In diesem
Beitrag "Re: DCF Signal an INT1 von Atmega32 Problem"
Beitrag hier hat AVRfan geschrieben, das sampeln wie ein Tiefpass wirkt.
Kann mir das mal kurz einer erläutern?
Hat jemand einen Link wo das für Dummies erklärt wird?
Fliegt raus? Ohne Tiefpass, beim Samplen, kriegt man durch Aliasing
falsche Frequenzen und die fliegen garnicht raus ... Oder wie meint ihr
das?
Mfg
Thomas Pototschnig
Weissnich,
Samplen ist ja sowas wie abtasten.
Hohe Frequenzen haben ja gewissermassen feinere Konturen, stell Dir mal
folgendes vor:
Lege Deine Hand flach auf den Boden und lass Sand darüber rieseln.
Wenn Du die Hand dann wegnimmst, hast Du ziemlich genaues Abbild der
Kontur der Hand. Weil Du fein abgetastet hast.
Nun mache das ganze mit Kies oder kleinen Steinen.
Da ist die Hand dann kaum noch zu erkennen, weil du grob abgetastet
hast.
Dabei verschwinden die feinen Konturen.
So ist das auch bei Frequenzen, die feinen Konturen verschwinden auch
da.
Jochen Müller
Das is doch blödsinn! Wenn du eine hohe Frequenz mit zu niedriger
Abtastrate abtastest, fliegen die ganz und gar nicht raus, sondern
werden als als niedrigere Frequenzen fehlinterpretiert. Stichwort
Aliasing.
>fliegen die ganz und gar nicht raus, sondern>werden als als niedrigere Frequenzen fehlinterpretiert
Schon richtig. Hab ich vergessen, dazuzuschreiben, dass man die dann
softwaremässig aussortieren muss.
>Samplen ist ja sowas wie abtasten.
Sampeln ist abtasten (Englisch - Deutsch)!
Und es ist multiplizieren.
Vor dem Abtasten muss das Signal auf < fa/2 bandbegrenzt werden und nach
dem D/A-Wandeln wieder.
Außer man will was anderes als das ursprüngliche Signal wiederhaben.
>Wie willst du die denn softwaremässig aussortieren ?
Naja, ein Beispiel:
man will mit 100kHz einen Audiobereich bis 20kHz abtasten und hat noch
ein paar Signalanteile bis unter 50 kHz im Eingangssignal, dann hat man
schon 'softwaremäßige' Möglichkeiten ...
Aber all das meinte "Weissichnich" gar nicht!
In dem verlinkten Post hatte jemand Probleme mit einer vermutlich
'prellenden' Flanke eines DCF-Signals auf dem Interrupt und besagter
AVR-Fan hat ihm geraten, das Signal stattdessen äquidistant abzutasten.
Dies würde wie ein Tiefpass wirken. Als Tiefpass würde ich das nicht
bezeichnen.
genau,
wenn du an den eingang deines samplers eine 10kHz schwingung anlegst un
der mit 10kHz sampelt, dann trifft er bei der abtastung im prinzip immer
die selbe stelle der sinusschwingung und ermittelt immer den selben
spannungswert. damit sieht das samplerergebnis aus wie eine angelegte
gleichspannung. die software kann dann nicht mehr erkennen, ob es sich
um eine schwingung oder um eine gleichspannung handelt, die am eingang
anliegt.
>Nur so ist es richtig:
???
>VOR dem Samplen Tiefpass drüber.
1. ein Tiefpass ist der (häufig verwendete) Sonderfall. Du kannst auch
einen Bandpass von 15-20kHz nehmen, mit 10kHz abtasten und machst noch
nichts falsch.
2. auch nach dem Zurückwandeln in den Analogbereich ist ein Filter
notwendig. In deinem 'Sonderfall' ein Tiefpass, in meinem allgemeinen
Fall ein Bandpass. Sonst hast du da sich wiederholende Spektren - selten
erwünscht.
3. Wenn du überabtastest, kannst du auch einen Teil der Bandbegrenzung
im digitalen Bereich durch ein digitales Filter durchführen.
>Bsp: fs=10khz => fmax=5khz=Filterfrequenz.
Unter der Berücksichtigung, dass bei dieser 'Filterfrequenz' das Filter
schon ausreichend Dämpfung haben muss. Üblicherweise spricht man bei der
Filtergrenzfrequenz von der 3dB-Grenze. Das reicht hier nicht mal für
einen 1-Bit-Wandler.
Aber der Thread triftet immer weiter von der eigentlichen Fragestellung
ab. Ich rede hier auch mit mir selber ... :-)
> Beitrag hier hat AVRfan geschrieben, das sampeln wie ein Tiefpass wirkt.
Falsch.
> Abtasttheorem: Wenn Du mit 10 kHz abtastest, kannst Du max. 5kHz> detektieren. Alles, was flinker ist, fliegt raus.
Und nochmals falsch.
> ... 10 kHz abtastest, ... fliegt raus.>> Nein, wird gefaltet!
Und wieder nicht richtig (aber fast).
Beim Undersampling werde die zu hohen Frequenzen gespiegelt.
Beispiel: Sampling-Frequenz 5 kHz.
Signal 1 kHz --> Gesamplet 1 kHz
Signal 2 kHz --> Gesamplet 2 kHz
Signal 3 kHz --> Gesamplet 3 kHz
Signal 4 kHz --> Gesamplet 4 kHz
Signal 5 kHz --> Gesamplet DC !!!
Signal 6 kHz --> Gesamplet 4 kHz
Signal 7 kHz --> Gesamplet 3 kHz
Signal 8 kHz --> Gesamplet 2 kHz
Signal 9 kHz --> Gesamplet 1 kHz
Signal 10 kHz --> Gesamplet DC !!!
@Unbekannter (Gast)
Auch du bist nicht ganz vollständig in deiner Aussage.
Deine genannten 'Ausgangssignale' treten nur dann auf, wenn du wieder
in den Analogbereich wandelst und einen geeigneten Tiefpass
nachschaltest.
Ohne dieses Filter sind dann im Spektrum bei deinem Beispiel
>Signal 1 kHz --> Gesamplet 1 kHz
neben dem einen kHz auch 9kHz, 11kHz, 19kHz, 21kHz usw. zu finden.
>>Es wird sehr wohl gefaltet, nämlich das Eingangssignal mit einer>>Dirac-Folge.
Nö, eher multiplikation mit Dirac-Folge. Oder aber Faltung der
Fouriertransformierten des Eingangssignals mit einer Dirac-Folge.
Wenn man schon kleinlich ist dann "mit der Fouriertransformierten einer
Dirac-Folge".* Und jetzt bitte nicht "das ist das selbe". Nö! Außerdem
ist es mein Spruch. Ätsch.
*) Wieso alles auf die Goldwaage gelegt wird...jeder geneigte Leser
weiss was gemeint ist.
Es ist nunmal ein (nicht gerade kleiner) Unterschied ob ich das Signal
mit einer Dirac-Folge multipliziere oder falte.
>Wenn man schon kleinlich ist dann "mit der Fouriertransformierten einer>Dirac-Folge".* Und jetzt bitte nicht "das ist das selbe".
Es ist aber wieder eine Dirac-Folge mit der ich falte, was soll also an
meiner Aussagen (selbst wenn man sie kleinlich betrachtet) falsch sein?
Ich hab nicht geschrieben, ob im Zeit- oder Frequenzbereich gefaltet
wird (natürlich wird im Freqenzbereich gefaltet).
Die Fouriertransformation ist nur eine Möglichkeit von den Zeit- in den
Frequenzbereich zu transformieren.
Du hast geschrieben:
>Es wird sehr wohl gefaltet, nämlich das Eingangssignal mit einer>Dirac-Folge.
Und das Eingangssignal ist nun mal nicht die Transformierte des
Eingangssignals ;). So gesehen ist das durchaus falsch!
Auch hier gilt: durch Wiederholung wird es nicht richtiger. Nur weil
mancher unter Signal den Zeitbereich versteht, heißt das nicht, dass
ein Signal sich nur auf ebend diesen bezieht. Die Aussage ist nicht
falsch aber auch nicht korrekt - sie ist einfach nur lax.
"Die physikalischen Erscheinungsformen von Nachrichten werden als
Signale bezeichnet."
Guck an!
"Im allgemeinen sind Signale zeitabhängige Größen, ändern ihren
Betrag in Abhängigkeit von der Zeit." (Wikipedia)
Im allgemeinen, nicht generell. Die Überführung des Zeitsignals in
eine andere Darstellungsform - wie zum Beispiel in die
Frequenzdarstellung des Fourierbereichs - ändert das Zeitsignal nicht.
Jeder vom Fach versteht sofort was gemeint ist.