amateurfunk ist in diesem Band Primärnutzer, ISM nur sekundär
(wenn ich noch richtig informiert bin). Falls also sich ein
Amateurfunker (oder besser wohl Funkamateur) gestört fühlen sollte durch
ISM, dann müsste der ISM-Funker das Feld räumen. Soviel zur "freien
Verwendbarkeit" des Bandes durch ISM.
wjunky wrote:
> Vielen Dank @Alex>> @Gerhard: Danke für die Werbung eines mehr als zehn mal so teuren> Produkts, das mindestens genauso kompliziert anzusteuern ist...
So'n Quatsch!
ich habe schon ziemlich viel mit Funkmodulen rumexperimentiert. Eins
steht fest. Die EasyRadios sind wirklich plug and play - da kann man mit
anderen Modulen Tage verbringen und holt sich nur den Frust.
Wenn ich mir anschaue, mit wieviel Elan die RFM12-ler versuchen, ihre
Module zum Laufen zu bringen und wieviel Mühen immer noch notwendig sind
(mit viel Frust), da kann man wirklich erkennen, warum die EasyRadios
teurer sind!
Es ist halt immer die Frage, ob man mit den Dingern als Selbstzweck
rumexperimentiert - oder ob sie nur ein Teil eines grösseren Projektes
sind. Bei letzterem rate ich zu den EasyRadios!
Grüsse
>Wenn ich die oben genannten Baugruppen ordnungsgemäß verwende, darf ich>das Ding aber einschalten ohne die Post an der Tür stehen zu haben,>oder???
Die Regulierungsbehörde wird eigentlich nur dann aktiv, wenn sich jemand
durch Dein Gefunke gestört fühlt und ein unzulässiges Gerät vermutet
werden kann (=Petzen) oder durch Stichprobenprüfung der Geräte auf dem
Markt. Letzteres kommt nur zum Tragen, wenn Deine Geräte auf dem Markt
auftauchen.
Gibt es überhaupt ein Referenzdesign mit diesen RFM-Modulen, welches die
Einhaltung der EN300220 etc. garantiert?
Ich habe noch nirgends davon gehört...
Jüngst bei den AVRfreaks gesehen - Erfahrungen muss ich allerdings noch
sammeln... Der Preis ist allerdings attraktiv.
http://www.decibit.com/indexa.html
Wie ist eure Meinung zu den Modulen?
Gruß
Einhart
JensG wrote:
> Btw - Amateurfunk ist in diesem Band Primärnutzer, ISM nur sekundär> (wenn ich noch richtig informiert bin).
ISM ist gar kein Nutzer im eigentlichen Sinne, da es kein Funkdienst
ist sondern eine sogenannte Funkanwendung. Der Unterschied ist, dass
ein Funkdienst mit einer Sekundärzuweisung immer noch einen Anspruch
auf Störungsbeseitigung genießt, nur nicht gegen den Primärnutzer
(den er seinerseits nicht stören darf).
Funkanwendungen genießen gar keine Ansprüche.
> Falls also sich ein> Amateurfunker (oder besser wohl Funkamateur) gestört fühlen sollte durch> ISM, dann müsste der ISM-Funker das Feld räumen.
Naja, nicht ganz. Die durch den regulären Betrieb einer ISM-Anwendung
entstehenden Störungen müssen die Frequenznutzer hinnehmen. Anderer-
seits steht in allen Allgemeinzuteilungen drin, dass die entsprechende
Frequenznutzung keine Störungen bei den regulären Nutzern verursachen
darf. In der Praxis wird das dann irgendwo dazwischen liegen: solange
die Störung minimal ist, können die Funkamateure ja auf andere
Frequenzen ausweichen, sowie ein Betrieb jenseits zugelassener
Grenzwerte oder vorsätzliche Störungen anzunehmen sind, werden
die primärnutzenden Funkamateure sich um eine Abhilfe bemühen (das
sollte normalerweise erst einmal der Versuch einer einvernehmlichen
Klärung sein, BNetzA erst dann, wenn's nicht mehr anders geht).
@ Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
>ISM ist gar kein Nutzer im eigentlichen Sinne, da es kein Funkdienst>ist sondern eine sogenannte Funkanwendung. Der Unterschied ist, dass
na gut, daß dies nur eine Funkanwendung ist, habe ich jetzt mal nicht so
genau genommen. Ich wollte nur darauf hinweisen, was/wer das Band primär
oder nur sekundär nutzen darf, und daß die freie Verwendbarkeit durch
ISM eben doch nicht ganz so frei ist, wie anfangs dargestellt.